{"id":62,"date":"2016-03-08T09:37:57","date_gmt":"2016-03-08T08:37:57","guid":{"rendered":"https:\/\/agt.624.mytemp.website\/rlwp\/?p=62"},"modified":"2025-03-01T16:02:21","modified_gmt":"2025-03-01T15:02:21","slug":"vorwaerts-kameraden-wir-gehen-zurueck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/2016\/03\/08\/vorwaerts-kameraden-wir-gehen-zurueck\/","title":{"rendered":"\u201eVorw\u00e4rts Kameraden, wir gehen zur\u00fcck\u201c."},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Tagebuch von Matth\u00e4us Lindner aus dem 2. Weltkrieg 1942 \u2013 1945. Geschrieben vom ehemaligen Obergefreiten Matth\u00e4us Lindner, Angeh\u00f6riger der 4. Gebirgs-Division. Batterie-Fernsprecher. Das Tagebuch handelt vom 17. April 1942 bis zum 29. Mai 1945. Am 17.April 1942 r\u00fcckt Lindner in Kufstein in die Artillerie Ersatz Abteilung 118 ein.<\/strong><\/em><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-66\" src=\"https:\/\/agt.624.mytemp.website\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/ukraine_lindner-300x113.jpg\" alt=\"ukraine_lindner\" width=\"446\" height=\"168\"><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>(c) Rudolf Leo: Die Abschrift Lindners wird weitgehend wortgetreu wiedergegeben. Offensichtliche Fehler werden soweit als m\u00f6glich korrigiert; die Abk\u00fcrzungen, der leichteren Lesbarkeit wegen, ausgeschrieben. Ortsbezeichnungen und geografische Angaben werden wie in Lindners Tagebuch belassen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anmerkung RL: Verwendung von Bildern oder Texten nur mit ausdr\u00fccklicher Genehmigung des Autors.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1943 begegnen sich der damals 22j\u00e4hrige Alois Schneider, geb. 28. Oktober 1920, Bergarbeiter aus Bramberg (Land Salzburg) und der damals 20j\u00e4hrige Matth\u00e4us Linder, geb. 23. April 1923, Landwirt in Obertrum am See (Land Salzburg) im Kaukasus. Sie befinden sich in der Region des <strong>Elbrus<\/strong><a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[1]<\/a> im <strong>Kuban<\/strong>-Gebiet. Es ist kein freiwilliges Treffen der Beiden. Die zwei Salzburger sind Angeh\u00f6rige der Deutschen Wehrmacht, Mitglieder der 4. Gebirgs-Division, die nach Russland abkommandiert ist. Schneider und Lindner stehen stellvertretend f\u00fcr alle, die sich in diesen Jahren ihren Aufenthaltsort nicht aussuchen k\u00f6nnen. Beide haben Monate des Schreckens hinter sich. Monate unter Dauerbeschuss, Monate der Angst, Monate der Hoffnungslosigkeit. Die russische Armee ist im Vormarsch und Schneider und Lindner sind dem Alltag des Krieges ausgeliefert. Den Aufzeichnungen Lindners ist es zu verdanken, dass ihr Schicksal sp\u00e4teren Generationen \u00fcberliefert werden kann.<\/p>\n<p>Zu Beginn des Jahres 1942 nimmt die 4. Gebirgs-Division an den K\u00e4mpfen im <strong>Donez<\/strong>-Raum teil und marschiert dann in die <strong>Mius<\/strong>-Stellung. Nach dem Durchbruch am <strong>Mius<\/strong> und der Schlacht bei <strong>Rostow<\/strong>&#8211;<strong>Bataisk<\/strong> nimmt die Division an den Verfolgungsk\u00e4mpfen zum <strong>Kuban<\/strong> und am Vorsto\u00df auf die Hochp\u00e4sse des Kaukasus teil.<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Nach der aus deutscher Sicht erfolgreichen <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/zweiter-weltkrieg\/kriegsverlauf\/charkow\">Schlacht bei <strong>Charkow<\/strong><\/a> beginnt am 28. Juni 1942 die gro\u00dfe Sommeroffensive der <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/zweiter-weltkrieg\/kriegsverlauf\/wehrmacht\">Wehrmacht<\/a>. Aufgrund ihrer erheblichen Schw\u00e4chung durch die verlustreiche <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/zweiter-weltkrieg\/kriegsverlauf\/winter41\">Winterschlacht von 1941\/42<\/a> beschr\u00e4nkt sich der Angriff auf einen 800 Kilometer breiten Frontabschnitt zwischen <strong>Kursk<\/strong> und <strong>Taganrog<\/strong> am <strong>Asowschen<\/strong> <strong>Meer<\/strong>. Nach dem gescheiterten <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/zweiter-weltkrieg\/kriegsverlauf\/moskau\">Angriff auf <strong>Moskau<\/strong><\/a> richtet sich die deutsche F\u00fchrung nun auf einen z\u00e4hen und langen Krieg ein. Aus diesem Grund soll die Heeresgruppe S\u00fcd unter <em><u><a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/biografie\/fedor-bock\">Fedor von Bock<\/a><\/u><\/em> die kaukasischen \u00d6lfelder erobern. Mit dem kriegswichtigen Rohstoff verbindet die Wehrmachtsf\u00fchrung die Hoffnung auf eine deutliche Verbesserung der eigenen Position f\u00fcr die bevorstehenden K\u00e4mpfe in der Sowjetunion.<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr Schneider und Lindner beginnt eine jahrelange Odyssee: Flucht wird zu ihrem Schicksal. Flucht vor der russischen Armee, Flucht vor den Nationalsozialisten, Flucht vor ihrer Angst. Die zwei Salzburger geh\u00f6ren zur Gruppe jener, die \u201eGl\u00fcck\u201c haben. Sie \u00fcberleben und kommen \u00fcber viele Umwege wieder in ihre Heimat zur\u00fcck. 2,7 Millionen deutsche Soldaten hatten dieses Gl\u00fcck nicht. Sie sterben in der Sowjetunion. Fernab ihrer Heimat. Der Kriegsverlauf fordert wegen der von den Deutschen geplanten und ausgef\u00fchrten Massenverbrechen zwischen 24 und 40 Millionen Bewohner der Sowjetunion.<\/p>\n<p>Linder wird am Ende seiner Odyssee schreiben: <em>\u201eEs war ein langer, gefahrvoller, leidvoller Weg mit vielen Strapazen und Gefahren. Drei Jahre tausende von Kilometer zu Fu\u00df. Aber doch fast gesund, einige kleine Verwundungen. Angeschlagen waren die Nerven, sonst doch gesund. Mit sehr viel Gl\u00fcck und Gottes Schutz konnte ich die geliebte Heimat wiedersehen. Danke meine Lieben f\u00fcr Ihr Gebet. Besonders meiner Mutter. War es Zufall oder F\u00fcgung? Nein, mein Herrgott wollte es so!\u201c<\/em><\/p>\n<h1><a name=\"_Toc409082375\"><\/a>1942<\/h1>\n<p>Im Juli 1942 erh\u00e4lt Matth\u00e4us Linder seine milit\u00e4rische Ausbildung. Sie besteht aus einer dreiw\u00f6chigen Hochgebirgsausbildung am Steinernen Meer in Saalfelden (Land Salzburg). Ausz\u00fcge aus seinen Erinnerungen:<\/p>\n<p>2.8. Abstellung Marschbataillon ins Feld. Zusammenstellung in Leoben. Mit Bahn Fahrt von Saalfelden \u00fcber Salzburg nach Wien. Viele Gedanken gehen einen durch den Kopf. Komm ich wieder heim \u201eIn Gottes Namen\u201c. Fahrt \u00fcber <strong>Lindenburg-Oderberg<\/strong> 13 Stunden Aufenthalt. Weiter \u00fcber <strong>Krakau Lemberg Tarnopol (?) Zerkow Lamenka Djepropetrowsk Stalino<\/strong>. Mit Frontbussen \u00fcber den <strong>Don Rostow Anawir Neminobiskaja<\/strong>. 700 Kilometer.<\/p>\n<p>16.8. Im <strong>Kuban<\/strong> baden bei <strong>Krspotkim<\/strong><\/p>\n<p>17.8. Weiterfahrt <strong>Anawir<\/strong><\/p>\n<p>18.8. Weiterfahrt bis <strong>Neminibiskaja<\/strong><\/p>\n<p>19.8. \u2013 23.8. Marsch mit vollem Gep\u00e4ck \u00fcber <strong>Tscherkesk, Biberwobskaja<\/strong>. Auf diesen Marsch ging ein schweres Gewitter nieder, waren durchnass. Sp\u00e4ter schien die Sonne und unsere Uniform trocknete bald wieder. Marsch ins <strong>Selenschuktal<\/strong> nach <strong>Selenschukskaja<\/strong>, dort war unser Regimentsstab. In der Ferne sahen wir schon die kaukasischen Berge. Links vor uns der m\u00e4chtige <strong>Elbrus<\/strong> (5.633m). Gebirgsj\u00e4ger der 1 + 4 Gebirgs-Division ersteigen am 21. August den Berg (Hissen der Reichskriegsflagge).<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc409082376\"><\/a>Hakenkreuzfahne am Gipfel des Elbrus f\u00fcr Propagandafilm<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend der deutschen <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/zweiter-weltkrieg\/kriegsverlauf\/sommeroffensive1\">Sommeroffensive von 1942<\/a> sind Ende Juli drei deutsche Armeen der Heeresgruppe A unter <em><u><a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/biografie\/wilhelm-list\">Wilhelm List<\/a><\/u><\/em> am unteren <strong>Don<\/strong> nach S\u00fcden und S\u00fcdosten in Marsch gesetzt worden. Anfang August eroberte die 1. Panzerarmee unter <em><u><a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/biografie\/ewald-kleist\">Ewald von Kleist<\/a><\/u><\/em> die 300 Kilometer s\u00fcdlich von Rostow gelegene \u00d6lfelder von <strong>Maikop<\/strong>, die ein Hauptziel der Offensive darstellen. Gleichzeitig sto\u00dfen 250 Kilometer \u00f6stlich die 4. Panzerarmee und die 17. Armee nach <strong>Pjatigorsk<\/strong> am Fu\u00df des kaukasischen Gebirges vor. Am 21. August 1942 wehte auf dem Gipfel des <strong>Elbrus<\/strong>, dem mit 5.633 Metern h\u00f6chsten Berg des Kaukasus, die deutsche Reichskriegsflagge. Die symbolische, milit\u00e4risch jedoch sinnlose Erst\u00fcrmung des Gipfels kaschierte nur kurz das strategische Desaster der <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/zweiter-weltkrieg\/kriegsverlauf\/wehrmacht\">Wehrmacht<\/a> zwischen <strong>Schwarzem und Kaspischem Meer<\/strong>.<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[4]<\/a> Das Hissen der Hakenkreuzfahne muss mehrmals wiederholt werden, damit die Szene als Propagandafilm in Deutschland gezeigt werden kann.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>28.8. Marsch 25 Kilometer nach Klosters (<strong>Selenschuktal<\/strong>)<\/p>\n<p>29.8. Marsch nach <strong>Archis Ost<\/strong> 20 Kilometer. Unser Gep\u00e4ck f\u00fchren russische Panzerfahrzeuge<\/p>\n<p>30.8. Marsch <strong>Archis West<\/strong><\/p>\n<p>1.9. Den ganzen Tag Regen; Im Zelt, kalte Verpflegung<\/p>\n<p>2.9. Marsch \u00fcber H\u00f6he ins <strong>Labatal<\/strong><\/p>\n<p>3.9. <strong>Niederndorf<\/strong>. Empfang durch Divisionskommandant EGLSEER.<\/p>\n<p>4.9. 20 Kilometer Marsch zum Versorgungsst\u00fctzpunkt 1.564 Meter<\/p>\n<p>5.9. Marsch hinauf auf Saumpfaden auf 2.200 Meter. Ein toter Russe am Wegesrand. Mit vollem Gep\u00e4ck.<\/p>\n<p>6.9. \u00dcber den <strong>Sauscharo<\/strong>&#8211;<strong>Pass<\/strong> (?) 2.726 Meter. Viele abgest\u00fcrzte Muli und Pferde. Ein f\u00fcrchterlicher Gestank, lagen ja schon l\u00e4nger als eine Woche. Erster Gefechtsl\u00e4rm aus dem <strong>Bsybtal<\/strong> (?). Viele verwundete werden unter ungeheuren Strapazen von 4 Mann auf den Saumpfaden getragen. Die Schwerverwundeten unter gro\u00dfen Schmerzen. F\u00fcr uns Jungen, vom Nachersatz, die wir dies das erste Mal sahen, war es zum Weinen. Das <strong>Bsybtal<\/strong> (?) ein Hochgebirgstal m\u00fcndet in der N\u00e4he vom <strong>Suchum<\/strong><a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\"><strong><strong>[5]<\/strong><\/strong><\/a> ins Schwarze Meer. Jenseits des Hauptkammes des Kaukasus. Ein\u00f6dbach, so genannt, war die erste Siedlung jenseits des Hauptkammes. 25 Kilometer bei <strong>Suchum<\/strong>. An klaren Tagen sah man das <strong>Schwarze Meer<\/strong>. Unsere Division verfolgte den Feind, in den T\u00e4lern. Gro\u00dfes und kleines <strong>Labatal<\/strong> und \u00fcber die P\u00e4sse. Urwald\u00e4hnlich waren die T\u00e4ler bis zur Baumgrenze. Umgefallene Baumriesen mussten umgangen werden. Sp\u00e4ter wurden sie durchschnitten. Nur mit Tragtieren konnte Nachschub und R\u00fccktransport gesichert werden. Sp\u00e4ter wurden auch Kettenr\u00e4der eingesetzt. \u2013 Zahlreiche Einschl\u00e4ge russischer Artillerie und Granatwerfer hallten f\u00fcrchterlich zu uns herauf. Auch feindliche Flieger bombardierten im <strong>Bsybtal <\/strong>unter uns im Tal.<\/p>\n<p>(?) 9. Wir kommen zu Batterie. Neun Mann als Nachersatz. Ich bekomme ein Pferd als Tragtier und werde Tragtierf\u00fchrer. Bei unserer Einheit waren, der Kader, viele Schwaben, aus Baden W\u00fcrttemberg. Wir sind im Wald, in der N\u00e4he ist der Hauptverbandsplatz. Zum Empfang gleich eine Feuer\u00fcberfall mit Granatwerfern.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<ol>\n<li>Zug (2 Gesch\u00fctze) wird zusammengestellt (Oberstleutnant <u>Koch<\/u>). Direkter Beschuss auf gesichtete Russen. In Feuerstellung am <strong>Tschamaskapass, <\/strong>bei 2000 Meter.<\/li>\n<\/ol>\n<p>9.9. Kamerad Schneider von unseren Nachersatz auf Beobachtungsstelle abgest\u00fcrzt. Unsere vier Mann tragen ihn mit gro\u00dfer Anstrengung \u00fcber den Pass. Kamerad <u>Straka<\/u>, ebenfalls mit mir zur Batterie gekommen, muss wegen Krankheit getragen werden. Die alten Hasen sagen schon, die Jungen taugen nichts, <u>Straka<\/u> aus Graz ist sp\u00e4ter gefallen durch (\u2026). <u>Willi Leutgeb<\/u> aus dem Burgenland ist mein Kamerad. Zum R\u00fcckhalten. Mein Pferd ist nach 8 (\u2026) an Ersch\u00f6pfung eingegangen. Dieser Stress auf steilen Saumpfaden mit schwerer Last war einfach f\u00fcr viele Tragtiere zu viel. Wir m\u00fcssen Munition holen vom Versorgungsst\u00fctzpunkt 4.<\/p>\n<p>10.9. Im Biwakplatz des Gefechtstross <strong>Tschamaskapass<\/strong>. 6 Stunden Wache bei Nacht. Starker Regen. Im Zelt. Keine Verpflegung, nur gekochtes Rindfleisch.<\/p>\n<p>11.9. Feindlicher Feuer\u00fcberfall (\u2026)<\/p>\n<p>12.9. Holzholen f\u00fcr Koch. Stellungswechsel \u00fcber <strong>Allistracho Pass<\/strong> 2700 m, dann Feuerstellung um 2200 m.<\/p>\n<p>13.9. In Protzenstellung.<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\"><strong>[6]<\/strong><\/a> Es ist schon ziemlich kalt in dieser H\u00f6he.<\/p>\n<p>14.9. Aufl\u00f6sung vom Zug Koch. Zur 5. Batterie zur\u00fcck. Neue Kameraden. Schlafen im Zelt. Wache bei Nacht. Stellungswechsel.<\/p>\n<p>17.9. Batterie in Feuerstellung in 1800 Meter Sperrfeuer. Gro\u00dfe Streuung in oberer Winkelgruppe. Hier um 1800 gab es schon sch\u00f6ne B\u00e4ume, Nadelwald. Ausmusterung von blessierten Mulis und Pferden. Verpflegung holen vom St\u00fctzpunkt 1564.<\/p>\n<p>17.9. \u2013 20.9. Holztr\u00e4ger auf die Beobachtungsstelle zum Bunkerbau am <strong>Allistracho Pass.<\/strong> Granatwerferfeuer\u00fcberfall.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>23.9. Daxentragen (?) zu Beobachtungsstelle von 1800 bis 2728 m. Gebirgsj\u00e4gerregiment 13 ohne 1. Bataillon beginnt in den W\u00e4ldern vor <strong>Tuapse<\/strong> (einige 100 Kilometer von uns entfernt) ein verlustreiches Ringen um H\u00f6hen und T\u00e4ler. Nach Anfangserfolgen blieb auch dort der Angriff stecken. Die \u00fcberdehnten Nachschubwege, Schlamm, Schlechtwetter waren auch dort schuld am Misserfolg, aber auch ein verbissen sich wehrender Feind. Die J\u00e4ger mussten dort sehr viel mitmachen, \u2026<\/p>\n<p>26.9. Wieder Munition holen vom 156. Versorgungsst\u00fctzpunkt. Ich schreibe nach Hause. Post geht nun weg.<\/p>\n<p>27.9. \u2013 6.10. Holzkommando. Bunkerbau auch in Feuerstellung richtige Holzarbeit. Es gab hier sch\u00f6ne W\u00e4lder.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>6(?) \u2013 10.10. Drei Tage auf Sicherung in linker Flanke auf 2200 m H\u00f6he. Meine Verpflegung wird mir gestohlen. Drei Tage ohne Essen. Kameraden geben mir Brot. Wir l\u00f6sten J\u00e4ger ab, die nahmen auch meine Verpflegung mit. \u201eKein Feind gesichtet!?\u201c.<\/p>\n<p>10.10. \u2013 18.10. Bunkerbau. Stemmen von Holzbalken. Bei Nacht viel Wache. Wir haben wenig Verpflegung.<\/p>\n<p>15.10. Feind greift am Pass an. Wird aber abgewiesen. Er hatte ziemliche Verluste. Granatwerfer Feuer-\u00dcberf\u00e4lle. Sperrfeuer durch Batterie Sicherung der P\u00e4sse. In der Hauptkampflinie bei uns war anfangs das 1. Bataillon 19. Den J\u00e4gern war unsere Batterie zugeteilt. Die P\u00e4sse verteidigten Kompanien oder Z\u00fcge. Die Kompanien oft nur noch 30 -50 Mann.<\/p>\n<p>16.10. Noch einer im Zelt. Erster Schnee in Feuerstellung<\/p>\n<ol start=\"18\">\n<li>\u2013 21.10. T\u00fcren machen f\u00fcr Bunker. Kalt. Aus dem Verpflegungszelt wird bei Nacht gestohlen. Wachen werden bestraft. Ein Mann kommt weg. Die Schwaben sparen mit der Verpflegung. Wir haben Hunger.<\/li>\n<li>\u2013 30.10. Holzkommando. Bretter holen von <strong>Sagedan (?)<\/strong>, ein Holzf\u00e4llerdorf an der oberen <strong>Laba<\/strong>. Beim Marsch mit Tragtier traf ich <u>Erhard Franz<\/u> (?) aus Obertrum, er ist beim 1. Bataillon. Sie haben Nachschub f\u00fcr die k\u00e4mpfende Truppe, mit Muli. Bekomme von ihm Brot. Ein Gesch\u00fctz 36 zur\u00fcckbringen nach 1564 und Verpflegung holen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>5.11. Mit dem 36. Gesch\u00fctz zur\u00fcck \u00fcber <strong>Niederdorf Pionierdorf<\/strong>. \u00dcbernachten in einem Heustadel.<\/p>\n<p>7.11. \u00dcber St\u00fctzpunkt 1. Mit dem Gesch\u00fctz \u00fcber <strong>Laba.<\/strong><\/p>\n<p>8.11. (Mit Seilbahn). Bei <strong>Roschkowa<\/strong> \u00fcbernachten. Mit Lastkraftwagen \u00fcber <strong>Pschyskaja nach Mostowoje.<\/strong><\/p>\n<p>9.11. In <strong>Mostowoje <\/strong>war unser Gefechtstross der Abteilung. Es war eine typische russische Ortschaft weit auseinandergezogen. Drei Kilometer lang, ein Kilometer breit. Russische Katen (kleine H\u00e4user) teilweise mit Stroh gedeckt. Stall und Wohnung oft beisammen. 1 K\u00fcken, vielleicht 1-2 Schweine, G\u00e4nse. In N\u00e4he der <strong>Laba<\/strong>, schon in den Ausl\u00e4ufern des Kaukasus ungef\u00e4hr 120 Kilometer vom Hauptkamm entfernt. Die Bev\u00f6lkerung war uns anfangs freundlich gesinnt. Oben am Berg, war Trossf\u00fchrer <u>Wache<\/u>, <u>Gensmantel<\/u>, Beschlagmeister <u>Xander<\/u> und <u>Ostler<\/u> (?). Obergefreiter <u>Kutzner<\/u> als Melder, er kam und teilte die Wache ein und mehr (Batteriespion nannten wir ihn).<\/p>\n<ol start=\"9\">\n<li>\u2013 13.11. Sachen reinigen, gr\u00fcndlich waschen, entlausen, Einweisung in H\u00e4user. Von zu Hause kommt Post. Arbeitsdienst, Gesch\u00fctzausbildung. Ich werde Offizierdiener, bei Oberstleutnant <u>Dauch<\/u>. Aber er geht auf Urlaub. Hauptmeister <u>Beutner<\/u> wird Abteilungskommandeur, Oberstleutnant <u>Seitelberger<\/u> Batterie Chef der 5, Batterie (Er war in den 60 Jahren stellvertretender Gendarmeriekommandant von Salzburg und Lehrer in Werfen (Gendarmerie Schule).<\/li>\n<\/ol>\n<p>15.11. \u2013 22.12. Ausbildung und Gefechtsdienst f\u00fcr den Nachersatz der Abteilung. Angeblich halten die Neuen Jungen zu wenig aus. Wachtmeister <u>Fricke<\/u> leitet den Drill. (In der <strong>Laba<\/strong>. Marsch auf die B\u00e4ume und ein Lied:\u201c Alle V\u00f6gel sind schon da.\u201c Grausige Fuchserei mitten im Krieg und im Feld. (In <strong>Stalingrad<\/strong> beginnt die gro\u00dfe Trag\u00f6die, 19. November). Das gab es alles beim Verein, so fluchten wir. Anfangs November 1942 war ich noch der einzige vom Nachersatz der noch am Berge vorne war. Die anderen wurden krank. Einige kamen schon fr\u00fcher nach <strong>Mostowoje<\/strong>. Ich hatte dadurch ein gewisses Wohlwollen der Alten und der Schwaben.<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc409082377\"><\/a>19. November 1942<\/h2>\n<p>Beginn einer sowjetischen Gro\u00dfoffensive, die zur Einkesselung der 6. Armee und rum\u00e4nischer Verb\u00e4nde in Stalingrad f\u00fchrt.<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[7]<\/a><\/p>\n<p>22.12. Wir sind unsere 20 Mann in einem gro\u00dfen Haus, war russische Schule. Ich bin nicht gesund, habe schon l\u00e4nger Durchfall. Oberstleutnant <u>Dauch<\/u> vom Urlaub zur\u00fcck.<\/p>\n<p>24.12. Meine erste Weihnacht im Krieg. Eine kleine Feier \u201eO Tannenbaum, o Tannenbaum\u201c Grog und Weihnachtsstollen wie die Schwaben sagten:<\/p>\n<p>25.12. Kirchgang in russische Kirche mit Divisions Pfarrer <u>Dr. Fakler<\/u>. Nachmittag frei.<\/p>\n<ol start=\"26\">\n<li>-28.12. Arbeit bei Oberstleutnant <u>Dauch.<\/u> Wache, Stallarbeit, Pferde und Mulis beschlagen. Einige Muli sind st\u00f6rrisch und stur. Sind schon zu lange beim Verein\u2026.<\/li>\n<\/ol>\n<p>31.12. Silvesterfeier der Offiziere der Abteilung. Ich muss auftragen mit wenig Freude.<\/p>\n<h3><strong>&nbsp;<\/strong>1943<\/h3>\n<p>Nach weiteren K\u00e4mpfen im Kaukasus muss sich die 4. Gebirgs-Division 1943 zum <strong>Kuban<\/strong> zur\u00fcckziehen. Im Landekopf s\u00fcdlich von <strong>Noworossijk<\/strong> kommt es zu Angriffs- und Abwehrk\u00e4mpfen, ebenso westlich von <strong>Melitopol<\/strong> und im <strong>Cherson<\/strong>-Br\u00fcckenkopf.<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1.1. Kirchgang. Neujahr was wird es uns bringen. In Gottes Namen \u201eHerr besch\u00fctze Du uns\u201c. Wir h\u00f6ren von der Einschlie\u00dfung in <u>Stalingrad.<\/u> Auch unsere Tage hier sind gez\u00e4hlt. Wenn Russe Rostow erreicht, was wird aus uns? Wie kommen wir noch hinaus?<\/p>\n<p>2.1. Arbeit in den Stallungen. Sie wurden schon aus Holzpfosten erbaut, als ob wir ewig hier bleiben wollten. Sachen reinigen. Waffenappell. Parolen gehen von Mann zu Mann. Sind wir abgeschnitten. Es liegt etwas in der Luft, so die Landser.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>5.1. Wir bekommen neue Feldk\u00fcche. Abends Alarm wegen Partisanen, russische Hilfswillige (Hiwi) verschwinden bei Nacht.<\/p>\n<p>6.1. Arbeit bei Oberstleutnant. Es ist eine ganz sch\u00f6ne Wohnung. Mutter und Tochter als Zivilistinnen, recht anst\u00e4ndige Leute.<\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li>und 8.1. Panzerfahrzeuge herrichten, verst\u00e4rkt Wache.<\/li>\n<li>\u2013 14.1. Arbeitsdienst. Ich muss f\u00fcr Spie\u00df Oberwachtmeister <u>Heisler<\/u>, ein Radiok\u00e4stchen machen. Vorne am Berg wird Hauptkampflinie zur\u00fcckgenommen. 120 \u2013 156 Kilometer vom Tross entfernt. Alles wird vorne gesprengt. Auch viele Verpflegung. Schade um die viele Verpflegung. Wo wir doch anfangs, ja hungern mussten. Die Schwaben sind geborene Sparmeister sagten wir. Es wurde tats\u00e4chlich sehr gespart, f\u00fcr Vorr\u00e4te, f\u00fcr den Winter, sollte einmal der Nachschub wegen des vielen Schnees ausbleiben. Hier machte der Iwan aber einen Strich durch die Rechnung. Um 1800 Meter an war sehr viel Schnee. Die Laster mussten beim zur\u00fcckgehen und Stellungswechsel, sogar von der Mannschaft getragen werden. Sp\u00e4ter wurden die Gesch\u00fctze im Tandem gefahren. 2 Muli hintereinander mit A\u2026. 8 Lasten je Sch\u00fctz, die Schwerste war die Rohrwiege 115 kg (also zerlegbar). Die Besonderheit des Gebirgs-Gesch\u00fctzes 36 (f\u00fcr dem Gebirgseinsatz, obere Winkelgruppe bis 90 Grad).<\/li>\n<\/ol>\n<p>14.1. Kameraden kommen mit der Gefechtsbatterie, hatten anstrengende M\u00e4rsche hinter sich.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>23.1. Einteilung zum Aufbruch, \u201eVorw\u00e4rts Kameraden, wir gehen zur\u00fcck\u201c. Alles packen.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>24.1. Abmarsch bei Nacht. 30 Kilometer \u00fcber <strong>Labinskaja Kusharsky<\/strong>. Noch kein Feind. Der <strong>Laba<\/strong> abw\u00e4rts<\/p>\n<p>25.1. In Feuerstellung. Leitungsbau auf Beobachtungs-Stelle (12 Kilometer, Feuerstellung in <strong>Natyrbowo<\/strong>. Im Strohschober Fernsprech-Stelle. Auf freiem Feld.<\/p>\n<p>26.1. In Feuerstellung von weitem Gefechtsl\u00e4rm h\u00f6rbar.<\/p>\n<p>27.1. Marsch Stellungswechsel nach <strong>Wessule<\/strong>. 23 Kilometer abwehrbereit. Leitungsbau zur Beobachtungsstelle<\/p>\n<p>28.1. Stellungswechsel, Marsch nach <strong>Dondowskaja<\/strong>. In Feuer-Stellung. Noch kein Feind.<\/p>\n<p>29.1. Marsch nach <strong>Uliap<\/strong>. 50 Kilometer auch bei Nacht.<\/p>\n<p>30.1. Marsch nach <strong>Ust Labinskaja<\/strong>. 50 Kilometer Gewaltmarsch. \u00dcber den <strong>K\u00fcban<\/strong>. Hier m\u00fcndet die <strong>Laba<\/strong> in den <strong>K\u00fcban<\/strong>.<\/p>\n<p>1.2. Marsch nach <strong>Woroneschkaja<\/strong> (sch\u00f6ne Kirche mit sechs Kuppelt\u00fcrmen) 10 Kilometer Im Feuerstellung Leitungsbau. Ich gehe mit Oberstleutnant <u>Dauch<\/u> auf Beobachtungs-Stelle abwehrbereit. Einschie\u00dfen.<\/p>\n<p>2.2. Zwei Uhr nachts Angriff des Feindes. Unsere Artillerie Regiment schie\u00dft, Feuerzusammenfassung mit gewaltigem Sperrfeuer. Gro\u00dfe Verluste des Feindes. Vier Panzer abgeschossen.<\/p>\n<p>3.2. In Feuerstellung dann Stellungswechsel. Wir bekommen Marketender Waren.<\/p>\n<p>4.2. R\u00fcckzug auf Neue Stellung. 33 Kilometer nach Kolchos <strong>Retschka<\/strong> <strong>Kotschety<\/strong>..<\/p>\n<p>5.2. Auffangstellung. Vom 4. \u2013 10.2. Feind kommt vorsichtig n\u00e4her. Tastet Hauptkampflinie ab. Einschie\u00dfen. Wieder R\u00fcckzug der Batterie nach <strong>Kalini<\/strong>. 11.30 Uhr nachts Ankunft. Ich muss mit zur Beobachtung-Stelle. Im Kolchos. Die Beobachtungsstelle war stets ein exponierter Platz, wo man zum Feind sah, bald erkannt wurde und daher heftig bek\u00e4mpft. Desgleichen der vorgeschobene Beobachter. Als Beobachter, war meistens ein Offizier, aber auch Wachtmeister. Oder Offizier. Er leitete das Feuer der Batterie schoss Feuer-Kommando ein. Wir Fernsprecher hatten die Aufgabe Leitung zu bauen, Verbindung herzustellen und aufrecht zu halten. Feuer-Kommando durchzugeben und aufzuschreiben (desgleichen die Funker) nur per Funk, noch hatten Sie schwere Ger\u00e4te f\u00fcr zwei Mann.<\/p>\n<ol start=\"12\">\n<li>\u2013 13.2. Russe schie\u00dft sich ein. Auf Beobachtung-Stelle Essen tragen. Oberstleutnant <u>Dauch<\/u> Beobachtungs-Offizier.<\/li>\n<\/ol>\n<p>14.2. Stellungswechsel R\u00fcckzug nach <strong>Kubanskoje<\/strong>. \u00dcber <strong>Dinskoje<\/strong> 20 Kilometer Marsch.<\/p>\n<p>15.2. In der Feuerstellung feindliche 12.2. Artillerie auf uns, aber keine Ausf\u00e4lle. Muss wieder zur Beobachtungs-Stelle mit Pferd des Oberstleutnants.<\/p>\n<p>16.2. Gegenseitiges Artillerie-Duell. Sehr starker Regen.<\/p>\n<p>17.2. Noch in Feuerstellung <strong>Kubanskoje<\/strong> Leitungsabbau.<\/p>\n<p>18.2. Stellungswechsel R\u00fcckzug Marsch bei Nacht. Schafften nur acht Kilometer nach <strong>Michalowskaja<\/strong>. Dammstra\u00dfe. Sumpf- und Reisgegend. Schwere Fahrzeuge und Artillerie bleiben im Morast stecken. Ganze Kolonnen werden angez\u00fcndet. Schauerlich brennt es in der Nacht. Mit unseren Muli vorbei bei gro\u00dfer Hitze. Knietiefer Morast. Vielen Landsern bleiben die Knobelbecher (kleine Stiefel) stecken. Ber\u00fcchtigte Reisstra\u00dfe. Von Kopf bis Fu\u00df voller Dreck. Die Zug- und Tragtiere strampelten auf der Stelle. Oft mussten wir bei den Karetten anschieben. Schwere Heeresartillerie trotz Zugmaschinen mussten gesprengt werden. Die einzige Stra\u00dfe teilweise blockiert. Viel Material musste aufgegeben werden. Feldwebel Schlee von den J\u00e4gern rettet mit seinem Zug die Division vor dem Abschneiden.<\/p>\n<p>19.2. Werde direkt Fernsprecher (Order von oben. Offiziere d\u00fcrfen keine Burschen haben).<\/p>\n<ol start=\"20\">\n<li>und 21.2. R\u00fcckzug Marsch \u00fcber <strong>Pr\u00fckobonsky<\/strong> nach <strong>Krassny Less<\/strong>. Kan\u00e4le und Sumpf, geringe Marschleistung. Leitungsbau \u00f6fter St\u00f6rungsfeuer. Feindliche Artillerie auf uns. (\u2026) (Russisches Kaliber)<\/li>\n<li>und 24.2. In Feuerstellung <strong>Kapanskoje<\/strong>. Durchgabe von Feuerkommando. Stellungswechsel nach <strong>Karakopanskoje<\/strong>. (\u2026)<\/li>\n<li>und 26.2. Als Fernsprecher auf Beobachtungsstelle am 24. (\u2026) links von uns schwerer russischer Angriff auf Auffangstellung Linie <strong>Talgirsk-Staronishsteblinskaja.<\/strong> Starker Gefechtsl\u00e4rm. Wieder in neue Feuerstellung in einer Zieglei ist Beobachtungsstelle Leitungsbau.<\/li>\n<\/ol>\n<p>27.2. Stellungswechsel Marsch nach <strong>Tichowki<\/strong>. Als Fernsprecher in Feuerstellung Durchgabe von Feuerkommando. Zweimal St\u00f6rungssuche.<\/p>\n<p>28.2. \u2013 1.3. In Feuerstellung Artillerie Feuerschlag zum Feind. Feuerzusammenfassung der Regimenter.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>3.3. Unteroffizier <u>Resch<\/u> auf vorgeschobenen Beobachtungsposten gefallen. 7.<sup>62<\/sup> auf uns. Zweimal St\u00f6rungssuche.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>6.3. Abl\u00f6sung f\u00fcr mich. Gehe zur Protzenstellung, habe Fieber. Anfangs M\u00e4rz hatten wir die ersten Vermissten. Wachtmeister <u>Hasenknopf<\/u>. Wachtmeister <u>Miebach<\/u>, auch etliche Kanoniere. Feldwebel <u>Schlee<\/u> erh\u00e4lt Eichenlaub zum Ritterkreuz.<\/p>\n<p>8.3. Stellungswechsel 20 Kilometer nach <strong>Slavianskaja<\/strong>. Ausgebaute Auffangstellung an der <strong>Protoka.<\/strong> Ein M\u00fcndungsarm des <strong>Kubans<\/strong>.<\/p>\n<p>9.3. \u2013 23.3. Abwehrk\u00e4mpfe, \u00f6fters Panzerangriffe durch Feind.<\/p>\n<p>Vom 30.1. bis 23.3. hatten wir viele Stellungen. (\u2026) Auf russische Panzerangriffe, folgten massive Infanterie und Artillerie-Gefechte. Alle Abwehrstellungen hielten, brachten aber erhebliche Verluste bei Freund und Feind. Viele russische Angriffe wurden schon in Bereitstellung durch Zusammengefasstes Artillerie-Feuer zerschlagen. In den 14 Tagen waren auch \u00f6fter Luftk\u00e4mpfe. (\u2026) Sto\u00dftrupp im Sumpfgebiet. Feind schie\u00dft mit 12.<sup>2<\/sup>. ein Munitionslager in Brand. (Ungef\u00e4hr 1 Kilometer von unserer Protzenstellung) entfernt. Lange Zeit detoniert die Munition. Ein ungeheurer Krach in der Nacht. Es blitzt und kracht. Splitter schwirren umher. Auch wieder Verwundete. Eine verirrte Maschinengewehr-Kugel verwundet einen Bockfahrer beim Gefechtstross. Obergefreiter <u>Schwemmer<\/u> beim Hantieren mit russischer Eierhandgranate schwer verwundet. Die Auffangstellungen waren zum Teil schon ausgebaut, boten eine bestimmte Sicherheit. Der Feind hatte erhebliche Verluste. Zuerst konnte er es nicht recht glauben, dass es f\u00fcr ihn einen Halt gab.<\/p>\n<p>24.3. Wieder Stellungswechsel 10 Kilometer zur\u00fcck nach <strong>Annastasiowskaja<\/strong>. Russe greift wieder an. Auch diese Stellung ist ausgebaut.<\/p>\n<p>31.3. Abl\u00f6sung durch 97. J\u00e4gerdivision 4. Gebirgs-Division erh\u00e4lt neue Aufgabe. 1. Bataillon J\u00e4ger wird 97 J\u00e4ger unterstellt.<\/p>\n<p>2.4. Marsch \u00fcber <strong>Waronikowskaja<\/strong> wieder \u00fcber den <strong>Kuban<\/strong>. <strong>Costagajewskaja Natichewskaja und Krassno Medwedowskaja.<\/strong> Bei Rast traf ich <u>Gassner Hans<\/u>. War eine gro\u00dfe Freude, aber wir mussten wieder zur\u00fcck.<\/p>\n<p>3.4. Marsch zum russischen Landekopf westlich <strong>Noworosisk<\/strong>. Im Februar war den Russen ein Festsetzen gelungen. War ungef\u00e4hr 20 x 15 Kilometer gro\u00df. Der Landfleck sollte erobert werden. Ein (\u2026) Berg, der 468 m hohe <strong>Myschako.<\/strong> Von dort sah man teilweise zu uns her\u00fcber. Er sollte zum Schicksalsberg der 4. Gebirgs-Division werden. Als Besatzung in der Hauptkampflinie waren Rum\u00e4nen.<\/p>\n<p>Am 3.4. regnete es den ganzen Tag. Einteilen zum Verlasten. \u00dcber eine H\u00f6henstra\u00dfe ging es ins <strong>Schirokajatal<\/strong> (es war sehr eng) nach <strong>Gleboroka<\/strong> \u00fcber die H\u00f6henstra\u00dfe, welche teilweise eingesehen war. Feindliche 12.2. empf\u00e4ngt uns.<\/p>\n<p>4.4. Errichtung der Feuerstellung im <strong>Schirokajatal.<\/strong> Leitungsbau zur Beobachtung-Stelle, \u00f6stlich <strong>Feodowka<\/strong> am <strong>Amsai Bg.<\/strong><\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li>\u2013 16.4. Warten auf eigenen Angriff auf Landekopf. Wird aber mehrmals verschoben. Die 6. Batterie wird aufgestellt 3 Gesch\u00fctze. Im Zelt am Bach. Feindliche St\u00f6rungsfeuer. Und schon wieder Fu\u00dfdienst. Unterricht. Sachen herrichten. Kabel neu trommeln. Bis zum Schwarzen Meer war es 6-8 Kilometer. Wir gehen zur Entlausung, und dann zum Meer. Das Tal war vollgestopft mit Einheiten. Unweit von uns der Haupt-Verbandsplatz (?) ziemlich trockene Gegend. Es w\u00e4chst der Wein. Wenig Niederschlag, Meeresn\u00e4he.<\/li>\n<\/ol>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>In diesem engen Tal, alles vollgestopft von Einheiten, Gefechtstrosse, Batterien, St\u00e4be usw. Es gab viele Treffer, bei feindlichem Feuer ins <strong>Schirokajatal<\/strong>, dadurch viele Ausf\u00e4lle. Es gab wenige B\u00e4ume, Strauchwerk 2-4 Meter hoch vorwiegend Akazien. Die Sanka (Sanit\u00e4tskraftwagen Anm. R.L.) waren dauernd unterwegs, zur\u00fcck zu den Haupt-Verbandspl\u00e4tzen. Wachtmeister <u>Kopp<\/u> wird Spie\u00df.<\/p>\n<p>18.4. Stuka-Einsatz erneut. Artillerie Feuerschlag wieder Angriff der J\u00e4ger, wieder umsonst. Russe bleibt auf den <strong>Myschako<\/strong>. In 2 Tagen 60 Prozent Ausf\u00e4lle der J\u00e4ger. Bataillon-Hauptverbandsplatz \u00fcberf\u00fcllt. Tote werden begraben. Heldenfriedhof <strong>Tschaplinaja<\/strong>.<\/p>\n<p>19.4. Bunkerbauer. Wieder eigener Angriff der 125. Infanterie-Division \u00f6stlich von uns. Wieder umsonst. Nur blutige K\u00f6pfe (im <strong>Myschakotal)<\/strong> Auch einen kleinen Feldflugplatz hatten die Russen im Landekopf.<\/p>\n<p>20.4. Feindliche Flieger \u00fcber unserem Tal. Ihre Bomben. Es gibt viele Treffer, auch Tiefflieger mit Bordkanonen.<\/p>\n<p>21.4. Mehrmals St\u00f6rungssuche. Beobachtungsstelle noch am <strong>Amsai Berg<\/strong>, \u00f6stlich <strong>Teodowka<\/strong><\/p>\n<p>22.4. Als Fernsprecher auf Beobachtungsstelle. Zweimal St\u00f6rungssuche.<\/p>\n<p>23.4. Bin 20 Jahre alt. Tr\u00fcbe Gedanken besch\u00e4ftigen mich. Werde ich nicht mehr \u00e4lter \u201eWas soll es \u201e. Es geht ja alles nach Gottes Willen. 200 Schuss 17.<sup>2<\/sup> auf den Raum <strong>Proklawa Hf.<\/strong> 500 m bis 1 Kilometer von uns. Die feindlichen 17<sup>2<\/sup> Gesch\u00fctze standen jenseits der Bucht von <strong>Noworsisk<\/strong> in <strong>Karbadinka.<\/strong> Man h\u00f6rte den Abschuss, konnte noch schnell in Deckung gehen, aber ein gewaltiger Einschlag, dass der Boden zitterte. Kein Bunker war fast sicher genug, wenn ein Volltreffer sie traf. Wir h\u00f6ren das Kommando f\u00fcr Feuer! Im eigenen Telefon. Der Feind wurde abgeh\u00f6rt (Karfreitag).<\/p>\n<p>24.4. 4 Uhr fr\u00fch russischer Angriff, starkes Artillerie- und Granatwerferfeuer. 17<sup>2<\/sup>, 12<sup>2<\/sup> 762. Auch der russische Angriff bleibt liegen. Es geht dem Feind auch nicht besser.<\/p>\n<p>25.4. Artillerieduelle flauen ab. Ruhiger Ostersonntag.<\/p>\n<p>26.4. Muss wieder auf Beobachtungsstelle. Oberstleutnant <u>Klatt<\/u> auf vorgeschobenen Beobachtungsposten verwundet (Miene?) 762 auf unsere N\u00e4he. Wir waren auf St\u00f6rungssuche. Kamerad <u>Lois Schneider aus Bramberg<\/u> und ich. Lois geht in Deckung. Einschlag 50 m von uns. Nieder auf den Boden, w\u00e4re schon zu sp\u00e4t gewesen, wenn sie direkt uns getroffen h\u00e4tte. 762 <strong>Ratsch<\/strong> <strong>Bune<\/strong> genannt. Diese ekelhaft Artillerieabschuss und Einschlag im Geh\u00f6r des Soldaten, ganz beieinander. Es blieb keine Zeit in Deckung zu gehen.<\/p>\n<p>27.4. Kamerad <u>Schneider Alois<\/u> f\u00e4hrt auf Urlaub, auch <u>Georg Rettenbacher<\/u> (in Zivil) Knecht in Liefering.<\/p>\n<p>28.4. Feindliche Artillerie 17<sup>2 <\/sup>wieder aus <strong>Karbadinka<\/strong> auf unseren Abschnitt.<\/p>\n<p>29.4. Artillerieduell, unsere Feuerstellung bekommt Treffer. Stellungswechsel. St.W 500 ostw\u00e4rts. Zur Bek\u00e4mpfung der feindlichen 17<sup>2<\/sup> brachte man um diese Zeit einen Zug 10<sup>5<\/sup> Langrohr. Heeres-Artillerie. Die Feuerstellung war unweit von uns.<\/p>\n<p>20 Kilometer bis <strong>Karbadinka. <\/strong>Es verst\u00e4rkte nat\u00fcrlich auch feindliche das Artilleriefeuer auf unserem Raum.<\/p>\n<p>30.4. Gefechtsl\u00e4rm links von uns, bei <strong>Noworsisk<\/strong>.<\/p>\n<p>1.5. Zur Entlausung. Wir gehen wieder baden.<\/p>\n<p>2.5. Ein Bunker brennt ab. St\u00f6rungssuche.<\/p>\n<p>3.5. Abl\u00f6sung, einen Tag in der Vermittlung.<\/p>\n<p>4.5. Ich bin wieder in der Feuerstellung. 5 Uhr fr\u00fch feindliche Angriffshandlungen, Sperrfeuer der Batterie<\/p>\n<p>6.5. Nachersatz kommt. Die meisten Geburtsjahrg\u00e4nge 192. Schreiben nach Hause. Post kommt. Als Nachersatz kam auch ein Seekirchner <u>Winklhofer Franz<\/u>. (<u>Gangl Franz<\/u>). Es war vorher bei der Infanterie. Er kam zum Pioniertrupp und fuhr mit einem Pferd, die PiKarette. Er konnte sehr gut Ziehharmonika spielen. War immer gut aufgelegt. Wurde sp\u00e4ter beim Durchbruch in der <strong>Nogaischen<\/strong> <strong>Steppe<\/strong> verwundet, kehrte aber auch Heim. Zwei K\u00e4rntner <u>Timischl<\/u> und <u>S\u00fcssenbacher<\/u>, zwei Steirer <u>M\u00fcller<\/u> und <u>Kolland<\/u>. Sie waren bald gute Kameraden.<\/p>\n<p>7.5. Allgemein ruhig. Auch bei der Nachrichtenstaffel neue Kameraden.<\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li>\u2013 14.5. Als Fernsprecher in der Feuerstellung, Stellungsbau. Sichere Bunker hei\u00dft die Devise. Bei Nacht wieder St\u00f6rflieger (\u201eIwan der Schreckliche\u201c genannt!). Bei Nacht dreimal St\u00f6rungssuche. In dieser Zeit ger\u00e4t \u201eEmil\u201c unser Aufkl\u00e4rungsflieger Doppelrumpf in arge Bedr\u00e4ngnis \u2026<\/li>\n<\/ol>\n<p>15.5. Kilometermarsch nach <strong>Bolschoj<\/strong>, dort ist unser Tross.<\/p>\n<p>16.5. Bei einer Nachrichtenausbildung f\u00fcr den Nachersatz der Abteilung. Ich bleibe Fernsprecher. Ausbildung leiten Wachtmeister <u>Steidle<\/u> und <u>Arnold<\/u>, Fernsprecher und Funker.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li>\u2013 12.6. Ausbildung eine sch\u00f6ne Zeit, 30 Kilometer hinter der Front. Wir bekommen Afrika Uniform. Mussten auch Reiten lernen f\u00fcr berittene Fernsprecher, was wir aber nie brauchten. Reitlehrer Wachtmeister <u>Gensmantel<\/u>. Bei <strong>Abrau<\/strong>, ein sch\u00f6ner Ort mit einem kleinen See. Divisions-Erholungsheim und gro\u00dfen Sektlager.<\/li>\n<\/ol>\n<p>6.6. Feldgottesdienst. Pfarrer Dr. <u>Fakler<\/u>. Marketender WER: Unteroffizier <u>Fischer<\/u> nach zu reichem Alkoholgenu\u00df gestorben. (\u201eWelcher Bl\u00f6dsinn, Feind Alkohol\u201c) Totenwache, begraben in <strong>Abrau.<\/strong><\/p>\n<p>13.6. Wieder in der Feuerstellung (Deckname Anton). In der Feuerstellung Treffer. 12.<sup>2<\/sup> auf Gesch\u00fctz-Mannschaft. Unteroffizier <u>P\u00f6schl<\/u> verwundet. Kanonier <u>Schober<\/u> tot.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>15.6. Ich muss auf vorgeschobenen Beobachtungsposten Fauser H\u00f6he. Eingesehen vom <strong>Myschacko<\/strong> her, auch der Zugang war teilweise eingesehen. Kuschelgel\u00e4nde 3 bis 4 m hohe Stauden, aber durch die vielen Einschl\u00e4ge stark gelichtet. Man sah vom Beobachtungsposten ins <strong>Myschokatal<\/strong>. Bei St\u00f6rungssuche, Abl\u00f6sung usw. war man sicher. Ein gutliegender Feuer\u00fcberfall war die Folge, wenn Feind etwas sichtete. \u00dcber 5 Monate war hier Stellungskrieg und Hauptkampflinie gleich. Verpflegungsabgabe Munitionsnachschub. Abl\u00f6sungen mussten bei Nacht geschehen. Auch kleine Gruppen wurden unter Feuer genommen. Abends musste ich Essen holen bei Dunkelheit. Ein Artillerieduell zwang mich an den Boden. Mit halbvollem Essgeschirr komme ich auf vorgeschobenen Beobachtungsposten an.<\/p>\n<p>16.6. Russisches Einschie\u00dfen, dreimal St\u00f6rungssuche.<\/p>\n<p>17.6. Feindlicher Sp\u00e4htrupp. Auf Horchposten mit den J\u00e4gern. Bei Nacht h\u00f6rte man \u00f6fters ein leises Knistern. Schleicht sich Feind an? Eine T\u00e4uschung. Schildkr\u00f6ten unterwegs. Kamerad <u>S\u00fcssenbacher<\/u> ist krank. <u>Kolland<\/u> l\u00f6st ab. Kommt auf vorgeschobenen Beobachtungsposten.<\/p>\n<ol start=\"18\">\n<li>\u2013 26.6. Auf Beobachtungsposten direkt bei den J\u00e4gern, Artillerie-Abteilung 94. Die Zeit vergeht langsam, es ist ziemlich ruhig. Leitungsproben. Viele Male bei Tag und Nacht geh\u00f6ren zum Allt\u00e4glichen. Wieder Abl\u00f6sung der Funker. Es kommen Kamerad <u>Frauenknecht<\/u> und Offiziersanw\u00e4rter <u>Heidenreich<\/u>.<\/li>\n<\/ol>\n<p>28.6. Sonntag, ein wundersch\u00f6ner Tag. Nachmittag. Wir sitzen im Bunker, 2 x 2 x 1,5 m gro\u00df, 2 Uhr fr\u00fch. Wir schreiben nach Hause. Feind schie\u00dft mit 8 mm Granatwerfer direkt auf unseren Standpunkt. Wachtmeister Kaufmann Beobachtungsposten-Offizier sagt, die st\u00f6ren heute wieder den \u201eFrieden\u201c! Wir gehen in die 50 Meter weiter vorne liegende Beobachtungsstation. Ein Fernsprecher mit mir. <u>Frauenknecht<\/u> (verheiratet, zwei Kinder) unterbricht das Schreiben. Er wollte mit dem Wachtmeister zum Beobachtungs-Stand gehen. Kaufmann war schon im Laufgraben, hinter ihm Frauenknecht. Da ein neuer Einschlag direkt auf Laufgraben. Alle zwei in den Kopf getroffen von Splittern. Sanit\u00e4ter Unteroffizier <u>M\u00f6st<\/u> von den J\u00e4gern war sofort da, aber es gab keine Hilfe. Es w\u00e4re meine Aufgabe gewesen als Fernsprecher, aber er wollte gehen. Zufall oder F\u00fcgung. Nach Meldung zu Beobachtungs-Stelle, wo unser stellvertretender Batterie Chef war, Oberstleutnant <u>Haase<\/u>. Wir m\u00fcssen uns k\u00fcmmern, bis Abl\u00f6sung kommt f\u00fcr die zwei Toten. Wachtmeister <u>Kolb<\/u> und Obergefreiter <u>Schlack<\/u> kommen. Wir m\u00fcssen die Toten zur\u00fccktragen zum Heldenfriedhof mit anderen Kameraden.<\/p>\n<p>29.6. Werde von <u>Lois Schneider<\/u> abgel\u00f6st. Ich darf in Urlaub fahren. Noch bei Nacht mit Eisenfahrzeug zur\u00fcck nach <strong>Bolschoj<\/strong> zum Tross. Urlaubsschein empfangen.<\/p>\n<p>30.6. Fahrt \u00fcber <strong>Krassno Medwediwskaja<\/strong> \u2013 <strong>Costagejewskaja<\/strong> nach <strong>Tamon.<\/strong> \u00dcbersetzen mit F\u00e4hre nach <strong>Kertsch. <\/strong>Meerenge Kubanbr\u00fcckenkopf \u2013Kris 30 Kilometer<\/p>\n<p>1.7. Mit der Bahn \u00fcber <strong>Dschankoj Mebitopol<\/strong>.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>und 3.7. Fahrt \u00fcber <strong>Saphoroschj<\/strong> <strong>Dnjeprostroi<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<h2><a name=\"_Toc409082379\"><\/a>5. Juli 1943<\/h2>\n<p>Deutsche Gro\u00dfoffensive bei Kursk mit ca. 600.000 Mann und 2.700 Panzern. Die sowjetische Armee wehrt den Angriff ab und wirft die deutschen Truppen in einem Gegensto\u00df zur\u00fcck. Die deutschen Truppen werden bis an den <strong>Dnepr<\/strong> zur\u00fcckgedr\u00e4ngt. Erfolgloser Versuch, mit einem Stellungssystem (&#8222;Ostwall&#8220;) den sowjetischen Vormarsch aufzuhalten.<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[9]<\/a><\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>\u2013 5.7. Durch die <strong>Ukraine, Kirowograd Balta Tranopol, Lehmberg, Psremopol<\/strong>. Entlausung.<\/li>\n<\/ol>\n<p>6.7. Nach <strong>Krakau-Wien-Salzburg<\/strong><\/p>\n<p>7.7. Beginn des Urlaubs.<\/p>\n<p>28.7. Drei Wochen zu Hause. Habe eine gro\u00dfe Freude. Kornschneiden mit der Sichel. Helfe bei der anfallenden Arbeit. Auch Forellen fischen in unserem Strawisbach. Aber wie schnell die Zeit vergeht. Am Ende zu bin ich sehr traurig! Wieder in den ber\u00fcchtigten <strong>K\u00fcban<\/strong>&#8211;<strong>Br\u00fcckenkopf<\/strong>. Ein Himmelfahrtskommando? Hinter uns das Meer.<\/p>\n<p>28.7. Wieder an der Front. Feldersatzabteilung. (J\u00e4ger-Bataillon 94) greift bei starkem Gewitter <strong>Myschako<\/strong> an. Wieder gro\u00dfe Verluste, alles umsonst. Ende Juli fahre ich wieder zur\u00fcck in den <strong>Kuban-Br\u00fcckenkopf<\/strong>.<\/p>\n<p>2.8. Wieder als Fernsprecher auf <strong>Fauser H\u00f6he<\/strong>. Erste Woche im August, sehr hei\u00df. <u>Barfuss<\/u> auf St\u00f6rungssuche. Stellungskrieg allgemein ruhig.<\/p>\n<p>11.8. General <u>Kress<\/u> Divisionskommandant der 4. Gebirgs-Division durch feindliche Scharfsch\u00fctzen gefallen am <strong>Myschako. <\/strong><\/p>\n<p>13.8. General <u>Braun<\/u> \u00fcbernimmt die Division.<\/p>\n<p>2 \u2013 4 Wochen im August Stellungskrieg. Allgemein ruhig. Ab und zu Artilleriefeuer. Wir spielen auch im Bunker Karten \u201eSchafkopf\u201c. War eine sch\u00f6ne Zeit, nur dass Krieg war. Kameraden holen von den G\u00e4rtnereien der Stadt <strong>Noworsisk<\/strong> Gem\u00fcse, Tomaten, Zwiebel f\u00fcr Salat. War aber auch nicht ungef\u00e4hrlich. Der Feind verg\u00f6nnte es uns nicht. Zusatzverpflegung. Auf Beobachterstelle. <strong>Schirokaja R\u00fccken<\/strong>. Ein sicherer Bunker, fast komfortabel. \u00dcber ein Meter Aufsch\u00fcttung. Unteroffizier <u>Sedlmayer<\/u>, als vorgeschobene Beobachter <u>Karrer<\/u> und ich als Fernsprecher, Kameraden <u>Heigl<\/u> und <u>H\u00fcbler<\/u> als Funker. In der Zeit von April \u2013 September gab es im Raum <strong>Krajnskaja<\/strong> nord\u00f6stlich von uns sechs gro\u00dfe Abwehrschlachten. Tagelang h\u00f6rten wir ein Rumoren, Kriegsdonner. Wir hatten Angst, wenn dort Front nicht h\u00e4lt, sind wie im S\u00fcden des B.K. abgeschnitten. Ungeheuerer Materialeinsatz. Panzer und Fliegereinsatz. Bedeutende \u00dcberlegenheit des Feindes. Hauptkampflinie wurde nur unbedeutend zur\u00fcck genommen. Auch etliche J\u00e4gerbataillone von uns mussten als Feuerwehr dort zeitweise eingesetzt werden. Anfang September wurde es wieder unruhig auch bei uns. Einschie\u00dfen der feindlichen Artillerie. Russische Sto\u00dftrupps zum Abtasten etwaiger Schwachstellen. Es lag wieder etwas in der Luft, so die Landser.<\/p>\n<p>9.9. Durch Aufkl\u00e4rung wusste man h\u00f6heren Orts, dass der Feind sich auf einen Angriff vorbereitete. Auch die russische Schwarzmeerflotte wurde aktiv. Um diese Zeit war unser Nachrichtenstaffelf\u00fchrer Oberwachtmeister <u>Stein<\/u> ein S\u00fcdtiroler. Er war ein herzensguter Mann, wir hatten ihn sehr gern.<\/p>\n<p>10.9. Bei Nacht m\u00fcssen wir eine neue Leitung legen zu einem neuen Beobachtungsposten im Sichtkreis <strong>Noworsisk<\/strong>. Als wir am Weg zur\u00fcck waren um 2 Uhr fr\u00fch ging ein Inferno los. Erstes Aufblitzen der Absch\u00fcsse, ein Pfeifen und Heulen, Einschl\u00e4ge vorn und hinten. Nieder auf den Boden. Man wusste nicht mehr, unsere oder der Iwan. Als es nach einer halben Stunde etwas abflaute, machten wir uns auf zur Beobachtungsstelle \u201ezur\u00fcck, zur\u00fcck\u201c. In der Beobachtungs-Stelle war wenigstens ein sicherer Bunker. \u201eHeil\u201c lie\u00dfen wir uns niederfallen. Feind landet im \u2026 von <strong>Noworsisk<\/strong> mit seiner Schwarzen Meer-Flotte-Einheiten. Ein ungeheures Durcheinander. Er setzt sich im Hafen fest. Unser 91. J\u00e4ger; die in <strong>Noworsisk<\/strong> an der Hauptkampflinie waren verteidigten sich heftig. Morgens schwere H\u00e4userk\u00e4mpfe. Ein Teil wird von den J\u00e4gern und Pionieren gefangen genommen. Mehrere Tage toben noch die K\u00e4mpfe. Unsere Artillerie schie\u00dft Sperrfeuer. Gro\u00dfe Br\u00e4nde in der Stadt. H\u00e4userreihen st\u00fcrzen zusammen. Es gibt viele Ausf\u00e4lle auch bei uns. Auch von der 5. Batterie wird ein Alarmzug abgestellt. Ich bin nicht dabei, und werde in der Stadt eingesetzt. Auch wieder verwundete Sowjets. Bomber und Schlachtflieger im rollenden Einsatz.<\/p>\n<p>10.-11.9. Russen werden abgeriegelt und gefangen. Bei Nacht landet er weitere Boote will den Eingeschlossenen zu Hilfe kommen. Unsere Artillerie und Pack leistet ganze Arbeit, so der lapidare Ausspruch eines Obersten. Links von uns bei der 73. Infanterie Division feindlicher Panzervorsto\u00df und starke Schlachtfliegert\u00e4tigkeit. Unsere Flieger lassen sich selten sehen.<\/p>\n<p>12.9. Dreimal auf St\u00f6rungssuche. Viele Feuer\u00fcberf\u00e4lle.<\/p>\n<ol start=\"13\">\n<li>und 14.9. \u2013noch immer K\u00e4mpfe in der Stadt.<\/li>\n<\/ol>\n<p>15.9. Feind greift mit Panzer an der K\u00fcste bei 73. Infanterie-Division an. Die 73. m\u00fcssen zur\u00fcck.<\/p>\n<p>16.9. Teile unserer Batterie werden herausgezogen. 4. und 5. Batterie zusammengelegt. Das nicht N\u00f6tige, wird abgeschoben. Ich war auch dabei. Es hatte die R\u00e4umung des Br\u00fcckenkopfes begonnen. Wir marschierten weit hinter der Front Richtung <strong>Taman<\/strong>. Vorne wird Hauptkampflinie zur\u00fcck genommen, die Stadt ger\u00e4umt. 1. Auffangstellung <strong>Glebowka Krassner Medwedouskaja<\/strong>.<\/p>\n<ol start=\"17\">\n<li>\u2013 18.9. Wir marschieren \u00fcber <strong>Anapa, Kiseltasch Lima nach Taman<\/strong>. Bei unserem R\u00fcckmarsch hatten wir eine sorgenlose Zeit. Nur die feindlichen Flieger hatten uns etwas gest\u00f6rt. Gro\u00dfe Weing\u00e4rten. Die Trauben reif. Sie schmeckten wunderbar. Wir a\u00dfen fast des Guten zu viel. Auch das \u00dcbersetzen ohne Probleme, mit F\u00e4hre.<\/li>\n<\/ol>\n<p>18.9. Gl\u00fccklich in <strong>Kertsch<\/strong> gelandet. (\u2026) Ungeheure Massen von Ger\u00e4t, Menschen und Waffen, wurden in wenigen Wochen \u00fcber die Meerenge gebracht. Eine ganze Armee 17.te muss \u00fcbergesetzt werden. Die Gefechtseinheiten von einer Auffangstellung zur anderen. Schwere Nachhutgefechte mit nachr\u00fcckendem Feind. Er versuchte auch mit Panzern durchzubrechen.<\/p>\n<p>23.9. Wir marschieren in den Raum <strong>Feodosia<\/strong><\/p>\n<p>25.9. Werden als K\u00fcstenschutz eingesetzt ohne Gesch\u00fctze. Auf dem Berg <strong>P\u00e4tober<\/strong> oberhalb von der Hafenstadt <strong>Feodosia.<\/strong> Man sah weit \u00fcber das <strong>Jaila-Gebirge<\/strong> unter uns die sch\u00f6ne Stadt. Obergefreiter <u>Hellmuch<\/u>, Gefreiter <u>Merkle<\/u> und <u>Xaver Stickner<\/u>, wir sind in einem Zelt. Ohne Feind, viel Ruhe. 14 Tage: es war eine seltene, sch\u00f6ne Zeit.<\/p>\n<p>27.9. Feindliche Bombenflugzeuge bombardieren die im Hafen liegenden Schiffe (unter uns). Ende September, Anfang Oktober kamen auch die anderen Verb\u00e4nde in den Raum <strong>Simferopol<\/strong>, nach und nach mit Gewaltm\u00e4rschen, bei Regen und kaltem Wind. K\u00fcstenschutz, Auffrischung und Auff\u00fcllung der dezimierten Einheiten.<\/p>\n<p>7.10. Letzte Stellung des Gebirgsj\u00e4gerregiments 13 auf der Halbinsel <strong>Ilitsch<\/strong>. 40 cm Dowerfer \u201eStuka zu Fu\u00df\u201c deckten sie letzten Einheiten mit gewaltigem Feuer ein. Auch weitreichende Artillerie von Krim. Mit dem 7.10. endete fast nach 6 Monaten die Verteidigung des <strong>Kuban<\/strong> Br\u00fcckenkopfes. Ein \u00fcberaus verlustreiches Ringen. Viele Kameraden blieben dort. Der Feind erreichte hier nicht sein Ziel, uns zu kassieren. Die K\u00e4mpfe wurden mit ungew\u00f6hnlicher H\u00e4rte gef\u00fchrt. \u201e<strong>F\u00fcr was waren die vielen Opfer gut? <\/strong>Amtlich hie\u00df es: \u201eBindung starker Feindkr\u00e4fte\u201c. Auf der <strong>Krim<\/strong> waren viele alte Leute. Auch Hundertj\u00e4hrige (Tataren)<\/p>\n<p>17.10. Wieder beisammen mit der Batterie. Marsch \u00fcber <strong>Simferopol, Bachtschi\u00dferaj, Sjuren, Jail-Gebirge<\/strong>. Bis 21. wieder die gleiche Strecke zur\u00fcck. Warum sind wie marschiert, sagten wir.<\/p>\n<p>22.10. Verladen der Batterie auf die Bahn bei <strong>Simferopol<\/strong>. Es gibt neuen Einsatz. Fahrt \u00fcber <strong>Dschankoj<\/strong> <strong>Sywasch<\/strong> in den Raum westlich <strong>Melitopo<\/strong>. <strong>Utlink<\/strong> Abschnitt.<\/p>\n<p>25.10. Ausladung und gleich in den Einsatz n\u00f6rdlich von uns. 370 Infanterie-Division Verhinderung eines feindlichen Durchbruchs bei <strong>Akimozoka Danilowka Petrowsk<\/strong>. Feuerstellung, Leitungsbau auf Beobachtungsstelle Gleich Feuer-Kommando Abwehrkampf, Sperrfeuer.<\/p>\n<p>26.10 Absetzen bei Nacht. Neue Auffangstellung, Leitungsbau. H\u00f6re im Telefon von einer kritischen Lage. Massive Feindangriffe n\u00f6rdlich von uns, starker Gefechtsl\u00e4rm. Russische Panzerverb\u00e4nde rei\u00dfen die Front auf.<\/p>\n<p>27.10. Stellungswechsel in Richtung Westen. 30 Kilometer Leitungsabbau bei Tag, entlang der Hauptkampflinie 100 Meter vom Feind, bekommen Maschinengewehrfeuer. In der Nacht mussten die J\u00e4ger etwas zur\u00fcck, so lag unsere Feuer-Leitung der Hauptkampflinie entlang. Ein etwa 150 m eingesehenes St\u00fcck mussten wir \u00fcberqueren. Feind nimmt uns mit Maschinengewehren unter Feuer. Ich habe die Kabeltrommel. Ein J\u00e4ger. Maschinengewehr h\u00e4lt den Russen nieder. Rettete uns dieser Maschinengewehr-Sch\u00fctze das Leben? Vorgeschobener Beobachter, Unteroffizier <u>Gutmann<\/u> sah es als Tapferkeit. Bei <strong>Konstantinowka<\/strong>. Den ganzen Tag Marsch. Wettlauf mit der Zeit. Ganz ebenes Gel\u00e4nde, Kilometerweit kein Baum, kein Haus \u201eNogaische Steppe\u201c. Links von uns 51. russische Panzerarmee \u00fcberholt uns.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>Links offene Flanke. Wieder den ganzen Tag Gewaltmarsch. 51. russische Panzerarmee st\u00f6\u00dft in Richtung <strong>Dnjepr<\/strong>. Zunehmende Verschlechterung. Leuchtzeichen hinter uns, bei Nacht.<\/p>\n<p>29.10 Feind \u00fcberquert Rollbahn <strong>Cherson-Perekop<\/strong> schneidet auch uns ab. Er ist schon 70 Kilometer hinter uns. Gro\u00df, der 4. Gebirgs-Division 4. Rum\u00e4nische Brigade, Gruppe Fett (genannt nach ihrem Kommandanten). Teile des 668. Grenadier Regiment Panzerabwehrgesch\u00fctze, 5 Hornissen, Panzerj\u00e4ger Abt. 93 mit<\/p>\n<p>30.10. Etlichen Sturmsch\u00fctzen im Kessel. Auch etliche versprengte Gruppen. Trosse werden von feindlichen Panzern \u00fcberfahren. Igel um <strong>Askanja<\/strong> <strong>Nowa<\/strong>.<\/p>\n<p>31.10. Hauchd\u00fcnne Chance nach Westen durchzubrechen. Nachmittag Formierung zum Durchbruch. In Marschkolonnen. Marschzahl 16. Westen. Die vorderen Bataillone waren mit etlichen Hornissen und Sturmsch\u00fctzen verst\u00e4rkt. Voraus 2. Bataillon 91. N\u00f6rdliche Gruppe . Das Antreten vollzog sich unter schweren feindlichen Artilleriegranaten-Salven (Stalin-Orgel) und Panzerfeuer. Kurz vor dem Durchbruch traf ich wieder <u>Franz Strasser<\/u>, <u>Erhard<\/u>, ein Obertrumer. Sahen die J\u00e4ger in Marschkolonnen in einem Kilometer Entfernung dahinziehen. Das feindliche Feuer verst\u00e4rkt sich.<\/p>\n<p>31.10. Die n\u00f6rdliche Gruppe Gebirgsj\u00e4ger-Regiment 91 und eine rum\u00e4nische Gruppe traten auf die Orte <strong>Tschapinka und Petrowka<\/strong> an. Gebirgsj\u00e4ger-Regiment 13 in Richtung <strong>Stassny<\/strong>. S\u00e4mtliche \u00fcbrigen Verb\u00e4nde in der Mitte, so auch 5. Batterie Angreifende Bataillon haben gro\u00dfe Verluste. Hauptmann <u>Wolferseder<\/u> 2. Bataillon 91 gefallen, desgleichen sein Adjudant. Verwundete werden so weit als m\u00f6glich mitgenommen. Gruppe Fett wehrt 20 feindliche Panzer ab. 13 abgeschossen. Schweres Feuer auf die Kolonnen. Ab 4 Uhr Nachmittag geht es im Laufschritt auf offenem Gel\u00e4nde. Aus den Orten, die nur noch vom Feind besetzt waren, heftige 762 und Stalinorgel-Feuer. Unsere Zugtiere, die im Tandem die Gesch\u00fctze zogen, erhielten Treffer und die Tragtierf\u00fchrer. Unser Batteriekoch, Unteroffizier <u>Istler<\/u> gefallen. <u>Franz Winkelhofer<\/u> verwundet. Hatten mehrere Tote und Verwundete. Die Gesch\u00fctze der 5. Batterie wurden gesprengt. Etliche Stunden geht es im Laufschritt durch den aufgerissenen Ring. Unsere Rucks\u00e4cke gehen verloren. Marschrichtung Westen. Die J\u00e4gerbataillone greifen weiter an. Gebirgsj\u00e4ger-Regiment 13 \u00fcber <strong>Stassny<\/strong> hinaus. Gebirgs-J\u00e4ger 91 bei <strong>Krassnaja Polanka<\/strong>. \u00dcberrennen die Russen, aber mit gro\u00dfen Verlusten. 4. Abteilung Artillerie-Regiment 94 bildet Nachhut. Aber noch massives Feuer auf den Kolonnen. Es war schon Nacht, als wir auf die ersten Sicherungen der 13. deutschen Panzer-Divisionen bei <strong>Novi Gai..<\/strong> trafen (13. Panzer-Division hatte nur noch bei 20 Panzer). Halt bei <strong>Buinj.<\/strong> Todm\u00fcde, es war schon Nacht. Etliche Stunden Schlaf. Seit Tagen keine Rast. Nur kurzes Halten zum Essen. Feldk\u00fcche kochte.<\/p>\n<p>?.11. Auf Marsch. In russischer K\u00e4lte Schlaf. Morgens ging es wieder weitere. Unsere vier Mann werden nicht geweckt. Die Gefechtsbatterie (ohne Gesch\u00fctze) war schon weg, als wir wach wurden. Hatten noch gro\u00dfes Gl\u00fcck. Um 7 Uhr im n\u00e4chsten Dorf, noch Sicherungen der 13. Panzerdivision. Unsere Einheit hatte uns schon abgeschrieben, nach dem gro\u00dfen Durcheinander. Im n\u00e4chsten Dorf tragen wir zu unserem Haufen. Marsch bis <strong>Bolschoj Kopani<\/strong>. (\u2026)<\/p>\n<p>2.11. 250 Kilometer seit 26. Oktober eine ungeheure Marschleistung, zum Umfallen m\u00fcde. Es schmerzten die F\u00fc\u00dfe (angeschwollen) teils voll Blasen, wir hatten ja nicht Zeit, die Schuhe auszuziehen.<\/p>\n<p>3.11. Marsch bis <strong>Rdenskoje<\/strong>. Auffangstellung. Russe war mit dem Gros der Panzerverb\u00e4nde zur Landende <strong>Perekop<\/strong> gesto\u00dfen. Er schneidet dadurch die ganze Krim ab. Unsere auf der Krim verbliebenen Divisionsteile, haupts\u00e4chlich Trosse und Verpflegungseinheiten u.a.m. Sanit\u00e4ter-Kompanie hatte sp\u00e4ter harte Gefechte als Alarmeinheiten zu bestehen (Zur Verteidigung der Krim). Mehrere Obertrumer blieben f\u00fcr immer dort. <u>Brandst\u00e4tter Eduard<\/u>, <u>Mariacher Sepp<\/u>. Vermi\u00dft wurden <u>Noppinger Sepp<\/u>, <u>Lindner<\/u> und andre aus Hallwang u.a.m. Die \u00dcberlebenden wurden sp\u00e4ter von Eupatoria, nach Rum\u00e4nien, verschifft und kamen dann wieder zu unserer Division.<\/p>\n<p>4.11. Bildung des ungef\u00e4hr 20 x 7 Kilometer gro\u00dfen <strong>Cherson Br\u00fcckenkopfes<\/strong>, jenseits des m\u00e4chtigen <strong>Dnjepr<\/strong> (1 Kilometer breit) mit <strong>Konka<\/strong> (ein Flu\u00dfarm)<\/p>\n<p>5.11. bis Weihnachten. Verteidigung des Br\u00fcckenkopfes. H\u00e4ufige Angriffe des Feindes, mit Panzern unterst\u00fctzt, dann wieder in den Lagunen, am <strong>Konka<\/strong> Flu\u00df und <strong>Dnjepr<\/strong> Auen, versucht den Br\u00fcckenkopf einzudr\u00fccken. D\u00fcnengel\u00e4nde, feiner Flugsand verlegte die Maschinenpistolen und Gewehre. Teile von unserer Batterie hatten Sicherung diesseits des Flusses und am <strong>Ingulez<\/strong>, der hier in den <strong>Dnjepr<\/strong> m\u00fcndet. Wir hatten noch keine Gesch\u00fctze, waren bei einer Alarmeinheit. Viel Wache besonders in der Nacht. Zur Unterst\u00fctzung war Zwillingsflack eingesetzt. Unteroffizier Gutmann auf vorgeschobener Beobachtung gefallen. Unteroffizier <u>Hellmich<\/u> bei Sicherung gefallen. 3. Bataillon 13 verhindert ein Abschneiden der Front in den <strong>Konka<\/strong>-Auen. Erstmals gibt es neue Panzerfaust.<\/p>\n<p>24.11. Feind landet hinter der Konka, ein Flussarm. Durch Lagunen und Schilf bis zum Bahndamm <strong>Aleschki<\/strong>. Gegensto\u00df der 91. J\u00e4ger. Feind muss zur\u00fcck in den Sumpf. Dort hielt er sich mehrere Tage. Durch Umgruppierung mit den 13. J\u00e4gern. Gemeinsam wurde dann Feind aufgerieben. So leicht schreibt sich das, welche Opfer es aber gekostet hat?<\/p>\n<p>Anfang Dezember mussten wir einen Sp\u00e4htrupp mit Sturmbooten machen in die <strong>Konka-Auen<\/strong>. Wir sahen Gott sei Dank keine Russen. Au\u00dfer den vielen Posten (Wachen) bei der Alarmeinheit hatten wir eine ruhige Kugel diesseits des Stromes.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-65\" src=\"https:\/\/agt.624.mytemp.website\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/heimkehr_lindner-300x169.jpg\" alt=\"heimkehr_lindner\" width=\"537\" height=\"302\"><\/p>\n<p>15.12. Gro\u00dfangriff der Russen auf Br\u00fcckenkopf. Front kommt in Bewegung<\/p>\n<ol start=\"11\">\n<li>Russisches Bataillon mit Panzern unterst\u00fctzt. Starkes Artilleriefeuer. Schlachtflieder Jl 2 greifen im Erdkampf ein mit Bordkanonen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>16.12. Nach stundenlangem m\u00f6rderischen Kampf bleibt der Angriff in den D\u00fcnen liegen. 12. Panzer feindlich abgeschossen. Wirksam unterst\u00fctzt durch die Ar. Des Rgt. 94.<\/p>\n<p>17.12. Feind gibt nicht auf, greift fast pausenlos an. Gro\u00dfer Einsatz von Munition und Material. 26. feindliche Panzer abgeschossen. In 87 <strong>Stuka<\/strong> als fliegende Panzerj\u00e4ger mit 3.7. Bordkanone ausger\u00fcstet, greifen feindliche Panzer an.<\/p>\n<p>18.12. Wieder starker Gefechtsl\u00e4rm. (\u2026) Um 22.25 wird auf h\u00f6herem Befehl, die fast einen Kilometer-lange Eisenbr\u00fccke \u00fcber <strong>Dnjepr<\/strong> und <strong>Konka<\/strong> gesprengt. Keine feste Verbindung mit dem Kampf-Bataillon. Mehr, Fluss ist teilweise zugefroren. Jenseits stauen sich die Kolonnen. Alles muss nun mit F\u00e4hren \u00fcber den Strom gebracht werden. Das Eis war teilweise zu schwach. Forderte auch wieder Verluste von Menschen und Material. Die lange Eisenbahnbr\u00fccke \u00fcber den Strom wurde von der Organisation <u>Todt<\/u> erbaut. Kostete Unsummen von Reichsmark, war kaum erbaut, auch gedacht f\u00fcr den R\u00fcckzug der Krimarmee: Daraus wurde nichts. Feind schnitt den Weg ab. Das Gesetz des Handelns lag schon l\u00e4nger nicht mehr bei uns.<\/p>\n<p>19.12. Verkleinerung des Br\u00fccken-Kopfes um Bahnhof <strong>Aleschki<\/strong> und beginnend teilweise R\u00e4umung.<\/p>\n<p>20.12. 6.15 geht Nachhut der 13. J\u00e4ger \u00fcber den Strom. Sieben Wochen aufreibender Kampf. F\u00fcr was? Auch wieder Verluste.<\/p>\n<ol start=\"22\">\n<li>\u2013 29.12. Sicherung und Verteidigung diesseits des Stromes. Abwehr russischer \u00dcbersetzversuche.<\/li>\n<\/ol>\n<p>25.12. Weihnachten in der Stadt <strong>Cherson. <\/strong>S\u00e4mtliche Mannschaft der Batterie wieder beisammen. Auch hatten wir schon wieder Gesch\u00fctze (5 Batterie) Feldgottesdienst. Marketender Waren.<\/p>\n<ol start=\"30\">\n<li>\u2013 31.12. Verladung der Division. Bahntransport \u00fcber <strong>Nikolaijev, Odessa-Balta<\/strong> in den Raum \u00f6stlich von <strong>Winiza<\/strong>. Auf der Bahnfahrt nach <strong>Odessa<\/strong> hatte ich Wache, sa\u00df bei Nacht in einem Bremsh\u00e4uschen. Die Bahnh\u00f6fe an denen wir vorbeifuhren. Einen schrieb ich auch in mein Tagebuch: (<strong>Slobodku)<\/strong>. Nichtsahnend, dass wir Anfang April beim R\u00fcckzug von der Ukraine, diesen Bahnhof marschierend wieder sehen sollten. Um <strong>Winiza<\/strong> gehen per Bahn nagelneue Tiger und Panter Panzer an die Front.<\/li>\n<\/ol>\n<h1><a name=\"_Toc409082380\"><\/a>1944<\/h1>\n<p>1944 folgen Angriffs- und Abwehrk\u00e4mpfe im Raum <strong>Winniza<\/strong> und Entlastungsangriffe f\u00fcr den Kessel von Tscherkassy. Nach den Abwehrk\u00e4mpfen im Raum n\u00f6rdlich von <strong>Uman<\/strong> zieht sich die 4. Gebirgs-Division zum <strong>Dnjestr<\/strong> zur\u00fcck. Anschlie\u00dfend kommt es zu Abwehrk\u00e4mpfen ostw\u00e4rts von <strong>Kischinew<\/strong> sowie zu Angriffs- und Abwehrk\u00e4mpfen in den <strong>Waldkarpaten<\/strong>.<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[10]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1.1.1944. Auf Bahnfahrt nach <strong>Odessa<\/strong>.<\/p>\n<p>3.1. Nach Ausladung unserer Einheit bei <strong>Kalinowka <\/strong>marschieren wir gleich \u00fcber <strong>Priluky<\/strong> an die Hauptkampflinie. Feind versucht, \u00fcber Wachnowka auf Winiza durchzubrechen. Neue deutsche Panzer gehen an die Front.<\/p>\n<p>5.1. \u00dcber <strong>Lossijeka<\/strong>. Schlamm auf den Rollbahnen.<\/p>\n<ol start=\"10\">\n<li>+ 28 1. J\u00e4nner. Gegenangriff beginnt sich zu formieren. Leibstandarte A. Hitler, 101. J\u00e4ger, 4. Gebirgs-Division \u2013 254 J\u00e4ger-Division \u2013 18. Artillerie-Division &#8211; 1. J\u00e4ger-Division Angriff beginnt mit starker Artillerieunterst\u00fctzung.<\/li>\n<\/ol>\n<p>16.1. Gebirgs-J\u00e4ger-Regiment 91 greift Feind verst\u00e4rkt an. Leitungsbau auf Beobachtungsstelle 5. Batterie den J\u00e4gern unterstellt. Ich bin auf Vermittlung und daher gut informiert. Sehr kalt, Schneetreiben.<\/p>\n<p>17.1. Eigenen Gegenangriff auf feindlichen Stellungen. Links von uns 254 J\u00e4ger-Division. Unsere Artillerie-Abwehr 94 von <strong>Konstatinowska<\/strong>. Unterst\u00fctzt wird Angriff der 18. Artillerie-Division und Leibstandarte A. Hitler.<\/p>\n<p>24.1. Gewonnene Linie bis <strong>Wachnouka Jasenki. <\/strong>Mehrmaliger Wechsel der Feuerstellung in Beobachtungs-Stelle. Unsere Abteilung \u00fcberst\u00fctzt J\u00e4ger 13 \u00fcber <strong>Lisowakaja<\/strong> 2. Bataillon 91 nimmt Ort <strong>Sosowka. <\/strong>Russischer Panzergruppe bricht in Hauptkampflinie ein bis hinter unsere Feuerstellung. Eine Armada von schweren Panzern und Sturmgesch\u00fctzen. Einige bleiben in einem Sumpf h\u00e4ngen, etliche im Nahkampf erledigt, die anderen fahren wieder zur\u00fcck. Ju 87 Stuka als fliegende Panzerj\u00e4ger. Bei <strong>Jasenki<\/strong> . Hauptmann <u>Beutner<\/u> unser Abteilungs-Kommandeur verwundet Ich bin in dieser Zeit meistens in der Vermittlung.<\/p>\n<p>25.1. Russischer Gegensto\u00df aufgefangen. Weiter geht der eigene Angriff.<\/p>\n<p>26.1. Feind zieht sich zur\u00fcck. 91. J\u00e4ger nehmen <strong>Sosoff<\/strong>. Unsere Feuerstellung in <strong>Narzisowka<\/strong>. Artillerie auf Feind, der abzieht.<\/p>\n<p>27.1. 1 und 2 Bataillon 91 nehmen <strong>Slawna.<\/strong> Scharfsch\u00fctzen machen unseren J\u00e4gern schwer zu schaffen.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>28.1. Ring um die Russen beginnt sich zu schlie\u00dfen. Bei <strong>Napadowka, Rososche Skitka. <\/strong>Vom S\u00fcden kommt 1. Infanteriedivision. Schneetreiben, schlechte Sicht. In <strong>Gaisin Lipowitz<\/strong> wird Feind eingeschlossen. Einen Ausbruchsversuch vereitelt. J\u00e4gerbataillon 94. Unsere Artillerie schie\u00dft Trommelfeuer auf <strong>Gaisin<\/strong>, die Gesch\u00fctze um 180 Grad geschwenkt. Es reichte gerade noch \u00fcber 8000 Meter (\u2026).<\/p>\n<p>29.1. Wir sind zwei Tage nach Leitungsbau versprengt. Feind schie\u00dft Phosphorgranaten auf <strong>Rososche<\/strong>, ein ganzes Dorf brennt. Bunkergraben hinter russischer Kirche. Ich bin in der Vermittlung. Der Angriff f\u00fchrte nach schweren Gefechten \u00fcber <strong>Pgrebitsche Shashkoff<\/strong>. Die russischen Verb\u00e4nde, die bei <strong>Gaisin<\/strong> eingeschlossen waren, wurden zum gro\u00dfen Teil gefangen genommen. Durch Schlechtwetter waren die Operationen stark gehemmt. Schwere Fahrzeuge kamen nur langsam vorw\u00e4rts. Batterie Offizier ist um diese Zeit Oberwachtmeister <u>W\u00e4ldin<\/u>. Ich komme auch wieder in Feuerstellung. Bis Mitte Februar wechselvolle anhaltende K\u00e4mpfe s\u00fcdostw\u00e4rts <strong>Rosoche Oratoff Tajun<\/strong>. Bin in Feuer-Stellung. Oberwachtmeister <u>W\u00e4ldin<\/u> verlangt \u2026 Feuerkommando aufschreiben. <u>W\u00e4ldin<\/u> verl\u00e4sst sich auf mich.<\/p>\n<p>20.2. Abl\u00f6se durch 6. Panzerdivision. 4. Gebirgs-Division wird wieder verlegt. Mit der Bahn zirka 80 Kilometer in den Raum <strong>Potasch.<\/strong> Marsch \u00fcber <strong>Izanki Buki Risini<\/strong> \u00fcber den Fluss <strong>Gorny Tilitsch<\/strong> bis <strong>Ryschanowka.<\/strong> Ungeheurer Schlamm. General Dreck verhindern rasches Vorw\u00e4rtskommen. Sogar Kettenfahrzeuge bleiben stecken. Mit Tanje wagen muss Munition und Treibstoff und Nachschub nach vorne gebracht werden. Stellungen in <strong>Barnikow Tschiskowka Saleskoje.<\/strong> Das 7. Armeekorps sollte einen Entlastungsangriff durchf\u00fchren. Eis und Schnee verhindern ein rasches Vorw\u00e4rtskommen. Und Schlamm. Im Kessel westlich <strong>Tocherkassoj<\/strong> wurde 10. deutsche Division von den Russen eingeschlossen (L.L. Wiking war darunter). Teile der 10. Division brachen Ende Februar aus dem Kessel aus. Aber man kann sagen, mit dem nackten Leben. Ohne Waffen, Ger\u00e4t, zum Teil ohne M\u00e4ntel. Sie mussten durch den kalten <strong>Gnilvi<\/strong> <strong>Tilitsch<\/strong> schwimmen. Auf dem Feldflughafen bei <strong>Korsum Shwetschenkopkoi<\/strong> landeten Ju.52. brachten Nachschub, in den Kessen und holten Verwundete ab. Russische Lautsprecher t\u00f6nten \u00fcber die Hauptkampflinie forderten zum \u00dcberlaufen auf. Versprachen alles Gute. Feindliche Flieger warfen Flugbl\u00e4tter ab. Wir glaubten ihnen nicht. Die Realit\u00e4t war ja (wie wir heute wissen), ganz anders. Teile der Eingeschlossenen erreichten unsere Linien bei <strong>Tschiskowka und Mankowka<\/strong>.<\/p>\n<p>Anfang M\u00e4rz: Abwehrbereit lag die 4. Gebirgs-Division zwischen den Orten <strong>Olchowez und Tschiskowka.<\/strong> Ein 20 Kilometer breiter Streifen. Links Artillerie-Abwehr 94 J\u00e4ger. Regiment 91 und J\u00e4ger-Bataillon 94 und J\u00e4ger-Regiment 13. Unsere Batterie lag bei den Orten <strong>Salleskoje<\/strong>. Die Beobachtungsstelle westlich <strong>Swenigarodka.<\/strong> Feindliche Sto\u00dftrupps Artillerie-Feuer\u00fcberf\u00e4lle geh\u00f6rten zur Tagesordnung. Ich bin auf Beobachtungs-Stelle.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>M\u00e4rz. In der Nacht auf den 5. M\u00e4rz h\u00f6rten wir vom Feind her\u00fcber ein Rumoren. (Panzerger\u00e4usche). Es verhei\u00dft nichts Gutes. Bei Tag Einschie\u00dfen.<\/li>\n<li>M\u00e4rz: Morgen noch im Dunkeln. Zweist\u00fcndiges Trommelfeuer auf ganze Hauptkampflinie und dahinter. Auf St\u00f6rungssuche noch im Granatenhagel. Kamerad <u>Urbauer<\/u> (aus Peterskirchen in Oberbayern) ist verwundet. Im Bunker treffen wir uns wieder. Leitungszustand setzen ist vergeblich und fast \u201eSelbstmord\u201c. Links bei 71. Infanterie-Division zuerst Durchbruch, dann auch bei unseren 13. J\u00e4ger zwischen den Orten <strong>Ryschabowka und Koblyjaki.<\/strong> Stellung muss zur\u00fcckgenommen werden. Gefreiter <u>Heinemann<\/u> beim Zur\u00fcckgehen von der Hauptkampflinie gefallen durch Panzer\u2026 (\u2026).<\/li>\n<\/ol>\n<p>6.3. Neue Stellung bei <strong>Onufriewka. Bei Risino <\/strong>bricht ein russischer Panzerverband 120 bis 150 Panzer durch Stellung wieder zur\u00fcckgenommen. Wir setzen uns auch bei Tag ab. Tauwetter. Dazu immer Leitungen ab und aufbauen. Offene Flanke links von uns bei <strong>Poposchinzi.<\/strong> Feind droht uns wieder abzuschneiden. Grimmiger Schlamm, grundlos die Stra\u00dfe (Rollbahnen ohne Schotter).<\/p>\n<p>7.3. Stellung bei <strong>Schulicha<\/strong>. Wieder absetzen.<\/p>\n<p>8.3. Neue Stellung Bahnlinie. <strong>Mashuroff Talnoj<\/strong> Rechts von uns deckt 11. deutsche. Panzerdivision. Ich komme zu einer Alarmeinheit unser 20 Mann von unserer Batterie Leutnant <u>Fricke<\/u> f\u00fchrt sie. Bewaffnet nur mit Gebirgs-St\u00fctzen und etlichen Maschinenpistolen. In der N\u00e4he von <strong>Mashuroff<\/strong> mussten wir die linke Flanke sichern. Da! Deutsche Panzer mit Balkankreuz. Als der 1. Schuss uns galt, wussten wir, es sind Russen. Kamerad Reich gefallen. Sp\u00e4ter ist auch Leutnant <u>Fricke<\/u> gefallen. R\u00fcckzug \u00fcber <strong>Talnoje, Belashki, Taljanka, Bebeljewka. <\/strong>Mit Fieber gehe ich abends zur\u00fcck zur Batterie. Der Sani (Sanit\u00e4ter) sagt, ich soll beim Haufen bleiben. Feind bricht mit starken Panzerverb\u00e4nden auf der Rollbahn <strong>Beresowka Uman<\/strong> nach S\u00fcden links von uns, weiter durch. Kurze Stellung bei <strong>Belashi.<\/strong><\/p>\n<ol start=\"10\">\n<li>und 11.3. Die 5. Batterie absetzen \u00fcber <strong>Torgowise. Pokati <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>13.3. <strong>Lowo Lebedinka.<\/strong> Unsere vier Mann waren etliche Tage versprengt mit Panzerfahrzeug ein russischer Hiwi Ossmann (Hilfswilliger) als Fahrer. Stellung bei <strong>Naliwaika Trojanka, Igelstellung<\/strong>.<\/p>\n<p>15.3. Russe macht hinter uns zu.<\/p>\n<p>12.3. Stellung um <strong>Kopienkowata<\/strong> (wie 1941 beim Vormarsch, die Alten erinnern sich daran. Stellung am <strong>Tatran<\/strong> Fluss)<\/p>\n<p>13.3. Bei <strong>Lebedinka<\/strong> versucht uns der Feind abzuschneiden. \u00dcber den <strong>Tatran<\/strong>.<\/p>\n<p>16.3. Den Kessel gesprengt. Starkes Schneetreiben man sah nichts. Leichter noch h\u00f6rte man etwa grosses Durcheinander. Bei <strong>Schipilowka<\/strong>-Alexandrow kamen wir vorbei. M\u00e4rsche, ab und zu kurze Feuerstellung \u00fcber die Bahntrasse <strong>Winiza<\/strong> <strong>Peromaisk<\/strong>. In <strong>Celvskole<\/strong> kurze Rast, Feind kommt von hinten ins Dorf. Um 7 Uhr angekommen, Rast, m\u00fcde und schon fordert der Schlaf sein Recht. Eine Stunde sp\u00e4ter, Gefechtsl\u00e4rm. Russe kommt von hinten. Starkes Schneetreiben. Alles rennt und fl\u00fcchtet. Nur wenige denken an Verteidigung. Oberstleutnant <u>Scheider<\/u> (ein evangelischer Pfarrer) gefallen (Batteriechef). Unter den Fl\u00fcchtenden auch der Schwimmer. Versorgungs-Wagen der Divisionskommandatur mit Standarte. Im Bogen kommen wir an den Russen vorbei. Es schneite ja stark. Beim Austreten wird mir mein Koppel und der Gebirgs-Stutzen Nr. 124 gestohlen. Ich hatte ihn von Anfang an. In den W\u00e4ldern von <strong>Uman<\/strong>, gab es auch Partisanen.<\/p>\n<p>17.3. Absetzen \u00fcber <strong>Smyrnevaga<\/strong>, <strong>Moldowkar<\/strong>. \u00dcber den <strong>Bug<\/strong> (Fluss). Unsere Batterie schon \u00fcber dem Fluss. J\u00e4gerbilden Br\u00fcckenkopf. <strong>Luschnewata<\/strong>. Abwehrk\u00e4mpfe am Bug. Batterie ist bei <strong>Goloskawa<\/strong>. Sturmgesch\u00fctze feuern \u00fcber den Fluss. Den Russen gelingen Br\u00fcckenk\u00f6pfe westlich von uns bei <strong>Krassjenskoje<\/strong> und \u00f6stlich bei <strong>Welikaje<\/strong>. Bekommen neuen Batteriechef (Leutnant <u>Janka<\/u>).<\/p>\n<p>25.3. Weiteres Absetzen in s\u00fcdwestlicher Richtung. Feuerstellung bei <strong>M\u00fchelkowo<\/strong>. Batterie schie\u00dft Sperrfeuer. Im <strong>Kedzyma<\/strong> Abschnitt Feuerstellung kurzfristig Stellungswechsel und immer Leitungsaufbau und \u2013abbau.<\/p>\n<ol start=\"26\">\n<li>und 27.3. Stellung bei <strong>Krivni<\/strong> <strong>Oserv<\/strong>. Dann bei <strong>Lubaschewka<\/strong> (Eisenbahnknotenpunkt) <strong>Sofiewka<\/strong> Feuerstellung.<\/li>\n<li>und 29.3. \u00dcber <strong>Welikoje<\/strong> <strong>Tobik<\/strong>. Meist nur kurz in Feuerstellung. Gewaltm\u00e4rsche. \u00dcber <strong>Valegoulowo<\/strong> <strong>Osipowka<\/strong> (Transnistrien).<\/li>\n<\/ol>\n<p>Anfang April. Riegelstellung <strong>Karmanova<\/strong> (Ukraine). Rein <strong>Marowka<\/strong>. Etliche Tage in Feuer-Stellung, Sperrfeuer. Kilometermarsch \u00fcber <strong>Ananjew<\/strong>. <strong>Sacharjewka<\/strong> <strong>Pawlowka<\/strong>. \u00dcber Bahnlinie (<strong>Odess Balta<\/strong>) (<strong>Slobucu<\/strong> Bahnhof) Nach hinten Gefechte. Wieder kurze Zeit Feuerstellungen (bei <strong>Pereskestowo<\/strong>).<\/p>\n<p>20.4. Masse der 4. Gebirgs-Division bei <strong>Grigoroipol<\/strong> \u00fcber den Fluss <strong>Dnjester<\/strong>. Gebirgsj\u00e4gerregiment 91 bildet Br\u00fcckenkopf. Dnjesterschleife zwischen den Orten <strong>Dorzikoje<\/strong> und <strong>Pogrety<\/strong>. 30 Kilometer tief ungef\u00e4hr 10 bis 12 Kilometer breit. In der Mitte der Ort <strong>Koschnitzka<\/strong>. Unsere Batterie s\u00fcdlich <strong>Corjewa<\/strong> diesseits des Flusse.<\/p>\n<p>25.4. Feindliche Panzereinbruch in Hauptkampflinie mit aufgesessener Infanterie. 40 Panzern brechen durch die Front bei der Aufkl\u00e4rungsabteilung 94. Aus den feindlichen Br\u00fcckenkopf Delakeu kamen die Panzer. Hauptmann (Rittmeister) <u>Thorey<\/u> bei Panzernahkampf gefallen. Er war der 2. Eichenlaubtr\u00e4ger zum Ritterkreuz der Division. Als die Panzer durch waren, wurde Hauptkampflinie wieder geschlossen. Aber die Panzer fuhren weiter, sie sollten einen Teil abschneiden. Auf der H\u00f6he des Kastenwaldes (wegen seiner rechteckigen Form) stand eine 8.8. Pack. Dieses Gesch\u00fctz schie\u00dft nach der Reihe acht feindliche Panzer ab. Mehrere erwischt es schon beim Durchbruch durch Hauptkampflinie Ungef\u00e4hr zehn fuhren weitere in Richtung unserer Feuerstellung Hauptmann <u>Dittmar<\/u> bezieht nach Beobachtungsstelle auf H\u00f6he ein Kilometer vor unserer Feuerstellung <u>Sepp Schweiger<\/u> und ich m\u00fcssen schnelle eine Trommel Kabel legen. Hauptmann <u>Dittmar<\/u> gibt Feuerkommando, knapp gehen die Granaten \u00fcber uns hinweg. Die Panzer n\u00e4hern sich, von 5000 Meter auf 1500 Meter gehen die Granaten auf Panzer und Infanterie. Auf mehreren Panzern ist keine Infanterie mehr. Nach Feuer-Kommando 1500 Meter laufen wir aber zur\u00fcck zur Feuerstellung Der Hauptmann befahl noch auf direktem Beschuss und Panzergranaten einstellen. Als die Panzer n\u00e4her \u00fcber die Anh\u00f6he kamen, schoss eine Leichte Feld Haubitzen-Batterie 10, die rechts hinter uns stand, drei weitere Panzer ab. Einen erwischte es durch unser Gebirgsgesch\u00fctz 36. Batterie waren leider nicht gestaffelt, doch konnte nur 1. Gesch\u00fctz schie\u00dfen. Eine Kette bei einem Panzer war ab. Die Besatzung lief \u00fcber die H\u00f6he zur\u00fcck. Einige Panzer \u00fcberfuhren unsere 3. Gebirgs-Gesch\u00fctze. Sie waren unbrauchbar. In den Deckungsl\u00f6chern gab es einige Verwundete, als die Panzer dr\u00fcber fuhren. Links hinter uns wurden noch einige abgeschossen. Sie waren ja in die Batteriestellung geraten. Auch kamen fliegende Panzerj\u00e4ger Ju 87 die nahmen auch die Panzer aufs Korn. Einige Neugierige von uns wollten schnell zu den abgeschossenen Panzern. Auch auf diese feuerten die Ju87 Stuka. Es wurden 2 Mann verwundet. Ihre Neugierde h\u00e4tten sie lassen k\u00f6nnen. Keiner der russischen Panzer am zu seiner Ausgangsstelle zur\u00fcck. Nach sp\u00e4teren Ermittlungen handelte es sich beim Panzerdurchbruch um zum Teil schlecht ausgebildete unerfahrene Panzerbesatzungen, die schnell an die Front kamen. Auch hatten die Panzer zum Teil keine Optik.<\/p>\n<p>Ende April: Schwerer Bombenfliegerverband bombardiert, die Ortschaft <strong>Corjewa<\/strong>. Sie war ein Tr\u00fcmmerhaufen, unser Gefechtstross war dort. Auch wieder Tote und Verwundete.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>14.5. 2 Uhr fr\u00fch: Gro\u00dfangriff der Feinde auf verst\u00e4rktes Regiment 91 auf den Br\u00fccken-Kopf <strong>Dnjesterschleife<\/strong>. Eine Stunde Artilleriefeuer auf Hauptkampflinie dann wieder r\u00fcckw\u00e4rts. Massive Luftunterst\u00fctzung durch Schlachtflieger. Weit \u00fcberlegene russische Verb\u00e4nde brachten die Front zum Einsturz. Die Gebirgsj\u00e4ger m\u00fcssen zur\u00fcck. Einen Teil schneidet er ab. Die m\u00fcssen \u00fcber den breiten <strong>Dnjester<\/strong> schwimmen. Viele schafften es nicht und erreichten diesseitiges Ufer nicht mehr. Unser vorgeschobener Beobachter kam ohne Waffen und Schuhe an (Leutnant <u>Tilmans<\/u> sie wurden zudem vom Feind unter Feuer genommen. <u>Schmied Hansi (St\u00f6llberger)<\/u> vermisst. Oberst <u>H\u00f6rl<\/u>, Kommandeur des J\u00e4ger-Bataillon 91 wird zur Rechenschaft gezogen. Es wurde der Fall <strong>Koschnitza<\/strong>. Oberbefehlshaber der Heeresgruppe S\u00fcd, war gerade Generaloberst <u>Sch\u00f6rner<\/u> geworden. Ein S\u00fcndenbock musste gefunden werden, alle Verantwortung lastet auf Oberst <u>H\u00f6rl<\/u> (ein Innsbrucker) Teile der 13. und 14. Panzerdivision der 335 J\u00e4ger-Division bereinigte den Einbruch zum Teil nach Tagen. Ende Mai beruhigte sich die Lage. Stellungskrieg, Sto\u00dftrupps. In unseren Abschnitt war ja der Fluss Hauptkampflinie (Dnjester). Unsere Feuerstellung war in der N\u00e4he des <strong>Nazareniwaldes<\/strong>. Es wurde wieder abgewechselt. Die Einheiten zur Auffrischung in 2. Linie. Auch vorne war es sehr ruhig. Mussten Fernsprechleitung in Graben verlegen. Wir hatten auch zum Kartenspielen wieder Zeit.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>Juni-Juli. Stellungskrieg t\u00e4glich Fernsprechdienst. Schanzen und Graben, Scheinstellungen bauen. (Wer rastet der rostet oder Schwei\u00df spart Blut.) (Generaloberst <u>Sch\u00f6rner<\/u>). Am 6. Juni erfahren wir von der Alliiertenlandung in der Normandie, wir waren alle der Meinung, jetzt kommt das Kriegsende n\u00e4her. Anfang Juli im Bunker beim <strong>Nazareniwald<\/strong>. Unteroffizier <u>Alfred Wiedenau<\/u>, ein waschechter Schwabe. Einige vom Nachersatz, es waren U.K. [Unabk\u00f6mmlich, Anm. R.L.] gestellte, die nun auch zu den Fahnen mussten. Unteroffizier <u>Strobl<\/u> (Stationsvorstand bei der Bahn), Obergefreiter <u>Riegelsberger<\/u> (Eisenbahn Zugf\u00fchrer und <u>Hastreiter<\/u> auch von der Bahn.)<\/p>\n<p>20.7. F\u00fchrer Attentat. [gescheiterter Attentatsversuch auf Adolf Hitler, Anm. R.L] Es hatte auch auf uns Auswirkungen. Jede Einheit bekam einen verantwortlichen Offizier und Unteroffizier. Meistens bekannte, wegen ihrer nationalsozialistischen Gesinnung. Wir nannten sie \u201ePolitruck\u201c.<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc409082381\"><\/a>22. Juni 1944<\/h2>\n<p>Beginn der sowjetischen Sommeroffensive im Mittelabschnitt. Sie f\u00fchrt zur Zerschlagung des gesamten deutschen Frontabschnitts, wobei 350.000 Mann fallen oder gefangen werden. In dieser und den folgenden Offensiven wird eine planvolle deutsche Verteidigung zunichte gemacht.<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[11]<\/a><\/p>\n<ol start=\"30\">\n<li>Juli. Beginn der Verlegung unserer Division. Abl\u00f6sung.<\/li>\n<\/ol>\n<p>1.8. Den ganzen Tag Regen.<\/p>\n<p>2.8. Verladung in <strong>Kischonew<\/strong> (Bessarabien) Bahntransport \u00fcber <strong>Adjud<\/strong>, <strong>Gymes<\/strong> Pass in den russischen Karpaten. <strong>Madfalva<\/strong> (Szekeler Zipfel) S\u00e4chsischer Regen, <strong>Dejo<\/strong>, <strong>Nagy Banja<\/strong>.<\/p>\n<p>3.8. <strong>Stmarnemeti<\/strong> <strong>Marmarosziget<\/strong>, Tatarenpass ( 931 m) Ausladung in <strong>K\u00f6r\u00f6smezo<\/strong>, Marsch <strong>Worochta<\/strong> <strong>Mykul<\/strong><\/p>\n<p>10.8. <strong>Zin Tatarov, Tamna<\/strong>. Feuerstellung Wechselvolle K\u00e4mpfe. J\u00e4ger greifen den Feind an, am Taworir\u00fccken und um H\u00f6he 988 Meter\/K\u00e4mpfe um <strong>Magura<\/strong> und <strong>Makowica<\/strong>. Russischer Panzerangriff auf <strong>Tareneze<\/strong> Art. Unterst\u00fctzung f\u00fcr J\u00e4ger. Feuerstellung bei <strong>Jamna<\/strong>, aber etwas abseits auf einer Anh\u00f6he. (Am Oberlauf der <strong>Pruth<\/strong>). Ich bin in der Feuerstellung.<\/p>\n<p>Ab 20.8. Wieder Verlegung der 4. Gebirgs-Division. Unser Batterie Marsch bis <strong>Mamarossiget<\/strong>. Dort Verladung auf Bahn.<\/p>\n<ol start=\"14\">\n<li>\u2013 28.8. Bahntransport wieder zur\u00fcck die gleiche Strecke bis in den <strong>Szekeler<\/strong> Zipfel. Um den 20.8. schwenkte Rum\u00e4nien um, und ging nun gegen uns. Wir hatten gro\u00dfes Gl\u00fcck, dass wir aus der <strong>Dnjester<\/strong> Front herausgezogen wurden. Viele deutsche Divisionen die dort lagen, kamen nicht mehr heraus und gingen in Gefangenschaft. Nach Zusammenbruch der S\u00fcdfront war im S\u00fcden keine zusammenh\u00e4ngende Front mehr. So kam der Befehl von oben, die 4. Gebirgs-Division als Feuerwehr nach Siebenb\u00fcrgen zu verlegen und das im Eiltempo.<\/li>\n<\/ol>\n<h2><a name=\"_Toc409082382\"><\/a>R\u00fcckzug \u00fcber Ungarn<\/h2>\n<p>Die Flucht der 4. Gebirgs-Division f\u00fchrt die Soldaten \u00fcber Ungarn in den Westen.<\/p>\n<p>28.8. Nach Ausladung in <strong>Ciskzereda<\/strong> (Szekeler-Abschnitt) kamen die Einheiten sofort wieder in Einsatz. J\u00e4ger verteidigen den <strong>Ojtoz-Pass<\/strong>. 30 Versprengte aus Rum\u00e4nien kamen bei uns an. Feuerstellung aber bald Stellungswechsel und wieder Kilometermarsch. Stellung bei <strong>Homrogd<\/strong>. Ich bin auf Beobachtungsstelle Rum\u00e4nen? (Ungarn?) laufen \u00fcber. Unser Beobachtungsstellen Trupp haut ab. Laut Tilmans, R\u00fcckzug \u00fcber <strong>Sovarad<\/strong>, <strong>Mackfalva<\/strong> und t\u00e4glich Feuerstellung. Ich komme ins Revier zum Tross. Der rechte Zehennagel (gro\u00dfe Zehe) die eiterte, muss mir entfernt werden. So bin ich drei Wochen beim Tross. Diesen R\u00fcckzug aus Siebenb\u00fcrgen fuhr ich auf Bock auf einen H.F. Wagen in Richtung Heimat. Wachtmeister <u>Gensmantel<\/u> war Chef des Trosses. Waren fast t\u00e4glich auf Marsch, aber es ist ein Unterschied, ob man gefahren wird oder marschieren muss. Bis nach Ostungarn! Es waren viele Kilometer. Anfang September: In mehreren Auffangstellungen ging es r\u00fcckw\u00e4rts. Schwere Nachhutgefechte. Vormittag ist mein Kamerad <u>Karrer<\/u> gefallen. Er ist mit mir zur 5. Batterie gekommen. Aber auch Fallen wurden dem nachdr\u00e4ngenden Feind gestellt. Auch das Gel\u00e4nde wurde vermint. Verluste f\u00fcr Freund und Feind. Die Gefechts-Batterie R\u00fcckzug am Anfang September.<\/p>\n<p>Anfang Oktober (\u00fcber <strong>Marosvasarkely<\/strong> <strong>Mihesul<\/strong>. Teils auf rum\u00e4nischen dann wieder auf ungarischem Gebiet <strong>Mezorucks<\/strong>, <strong>Bonzida<\/strong>, des <strong>Alparet Zsibo<\/strong>.)<\/p>\n<p>16.10. Schwere Abwehrk\u00e4mpfe am Abhang des <strong>B\u00fckk<\/strong>-Gebirges (<strong>Erd\u00f6d<\/strong>) Bin wieder bei der Batterie.<\/p>\n<p>17.-21.10. Kurzer Aufbau einer Front ostw\u00e4rts <strong>Szatmarhegy<\/strong>. Erfolgreicher Gegensto\u00df des J\u00e4ger-Bataillon 94 mit Sturmsch\u00fctzen.<\/p>\n<ol start=\"21\">\n<li>und 22.10. Absetzen ostw\u00e4rts <strong>Szatmsrhegy<\/strong>. Etwas ruhiger bis 24.10. Bei <strong>Szatmarmenieti<\/strong>.<\/li>\n<li>und 25.10. Absetzen in Gegend <strong>Gy\u00f6rtelek<\/strong>.<\/li>\n<\/ol>\n<p>26.10. R\u00fcckzug \u00fcber <strong>Fehergymat<\/strong>, <strong>Matezalka<\/strong>. Bei dem R\u00fcckzug durch Ostungarn gab es viele Durchhalteparolen. An H\u00e4usern wurde in gro\u00dfer Schrift gemalt (\u201eSieg oder Sibirien\u201c) Ungarische Deserteure waren aufgeh\u00e4ngt. Grausige Gedanken beim Vorbeimarsch bei Nacht (<strong>Matezalka<\/strong>).<\/p>\n<p>27.10. Im Raum <strong>Nagy Kalo Kiscero<\/strong>. Russe st\u00f6\u00dft mit Panzerverb\u00e4nden zur Thei\u00df und will uns wieder abschneiden. Schwere feindliche Panzer \u00fcberfahren auf der Dammstra\u00dfe <strong>Nagy Kalo<\/strong> <strong>Nyregyhaza<\/strong> (15 Kilometer lang) die Trosse und als wir nach etlichen Tagen \u00fcber die Dammstra\u00dfe zogen, es schaute furchtbar aus. Ungef\u00e4hr 15 Kilometer lang Zugtiere niedergewalzt. Die Wagen ramponiert und \u00fcber die Dammstra\u00dfe geschoben. Die Begleitsoldaten waren zu gro\u00dfen Teilen geflohen. Aber die ganze Strecke ein einziges Chaos. Selbst abgestumpften Landsern war spei\u00fcbel.<\/p>\n<p>30.10 Schwere K\u00e4mpfe. Durchbruch durch feindlichen Vorsto\u00df. Unsere Beobachtungsstelle auf einen Kirchturm. Ungef\u00e4hr ein Armeekorps muss durch die Russen. Dieser gro\u00dfen Wucht m\u00fcsste auch der Iwan weichen. Auch wieder gro\u00dfe Verluste auf beiden Seiten.<\/p>\n<p>31.10. Absetzen in Gegend <strong>Lajos<\/strong>, Bildung eines <strong>Thei\u00df<\/strong> Br\u00fccken-Kopfes.<\/p>\n<ol>\n<li>\u2013 10.11. Absetzen zur <strong>Thei\u00df<\/strong>. \u00dcber <strong>Tiza dob Tizalok<\/strong> nach <strong>Tokaj<\/strong>. Treffen mit 3. Gebirgs-Division. (\u2026)<\/li>\n<\/ol>\n<p>5.11. Hier um <strong>Tokaj<\/strong> gab es einen sehr guten Wein. Aber wir hatten wenig Zeit, dem Vergn\u00fcgen uns hinzugeben. Marsch um Marsch war auf der Tagesordnung. Hier in Ungarn gab es noch gen\u00fcgend Lebensmittel, \u00f6stlich <strong>Pizalok<\/strong> haben wir wieder ein Schwein abgestochen. Zur Aufbesserung der Verpflegung. Also unsere Nachrichtenstaffel ist aktiv. Auch ohne Schwaben. <u>Lois Schneider<\/u> (aus Bramberg) ist Organisator und auch Koch.<\/p>\n<p>10.11. \u00dcber die Theiss. Mitte November Marsch \u00fcber <strong>Sazkad<\/strong> <strong>Sarosbatal. Storalja Uhely<\/strong> in den Raum westlich <strong>Ungwar<\/strong> (<strong>Uschgerod<\/strong>). Auf dem Marsch westlich der Thei\u00df traf ich mehrere Obertrumer. <u>Reichl Stefan<\/u> (Beschlagschmied), <u>Zauner Poidl<\/u> und wieder <u>Erhard Franz<\/u>. Sie waren beim Gebirgs-Regiment 13. Um <strong>Banovar, Lozni und Frisar<\/strong>.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>20.11. R\u00fcckzug von dem Fluss. Sumpfgebiet, viele Kan\u00e4le. 13 Br\u00fccken Feuerstellung bei <strong>Nagy Kapas.<\/strong><\/p>\n<p>22.11. Am Fluss <strong>Bodrog<\/strong>. Ungarn laufen zum Feind \u00fcber. Im Sumpfgebiet am <strong>Bodrgo<\/strong> und <strong>Latoreza<\/strong> waren wir einigerma\u00dfen von Panzern sicher. Daf\u00fcr war Infanterie und Artillerie sehr aktiv. Auf Teile der ungarischen Einheiten war kein Verlass mehr. So entstanden heikle Situationen. Gebirgs-J\u00e4ger-Regiment 91 muss als Feuerwehr bei <strong>Miskolz<\/strong> eingesetzt werden. Wir sind am <strong>Androva<\/strong> Kanal im Feuerstellung Sperrfeuer. Feind greift immer wieder an. Sprengung der gro\u00dfen Br\u00fccke nach unserem Abzug. Wir werden wieder herausgezogen und von loyalen ungarischen Einheiten abgel\u00f6st.<\/p>\n<p>Ende November unsere Abteilung wird im <strong>Hernadtal<\/strong> eingesetzt. Es wird wieder gebirgig (slowakisches Erzgebirge).<\/p>\n<p>30.11. \u2013 12.12. Hauptkampflinie <strong>Halmaj Scobad<\/strong>: Im Raum <strong>Kschau Tornau<\/strong> Abwehrstellung. Ich bin viel in der Vermittlung mit Unteroffizier <u>Bitzer Eugen<\/u>, ein biederer Schwabe aus Tailfingen.<\/p>\n<ol start=\"16\">\n<li>\u2013 17.12 Nach einigen Tagen wieder absetzen nach Westen bei <strong>Rosenau<\/strong>. Abl\u00f6sung durch Ungarn.<\/li>\n<\/ol>\n<p>18.12. 1. Bataillon 13 bei <strong>Tornau<\/strong> eingesetzt im Verband der 1. Division Hauptkampflinie verl\u00e4uft am S\u00fcdrand des slowenisches Erzgebirges. <strong>Tornau<\/strong> wird im Gegensto\u00df wieder genommen.<\/p>\n<p>20.12. Feuerstellung in N\u00e4he von <strong>Pelsoc<\/strong>. Vermittlung in einen Gaisstall, aber wir hatten ein Dach \u00fcber den Kopf.<\/p>\n<p>24.12. \u2013 29.12. Abwehrk\u00e4mpfe bei <strong>Szadelo<\/strong>. Der Feind l\u00e4sst uns auch hier keine Ruhe.<\/p>\n<p>25.12. Weihnachten in <strong>Pelsoc<\/strong>. Feuerstellung am Ortsrand. Christmesse in ungarischer Sprache, aber Stille Nacht, Heilige Nacht nach der Melodie von Franz Xaver Gruber aus meiner Heimat. Schreiben nach Hause. Sind es die letzten Weihnachten in der Ferne. Mein inniges Gebet \u201eO Gott, auf dich vertrau ich, lass mich nicht zu Schanden werden.\u201c Gib mir ein Wiedersehen bei meinen Lieben daheim. Bin in der Vermittlung und viel Zeit zum Schreiben. Kamerad <u>Kolland<\/u> gefallen. Auf St\u00f6rungssuche verwundet und verblutet. Es war ein guter Kamerad.<\/p>\n<p>27.12. Feldgottesdienst mit Divisions-Pfarrer <u>Fakler<\/u>.<\/p>\n<p>29.12. Stellungswechsel \u00fcber <strong>Pelsoc<\/strong> in das Dorf <strong>\u00d6zereny<\/strong>. Vermittlung im Keller eines Hauses. Viele Zigeuner in dieser Gegend. Eine sehr verkommene Bev\u00f6lkerung. Mehrmals auf St\u00f6rungssuche.<\/p>\n<h1><a name=\"_Toc409082383\"><\/a>1945<\/h1>\n<p>Anfang 1945 zieht sich die 4. Gebirgs-Division aus dem <strong>Szekler Zipfel<\/strong> in den Raum <strong>Ungvar<\/strong> zur\u00fcck. Im Raum <strong>Pels\u00f6c-Rosenau<\/strong> kommt es zu weiteren Abwehrk\u00e4mpfen und anschlie\u00dfend zu K\u00e4mpfen in der <strong>Hohen<\/strong> <strong>Tatra<\/strong>. Nach dem R\u00fcckzug nach <strong>Oberschlesien<\/strong> kam es zur Schlacht um <strong><a href=\"http:\/\/www.lexikon-der-wehrmacht.de\/Kasernen\/Wehrkreis08\/KasernenTroppau-R.htm\">Troppau<\/a><\/strong> und zu R\u00fcckzugsk\u00e4mpfen bis hinter die March. Die 4. Gebirgs-Division kapituliert im Mai 1945 vor russischen Einheiten.<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>1.1. Neujahr 1945. Unsere Kanoniere schie\u00dfen Feuer\u00fcberfall \u201eNeujahrssalut\u201c. Feind erwidert.<\/p>\n<p>5.1. Etliche Tage verd\u00e4chtig ruhig. Ist es die Ruhe vor dem Sturm?<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>12.1. Gro\u00dfangriff des Feindes an der ganzen Ostfront. Zwei Stunden Trommelfeuer auf unsere Stellung. Leitung war bald kaputt. St\u00f6rungssuche noch im Feuerzauber, aber vergebens. Es sind lauter Tr\u00fcmmer. Wir laufen wieder in den Keller zur\u00fcck. Eine 12.2 Granate schl\u00e4gt ins Haus, wo wir bei Nacht geschlafen haben. Zwei Zivilistinnen sind tot. <u>Ilonka<\/u>, eine 21. J\u00e4hrige hat es auch erwischt. Gro\u00dfe Verluste durch vernichtendes Feuer. <u>Antfellner Hans<\/u> (aus Obertrum bei den J\u00e4gern verwundet) Wir glaubten, die Welt geht unter. Zwei Stunden h\u00f6llisches Feuer auf Hauptkampflinie und dahinter. Alle Kaliber und aus hunderten von Rohren. Als das Feuer etwas abflaute, machten wir uns wieder auf den Weg, um vielleicht die Strippe doch wieder ganz zu bringen. An einem Abhang vor dem Dorf, flickten wir gerade die Leitung, wieder ein Feuer\u00fcberfall, wir, <u>Schweiger Sepp<\/u> und ich, lagen mitten drin. Vielleicht eine Viertelstunde, in einer Mulde. Rauch und Pulvergestank, Splitter, ein Krachen und Bersten. Aber wir hatten ein riesiges Gl\u00fcck, ein m\u00e4chtiges Schutzengerl ?!!; Fernsprecher geraten beim Abbau der Leitung vom vorgeschoben Beobachtungsposten im Wald auf eine durchgebrochene Gruppe Russen, auch Mongolen waren darunter. Ein Feuersto\u00df aus der Maschinenpistole und ab durch die Mitte. Sie lie\u00dfen sich auf keinen Kampf mehr ein. \u201eZur\u00fcck, zur\u00fcck!\u201c. Am Abend absetzen nach Norden. Mehrere Stellungen bei <strong>Tolsova<\/strong> und <strong>Muranalia<\/strong>. Etliche Male nur ein paar Kilometer.<\/p>\n<p>17.1. Gegenangriff des 2. Bataillons 91 auf <strong>Paskahaz<\/strong>. Das Bataillon wird fast aufgerieben. Durch die gebirgige Gegend war es auch f\u00fcr den Feind nicht so leicht, schneller vorw\u00e4rts zu kommen. Die weiteren Tage im J\u00e4nner wieder Stellungswechsel und Abwehrk\u00e4mpfe.<\/p>\n<p>Ende J\u00e4nner wurden wir wieder abgel\u00f6st. Wir marschierten mit dem ganzen Haufen \u00fcber <strong>Veresko<\/strong> <strong>Dobschau<\/strong> \u00fcber Passstra\u00dfen. Bei dem Marsch in der Slowakei organisierte <u>Lois Schneider<\/u> eines Abends eine gro\u00dfe Lik\u00f6rflasche mit 10 Liter. N\u00e4chsten Tag auf Marsch, es war bitter kalt. Als Medizin gegen die K\u00e4lte trank auch ich \u00f6fters. Es wurde mit tats\u00e4chlich w\u00e4rmer. Meine Kameraden sprachen den W\u00e4rmespender kr\u00e4ftig zu. Und die Folgen und Moral der Geschichte: Ich hatte n\u00e4chsten Tag einen furchtbaren Kater. War einige Tage sehr krank. War es vielleicht die Ursache, dass ich Zeit meines Lebens, heiligen Respekt, vor der unheimlichen Kraft des Alkohols hatte. Mein elendiger Zustand war auch noch sp\u00e4ter Ursache f\u00fcr Spott meiner Kameraden. Marsch weiter \u00fcber <strong>Poprad<\/strong> <strong>Rosenburg<\/strong> der <strong>Arva<\/strong> entlang. <strong>Alt Kubin Trendowin Ketlina Pass<\/strong>. Westlich der hohen Tatra. Es war viel Schnee. Wir bezogen die sogenannte B\u00fcffelstellung bei <strong>Stanzia<\/strong>. In der B\u00fcffelstellung erfahren die Russen hier sind Gebirgsj\u00e4ger. Sie stellen ihren Vorwitz etwas ein. Anfang Februar Abwehrk\u00e4mpfe Sperrfeuer, Leitungsbau auf Skiern. Weil Partisanen waren, durfte ein Mann nicht allein auf St\u00f6rungssuche gehen. Im Abstand und mit Vorsicht, weil die unterbrochene Leitung war einige Male eine Falle.<\/p>\n<p>12.2. Russen greifen wieder an. Sperrfeuer der Batterie.<\/p>\n<p>Ab 12.2. Wird das Gebirgsj\u00e4ger-Regiment 91 mit der 2. Abteilung 9 von uns verlegt (als Feuerwehr?). Die anderen Teile bleiben am <strong>Kotliner Pass<\/strong>. Bis Ende Februar Verlegung und Marsch nach <strong>Rosenberg<\/strong>. Verladung auf Bahn \u00fcber <strong>Sillein<\/strong>. <strong>Tablonizer Pass<\/strong> in den Raum <strong>Ratibor Rybnik Rydultau (Oberschlesien)-<\/strong> In Feuer-Stellung (<strong>Rydultau<\/strong>).<\/p>\n<p>3.3. In Abwehrstellung, der 68. Infanterie-Division unterstellt. War meistens nichts Gutes. Ich bin meistens in der Vermittlung im Keller. Im Kohlenrevier. Dicht besiedelt deutsche Zivilbev\u00f6lkerung. Wir schlafen in einem richtigen deutschen Bett. Anfangs M\u00e4rz kommen auch die anderen Teile der Division zu uns nach Oberschlesien. In <strong>Lislau<\/strong> in Stellung gegangen. Diese Tage waren ruhig.<\/p>\n<p>4.3. Es st\u00fcrmt und schneit. Vermittlung im Keller. Schreiben nach Hause bei Hindenburglicht.<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc409082384\"><\/a>Russische Offensive auf M\u00e4hrisch Ostrau<\/h2>\n<p>Im M\u00e4rz beginnt die blutige Offensive in M\u00e4hirisch Ostrau. Die sowjetischen Truppen besetzten das M\u00e4hrisch Ostrauer Industriegebiet und schafft damit die Voraussetzungen f\u00fcr den Vorsto\u00df in die zentralen Gebiete der Tschechoslowakei.<\/p>\n<p>12.3. Beginnt russischer Offensive auf <strong>M\u00e4hrisch Ostrau<\/strong>. Gewaltiges Feuer auf unseren Stellungen. Schlachtflieger mit Bordkanonen im Endkampf. Angriff abgewehrt.<\/p>\n<p>13.3. Schwerer Nachtangriff auf 3. Bataillon 13 wird fast aufgerieben. Zum Regiment kommen von 800 noch 13 zur\u00fcck.<\/p>\n<p>21.3. Erst jetzt flaute die Offensive etwas ab. Die Division wieder beisammen, das hei\u00dft was noch \u00fcbrig war (Unser Batterie Chef Oberstleutnant <u>Osterwald<\/u>.)<\/p>\n<p>19.3. Kamerad <u>L\u00f6ffelberger<\/u> gefallen durch Bordkanone w\u00e4hrend er auf der Latrine war.<\/p>\n<p>19.3. Ich bin wieder auf vorgeschobenen Beobachtungsposten in einem Haus. Zwei Scharfsch\u00fctzen sind bei uns (von den J\u00e4gern). Ich sehe mit eigenem Auge ihr Handwerk. Getroffener Russe. Es dauert keine zehn Minuten, der Feind deckt uns mit Granatwerfern ein. Offizier ist Wachtmeister <u>Rapp<\/u>. Ende M\u00e4rz muss 1 Bataillon 91. Wieder die 68. Infanterie-Division als Nothelfer. Ende M\u00e4rz etwas ruhiger. Drei Wochen hatte Schlacht um <strong>M\u00e4hrisch Ostrau<\/strong> gedauert. Stark dezimierte Verb\u00e4nde. Kein Nachersatz mehr. Die Trosse ausgek\u00e4mmt. Anfang April unser Nachrichtenstaffelf\u00fchrer Wachtmeister <u>Sch\u00fctz<\/u> (ein Vorarlberger) vermisst.<\/p>\n<ol start=\"16\">\n<li>\u2013 19.4. Stellung um <strong>Seibersdorf Ruptau<\/strong>. Verteidigung der M\u00e4hrischen Senke der 1. Panzer-Armee unterstellt. Neben uns die 3. Gebirgs-Division. Ich bin auf vorgeschobenen Beobachtungsposten als Fernsprecher.<\/li>\n<li>\u2013 28.4. Schlacht um <strong>Troppau<\/strong>. (\u2026)<\/li>\n<\/ol>\n<p>25.4. Wieder Gro\u00dfangriff mit ungew\u00f6hnlicher H\u00e4rte mit Panzer. Und Schlachtfliegern unterst\u00fctzt. Traf nur mehr Reste von Bataillon und Division. Eine Stunde Feuerwalze. Aber Angriff teilweise wieder aufgefangen. Unsere Gebirgs-J\u00e4ger wehrten sich noch immer. Aber es schaute vorne nicht mehr gut aus. Auch wieder starke Ausf\u00e4lle. Immer wieder Feuer\u00fcberfalle aus vielen Rohren. Munition wird bei uns knapp. Artillerie muss schon um jeden Schuss fragen.<\/p>\n<p>26.4. Unsere Nachrichtenstaffel war in einem Wald. Pl\u00f6tzlich wieder ein Feuer\u00fcberfall in dem Wald. Krepierer oben in den Wipfeln, aber auch am Boden. Ich suchte Deckung hinter unter einer Karette. Ein Schlag gegen den linken Ellbogen, der Anorak hatte ein kleines Loch. Eine kleine Verwundung. Nur ein kleiner Streifer. Der Spuk war vorbei. H\u00e4tte auch anders ausgehen k\u00f6nnen. Der Schutzengel war bei mir. Unsere Leitung bis zur Beobachtungs-Stelle konnten wir nicht mehr abbauen. J\u00e4ger und Beobachtungs-Trupp kamen uns schon entgegen.<\/p>\n<p>27.4. Russische Lautsprecher, \u201eGebt den Kampf auf\u201c. Wieder Stellungswechsel (ein Kilometer zur\u00fcck). Feind ist nicht mehr aufzuhalten. Neue Feuerstellung am Rande eines Waldes. Ich bin in einem Deckungsloch mit Telefon. Von hinten schreit einer \u201eHias\u201c. Es ist <u>Gassner Hans<\/u> von den Sanit\u00e4tern, derzeit Alarmkompanie. \u201eKomm herein in mein Domizil\u201c. Russe schie\u00dft mit 12.2. in unsere N\u00e4he. Ein Tag vorher sind von unserer Batterie sechs Mann desertiert, wohin zur\u00fcck, denn ohne Munition h\u00f6rt der Krieg auf (Offizier Bader, Kamerad Heigl)<\/p>\n<p>28.4. Russe schie\u00dft mit \u00fcberschweren Salvengesch\u00fctzen, ganz schwere Brocken. In der N\u00e4he unseres Gefechtstrosse gingen sie nieder. Durch die Wucht der Detonation hatten einige Trommelfelleinrisse, sodass sie fast taub waren, Obwohl die Kameraden in der Hohlstrasse lagen.<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc409082385\"><\/a>Desertion im April 1945<\/h2>\n<p>Ende April 1949 haben Lindner, Schneider und andere Kameraden genug vom Krieg. Sie desertieren und entfernen sich von der Truppe. Dieser Schritt rettet sie wahrscheinlich vor dem sicheren Untergang.<\/p>\n<p>29.4. Russe ist drei Leiten<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\"><strong>[13]<\/strong><\/a> hinter uns. Die Leuchtkugeln bei Nacht verraten es. Ich bin auf Beobachtungsstelle nur ein kleiner Schlauch entlang eines Baches ist offen. Er, der Feind, will uns haben. Gehe bei Nacht mit Essensfahrzeug zur\u00fcck zum Gefechtstross. Unsere sieben Mann von der Nachrichtenstaffel entfernen uns um 11 Uhr nachts von der Einheit. Marsch bis zur D\u00e4mmerung, teils mit Kompass. An <strong>Beneschau<\/strong> und Waagstadt vorbei in den <strong>Oderwald<\/strong>.<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc409082386\"><\/a>30. April 1945 &#8211; Selbstmord Adolf Hitlers im Bunker der Berliner Reichskanzlei<\/h2>\n<p>Am 30. April 1945 beendet Hitler sein Leben durch Selbstmord in seinem Berliner Bunker. Die Nachricht wird erst Stunden sp\u00e4ter im Reichsgebiet verlautet.<\/p>\n<p>30.4. SS [Schutz-Staffel Anm. RL] Streife hinter der Front. Zwei Mann erwischen uns, als wir uns hingelegt hatten, um auszuruhen. Blitzschnell haben wir die Waffen bei der Hand. Sie konnten uns nicht \u00fcberraschen. Sie ziehen vorerst ab, -\u201eWir aber auch\u201c. Tags\u00fcber in einem Dickicht. Aber wie! <u>Sepp Schweiger<\/u> hatte starken Husten. Es war schwer f\u00fcr ihn, den ganzen Tag durchzuhalten. Wir durften uns nicht verraten, weil nach Bekanntschaft mit der Streife. Die suchten bestimmt schon nach uns. \u201eVogelfrei\u201c ist eine gro\u00dfe Belastung. Wir waren nicht die einzigen in diesen Tagen, die entweder versprengt, oder wie wir die Einheiten nicht mehr fanden oder finden wollten.<\/p>\n<p>1.5. Bei Nacht vorbei bei <strong>Odrau<\/strong>. Quellgebiet der <strong>Oder<\/strong>. Keine Russen, aber Angst vor eigenen Streifen.<\/p>\n<p>2.5. Weitermarsch bei Nacht. An <strong>Wei\u00dfenkirchen<\/strong> vorbei. Bei Tag in einer einsamen M\u00fchle versteckt. Wir bekommen Mehlsuppe. Die M\u00fcllersleute haben Mitleid (Obersteutnant <strong>Osterwald<\/strong> gefallen).<\/p>\n<p>3.5. In der N\u00e4he von <strong>Gro\u00df Wisterlitz<\/strong>.<\/p>\n<p>4.5. Wieder versteckt bei Tag. Am Morgen war es wei\u00df (Schneefall) Wir erfahren bei Nahrungssuche, die Amis sind in Salzburg.<\/p>\n<p>5.5. Bei Nacht fast wieder von einer Streife erwischt. Ausl\u00e4ufer des Odergebirges.<\/p>\n<p>6.5. Viele Kolonnen fl\u00fcchten zur\u00fcck. Es ist noch deutsches Sudentenland. Die ganze Nacht auf Marsch.<\/p>\n<p>7.5. Morgens bei D\u00e4mmerung versteckten wir uns in einem Stadel. Wir glaubten, hier sind wir sicher. Unter Stroh haben wir uns verkrochen. Eine Stunde sp\u00e4ter trampelten Soldaten herum auf uns. Wir glaubten, Streifen suchen uns! Aber als einer \u201eAuweh!\u201c schrie, mussten wir heraus. Es waren auch Versprengte wie wir. Sie erz\u00e4hlten, alles f\u00e4hrt, l\u00e4uft. Ganze Kolonnen versprengter Einheiten, alles geht zur\u00fcck. Gekaperte LKW. Gemeinsam hielten wir es im Stadel nicht mehr aus. Ein Kilometer zur Hauptstra\u00dfe und wir hatten noch auf LKWs Platz. Alles auf der Flucht. Versprengte, aber auch noch Einheiten, alles hatten dieselbe Hoffnung, doch noch zum \u201eAmerikaner\u201c zu kommen. Es war aber ein Trugschluss. (Auch die, welche es schafften, wurden, wie wir sp\u00e4ter erfahren mussten, zum gro\u00dfen Teil den Russen \u00fcbergeben.)<\/p>\n<p>Wir fahren mit den LKWs bis <strong>Olm\u00fctz<\/strong>. Dann mit der Bahn \u00fcber <strong>Pro\u00dfnitz<\/strong>, <strong>Konitz<\/strong> nach <strong>M\u00e4hr. Tr\u00fcbau<\/strong>. Wir stehlen uns f\u00fcnf Fahrr\u00e4der f\u00fcr sieben Mann. Es geht \u00fcber <strong>M\u00f6hmisch Tr\u00fcbau, Leitomischl<\/strong>. Wir verlieren uns. Ein Fahrrad gibt den Geist auf.<\/p>\n<p>8.5. Wir sind nur noch drei. Weiter \u00fcber <strong>Cerevice, Luze, Christ Chrumdim bis Tschaslau<\/strong>. Parole hei\u00dft, der Amerikaner ist in Tabor.<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc409082387\"><\/a>Gefangennahme durch die russische Armee<\/h2>\n<p>Der lange, m\u00fchsame R\u00fcckzug der Flucht vor der deutschen Armee scheint kurzfristig zu Ende. Die Salzburger Wehrmachtssoldaten werden von russischen Soldaten aufgegriffen und Richtung Sibirien transportiert. Ein Alptraum ohne Ende.<\/p>\n<p>9.5. Gefangennahme durch den Russen an der <strong>Sazau<\/strong>. Entwaffnung, Uhren saprati (abgenommen). Auch mein letztes Tagebuch Rucksack auch verloren.<\/p>\n<p>10.5. Im Gefangenenzug nach <strong>Vlasim<\/strong>. In <strong>Beneschau<\/strong> zwei Tage in einen Park, 2000 Mann unter schwerer Bewachung. In der Nacht von 10.5. auf 11.5. gab es im Park einen Tumult. Wir Gefangene lagen am Boden, teils schlafend. Ein Offizier in unserer N\u00e4he schrie laut: \u201eDas lassen wir uns nicht gefallen. Deutsche Soldaten steht auf. Vernichtet die Russen.\u201c Er hatte durchgedreht (Verzweiflung). Russischer Posten schie\u00dfen \u00fcber unsere K\u00f6pfe hinweg. Schaurig hallt es durch die Nacht. Etliche sind getroffen. Ein Rufen durch den trostlosen Hausen \u201ebleibt liegen, bleibt liegen.\u201c<\/p>\n<p>12.5. Gefangenenzug zur\u00fcck wieder \u00fcber <strong>Vlasim<\/strong> ungef\u00e4hr 6000 Mann.<\/p>\n<p>13.5. Marsch \u00fcber <strong>Zaradka<\/strong>. Kameraden graben nach eben gesetzten Kartoffeln. Es war besonders gef\u00e4hrlich vom Gefangenenzug zur\u00fcck zu gehen. \u00dcberall bewaffnete Tschechen, die keinen Pardon kannten und sofort das Feuer er\u00f6ffneten. Burschen kaum der Schule entwachsen waren auch darunter. Russische Posten nahmen uns manchmal im Schutz. Im Tag nur einmal Weizensuppe. Wir haben gro\u00dfen Hunger.<\/p>\n<p>14.5. Marsch \u00fcber <strong>Iglau<\/strong>. Parolen gehen von Mann zu Mann.<\/p>\n<ol start=\"15\">\n<li>+ 16.5. Bei Nacht im Freien lagern. Weiter \u00fcber <strong>Gro\u00df-Messeritsch Trebisch. Namis<\/strong>. Keine Verpflegung. Ein mal Weizensuppe. Ich verliere zwei Kameraden von der Batterie <u>Sepp Schweiger<\/u> (aus Donnersbach) <u>Franz Pretterebner<\/u> (aus Bischofshofen).<\/li>\n<\/ol>\n<p>17.5. Bei Nacht immer im Freien. Kann nicht schlafen. Was wird aus uns werden. Nach Sibirien? Bin ganz niedergeschlagen, der Verzweiflung nahe! Jahrelang sind wir gelaufen und haben alle Strapazen auf uns genommen, um ja nicht in die Gefangenschaft zu kommen. Und jetzt? Wenn jetzt nicht ein Wunder geschieht!<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc409082388\"><\/a>Wieder Flucht, diesmal vor der russischen Armee, Mai 1945<\/h2>\n<p>Wieder gelingt die Flucht. Diesmal vor den russischen Soldaten, vor Sibirischen Arbeitslagern. Ein kleines Mondfenster \u00f6ffnet sich f\u00fcr die Salzburger Soldaten in Br\u00fcnn. Und sie nutzen es.<\/p>\n<p>18.5. Parole, \u00d6sterreicher d\u00fcrfen nach Hause! Wir klammern uns an einen (Strohhalm). Bei Tag treffe ich meine zwei Kameraden wieder. Nachmittag zieht ein schweres Gewitter auf. Wir werden gerade durch <strong>Br\u00fcnn<\/strong> getrieben. 5 Uhr. Ein Wolkenbruch geht nieder. Gefangene und Bewacher stellen sich in Hauseing\u00e4nge. Man sieht keine 10 Meter. Einige sehe ich laufen. Wir drei hinterher im str\u00f6menden Regen. Neben H\u00e4userzeilen auf Seitenstra\u00dfen aus <strong>Br\u00fcnn<\/strong> heraus. Kein Posten zu sehen. Im Tempo weiter nach S\u00fcden, weiter, weiter. Wir trennen uns von ungef\u00e4hr 20 Mann. Wir sind nur noch zu Dritt. Die ganze Nacht querfeldein nach S\u00fcden. <u>Sepp Schweiger<\/u> gibt seine Uhr, die er im Schuh versteckt hatte, f\u00fcr einen Laib Brot. \u00dcber die <strong>Thaya<\/strong> weiter in einer langen Nacht. (40 Kilometer Br\u00fcnn-Nikolsburg).<\/p>\n<p>18.5. Au\u00dferhalb von <strong>Br\u00fcnn<\/strong> war ein gro\u00dfes Gefangenenlager bei (\u2026) und in der Tier\u00e4rztlichen Hochschule, wo tausende (\u2026) (Kriegsgefangene) auf Abtransport warteten. \u201eNach Ru\u00dfland und Sibirien\u201c. Jahrelange Gefangenschaft. Sp\u00e4ter w\u00e4re es auch f\u00fcr uns nicht mehr m\u00f6glich gewesen zu fliehen.<\/p>\n<p>19.5. Um 9 Uhr an <strong>Nikolsburg<\/strong> vorbei, wir sahen und sp\u00fcrten keine Grenze. Um 11 Uhr auf \u00f6sterreichischem Boden. In <strong>Drasenhofen<\/strong>. Bei einen Wirt bekommen wir zu essen. Er hatte einen Ochsen geschlachtet, f\u00fcr Durchziehende, war mag diesen Mann bewogen haben? (N\u00e4chstenliebe!)<\/p>\n<p>20.5. In der Nach bei <strong>Falkenstein<\/strong>. Brave Leute geben uns Quartier und Essen.<\/p>\n<ol start=\"20\">\n<li>-21.5. Weiter \u00fcber <strong>Staats<\/strong> s\u00fcdlich <strong>Mailberg, Unterstinkenbrunn. Stronsdorf<\/strong>. Gro\u00dfes Leid der Zivilbev\u00f6lkerung. Besonders der Frauen. Viele russische Soldaten betrachten alles als Beute. J\u00fcngere Frauen und M\u00e4dchen versteckten sich oft, wenn Russen n der N\u00e4he waren. Nicht in jedem Ort waren Russen stationiert.<\/li>\n<\/ol>\n<p>22.5. \u00dcbernachten vor <strong>Hollabrunn<\/strong>, weiter \u00fcber <strong>Ziersdorf<\/strong>. Um Essen bettelten wir. Hohenwarth-Stra\u00df. \u00dcbernachten in einem Pfarrhof. Bei <strong>Hohenwarth<\/strong> gingen wir in einen alleinstehenden Vierkanthof, wegen Essen fragen.<\/p>\n<p>Nichtsahnend \u00f6ffnete ich das Tor. O Schreck. Mehrere Fahrzeuge und russische Soldaten, voll betrunken mit Frauen auf ihren W\u00e4gen. Einer hebt die Buschka (Karabiner) in die H\u00f6he, geht auf mich im Anschlag. Eine junge Frau dr\u00fcckt den Karabiner in die H\u00f6he. Mehr sah ich nicht mehr. Blitzschnell Tor zu und ab und Fersengeld, war mir noch m\u00f6glich war. Was ist, meine zwei Kameraden haben es noch nicht recht mitbekommen. Als wir weiter weg waren, erz\u00e4hlte ich, was ich gesehen hatte. Wir hatten ja noch immer die Uniform an. Zufall oder F\u00fcgung. Treffen dann drei Rot-Kreuz-Schwestern, die auch auf der Flucht waren. N\u00e4chsten Tag verloren wir sie wieder. Mir war sichtlich wohler, denn ich meinte, allein kommen wir leichter durch.<\/p>\n<p>23.5. \u00dcber den <strong>Kamp<\/strong>. Wir m\u00fcssen \u00fcber die Br\u00fccke. Werden von russischen Posten aufgehalten und auf die Ortskommandantur gebracht. Ein Tajwarisch (Genosse) Major verh\u00f6rt uns. Fragt uns, wo wir zu Hause sind. Wir wollen heim nach Salzburg.<\/p>\n<p>\u201eSalzburg Karoscho\u201c. \u201eNo Dawaj Damoj\u201c (Geht nach Hause). Er l\u00e4sst uns wieder laufen. Ein Stein f\u00e4llt uns vom Herzen, wer hat uns diesen Russen geschickt?<\/p>\n<p>\u00dcber <strong>Lengenfeld s\u00fcdlich Gf\u00f6hl nach Brunn am Walde, Albrechtsberg, Marbach<\/strong><\/p>\n<p>24.5. <strong>Kottes, Ottenschlag, Martinsburg, Gutenbrunn in den Weinsberger Wald, B\u00e4renkopf<\/strong>.<\/p>\n<p>25.5. N\u00f6rdlich <strong>St. Georgen nach Pabneukirchen, Zell. Pregarten<\/strong>, das waren die weiteren Orte wo ich vorbeikam. \u00dcber beide Aist, <strong>Gallneukirchen<\/strong>, \u00dcber den Haselgraben. Wenn wir konnten, gingen wir nicht in die Ortschaften. Demarkationslinie war damals Linz-Freistadt (Die Stra\u00dfe). Aber auch noch Orte westlich suchten die Russen heim.<\/p>\n<p>26.5. In <strong>Ottensheim<\/strong> noch \u00fcbernachten. 4 Uhr fr\u00fch mit F\u00e4hre \u00fcber die Donau. Der F\u00e4hrmann fuhr extra f\u00fcr uns. Das letzte gro\u00dfe Hindernis war hinter uns. Ich sage zu meinen Kameraden \u2013 \u201eJetzt bin ich erstmals gl\u00fccklich, weil ich kein Russengesicht mehr sehe\u201c. Wir waren ja wie \u201eFreiwild\u201c. Wie ein Bandit oder Verbrecher mussten wir und heimstehlen. War das der Lohn, f\u00fcr die Gefahren, ja f\u00fcr den Einsatz unseres Lebens. Wir waren ja nicht freiwillig in der Wehrmacht. Eine Verweigerung h\u00e4tte ja auch den sicheren Tod bedeutet. Meine zwei Kameraden gingen nach der Donau (Pasching) in Richtung Kremstal, Pyrnpass. Wurde dort von den Amis gefangen und nach Mauerkirchen gebracht. Nach 5 Tagen wurden sie dort entlassen. Ich ging nun allein in Richtung Salzburg. \u00dcber <strong>Ofterring<\/strong>, <strong>Holzhausen<\/strong> bei <strong>Krenglbach<\/strong> \u00fcbernachten.<\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<h2><a name=\"_Toc409082389\"><\/a>Heimkehr am 29. Mai 1945<\/h2>\n<p>Nach 665 unendlosen Tagen der Odyssee erreicht Lindner endlich seine Heimat in Obertrum. Er ist gezeichnet, m\u00fcde und leer. \u201eAusgelaugt und ausgepumpt\u201c, wird er seinen Zustand selber beschreiben.<\/p>\n<p>29.5. \u00dcber <strong>Helming, Winterreith, Lehen, Bauerneck, Pfarrhof<\/strong> nach Hause. \u00dcber <strong>Obertrum<\/strong> traute ich mich nicht. Die Amis sperrten deutschen Soldaten noch in den H\u00fchnerzaun beim Br\u00e4u. Ungef\u00e4hr um 1 Uhr war ich zu Hause. Mutter war nicht da. Sie war diesen Tag nach Maria Plain gefahren. Vater und Bruder f\u00fchrten gerade das erste Altheu heim. Also ich kam gerade zur Hauptarbeit heim. Ich hatte aber keine Kraft \u201eausgelaugt, ausgepumpt\u201c.<\/p>\n<p>10.800 Kilometer war die 4. Gebirgs-Division marschiert. Die gleiche Zahl an Gefallenen. Eine bedeutend h\u00f6here Zahl an Verwundeten. Viele Kr\u00fcppel und Dauergesch\u00e4digte. Welch ein Wahnsinn so ein Krieg. Und f\u00fcr was? Die vielen, vielen Leiden und Schmerzen, \u00c4ngste (oft der Verzweiflung nahe) mussten durchgehalten werden. Kann man die Zust\u00e4nde, Gegebenheiten niederschreiben? Nein, das geht nicht. Dieses Tagebuch ist nur ein kleiner Versuch \u00fcber ein Einzelschicksal zu berichten. Aber wie viele waren 5-6 Jahre im Einsatz? Mehrmals verwundet. Bei Angriffen die Ersten. Bei Kilometerm\u00e4rschen die Letzten. Wir bei der Artillerie waren oft nicht ganz vorne, wurden leichter abgel\u00f6st, auch hatten wir wieder Zeiten, wo man Mensch sein konnte. Die Millionen von Toten. Ist Ihr Opfer umsonst gewesen? Nur einer konnte uns eine Antwort geben! Die Schuld? Es ist wohl der Mensch selbst in seiner Gottvergessenheit und in seinem Wahn!<\/p>\n<p>Es war ein langer gefahrvoller leidvoller Weg mit vielen Strapazen und Gefahren. Drei Jahre tausende von Kilometer zu Fu\u00df. Aber doch fast gesund, einige kleine Verwundungen. Angeschlagen waren die Nerven, sonst doch gesund. Mit sehr viel Gl\u00fcck und Gottes Schutz konnte ich die geliebte Heimat wiedersehen. Danke meine Lieben f\u00fcr Ihr Gebet. Besonders meiner Mutter. War es Zufall oder F\u00fcgung? Nein, mein Herrgott wollte es so!<\/p>\n<p>Nach einem Tagebuch, aus meinen Briefen, die ich heimschrieb, aber auch aus dem Ged\u00e4chtnis geschrieben. Matth\u00e4us Lindner.<\/p>\n<p><u>Nachtrag:<\/u><\/p>\n<p>(\u2026)<\/p>\n<p>Die sieben Mann, die mit mir desertiert sind: Schneider, Schweiger, Urbauer, Pretterebner, Timischl, S\u00fcssenbacher und Ich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<h1><a name=\"_Toc409082390\"><\/a>Quellen:<\/h1>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[1]<\/a> Der Elburs ist mit 5.642 Meter H\u00f6he der h\u00f6chste Berg des Kaukasus und Russlands.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[2]<\/a> Vgl. <a href=\"http:\/\/www.lexikon-der-wehrmacht.de\/Gliederungen\/Gebirgsdivisionen\/4GebD.htm\">http:\/\/www.lexikon-der-wehrmacht.de\/Gliederungen\/Gebirgs-Divisionen\/4GebD.htm<\/a> (1.1.2015)<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[3]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/zweiter-weltkrieg\/kriegsverlauf\/sommeroffensive1\">https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/zweiter-weltkrieg\/kriegsverlauf\/sommeroffensive1<\/a> (1.1.2015)<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[4]<\/a> Vgl. <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/zweiter-weltkrieg\/kriegsverlauf\/kaukasus\">https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/zweiter-weltkrieg\/kriegsverlauf\/kaukasus<\/a> (1.1.2015)<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[5]<\/a> Sukhumi ?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/@44.7923519,41.0983849,6z\/data=!5m1!1e4\">https:\/\/www.google.com\/maps\/@44.7923519,41.0983849,6z\/data=!5m1!1e4<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[6]<\/a> Protze ist ein Karren zum Transport eines Gesch\u00fctzes<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[7]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.museum-karlshorst.de\/de\/dauerausstellung\/21.html\">http:\/\/www.museum-karlshorst.de\/de\/dauerausstellung\/21.html<\/a> (2.1.2015)<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[8]<\/a> Vgl. <a href=\"http:\/\/www.lexikon-der-wehrmacht.de\/Gliederungen\/Gebirgsdivisionen\/4GebD.htm\">http:\/\/www.lexikon-der-wehrmacht.de\/Gliederungen\/Gebirgs-Divisionen\/4GebD.htm<\/a> (1.1.2015)<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[9]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.museum-karlshorst.de\/de\/dauerausstellung\/21.html\">http:\/\/www.museum-karlshorst.de\/de\/dauerausstellung\/21.html<\/a> (2.1.2015)<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[10]<\/a> Vgl. <a href=\"http:\/\/www.lexikon-der-wehrmacht.de\/Gliederungen\/Gebirgsdivisionen\/4GebD.htm\">http:\/\/www.lexikon-der-wehrmacht.de\/Gliederungen\/Gebirgs-Divisionen\/4GebD.htm<\/a> (1.1.2015)<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[11]<\/a> <a href=\"http:\/\/www.museum-karlshorst.de\/de\/dauerausstellung\/21.html\">http:\/\/www.museum-karlshorst.de\/de\/dauerausstellung\/21.html<\/a> (2.1.2015)<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[12]<\/a> Vgl. <a href=\"http:\/\/www.lexikon-der-wehrmacht.de\/Gliederungen\/Gebirgsdivisionen\/4GebD.htm\">http:\/\/www.lexikon-der-wehrmacht.de\/Gliederungen\/Gebirgs-Divisionen\/4GebD.htm<\/a> (1.1.2015)<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[13]<\/a> Wahrscheinlich ist hier \u201eLeiten\u201c im Sinne von H\u00fcgel oder Hang gemeint.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tagebuch von Matth\u00e4us Lindner aus dem 2. 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