{"id":260,"date":"2016-05-31T11:22:07","date_gmt":"2016-05-31T09:22:07","guid":{"rendered":"https:\/\/agt.624.mytemp.website\/rlwp\/?p=260"},"modified":"2025-02-28T10:37:15","modified_gmt":"2025-02-28T09:37:15","slug":"julius-weikl-tagebuch-1-weltkrieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/2016\/05\/31\/julius-weikl-tagebuch-1-weltkrieg\/","title":{"rendered":"Julius Weickl, Tagebuch 1. Weltkrieg"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Kriegstagebuch 1. Weltkrieg: Julius Weickl wird am 7. J\u00e4nner 1897 in Bruck an der Gro\u00dfglocknerstra\u00dfe (Land Salzburg) geboren. 1921 wird er zum Priester geweiht. Von 1933 bis 1937 ist er Pfarrer in Dienten, von 1937 bis 1948 Pfarrer in Bramberg, von 1948 bis 1969 Pfarrer in Taxenbach. Weickl stirbt 1969 in Schwarzach.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>(c) Rudolf Leo<\/p>\n<h4>Anmerkung RL: Verwendung von Bildern und Texten nur mit ausdr\u00fccklicher Genehmigung des Autors.<\/h4>\n<p><strong>TAGEBUCH 15. Juli 1915 bis 25. November 1918<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>MEINE MILIT\u00c4RZEIT<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abschrift aus den gef\u00fchrten Tageb\u00fcchern. Ist aber oft sehr l\u00fcckenhaft, weil einige Tagb\u00fccher verloren gegangen sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"15\">\n<li>Abschnitt 15. Juli 1915 bis 19. M\u00e4rz 1917<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wegen bei Mai-Offensive verlorener Tageb\u00fccher sehr kurz und l\u00fcckenhaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>EINLEITUNG:<\/h3>\n<p>Der so pl\u00f6tzlich ausgebrochene Krieg dauerte schon \u00fcber ein Jahr, als auch ich unter die Fahnen musste. Unendlich viele kostbare Menschenleben hatte der grausame Krieg schon gekostet. Was das eigentliche Milit\u00e4r schon ziemlich hingemordet, so musste es eben ersetzt werden durch \u00e4ltere und j\u00fcngere Jahrg\u00e4nge. Auf diese Weise gezwungen, kam am 20.Mai die Musterungspflicht der Jahrg\u00e4nge 1897.<\/p>\n<p>Am 25. Juni hatte ich die Musterung in Salzburg. Es waren acht Mitsch\u00fcler, ich mit \u201eW\u201c der letzte und \u00fcberhaupt einer der letzten von allen Musterungspflichtigen. Und gerade das ist mir eben zum Verh\u00e4ngnis geworden.<\/p>\n<p>Um 8 Uhr begann die Musterung. Fast alle lie\u00df man laufen. Von meinen Kollegen waren nur 3 behalten. St\u00e4rkere als ich wurden als untauglich erkl\u00e4rt. So war es mir fast schon zur Gewissheit, dass ich untauglich sein werde; ich war zwar gesund, aber klein und schwach. Doch als es gegen Ende ging und man sah, dass man die geforderte Zahl noch lange nicht erreicht hatte, wurde jedes M\u00e4nnlein behalten, sodass meine Hoffnung diesmal wenigstens frei zu gehen, immer mehr sank und die Entt\u00e4uschung nicht gar so gro\u00df war, als Herr Doktor nach ganz fl\u00fcchtiger Untersuchung mich als behalten erkl\u00e4rte. Ich machte zwar eine Einwendung, dass ich an Blinddarm leiden w\u00fcrde, aber nat\u00fcrlich ohne Erfolg.<\/p>\n<p>Mit 2 ganz \u2026 Gef\u00fchlen verlie\u00df ich den Musterungssaal. Auf der einen Seite f\u00fchlte ich mich geschmeichelt, dass nur ich mit 3 anderen von den Kollegen behalten wurde. Das noch mehr, als sie mich dann abholten und mich mit Blumen meinen Hut schm\u00fcckten. Auf der einen Seite bem\u00e4chtigte sich meiner eine Art Angstgef\u00fchl.<\/p>\n<p>Schlecht w\u00e4re es mir bald ergangen nach der Stellung. Das Geld hatte ich meinen Kollegen gegeben, dieser war aber fort gegangen und kam erst wieder um 12 Uhr zur Eidleistung. Wir die die Letzten zur Musterung waren, durften vor der Eidleistung nicht mehr fortgehen. Aber alle, die noch keinen \u201eStellungsbuschen\u201c hatten, wurden vielfach etwas unsanft hinausge\u2026. Und dies w\u00e4re auch mir bald passiert. Sodass ich dann herzlich froh war, als mein Geldmann um halbzw\u00f6lf endlich kam.<\/p>\n<p>Um 12 Uhr war dann Eidesleistung und einzelne Bestimmungen. Uns Einj\u00e4hrigen wurde gesagt, dass diejenigen, welche das Einj\u00e4hrigen-Jahr machen wollen, sich sofort assentieren m\u00fcssen. Das war aber nichts anderes als eine Bauernf\u00e4ngerei. Diese Bestimmung war n\u00e4mlich nur in Salzburg bekannt. So mussten wie schon am 15. Juli 2015 einr\u00fccken, w\u00e4hrend die anderen erst am 15. Oktober einger\u00fcckt sind. Da wir erst am 28.Juli Schulschluss hatten, waren einmal sie sch\u00f6nen Ferien hin, aber was noch wertvoller gewesen w\u00e4re, war n\u00e4mlich die 7. Klasse, welche ich bis Oktober besuchen h\u00e4tte k\u00f6nnen und f\u00fcr die ich dann das Zeugnis bekommen h\u00e4tte. Auch h\u00e4tte ich fr\u00fcher Matura machen k\u00f6nnen. Die Schicksalswege sind unerforschlich. Nach gr\u00fcndlicher Ausnutzung dieser kurzen Ferientage und den n\u00f6tigsten Vorbereitungen ging es hinein ins hei\u00dfe Leben.<\/p>\n<p>Der 15. Juli war Einr\u00fcckungstermin, bin ich auch nicht gern fortgegangen, aber ich habe mich tapfer gezeigt wegen meiner guten Mutter, die schon den 4. Sohn in den Krieg ziehen lassen musste mit schweren Herzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eGott mit uns\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"15\">\n<li><strong> Juli bis 30.August 1915<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sammelplatz war die Franz-Josef-Kaserne. Nach langen, langen warten wurden wir endlich aufgeteilt zu den Ersatzkompanien, ich kam zur 3. Kompanie im Gasthof zur Rose. Dort wurde uns gesagt, sie k\u00f6nnten mit uns nichts anfangen. So war es 3 Tage. Dann wurden wir ausger\u00fcstet und der Einj\u00e4hrigen-Abteilung in der Aula \u00fcbergeben.<\/p>\n<p>Gott sei Dank, nun wusste man wenigstens einmal, wo man hingeh\u00f6rt. Am n\u00e4chsten Tag ging auch gleich strammes Arbeiten an. War auch sehr froh darum.<\/p>\n<p>Ich gew\u00e4hnte mich rasch in die Verh\u00e4ltnisse hinein. Und ich konnte mir sagen, dass es besser gekommen ist, als wie ich es mir vorgesellt habe. Ich war ganz zufrieden. \u00dcber die Sonntag fuhr ich fort immer nach Hallein.<\/p>\n<p>Auch am 29. War ich wieder in Hallein. War gerade um 10 Uhr fortgegangen, als das Telegramm gekommen war, dass Vater gestorben sei. So bekam ich das Telegramm erst Sonntag Abends und konnte leider nicht mehr wegfahren.<\/p>\n<p>Von Seiten der Vorgesetzten war man sehr lieb gegen meiner, was mir schon ein kleiner Trost war.<\/p>\n<p>Montag Nachmittags fuhr ich nach Hause. Wie mir da war, kann ich nicht schildern. Ich hatte ihn ganz gesund verlassen, glaubt ihn auch jetzt noch ganz gesund, da ich von seiner Krankheit nichts wusste, und inzwischen sollte ich das treue Vaterherz nicht schlagen sehen, sollte ihn nur mehr auf dem Totenbett sehen, o welcher Schmerz. Wenn ich dann noch an die Mutter dachte, 4 S\u00f6hne beim Milit\u00e4r, schon im Feld, einer im Spital und jetzt den Vater auf der Totenbahre.<\/p>\n<p>Als ich das Vaterhaus betrat, glaubt ich das Herz&nbsp; m\u00fcsse mir brechen. Die rostworte f\u00fcr Mutter sind mir alle entschwunden.<\/p>\n<p>Meine Kr\u00e4fte reichen nicht hin, um das n\u00e4chste halbwegs niederzuschreiben das zu Buch zu bringen, was ich f\u00fchlte \u2026 anderen sah.<\/p>\n<p>Das Begr\u00e4bnis war sehr sch\u00f6n, obwohl gerade in Zell am See Stellung war. Viele Verwandte. J\u00e4ger trugen ihn zum letzten Ruhebett. \u2026. Pepi und Alois konnten nicht kommen.<\/p>\n<p>Aber Gotteshilfe ging auch diese Tr\u00fcbsal vorbei.<\/p>\n<p>Nach 4 traurigen Urlaubstagen r\u00fcckte ich wieder in Salzburg ein. Die regelm\u00e4\u00dfige Arbeit war mir ein gro\u00dfes Linderungsmittel.<\/p>\n<p>Recht viel Neues gab es nicht in der Einj\u00e4hrigen-Abteilung. Eine angenehme Abwechslung waren die Gefechts\u00fcbungen.<\/p>\n<p>Weniger angenehm waren die Wachen an Sonntagen. Ich hatte hierin viel Gl\u00fcck, hatte meistens nur Sonntag Vormittag Dienst, war dann nachmittags frei. So kam immer n\u00e4her die Zeit, wo wir zum ersten Mal unsere sch\u00f6ne Garnisonsstadt mit dem rauchigen Steyr vertauschen werden. Nach neuer Ausr\u00fcstung ging es am 30. August nach Steyr in die Offiziersschule.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>30.August 1915 bis 30.November 1915<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach der Rekrutenausbildung in Salzburg kam die Ausbildung zum Offizier in Steyr. Ist der Aufenthalt in Steyr wegen der vielen Arbeiter nicht angenehm und teils auch sehr schmutzig, so hat sie doch auch viel Sch\u00f6nes. Ein sch\u00f6nes Bild bot die Stadt von der Br\u00fccke aus. Der Zusammenfluss von Steyr und Enns war auch ganz h\u00fcbsch. Die Umgebung war im allgemeinen ganz lieblich. Es sei nur St. Ulrich mit dem guten Bier erw\u00e4hnt.&nbsp; Trotz alledem h\u00e4lt es keinen Vergleich aus mit Salzburg.<\/p>\n<p>Was das Leben in Steyr betrifft, so muss ich sagen, dass hier fast lauter Schattenseiten zu berichten werden.<\/p>\n<p>Ich will nur einiges niederschreien, was mir f\u00fcr immer zeigen soll, dass das Steyr-Leben f\u00fcr mich das qualvollste der ganzen Dreieinhalb-j\u00e4hrigen Milit\u00e4rdienst war. Wir hatten sehr viel und strenge Arbeit, aber das macht mir nichts, das war ich schon gewohnt. Auch die materielle Not machte sich stark f\u00fchlbar, unter die ich oft nat\u00fcrlich litt.<\/p>\n<p>Wohl aber machten mich tief ungl\u00fccklich die Anfeindungen, Verspottungen auf religi\u00f6s, sittlichem Gebiet. Das Mitansehen des schauerlich unsittlichen Lebens. Hier lernte ich die Welt einmal kennen in ihrer ganzen Verderbtheit. Dass hier nicht elend zugrunde ging verdankt ich nur \u00fcbernat\u00fcrlicher Hilfe. Ein zweiter Punkt, der mir die Zeit in Steyr zur schrecklichsten machte, war die ungerechte Behandlung von Seite unseres Zugskommandanten. Fort und fort wurde ich wegen meiner Religion, Sittenstrenge und weil ich mir keine Extraw\u00fcrste leisten konnte, zur\u00fcckgesetzt. Der vorgegebene Grund war, weil ich nicht das unbedingte Einj\u00e4hrige Rechte. Die Krone wurde diesem Unrecht ausgesetzt durch eine geradezu gemeine Beschreibung, die ich sp\u00e4ter zuf\u00e4llig erfuhr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diesem gegen\u00fcber arbeitete ich wirklich flei\u00dfig und unverdrossen, aber ohne Erfolg und Anerkennung. Obwohl meine F\u00fc\u00dfe schon ganz offen waren und beim marschieren gro\u00dfe Schmerzen litt und meine Kollegen alle sagten, ich soll zur Marodenvisite gehen, hielt ich doch standhaft aus. Bei Major B\u00f6hm, den Kommandanten, getraute ich mich nicht zu beschweren, obwohl er ein guter gerechter Kommandant war.<\/p>\n<p>Er nahm an mir theoretische Pr\u00fcfung \u00fcberhaupt keine vor. Schriftliche Pr\u00fcfungen wie andere Z\u00fcge hatten wir leider nicht. Praktisch hatte ich einmal ein Zugskommando bei einer Ferain\u00fcbung, die nicht gerade gl\u00e4nzend ausfiel, aber doch auch, wie Herr Oberleutnant Mung sage, vieles Gute hatte. Jeder macht eben Fehler.<\/p>\n<p>So sehnte ich mit ganzem Herzen jenen Tag herbei, wo wir wieder unser sch\u00f6nes Salzburg begr\u00fc\u00dfen durften.<\/p>\n<p>Der einzige Lichtblick vom ganzen Steyr-Aufenthalt war, dass man bei den Bauern billig Obst usw kaufen konnte und geschenkt bekam. Und da\u00df ich mich gegen sp\u00e4tere religi\u00f6s-sittliche Gefahren und Angriffe mit starken Gegenmittel gewappnet war.<\/p>\n<p>Endlich- wie ja alles auf Erden \u2013gingen auch diese Qual vor\u00fcber. Am 30. Oktober sollten wir Salzburg wieder sehen.<\/p>\n<p>Am 29. Wurden uns die Erfolge mitgeteilt. Ich war mit noch vielen anderen von unseren 5. Zug des Oblt. Mung theoretisch und praktisch durchgeflogen.<\/p>\n<p>W\u00e4ren alle anderen Z\u00fcge mit ihren Kommandanten wegen der guten Erfolge noch einen Abschiedsabend machten, hielten wir uns von jeder Dankesbezeugung fern. Mit Blumen geschm\u00fcckt fuhren wir von Steyr, trotz des Verbots. Selbst am Bahnhof lie\u00dfen wir Herrn Mung stehen und als er kam und von uns Abschied nahm, blieben wir auch ganz kalt.<\/p>\n<p>So schieden wir von Steyr mit schlechten Zeugnissen, aber doch froh, von dieser Pein los zu sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eAlles nimmt ein Ende.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.November bis 14. Dezember 1916<\/strong><\/p>\n<p>Nach dieser f\u00fcr mich furchtbaren Steyrer Zeit kam wieder eine angenehme Zeit. Ich kam zuerst trotz meiner schlechten Erfolge in Steyr in den Aspiranten Kurs unter Hauptmann Beer, wo es uns recht gut ging. Sehr viel freie Zeit, die ich flei\u00dfig benutzte f\u00fcr besuche, wo es mir immer ganz gut ging. Zu Allerheiligen war ich in Hallein. Auch in Obertrum war ich einmal. Doch bald kam zur 3. Ersatzkompanie. Wo ich zum 4. Rekrutenzug kam unter \u2026 Schneeweis. Auch hier ging es mir sehr gut. Ich wurde hier sehr gut behandelt und lernte in dieser kurzen Zeit mehr als in Steyr. Ich bekam einen Schwarm zur Ausbildung. Man war mit mir in dieser Ausbildung zufrieden. Wie einem eine solche Anerkennung nach so viel Entt\u00e4uschungen wohl tut, l\u00e4sst sich denken. Ich hatte \u00f6fter Schule. Und dieses selbst\u00e4ndige Arbeiten war sehr gut f\u00fcr mich, ja es war mir n\u00fctzlicher als der Aspirantenkurs, wo ich doch wieder \u2026 w\u00e4re. Dienst hatte ich selten oder wenigstens nicht an Samstagen und Sonntagen. So war ich an Sonntagen immer frei.<\/p>\n<p>So f\u00fchlte ich mich in dieser Lage sehr gl\u00fccklich und zufrieden. Meine Wohnung hatte ich im Gasthof zur Rose mit Einj\u00e4hrigen. Auch Lienbacher, mit dem ich dort sehr viel Karten spielte und Schwabl wohnten dort.<\/p>\n<p>Eines sch\u00f6nen Tages hie\u00df es nun, wer von den 6 Einj\u00e4hrigen der 3. Kompanie meldet sich zur Marschkompanie. Es wurden n\u00e4mlich 4 Chargen gebraucht. Da sich schnell 4 meldeten, denen es weniger gut ging, kam ich nur zur Marschformation. Durch das Treiben des Feldwebel Haring kam aber auch ich am 2. Dezember dazu.<\/p>\n<p>Am 3. Dezember wurde ich ausger\u00fcstet und am 8 bis 9 Dezember fuhr ich geschwind beim, u Abschied zu nehmen. Am 9. Dezember waren wir bereits marschbereit. Kompaniekommandant war Lt. Kraft. Mein Zugskommandant, wo ich den 3. Schwarm hatte, war ein sehr netter lustiger Herr Farner.<\/p>\n<p>Ausserdem waren noch hier Herr Mayr und Hirner. Weniger angenehm war der Zugskommandant des 4. Zugs., besonders f\u00fcr die Einj\u00e4hrigen schlecht.<\/p>\n<p>Ich behielt meine Wohnung bei bis zum Abmarsch durch die G\u00fcte und F\u00fcrsprache des Lt. Kraft und \u2026 Farner. Selbst als wir am 10. Dezember marschbereit waren und niemand das Lager verlassen durfte, konnten wir ohne weiteres nach Hause gehen. Auch hier gew\u00f6hnte ich mich rasch in das Leben hinein. Wollte uns Einj\u00e4hrigen auch die \u2026.-Chargen \u00fcberall ausnutzen, die Zugskommandanten halfen uns \u00fcberall.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"14\">\n<li><strong> Dezember bis 12. Mai 1916<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>\u201eF\u00fcr Gott, Kaiser und Vaterland\u201c<\/p>\n<p>Nach kurzem Abschied aller Verwandten, Bekannten, besonders auch der Professoren und der allernotwendigsten Ausr\u00fcstung wurde das 17. Marschbataillon&nbsp; am 14. Dezember, Sonntag 12 Uhr fr\u00fch einwaggoniert nach Ru\u00dfland.<\/p>\n<p>Voll frohen Mutes erf\u00fcllt mit Gottvertrauen, geschm\u00fcckt mit Blumen verlie\u00df ich nun zum zweiten Mal die sch\u00f6ne Garnisonstadt Salzburg. Wer wei\u00df, ob f\u00fcr kurz oder lang oder vielleicht gar f\u00fcr immer.<\/p>\n<p>Wegen der fr\u00fchen Morgenstunde hatten wir nicht viel Begleiter, aber doch immerhin eine sch\u00f6ne Zahl. Einwaggonierung ging klaglos vor\u00fcber. Der Bahnhof f\u00fcllte sich immer mehr von \u2026 Oberst \u2026 hielt noch eine kurze Ansprache, dann kam die Kaiserhymne. Unter den Kl\u00e4ngen \u201eVater, ich rufe dich,\u201c setzte sich der Zug in Bewegung. Ein Sturm von Heils, Hurras durcht\u00f6nte die Luft.<\/p>\n<p>Hier sei noch erw\u00e4hnt, dass wir den ersten Abmarsch schon am 6. Dezember hatten, wir kamen aber nicht weiter wie bis Attnang-Puchheim, wo wir nat\u00fcrlich unter gro\u00dfen Jubel den Befehl erhielten, zur\u00fcck nach Salzburg. Nat\u00fcrlich wurden die verschiedensten Meinungen laut. Selbst an einen Waffenstillstand dachte man. Die h\u00e4ufigste Meinung war, dass wir nach Italien kamen. Unter gro\u00dfem Jubel der Bev\u00f6lkerung zogen wir in Salzburg ein, ich ging schnell wieder zur Rosa und bekam wieder mein Zimmer. N\u00e4chster Tag war Rasttag. Jetzt was es mir auch m\u00f6glich, noch nach Hause zu fahren.<\/p>\n<p>Unsere Hoffnung, Weihnachten wenn schon nicht zu Hause feiern zu k\u00f6nnen, so doch in Salzburg, ging leider nicht in Erf\u00fcllung, denn am 14. War.<\/p>\n<p>Abreise ohne R\u00fcckkehr.<\/p>\n<p>Wir hatten sch\u00f6nes herrliches Wetter und nicht gar kalt. Die Fahrt durch Ober\u00f6sterreich tat dem Auge nichts besonderes, immer dasselbe Bild. In Attnang war Abendmahl. Sch\u00f6ner wurde die Fahrt am 15.12. durch Nieder\u00f6sterreich, besonders von St. P\u00f6lten an. Sehr nette liebliche bewaldete H\u00f6hen, geschm\u00fcckt mit lieblichen kleinen Ortschaften und einzelnen Villen. Gegen S\u00fcden hin war es auch ziemlich eint\u00f6nig. So kamen wir gegen Abend nach Wien, wo wir 3 Stunden Aufenthalt hatten, wo wir allerlei Kleinigkeiten bekamen. Dann ging die Fahrt \u00fcber Gran durch Ungarn. Da es bald dunkel war, sahen wir eigentlich von dem sch\u00f6neren Teil des zu durchquerenden Ungarn nicht viel. Am n\u00e4chsten Tag waren wir mitten in der gro\u00dfen Ebene. Weit und breit kein-Baum, kein Dorf, nur hie und da ein gro\u00dfer Strohhaufen und dann wieder einmal ein gro\u00dfer Gutshof. Die D\u00f6rfer schauen elend aus. Schlechte ebenerdige H\u00e4user aus Lehm. Die Stra\u00dfen \u00e4u\u00dferst schlecht. Gegen Abend kamen wir in die Karpaten, wo wir auch wieder eine teils sch\u00f6ne abwechslungsreiche Fahrt verschlafen haben.<\/p>\n<p>Einen m\u00e4chtigen Eindruck macht auf mich die Theis, die sehr breit ist, weil unreguliert und m\u00e4chtige Inseln bildet. Das Wasser ist schlammig und ganz dunkelbraun.<\/p>\n<p>Als uns am 17.12. die Sonne wieder ihr Licht spendete, waren wir so ziemlich auf der Pa\u00dfh\u00f6he. War auch die Gegend ganz interessant, die Bauart der D\u00f6rfer und H\u00e4user und die Bev\u00f6lkerung \u2026 zog aber doch vielmehr die Kriegsspuren, die hier schon zu finden waren, auf sich. Im Tale drunten \u00fcberall zerst\u00f6rte Br\u00fccken, auf den H\u00f6hen Heldenfriedh\u00f6fe, \u00fcberall abgebrannte H\u00e4user und ganze D\u00f6rfer. Aufgew\u00fchlte Erde und auch Sch\u00fctzengr\u00e4ben konnte man sehen. Besonders reichlich waren Abh\u00e4nge der H\u00f6hen mit Drahtverbau geschm\u00fcckt. War ja doch hier der Ru\u00df bereits eingedrungen gewesen in Ungarn. Die verschiedensten Gef\u00fchle weckte dieser Anblick in mir Aber sie waren nicht im Stande, mir meinen guten Mut zu nehmen.<\/p>\n<p>Dieser Anblick bot sich uns dann wieder dar, durch ganz Galizien, das eben nur dadurch unsere Aufmerksamkeit auf sich zog, da es ja sonst an Einf\u00f6rmigkeit der gro\u00dfen ungarischen ebene nicht nachsteht.<\/p>\n<p>Waren die H\u00e4user in den Karpaten auch klein, waren sie im Allgemeinen wenigstens sauber gebaut. Die Kinder liefen hier barfu\u00df, obwohl es ziemlich kalt war, umher. Ob aus Gewohnheit oder aus Not, wei\u00df ich nicht. Jedenfalls mussten sie gro\u00dfe Not haben, weil sie uns f\u00fcr jedes St\u00fccklein Brot innigst dankten. Sie bekamen ziemlich viel, wir hatten ja genug Brot.<\/p>\n<p>So waren in Galizien die H\u00e4user die reinsten Schweinest\u00e4lle, vielleicht sind unsere St\u00e4lle sauberer. Voll Schmutz sind auch die Leute, besonders die Kinder, die uns allerlei Wei\u00dfgeb\u00e4ck auf die Bahnh\u00f6fe brachten. Ganz selten sieht man irgendwo ein besseres Haus. Unter der Invasion der Russen hat es nat\u00fcrlich viel gelitten, besonders die Bahnanlagen waren alle zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Als wir gegen das viel umstrittene Przemysl kamen, \u00fcberraschte uns leider die Nacht. Daf\u00fcr konnten wir uns n\u00e4her Lemberg ansehen, das gar nichts gelitten hatte, sie ist eine sehr sch\u00f6n gebaute Stadt, prachtvolle Geb\u00e4ude, sch\u00f6nes Pflaster. Man sollte es nicht f\u00fcr m\u00f6glich halten, eine halbe Stunde au\u00dferhalb dieser Schmutz und hier diese Pracht und Herrlichkeit. Besonders das Theater und der Bahnhof sind Prachtbauten. W\u00e4hrend unseres 4 st\u00fcndigen Aufenthaltes, wo wir eben ein wenig in die Stadt gingen, brach ein Brand aus am Bahnhof, der mit Hilfe unseres Bataillons aber bald gel\u00f6scht war. Ich h\u00e4tte mich in den gro\u00dfen Bahnhof bald nicht mehr zurecht gefunden und hatte schon Angst, dass ich vielleicht zu sp\u00e4t komme.<\/p>\n<p>Nach Lemberg hatten wir noch eine Nacht und einen Tag und wir waren in Wladimir Wolinsky angelangt. Ein Name, der mich immer \u00e4rgert, wenn ich ihn h\u00f6re, hier machte ich das erste Mal Bekanntschaft mit den H\u00e4rten des Krieges.<\/p>\n<p>Unsere Reise war kurz:<\/p>\n<p>Salzburg&nbsp; &#8211; Linz 14. Dez.<\/p>\n<p>Linz \u2013 Wien \u2013 Pre\u00dfburg \u2013 Gran 15. Dezember.<\/p>\n<p>Budapest \u2013 Miskolz 16. Dezember<\/p>\n<p>Karpatenpa\u00df \u2013 Lupko\u2026. 17. Dezember<\/p>\n<p>Przemysl \u2013 Grodek \u2013 Lemberg 18. Dezember<\/p>\n<p>Ravaruskor \u2013 Sokal Wladimir 19. Dezember<\/p>\n<p>In Wladimir Wolinsky war es das erste Mal, dass ich Heimweh bekommen hab. Es war aber kein Wunder, die Verh\u00e4ltnisse mu\u00dften es bringen. Das Weihnachtsfest zum ersten Mal in weitere Ferne in fremder Welt. Zu feiern unter solchen Umst\u00e4nden mu\u00df einem traurig stimmen. Noch dazu war es uns nicht m\u00f6glich, auch nur Kartengr\u00fc\u00dfe aus der Heimat zu bekommen. Die Christbaumfeier konnte nicht die richtige Weihnachtsstimmung ausl\u00f6sen. Herr Oblt Riedl, der hier das Kompaniekommando \u00fcbernahm, hielt eine kurze Ansprache, die von den Landlern \u00fcberhaupt nicht verstanden wurde und geradezu ein Hohn war gegen\u00fcber seinem Benehmen.<\/p>\n<p>Er hatte die Frechheit, neben dem Christbaum 2 anzubinden. Das trug nat\u00fcrlich auch nicht bei, um Weihnachtsstimmung in uns hervorzurufen.<\/p>\n<p>Ist es der Kompanie unter Lt. Kraft gut gelungen, so ging es uns jetzt unter der neuen F\u00fchrung umso schlechter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Obwohl schon Dezember war, war der Boden nicht gefroren und wir lernten den viel ger\u00fchmten russischen Dreck kennen. H\u00e4tte ich fr\u00fcher Berichte dar\u00fcber als \u00fcbertrieben angesehen, jetzt \u00fcberzeugte ich mich selbst. In diesem Kot hatten wir nun tagt\u00e4glich strenge \u00dcbungen, besonders halt unsere Kompanie. Schlecht war auch, dass \u2026 Kommandant Hptm Tillich auf die Kompanie wegen Lt. Kraft schlecht zu sprechen war. Selbst am Heiligen Abend hatten wir Ausr\u00fcckungen bis halbdrei Nachmittag. Dann immer wieder die schwierige Reinigung. Zufriedene Stimmung kehrte ein in mein Herz, als ich am Weihnachtstag selbst das heilige Amt in der katholischen Kirche anh\u00f6rte. Nachmittag vertrank ich mit Tee und verzehrte ich mit wei\u00dfem Brot meine letzten Kreuzer aus Salzburg. Es wurde ein ganz vergn\u00fcgter Nachmittag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eFort ist fort, hin ist hin\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcber Nacht fiel ein halber Meter Schnee, der durch den starken Wind zu gro\u00dfen Schneew\u00e4chten zusammengetragen wurde. Stefanietag war ein Tschachtag. Vormittag hatten wir freien Kirchgang. Nachmittag eine starke \u00dcbung in den Schneemassen mit vollbepackter R\u00fcstung. Diese \u00dcbung wird mir stets in Erinnerung bleiben, es war eine gemeine Schinderei. Ich kann die Ausr\u00fcckung nicht schildern, sie w\u00fcrde jeder Beschreibung spotten. Es sei nur erw\u00e4hnt, dass \u2026 (Fhr ? F\u00e4hnrich?) Karner sich weigerte, zwei Befehle mit unsere Zug durchzuf\u00fchren und selbst Hauptmann Dillich, als er zu unserer Kompanie kam, die \u00dcbung sofort abbrechen lie\u00df. Am Anschlu\u00df an diese aufreibende \u00dcbung, mehrere mu\u00dften vor Ersch\u00f6pfung weggetragen wrden, war eine Nacht\u00fcbung, die etwas besser war. Viele Drohrufe h\u00f6rte man damals, die erste Kugel geh\u00f6rt Dir.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine Schie\u00df\u00fcbung sei noch erw\u00e4hnt von 5 Uhr fr\u00fch bis 4 Uhr abends. Nach Aussagen meiner Kollegen und Anschauen derselben, mu\u00df sie f\u00fcrchterlich gewesen sein. Ganz mit Schmutz bedeckt und ganz durchn\u00e4sst kamen sie zur\u00fcck. Ich hatte Inspektion und kam dieser \u00dcbung Gott sei Dank aus. Wohl h\u00e4tte Feldwebel H\u00f6ring gerne gehabt, dass ich ausger\u00fcckt w\u00e4re, aber einen direkten Befehl getraute er sich doch nicht geben, weil es gegen die Bestimmungen des Oblt. War und so blieb. Beim Abmarsch sagte er nichts, warum ich nicht ausr\u00fccke, aber nachher lie\u00df er mich rufen und hielt mir eine Standespredigt, warum ich nicht ausger\u00fcckt. Ich hatte aber genug Gr\u00fcnde, sodass er dann ganz ruhig wurde und mich in Ruhe lie\u00df. Ja, ich habe meine sch\u00fcchterne Weise schon etwas abgelegt gehabt.<\/p>\n<p>In Wladimir war eine so strenge Zeit, dass wir uns alle zum \u2026 hinausw\u00fcnschten.<\/p>\n<p>Die Menage war im allgemeinen gut. Brot war wenig. Am Heiligen Abend hatten wir Gl\u00fchwein. Auch einige Liebesgaben waren da, aber nicht viel. Im Frieden muss es ein ganz nettes St\u00e4dtchen gewesen sein. Jetzt ist der sch\u00f6ne Teil der Stadt ein Tr\u00fcmmerhaufen. Nur die kleinen schmutzigen Judenverkaufsbuden stehen noch, wo man um das teure Geld alles m\u00f6gliche bekam, das hatte ich aber leider nicht. Gestohlen wurde auch viel. Die katholische Kirche ist nicht so \u00fcbel. Weniger gefile mir die orthodoxe Kirche . Sch\u00f6n war der Judentempel.<\/p>\n<p>Drei gro\u00dfe Kasernenanlagen mit je 10.000 Mann umgaben die Stadt. Wir waren in der \u2026kaserne, erbaut 1908 bis 1913. \u2026 mit \u2026 Spital\u2026 kurz alles was 10.000 Mann brauchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kasernen waren gro\u00df, Zimmer f\u00fcr ganz kriegsstarke Kompanien. Unangenehm war das Steinpflaster. Es w\u00e4ren schon sch\u00f6ne gro\u00dfe russische \u00d6fen darinnen, die wir aber wegen Holzmangel nie ganz erw\u00e4rmen konnten, sodass wir auch an K\u00e4lte stark zu leiden hatten. Es gab sehr viele Lungenkranke. Wir Chargen hatte ein kleineres Zimmer mit mehr Stroh, sodass es auch w\u00e4rmer war. Ja der Russ hat schon damals an den Krieg gedacht und unsere Regierung war so blind und hat das nicht gesehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 1. J\u00e4nner sollte Abmarsch sein., wir alles freuten uns darauf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um 6 Uhr fr\u00fch 1.\/II. ging es fort von Wladimir, wir marschierten 24 km, hatten gl\u00fccklicherweise gefrorenen Boden, wenn auch sehr holprig.<\/p>\n<p>In Berkowice wr N\u00e4chtigung. Ich schlief mit einigen Kollegen bei einer russischen Familie, wo es sehr reinlich war, gegen den galizischen und eigentlich polnischen Bauern. Die Leute waren meist in Scheunen untergebracht. Am n\u00e4chsten Tag, den 2. J\u00e4nner, legten wir wegen der ung\u00fcnstigen Witterung nur 18 km zur\u00fcck. Wir hatten sehr warm, str\u00f6menden Ragen. Die Wegen waren grundlos, bis in die Knie versank man oft. Wir verlie\u00dfen die Stra\u00dfen und kamen daf\u00fcr wieder in gro\u00dfe Kartoffel\u00e4cker oder gar S\u00fcmpfe. Weit und breit kein Haus. Unsere N\u00e4chtigungsstation waren elende Strohscheunen. Name ist mir unbekannt.<\/p>\n<p>Am 3. J\u00e4nner ging es nicht besser, nur dass wir abends gar nichts bekamen, weil die K\u00fcchen im Kot stecken geblieben sind.<\/p>\n<p>Am 4. J\u00e4nner kamen wir auf eine sogenannte russische Heerstra\u00dfe, welche gepflastert war, wenn auch streckenweise das Pflaster aufgerissen war.<\/p>\n<p>Und als wir dann von einem H\u00fcgel aus, wo wir Rast machten um besser durch die Stadt marschieren zu k\u00f6nnen, die Rainerheldenstadt,&nbsp; \u2026\u2026. erblickten, da kam \u00fcber mich leise Freude und neue Frische. Neues Leben regte sich im ganzen Battalion, wir wollten unsere, Helden, unseren Eroberern dieser Festung nicht nachstehen, sondern als ein schneidiges Battalion in die Festung einziehen. Wir wollten zeigen, dass wir auch Rainer sind.<\/p>\n<p>Unsere Regimentsmusik holte uns ab und so ging es die letzte halbe Stunde flott vorw\u00e4rts. Mit Musik marschiert es sich leicht.<\/p>\n<p>Vor dem Armeekommandanten der 4. Armee&nbsp; Erzh. Josef Ferdinand hatten wir eine Defilierung, die stramm vor sich ging. Hier hatten wir einen Rasttag, die Quartiere waren gut. Wir konnten uns einmal reinigen und ausruhen. Die Stadt ist mit Ausnahme des \u00e4rmeren Judenviertels sehr sch\u00f6n. Durch die Belagerung hat sie nicht gar so stark gelitten.<\/p>\n<p>\u2026. War die Stadt mehrerer hoher Kommanden. \u00dcberall herrschte reges Leben. Hier lernte ich das erste Mal das \u2026.leben etwas kennen.<\/p>\n<p>Eine Autokolonne hach der anderen durchraste die Stadt. Noch reger war der Verkehr mit Fuhrwerken. Ein Autopark war neben dem anderen. Feldb\u00e4ckereien, Feldw\u00e4schereien und derlei Anstalten waren auf allen Pl\u00e4tzen der Stadt und au\u00dferhalb der Stadt. Mein Bruder Josef war hier, konnte ihn aber nicht finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 6. J\u00e4nner war wieder Abmarsch. Jetzt hatten wir bessere Wege. Das ganze Leben auf den Stra\u00dfen in den kleinen Orten zeigte uns, dass wir immer n\u00e4her der Stellung kommen. Ja selbst Kanonendonner h\u00f6rte man. Flieger wurden sichtbar. Diesmal hatten wir Freilage.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 7. J\u00e4nner kamen wir ins Nordlager an. Oberst Alburi erwartete uns und hielt uns eine Ansprache. Ebenfalls Feldkurat Spitze, der uns dann die Generalabsolution erteilte. Hier wurde mir der Ernst der Front bewu\u00dft. Wu\u00dfte ich ja nicht, dass wir noch eine gute eineinhalb Stunden von der Stellung entfernt waren.<\/p>\n<p>Unser Battalion hatte eine St\u00e4rke von 1200 Feuergewehrstand. 400 Mann wurden ausgemustert, welche heute noch zum Regiment in die Stellung hinausgingen. Das \u00fcbrige Battalion blieb selbst\u00e4ndiges 5. Battalion des Regiments als Regimentsreserve. Wir bezogen unsere Unterk\u00fcnfte, die furchtbar ausschauten und total verlaust waren, hatte ich mich bis jetzt noch frei gehalten von diesen Schmarotzern, jetzt war es nicht mehr m\u00f6glich. Die ganze Deckung lebte f\u00f6rmlich von Fl\u00f6hen und L\u00e4usen. Ganze N\u00e4chte habe ich anfangs nicht geschlafen, bis ich diese Qual etwas gewohnt war. Eine angenehme \u00dcberraschung war uns, dass Oblt. Riedl zum Regiment ging. Neuerdings \u00fcbernahm Lt. Kraft unsere Kompanie zu unserer aller Freude. Das Battalionskommando \u00fcbernahm Hptm Schwengler, Kuba \u2026.. genannt, ein gro\u00dfer feiger Spinner, der uns ziemlich in Ruhe lie\u00df, Gott sei Dank.<\/p>\n<p>Man erz\u00e4hlte von ihm, dass er einmal aus Angst, weil in der N\u00e4he ja halt 40 m entfernt eine Granate eingefallen ist, in die Latrinengrube gesprungen sei, wo er dann bald untergesunken w\u00e4re.<\/p>\n<p>Nordlager: Darunter verstand man nichts anderes als einen gro\u00dfen sch\u00f6nen Wald 7 bis 9 km hinter der Stellung mit mehreren Kommanden. Pionierabteilungen, Reserveregiment, Art. Stellungen.<\/p>\n<p>Wir hatten in Baracken, wie auch im Lager selber, elektrisches Licht.<\/p>\n<p>Wegen der Dichte des Waldes wurden wir vom Ru\u00df auch in der Nacht nicht bemerkt. Wohl kamen hie und da einige Granaten, aber alle zu kurz. Auch Flieger kreisten hie und da \u00fcber unser Lager.<\/p>\n<p>Wenn nicht die gro\u00dfe L\u00e4useplage, die sp\u00e4ter etwas besser wurde, nachdem wir eine neue Baracke mit frischer Holzwolle bekamen, w\u00e4re das Leben ganz nett gewesen. Alle waren froh, von Oblt Riedl los zu sein. Wir hatten bei Tag H\u00fcrden zu machen, das war, wenn es regnete, zwar weniger nett. Oder wir gingen bei Nacht in die erste Reservestellung, um dort einzig allein zu besetzen, meist aber zum Ausbau des Drahthindernisses. Verpflegung war recht gut. Ich hatte mir die Sache ganz anders vorgestellt. Es war eine angenehme Entt\u00e4uschung. Einmal waren wir in Reservestellung, die nichts anderes ist als ein schlechter Graben mit ziemlich starken Drahtverhau. Unterst\u00e4nde gab es eigentlich keine. Es waren so kleine Erdh\u00f6hlen. Und in diesen Erdh\u00f6hlen hat es uns buchst\u00e4blich eingeschneit. Feuer konnten wir keines machen, weil wir sonst erstickt w\u00e4ren, so war es nat\u00fcrlich furchtbar kalt. Wir hatten auch Posten aufgef\u00fchrt. Die Deckungen des Kommandos waren auch nicht viel besser. Aber das tat mir nichts, dauerte nur eine Nacht. Hie und da lie\u00df ein Flieger seine Bomben fallen ohne jeden Schaden.<\/p>\n<p>Am 23. J\u00e4nner wurde ich, was mich sehr freute, zum Korporal bef\u00f6rdert. Das verdanke ich Feldwebel Haring, der mich zwar zu allem m\u00f6glichen heranzog, aber auch sah, dass ich \u00fcberall verl\u00e4sslich war. Nur 2 Einj\u00e4hrige wurden Korporale. Bei Lt. Kraft stand ich sehr und auch \u2026 Farner hatte mich sehr gerne, gab uns oft Zigaretten und andere Sachen. Von den anderen Chargen hatte ich recht gerne und er sch\u00e4tzte auch mich, Gefreiter Holzer. So war ich mit meinem Los recht zufrieden.<\/p>\n<p>Das einzig Unangenehme war mir Gefreiter Lindhart, der trotz der vielen Strafen, sich so einschmeicheln konnte bei Lt. Kraft, dass er bef\u00f6rdert wurde, er war ein gro\u00dfer Aufschneider. Am 25. J\u00e4nner hatte ich gro\u00dfes Pech auf der Wache. Ich war damals Kommandant der Stationswache und diese hatte mehrere Posten zu bestreiten. Ich hatte um 1 Uhr noch alle Posten aufgef\u00fchrt und \u00fcbergab nun meinem Auff\u00fchrer den Dienst. Da auf einmal, ich hatte mich gerade hingelegt, was ja erlaubt war, aber auch zum Teil ausgezogen, weil ich sonst nicht schlafen konnte und L\u00e4use gesucht, wurde die T\u00fcre aufgerissen und gerufen: Stationswache und Bereitschaft antreten. Ich fuhr nat\u00fcrlich auf wie ein Gereizter, mein Auff\u00fchrer war nicht hier. Bis ich alle Mann geweckt hatte, dauerte ziemlich lang, noch dazu, weil ich die Leute nicht beisammen liegen hatte, sondern jeder an seinem gew\u00f6hnlichen Platz lag, keine eigentliche Stationswache hatten wir.<\/p>\n<p>Das dauerte dem Inspektionsoffizier nat\u00fcrlich viel zu lange und er schaute nochmals herein und rief mich allein hinaus. Ich spritzte hinaus. Die Schuhe offen, das Bajonett schlecht umgeschnallt, er musste es mir anerkennen, dass ich ausgezogen war. Ich bekam nat\u00fcrlich eine gro\u00dfe Standespredigt und er drohte mir mit dem Anzeigen. W\u00e4re es angezeigt worden, so h\u00e4tte mir Hauptmann Schwengler bestimmt jede weitere Bef\u00f6rderung verhindert, ich hatte nicht wenig Angst. Ging n\u00e4chsten Tag schnell zu \u2026 Farner und klagte ihm alles, der wusste schon von allem und sagte mir, dass Herr \u2026. Mit mir nur einen Spa\u00df gemacht hatte.<\/p>\n<p>Wie war ich froh.<\/p>\n<p>Aber auch hier sollten wir nicht ewig bleiben. Am 29. J\u00e4nner sollten wir das III. Bataillon abl\u00f6sen, also das erste und in die eigentliche Stellung, drau\u00dfen war ich schon einmal.<\/p>\n<p>Mit gewisser Furcht marschierte ich weg. Aber es kam nicht so schlimm. Erlebte auch diesmal eine angenehme Entt\u00e4uschung. Wohl die meisten hatten sich von dem Stellungskrieg eine falsche Vorstellung gemacht. Die Abl\u00f6sung musste in der Nach vollzogen werden. Sie geschah ohne St\u00f6rung von Seiten der Russen. Es ist aber nat\u00fcrlich, dass, wie wir einmal in den vordersten Gr\u00e4ben &#8211; besser gesagt Grabenlabyrinth . waren, zuerst eine Verwirrung entstand. Bestimmung des Zugsrayon war bald geschehen. Schwieriger war schon die Auff\u00fchrung aller Posten, die sehr zahlreich waren und oft sehr weit vorgeschoben, ich hatte 8 Posten, man musst sich diese Pl\u00e4tze auch genau merken, damit man sie bei der Abl\u00f6sung leicht findet. Bei jedem Postenstand ist nat\u00fcrlich auf ganz bestimmtes zu achten. Aber es ging recht gut, fand mich leicht in alles drein.<\/p>\n<p>So einfach ist die Sache aber nicht, man muss denken, es ist stockfinstere Nacht und hat bei Tag noch nie gesehen. Die schwierigste Arbeit war aber, die Leute in den Unterst\u00e4nden unterzubringen, wir hatten ja viel mehr Leute als das III. Bataillon. Aber auch diese Arbeit ging zu Ende, es war 11 Uhr, bis 1 Uhr hatte ich noch Dienst. Diese Zeit n\u00fctzte ich nat\u00fcrlich noch gr\u00fcndlich aus zur Orientierung. Um 1 Uhr \u00fcbergab ich meinem Nachfolger und erkl\u00e4rte ihm alles genau. Dann suchte ich meine kleine aber ganz nette Bude auf, die ich mit einem Inft\u2026, sp\u00e4ter nahm ich noch einen 2. Auf, bewohnte und schlief sehr gut bis 7 Uhr fr\u00fch.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag richteten wir uns rasch unsere Bude ein, so gut es ging, dann besuchte ich meine 2 Schwarmdeckungen auf und dann war ich den ganzen Tag bis sp\u00e4t abends im Graben. Es gab ja vieles zum Sehen und zum Lernen. Bald war ich aber mit dem weit verzweigten Grabensystem gut vertraut. Unser Zug hatte eine Ausdehnung von 40 bis 50 m. Die ganze Kompanie eine Ausdehnung von ungef\u00e4hr 200 bis 300 m. Die Stellung war ausgezeichnet ausgebaut, auch wir arbeiteten nat\u00fcrlich noch dran. Vorne hatten wir ein 10 \u2013 12faches Drahtverhau mit kleinen Quergr\u00e4ben f\u00fcr Horchposten und weiter stehende Patrouillen in der St\u00e4rke von 4 Mann. Hinter diesen Drahtverhau verl\u00e4uft nun der eigentliche Verteidigungsgraben. Sch\u00fctzengraben 2-3m tief, zu den Schussscharten war ein Auftritt hergerichtet, vielfach mit H\u00fcrden ausgelegt, um Einst\u00fcrzen bei Ersch\u00fctterungen und nassem Wetter zu verhindern. F\u00fcr die Postenst\u00e4nde waren \u2026\u2026..sichere Unterst\u00e4nde eingebaut, die sich nicht immer als praktisch erwiesen haben und sp\u00e4ter ganz fallen gelassen wurden.<\/p>\n<p>Der Graben l\u00e4uft nicht gerade, sondern zickzackf\u00f6rmig, sodass viele Flankierungsm\u00f6glichkeiten da waren. An diesen Flankierungsstellen waren dann besonders gerne Maschinengewehrst\u00e4nde eingebaut, die hier wie ich sp\u00e4ter einmal sehen sollte, pr\u00e4chtiges vollbringen. An geeigneten Stellen sind dann auch kleine Gesch\u00fctze eingebaut f\u00fcr Kort\u00e4tschenfeuer. Auch kleinere Granatwerfer fand man schon. Also in einer solchen Stellung erwartete man ganz gerne einen Angriff.<\/p>\n<p>In diesen Graben m\u00fcnden nun eine gro\u00dfe Mende anderer Gr\u00e4ben, welche den Namen Verbindungsgr\u00e4ben trugen.<\/p>\n<p>Solche Gr\u00e4ben m\u00fcnden ein von den Horchposten im Drahtverhau, dann von Deckungen, die etwas r\u00fcckw\u00e4rts lagen und die wichtigsten, von den Verkehrsgr\u00e4ben. In diesen Verbindungsgraben sind vielfach Unterst\u00e4nde untergebracht. Der Name allein sagt schon den Zweck: Verkehrsgraben. Auch hier sagt der Name schon alles. Dieser Graben verl\u00e4uft ungef\u00e4hr parallel mit der Stellung. Muss man von einer Kompanie zur anderen oder von einem Bataillon oder gar vom Regiment zum anderen, wird man nicht im Sch\u00fctzengraben gehen, denn das dauert zu lange und man muss wegen der vielen Flankierungsanlagen und Flankensch\u00fctzanlagen ganz schwindelig werden, sondern man benutzt den bequemen Verkehrsgraben. Hier laufen dann auch die Telephondr\u00e4hte nach allen Richtungen, an Abzweigstellen sind Tafeln angebracht. Von hier aus gehen dann die Laufgr\u00e4ben aus r\u00fcckw\u00e4rts zu den Bataillonskommandanten, Regimentskommandanten, Hilfspl\u00e4tzen, Artilleriestellungen und so weiter, also ein ganz nettes Stra\u00dfennetz unter der Erde. Ferner waren in diesen Graben dann noch Deckungen eingebaut, Depots und die bedeutungsvollen Fuchsl\u00f6cher, die Gro\u00dfes geleistet haben. Sie sind nichts anders als L\u00f6cher in der Erde mit 3-4m und noch mehr \u00dcberlagerung. Zuerst 6-7 m tief hinunter und dann in die Erde hinein, sodass ein Raum entsteht f\u00fcr einen Zug, der dann mit festen Balken gest\u00fctzt war. Ausg\u00e4nge waren 2. Selbstverst\u00e4ndlich mussten darin stets Werkzeuge vorhanden sein im Falle der Versch\u00fcttung. Wie die Deckungen, so waren auch diese Fuchsl\u00f6cher mit Glocken von den Postenst\u00e4nden versehen, die aber nat\u00fcrlich im Ernstfalle abgeschossen wurden. F\u00fcr die Horchposten hatten sie einen Wert, weil in der Nacht ja ein \u00dcberfall auch stattfinden konnte.&nbsp; Das einzige Verbindungsmittel bei wirklich schweren Artilleriefeuer blieben die Leuchtraketen und dann Verbindungsposten, die immer wieder ausgeschickt werden mussten, allerdings ein sehr schwerer Dienst. Bei Nacht, wenn nichts Besonderes los war, hatten die wei\u00dfen, roten und gr\u00fcnen Raketen all ihre bestimmte Bedeutung, die in Italien dazu \u00f6fters gewechselt wurden. Wei\u00df: Vorfeldbeleuchtung. Gr\u00fcn: Allgemeiner Alarm und Feind greift wo an. Rot: Artillerieunterst\u00fctzung. Vom Posten, Beobachtungs- und Sicherungsdienst gab es noch manches Interessantes. Im Verkehrsgraben war dann auch der K\u00fcchenstand, wo alle Abend nach Eintreffen des Fassungswagens und K\u00fcchenmenage Fassung verteilt wurde. Auch der sogenannte Teestand war hier. In der Fr\u00fch wurde n\u00e4mlich das Fr\u00fchst\u00fcck drau\u00dfen gekocht. Und auch mittags gab es Kaffee und Tee. Das bisserl Rauch machte dem Russen nichts, er heizte auch, er hatte auch gern warm.<\/p>\n<p>Welche Gr\u00e4ben sind nun eigentlich verteidigungsf\u00e4hig. Der erste ist nat\u00fcrlich, wie schon der Name sagt, der Sch\u00fctzengraben. Die Horchposten und stehenden Patrouillen werden nat\u00fcrlich sofort eingezogen. Der 2. Ist nicht der Verkehrsgraben, wie man meinen m\u00f6chte, sondern der sogenannte Hochwall. Er ist ein geeigneter Damm f\u00fcr den Nahkampf, er ist nichts anderes als ein aufgef\u00fchrter Damm parallel mit den Sch\u00fctzengr\u00e4ben. Ist der Feind im Drahtverhau eingedrungen, und auch schon daran, in den Graben zu springen, so ist nur eine Rettung mehr der Hochwall, der besonders geeignet ist f\u00fcr die Handgranaten. Der Sch\u00fctzengraben behindert im Nahkampf sowohl die Sicht, freie Bewegung, man bekommt keinen \u00dcberblick und ist auch behindert im Werfen der wichtigsten Nahkampfwaffe, der Handgranate. Das alles aber bietet der Hochwall. Eine beherzte Truppe wird dadurch einen selbst in den Sch\u00fctzengraben eingedrungenen Feind hinauswerfen.<\/p>\n<p>An 3. Stelle k\u00e4me der Verkehrsgraben, er hat weniger Bedeutung. Au\u00dfer es m\u00fcsste eben sein, eine schnell herangezogene Reserve hatte ihn besetzt. Hinter dieser Stellung und dann nat\u00fcrlich eine Mende Reservestellungen. Eine davon ist meist mindestens auch so gut ausgebaut<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><strong>Tagebuch vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1916<\/strong><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Oktober 1916<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wetter tr\u00fcb. Hauptmann Tschander hat wieder einmal einen dummen Witz gemacht. Er alarmierte den 4. Schwarm und lie\u00df eine \u2026bombe per \u2026\u2026 in das Tal hinab, sie ist nat\u00fcrlich gar nicht hinabgekommen. Er verlangt von uns fast unm\u00f6gliches, besonders im Wachdienst. Wir m\u00fcssen uns und der Mannschaft den Dienst eigenm\u00e4chtig erleichtern, sonst w\u00e4re es nicht zum Aushalten. Mit Oblt. Gregor\u2026\u2026\u2026 hat es auch schon mehrere Anst\u00e4nde gegeben, ich pers\u00f6nlich komm recht gut aus, wie mit \u00fcberhaupt fast mit Allen. Er hat uns selbst in der einzigen freien Stunde abends das Tarockieren verboten. Grund ist kein anderer als Neid, dass Lt. Hainisch und Lt. Vogl mit uns Einj\u00e4hrige Tarock spielen und er ohne Gesellschaft ist. Er hat es \u00fcberhaupt auf die Einj\u00e4hrigen sehr scharf. Sonst gar nichts von Bedeutung. Mir ist es in dieser Stellung viel lieber als in der Reserve Stellung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wetter gut. Lt. Hainisch starken Auftritt mit Oblt. Gregor\u2026\u2026\u2026. Heute haben wir wieder sehr starkes Art.Feuer.<\/p>\n<p>Heute war ich am Einserspitz die gesprengte Stellung anschauen. Es schaut schauerlich aus. Ein gro\u00dfer Trichter, wo jetzt schon wieder kleine Kavernen sind. Auch wird schon wieder gearbeitet an Stellen \u2026 \u00fcber 4 Feld\u2026 hinaus. Die Hauptstellung verl\u00e4uft gleich au\u00dferhalb des Trichters. Trotz des Verbotes haben wir wieder gespielt, ich nat\u00fcrlich wieder verspielt.<\/p>\n<p>Heute ist n\u00e4mlich aufgekommen, da\u00df Greg. Seinen dienstf\u00fchrenden Feldw. F\u00fcrtauer bei Nacht in die Stellung sendet, ob wir wohl anst\u00e4ndig Dienst machen, das ist eine gro\u00dfe Gemeinheit und ganz gegen das Reglement. Deswegen die Aufregung, die auch vollst\u00e4ndig unterst\u00fctzt wurde von allen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wetter herrlich. Oblt. Gregor\u2026 auf den gestrigen Krach hinaus wieder sehr freundlich mit Lt. Vogl. Jede Arbeit und Dienst war recht. Gegen Abend starkes Art auf unsere Stellung. Wir mussten Kavernensprung machen, dauerte eine Stunde, wir hatten aber nur einen Verwundeten. \u00dcberhaupt in dieser Stellung sehr wenig Verwundete. Toten noch keinen. Sehr Gl\u00fcck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Prachtvoller Tag. Wegen Kaisers Namensfest etwas bessere Fassung erhalten. Die Menge hat wieder etwas nachgelassen. Prachtvolles Alpengl\u00fchen. Der Seluggio, Tornuno Majo waren in herrliches Rosarot getaucht. Das erste Mal das vielber\u00fchmte Alpengl\u00fchen so ausgepr\u00e4gt gesehen. Daf\u00fcr hatten wir aber den ganzen Tag starkes Art und Minenfeuer. Bei Nacht ziemlich ruhig. Wenn so sch\u00f6nes Wetter ist, ist der Nachtdienst wenn er auch von 6 Uhr vorm bis 1 Uhr vorm dauert ganz nett. Man hat keine k\u00fchne \u2026\u2026. Zu f\u00fcrchten und durch genaues Beobachten der Vorg\u00e4nge im Tal und besonders der feuerroten Art. vergeht die Zeit rasch. Die Stellung ist ja ziemlich ausgebaut, bis man die ganze 1 \u2013 2 mal ausgeht und die Feldwachen besucht, vergeht schon eine ziemliche Zeit. Aber bei Regenwetter ist es schon hundig. Der Mann geht nach 2 Stunden in die wenigstens halbwegs trockene Baracke und du mu\u00dft 7 Stunden bei der K\u00e4lte und Regen ununterbrochen um Graben sein. Dann ist ein Anschleichen, bei welchem Wetter, ganz leicht m\u00f6glich Unsere Komp.Ausdehnung betr\u00e4gt 400 Schritt gut. Hptm. \u2026\u2026\u2026 l\u00e4\u00dft auch hinter den Laufgraben noch 2 Posten patroullieren zum Schutz des \u2026\u2026\u2026\u2026\u2026..<\/p>\n<p>Es ist einfach entsetzlich, da mu\u00df man sich \u00e4rgern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><strong> u. 6. Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Prachtvolles Wetter. Nur Nebel in der Fr\u00fch und Abends, was teils gut ist wegen Heitzen in den Unterst\u00e4nden, teils aber schlecht ist f\u00fcr die Beobachtung. Wenn ich jetzt die mit abgefallenem Laub bedeckten Laufgr\u00e4ben in meiner stillen Nachtdienstzeit durchwandere, so kommt mir immer in den Sinn, die alte Studienzeit im alten Borrom\u00e4um, wo wir im Herbst die mit Laub bedeckten, gruben\u00e4hnlichen Wege passierten, durchwateten. O sch\u00f6ne, O goldene Zeit. Wie sehne ich mich zur\u00fcck in die Heimat, in das sch\u00f6ne Salzburg, in das traute Heim Borrom\u00e4um. Die N\u00e4chte sind jetzt immer einzig, eine Lust ist es, da Dienst zu machen. Eine Sternenpracht ist das. Ich kann meine Empfindung, die ich da hatte, nicht niederschreiben.<\/p>\n<p>Am 6. sonnte ich mich auf dem St\u00fctzpunkt 4a, betrachte das sch\u00f6ne Gebirgspanorama und lie\u00df meine Gedanken in die Heimat schweifen.<\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wetter schon starker Nebel. Ausnahmsweise mal ruhiger Tag. Ganz ohne Art. habe ich auf dem Cunone noch keinen Tag erlebt. Aber unsere Stellung z\u00e4hlt schon mehrere solche sch\u00f6ne Tage.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Herrlicher Sonntag. Die Farbenpracht der umliegenden bewaldeten Berge erinnerten mich an das prachtvolle Herbstbild in Salzburg, Kapuzinerberg\u2026..<\/p>\n<p>Eine prachtvolle \u2026\u2026..nacht, ganz rein und nebelfrei. Ja schon hier zeigt sich stark das tiefblaue des s\u00fcdlichen \u2026\u2026.. Sonst geht alles seinen gewohnten Gang. Arbeitsdienst, Tarock wird noch immer gespielt. Oblt. Gregore\u2026\u2026. verh\u00e4lt sich sehr ruhig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"9\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Prachtvoller nebenfreier Tag. Starkes Art. und Inf.feuer&nbsp; am Mt. Pasubio, es war sch\u00f6n anzusehen, aber dabei sein ist weniger angenehm. Gegen Abend auch bei uns starkes Art. und dann Inf.Angriff, der nat\u00fcrlich abgewiesen wurde ohne Verluste bei uns. Lt. Vogl, Hainisch,\u2026 Flachberger gehen in das Hinterland.<\/p>\n<p>Um Lt. Vogl ist furchtbar schade, alles hat ihn gern gehabt, besonders ich verliere in ihn einen feinen Vorgesetzten und lieben Freund. Auch er selbst ist ungern weggegangen, er hat sogar etwas geweint. Da\u00df er gehen mu\u00dfte ist Oblt. Greg\u2026\u2026. sein werk. Lt. Hainisch schreit wohl keine Kr\u00e4he nach. Die meisten sind froh, da\u00df er fort ist. \u2026 Flachberger kannte ich noch zu wenig, er blieb mir gleichg\u00fcltig, ich hatte nichts zu tun mit ihm. Wie bei uns Inf. Angriff, so auch am Pasubio, aber von uns. Die Kaiserj\u00e4ger haben den Pasubiospitz genommen am 8. Meinen Zug, den 3., hat jetzt \u2026 Winkler erhalten, den ich schon gut kenne von der Offiziersschule, werde mich gut vertragen. Lt. Janko von Salzburg hat den 4. Zug \u00fcbernommen. Heute vom Borrom\u00e4um Direktorat einen angenehmen Brief erhalten. 4 w\u00f6chentlicher Schulbesuch, dann Pr\u00fcfung \u00fcber die 7. Klasse. Also Aussicht auf Urlaub und Offizier. Hurra!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"11\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wetter gut. Prachtvolle ruhige Nacht. Vormittag starkes Inf.feuer von Cunonesspitzstellung, das uns stark flankiert im Laufgraben, soda\u00df man nur ganz zusammengeb\u00fcckt und im Laufschritt denselben passieren kann.<\/p>\n<p>Jetzt haben wir wieder Zugsdienst, das ist sch\u00f6ner. Hoffentlich kommt das Rgt bald auf Re\u2026\u2026\u2026\u2026.., notwendig w\u00e4re es, besonders f\u00fcr die \u2026\u2026\u2026 am Spitz. Viele \u2026.. hat das kleine Bergl schon gekostet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"12\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Prachtvoller Herbsttag. Gew\u00f6hnliches Art.Feuer, sonst ruhig. An einem solchen Tag schl\u00e4gt das Herz h\u00f6her, wenn so die Natur, die Werke Gottes betrachtet. Wie t\u00f6richt, Gott ableugnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"13\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Prachtvoller Tag wieder. Ziemlich ruhig heute, das tut gut. Heute \u2026..fassung gekommen, aber sehr teuer. Kaufte mir zwei Milchkonserven und andere Kleinigkeiten.<\/p>\n<p>Anhaltspunkte f\u00fcr prachtvolle Naturschilderung w\u00e4ren: Sonnenuntergang. Rot der Berge. Die Farbenpracht des Waldes. Einfall des Nebels in das Tal, das Hin- und Herwogen desselben. Dann das kochende und wallende desselben, wenn es sich im Tal konzentriert hat wie ein Meer. Die Nacht breitet ihren Schleier aus. Der Mond geht auf mit seinem silberwei\u00dfen zarten Licht und beleuchtet gespensterhaft die Berg und Felsspitzen, w\u00e4hrend das Tal im dunklen Schatten bleibt. Tiefblauer sternenbes\u00e4ter Himmel. Der Nebel liegt jetzt ganz grauwei\u00df ruhig im Tal, in der Mitte ragen zwei bewaldete Bergkuppen heran, ringsherum die kahlen Felsspitz. Ringsum Ruhe.&nbsp; Dort und da das Aufblitzen der abfeuerroten Gesch\u00fctze und einfallenden Geschosse und das Rollen und Krachen desselben. Ein Inf.Schuss von einem Posten kracht. Die Leuchtraketen steigen in die H\u00f6he. Ja selbst der Scheinwerfer ist nicht ruhig. Wagengerassel und Pferdegetrampel steigt vom Tal herauf. Das hastige Arbeiten der \u2026 am Fu\u00dfe des Berges.<\/p>\n<p>D\u00e4mmerung tritt ein, die Sonne geht auf in prachtvolles Rot geh\u00fcllt. Der Nebel verschwindet und das Tal liegt wieder vor unseren Augen. Die schon hell beleuchteten Bergspitzen und das noch im Schatten liegende Tal. Das alles soll aus reinem Zufall entstanden sein? Freude, Zufriedenheit und Dankbarkeit gegen den Sch\u00f6pfer erf\u00fcllen mein Herz. Leise Sehnsucht nach der Heimat bef\u00e4llt mich. Mit frohem Mut allen noch kommenden Tr\u00fcbsalen entgegen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"14\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Herrliches Wetter. Ziemlich ruhig. Der .. scheint hat endlich eingesehen, dass die ganze Schie\u00dferei nichts ist als blo\u00df Verschwendung. Die Sonne brannte noch hei\u00df trotz der sp\u00e4ten Zeit. Bei Ncht ein Waldbrand \u2026\u2026.. alle zwischen den Linien, wahrscheinlich durch Leuchtraketen hervorgerufen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"15\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wetter herrlich. Ziemlich ruhig. Waldbrand bei der 13. Komp. Durch eine Leuchtrakete. Heute waren 14 da, sich die Stellung anschauen, diese werden uns abl\u00f6sen. Heute war be Nacht ein Fuchs ganz nah bei meiner Deckung herbei. Schade, dass ich kein Gewehr bei der Hand hatte. Man sollte es nicht f\u00fcr m\u00f6glich halten, dass sich bei diesen Feuer noch so ein Tier aufhaltet. Auch eine Eule meldet sich \u00f6fters.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"16\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nacht sehr nebelig. Tags\u00fcber Regen, Schnee und kalter Wind. Oblt. Gregor\u2026\u2026\u2026&#8230; nahm mit mich mit zur Besichtigung der Stellung von Cinone Ost. Stellung ist schon nur noch gr\u00f6\u00dfere Ausdehnung. Ich k\u00fcmmerte mich nur um den 3. Zug. War sehr zufrieden mit allem. Nur die Offiziersdeckung ist etwas klein f\u00fcr 2 Herrn, das ist unangenehm. Hab mich dann vergangen und vin dann mitten durch Gestr\u00fcpp und um 12 Uhr in meine Behausung gekommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"17\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wetter prachtvoll. Ziemlich ruhig heute. Bekam heute einen gro\u00dfen \u2026 Ich mu\u00dfte heute unter sehr mi\u00dflichen Umst\u00e4nden Quartier machen. Ich mu\u00dfte zum Beispiel an einen Platz, wo sonst immer 1 eine untergebracht war z unterbringen, zudem bekam ich 3 mal hintereinander einen anderen Befehl. Hatte einen straken Wortwechsel mit einem \u2026\u2026\u2026.adjudanten, irrt\u00fcmlich \u2026\u2026.. als armer \u2026 nicht auf gegen einen Adjudanten. Bei dieser Quartiermacherei bin ich auch in unsere fr\u00fchere Reservestellung gekommen, wo unsere s\u00e4mtlichen angelegten Winterdeckungen zusammen geschossen war. Mein Loch war noch unversehrt, die Stellung war jetzt verlassen. Oblt. Gregore war mit meiner Arbeit zufrieden und auch mit seinem Quartier, also konnte ich mich mit Beruhigung zur Ruhe legen nach dieser Arbeit.<\/p>\n<p>Bei dieser Herumrennerei hab ich Rubi getroffen, was mich sehr freute. Heute dachte ich mir wieder. Was bist du als Kdtasp der \u00e4rmste Mann, M\u00e4dchen f\u00fcr alles. Bald bist du Mann bald Offizier. Von beiden Teilen hast vielfach das Schlechtere. Alle sturen Off. Arbeiten hat der Kdtasp. \u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026. Fassung ist nichts zu versp\u00fcren. H\u00e4tte ich nicht einen so feinen Zugskmdt gehabt, ich wei\u00df nicht, ob ich ausgehalten h\u00e4tte so lange.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"18\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Heute sehr kalt, stark gereift. Bei Nacht grimmig gefroren. Die liebe Sonne kam nicht zum Vorschein. Es war ein recht langweiliger Tag. Abends ging ich zu \u2026. Vittauer und Lt. \u2026\u2026\u2026 war ganz lustig 2 Stunden. Um 7 Uhr marschierten wir ab in die Stellung Cinone Ost, um die 2. Kompanie abzul\u00f6sen. Auf den Marsch dorthin wurden wir stark beschossen, schwarmweise, ja vielfach einzeln mussten wir den Wege zur\u00fccklegen. Doch wir sind gl\u00fccklich in der Stellung angekommen.&nbsp; \u2026 Winkler und der Wachkommandant l\u00f6sten die linke Flanke ab und erkl\u00e4rten denselben das wichtigste, ich nahm die rechte Flanke mit dem Wachkommandantstellvertreter. Um 12 Uhr legte ich mich nieder, um um 2 Uhr aufzustehen und Dienst zu machen. Die Komp. Hat eine noch gr\u00f6\u00dfere Ausedehnung wie dr\u00fcben. Der 2. Zug blieb noch in Reserve und trotzdem eine Ausdehnung von eit \u00fcber eine Stunde. Also Komp. Dienst w\u00e4re ausgeschlossen. Wir hatten also Zugsdienst, aber in erleichterter Form. War gar nicht zu anstrengend. Arbeit wieder gebug, aber doch schon gute Deckungen. Ich schlief heute beim 4. Schwarm, bis in der Offiziersdeckung eine Britsche hineingemacht ist, was morgen schon geschehen wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"19\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Prachtvolles Wetter. Erster Tag in der neuen Stellung. Sehr gut gef\u00e4llt mir alles. Heute nat\u00fcrlich Arbeit mit den Chargen. Genauer Orientierung derselben. Mit \u2026.Winkler noch die Stellung abgegangen, Besprechung \u00fcber die wichtigsten Arbeiten und M\u00e4ngel in Stelung und Meldung an das Komp. Kommando. Plan unseres Wachtdienst Gregor vorgelegt und angenommen. Heute euch meine Britsche bekommen. Die Geschichte gef\u00e4llt mir ganz gut da. Wegposten nur 2 aber daf\u00fcr 7 Nachtposten. Ein Doppelposten ist dast eine halbe Stunde weg und dieses Steiglein befetzt er gern vom M. Cengio, der uns gerade gegen\u00fcber liegt. Granattrichter sind massig rechts und links. .. Cengio wird uns hie und da schon Manderl machen. Auch die Kavernen sind gut und sie St\u00fctzpunkte gut ausgebaut im allgemeinen. Arbeit nat\u00fcrlich immer. Heute nicht viel los. Etwas Art.Feuer von \u2026. herauf. Und auf die Anmarschstra\u00dfe von \u2026\u2026\u2026.. her. W\u00e4hrend dr\u00fcbenin Stellung f\u00fcr sich selbst fast gar keine Zeit war, scheinen hier die Dinge besser zu liegen. Prachtvoller Ausblick auf das Platteau von 7 Gemeinden&nbsp; Dampolano, Mt. Cengio \u2026.. Astirotal \u2026. Forno, Casa \u2026.. wo wir eben mit dem Train gelegen sind. Abends Karten gespielt und nat\u00fcrlich wieder verspielt, wie immer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"20\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Regnerischer Tag. Starke Tt\u00e4igkeit der Cangio Batterien, aber nicht auf unsere Stellung. Abschu\u00df und Einfall waren ganz zur selben Zeit so nahe waren die Batterien. Sonst nichts neues. Kleines Paket von Schwester Marie erhalten. Heute war Bef\u00f6rderungseingabe f\u00fcr neue Chargen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"21\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kalter Tag mit ersten gr\u00f6\u00dferen Schneefall. Aber sonst ruhig. Die Deckung ist hier auch bei Tag heizbar. Oblt Gregor ist seit \u2026\u2026\u2026 sind gar nicht so \u00fcbel. Hie und da hat er schon seine \u2026\u2026. Mit Lt. Janko hat er alles.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"22\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Prachtvoller Wintertag. Herrlicher blauer s\u00fcdlicher Himmel und schnee bedeckte \u2026, aber ziemlich kalt. Auch gar nichts los. M\u00f6chte hier gerne \u00fcberwintern, wird aber nicht gehen. Die Cengiobatterien schie\u00dfen flei\u00dfig, aber meist weiter zur\u00fcck, teils freiwillig, teils unfreiwillig, wir sind ja gerade am Kamm, da ist nicht so leicht treffen. Inf. Angriffe sind eigentlich gar nicht recht m\u00f6glich und doch hat er in der sogenannten Totenschlucht, wi heute noch tote Italiener drunten sind, \u00f6fters angegriffen, aber immer mit gro\u00dfen Verlusten f\u00fcr sie abgewiesen, daher der Name.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"23\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Prachtvolles Wetter, ausnahmsweise sehr ruhig. Sucht mir ein Pl\u00e4tzchen aus, wo ich gedeckt war mit herrlicher Aussicht. Man sah weit in die Ebene hinaus und mit dem Glas selbst Venedig. Nachmittags sehr warm, soda\u00df fast gar der ganze Schnee wieder verschwunden war. Ich hatte vor paar Tagen eingegeben, um Studienurlaub, heute ist dasselbe abschl\u00e4gig zur\u00fcck gekommen. Vielleicht werde ich einmal ausgetauscht. Oblt. Gregor versprach mir dabei behilflich zu sein. Heute eine Karte von Lt. Vogl erhalten, sie sind noch in Tolgaria. Sonst gar nichts los.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"24\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Nebeliger regnerischer, etwas Artt\u00e4tigkeit, ebr mehr gegen unsere Stellung. H\u00e4tte mich bald erwischt. Ich war gerade auf dem Weg zum Kompaniekommando, da auf einmal ging es los. 10 \u2013 12 Lagen gerade auf diesen Weg. Ich konnte nicht mehr vom Platz und warf mich schnell hinter einem gro\u00dfen Stein und wartete eine kleine Feuerpause ab, welche nach 12 Lagen auch kam. Tschim Pum geht es. Lauter so kleine \u00e4rgerliche Kracherl. Dauerte nur eine Stunde, dann war wieder Ruhe. Keine Verluste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"25\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Regnerischer Tag, wieder auf unsere Stellung geschossen, aber die meisten sind in die Felsw\u00e4nde hinein. Zu kurz gegangen. Der Schnee ist auf diesen Regen ganz verschwunden. Mit \u2026 Winkler vertrag ich mich ganz gut, es ist oft ganz lustig. \u2026 Geritzen kommt \u00f6fters und &#8230; Fereberger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"26\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Regen und Nebel, aber trotzdem unsere Stellung von Mt. Cengio her\u00fcber stark beschossen.<\/p>\n<p>Wetter so halbwegs. Da jetzt die Zeit ist, wo ich sonst Hubert zum Namenstag schrieb kam mir der Verlust meines guten Bruders wieder recht hart. Er war mir der liebste. Aber ihm geht es jetzt besser, das st mein Trost. Eine unsriger 15 Batterien hat eine \u2026 Kracherlbatterie am Mt. Cengio zerst\u00f6rt. H\u00e4tten wir mehr Munition und Art, wir w\u00fcrden ihm seine fortw\u00e4hrende Schie\u00dferei schon austreiben. Es ist sehr fech, weil er wei\u00df, dass wir nichts machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"27\">\n<li><strong> 28. Und 29. Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Tr\u00fcbes Wetter. Meist sehr starke Art, gegen Spitz, \u2026\u2026\u2026\u2026 und auch unsere Stellung. Besonders wenn wir sprengten, wenn auch dicker Nebel war. Arbeiten konnte er nicht vertragen. Tr\u00fcbes Wetter ist mir hier ziemlich gleich, weil ich hier eine trockene, heizbare Deckung habe und wir k\u00f6nnen hier auch bei Tag heizen, das macht dem Tschinggerl hier nichts.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"30\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wetter sch\u00f6n. Auffallender Weise sehr ruhig. Fliegerkampf \u2026. Unsere musste weichen. Begab mich vormittags auf einen vorspringenden Feld zum Posten 1 mit einem guten Fernglas und erg\u00f6tzte mich an der sch\u00f6nen Aussicht. Ich sah hinaus in die Ebene und das Herz tut mir weh, wenn ich daran denke, wie nahe wir ihr schon waren. \u2026\u2026\u2026.. Mt. \u2026\u2026 hatten wir auch zu \u00fcberwinden gehabt und drau\u00dfen w\u00e4ren wir gewesen. Dann verfolgte ich die Stellungen auf dem Plateau von 7 Gemeinden gegen Asiago hin, wo wir meist wegen den \u2026.wegen in starkem Nachteil waren. Beschaute mir den Campolungo und das gesprengte Werk darauf. Ponte Corbin am Mt. Cengio, das noch fast ganz intakt ist. Hier liegt mein Bruder Herbert begraben auf italienischen und jetzt auch wieder feindlichem Gebiet. Stille Wehmut ergreift mich. Das Das Asti.. mit seinen sehr gut ausgebauten 3 Stellungen bei Bedaskala.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"31\">\n<li><strong> Oktober<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wetter sch\u00f6n. Ziemlich ruhig. Das ist eine nette Stellung, nie mehr wird ich, glaub ich, in so einen nette Stellung kommen. Oblt. Greg hielt sich auch ziemlich ruhig, nur pa\u00dft ihm nicht, dass ich bei \u2026 Winkler schlafe. Aber Winkler sagt, das geht ihm nichts an, wer in seiner Deckung ist. Arbeit hat er immer genug f\u00fcr mich, aber zufrieden ist er auch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong> November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Herrlicher Tag. Auch noch ziemlich warm. Die N\u00e4chte schon kalt. M\u00f6chte gern in dieser Stellung bleiben \u00fcber Winter. Heute sind die Alpinisten zur\u00fcck gekommen, die sind n\u00e4mlich pl\u00f6tzlich alarmiert auf den Pasubio mit \u2026 Kofler. Die haben ein paar saubere Tschachtage gehabt. Heute geht wieder ein Urlaubsturnus ab, Wenn ich nicht hoffen k\u00f6nnte ausgetauscht zu werden w\u00fcrde ich schon etwas fr\u00fcher 14 Tage Urlaub bekommen. Aber mit dem ist mir nicht geholfen. Bei Tag ist oft recht wenig zu tun. Bei Nacht wenig Schlaf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wetter sch\u00f6n, sehr ruhig heute. Von Allerheiligen und Allerseelen merkt man nat\u00fcrlich nichts. Ich musste an Bruder und Vater denken, m\u00f6ge ihnen der Herr die ewige Ruhe verleihen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Nebeliges Wetter. Furchtbares Artfeuer auf unsere Stellung und Compana auch gegen Tonezze und Grotti, wo die Kranken\u2026station ist. Er scho\u00df uns in die Res.Deckung hinein, man wollte es nicht glauben, sie war so gut in einer tiefen schalen Mulde in den Felsen hinein gebaut. Es war aber nur ein Toter und 2 Verwundete, man muss noch von Gl\u00fcck reden, dass wir nicht mehr hatten. Auch beim \u2026 hatten wir mehrere Verwundete.&nbsp; Heute kam die .. Bef\u00f6rderung heraus, ziemlich viele auch von meinen Turnuskollegen. Da st\u00f6rte es mich wieder einmal ein wenig, dass ich noch immer dah\u00e4ngen muss, allerdings zum Teil auch meine eigene Schuld. Wir mussten heute fast den ganzen Tag in der Kaserne zubringen, nur 2 gut eingebaute Posten blieben drau\u00dfen, die anderen 2 wurden eingezogen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong> November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wetter tr\u00fcb. Vorm. Starkes Art. Nachm ruhig. In der Nacht ging es im Tal drunten lebhaft zu. Patrollenk\u00e4mpfe. Ger\u00fcchte der Abl\u00f6sung gehen um.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><strong> November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Starker Regen, daf\u00fcr sehr ruhig. Mit der Arbeit ging auch nicht viel heute. Daf\u00fcr kamen gegen Abend mehrere Herrn in unsere Deckung zusammen. Einige brachten Schnaps mit. Etwas hatte noch \u2026 Winkler. Es ist recht lustig geworden, aber auch hei\u00df hergegangen. Es entspann sich eine lebhafte Debatte \u00fcber Religion, meist halt \u00fcber die Geistlichen. \u2026 Geritzen war der Hauptschimpfer, \u2026 Winkler war ziemlich ruhig, gegen Schluss half er mir, sodass ich sagen kann, ich hab meine Redeschlacht gut geschlagen. Man erfuhr die Ansichten \u00fcber unsre heilige kathol. Religion, da\u00df einem die Haare zu Berge stehen m\u00f6chten und welche zeigten, da\u00df die betreffenden die Religion eigentlich gar nicht oder nur oberfl\u00e4chlich kennen. Gegenstand der Debatte waren haupts\u00e4chlich die Zeremonien. Man sagte, die ganze Religion sei von den Geistlichen durch die vielen, bl\u00f6den Zeremonien zu einem reinen Kasperltheater geworden. Ein anderer sagte, die Geistlichen sind schuld an der Volksverbl\u00f6dung. Sie wollen die Leute nichts Lernen lassen, weil sie sonst das Heft aus der Hand verlieren w\u00fcrden. Geht schon einer studieren, so kommt er in ein Seminar, wo \u00fcberhaupt nichts gelernt wird. Hier trat aber auch \u2026 Winkler stark auf meine Seite. Konnte ich nicht \u00fcberall standhalten, so doch , dass sie sagen mussten, \u201eja das ist eigentlich war zu \u2026.. meiner Behauptungen.\u201c Die Debatte dauerte fast 2 Stunden. Der Schnaps hat die K\u00f6pfe hitzig gemacht. .. Geritzen ist \u00fcberhaupt ekelhaft. Ein echter Deutschb\u00f6hme, der nur allein was wissen will, wo die \u00c4lpler die meisten Trottel sind. Das sagen auch andere. Goschen hat er eine gute.<\/p>\n<p>Dann haben wir noch Karten gespielt. War lustig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li><strong> November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wetter gut. Wieder mehr Art.feuer. Zeitweise starkes M.G.Feuer, das la\u00dft uns aber ganz kalt. Sonst nichts los.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li><strong> November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Herrliches Wetter. Sogar mit schweren Haubitzen bescho\u00df er heute unsere Stellung, unser Zugswagen blieb verschont. Abends mit den Cengiobatterien besuchte er auch uns. Wir hatten etwas Materialschaden, aber keine Verluste. Abends Karten gespielt. Heute nichts verspielt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li><strong> November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Regen. Gar nichts los. An solchen Tagen leicht Zeit zum Studieren. Leider keine B\u00fccher.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"9\">\n<li><strong> November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Starker Regen lag .. Nacht.<\/p>\n<p>Heute f\u00fcr mich schlechte Nachricht gekommen. \u2026 Winkler geht zum Kader. Aber nicht ich bekomm den Zug, der den ganzen Zug und auch den .. gut kennt und der ich schon \u00f6fters einen Zug gehabt habe, selbst bei der Offensive und der ich nicht bef\u00f6rdert, wie es so ist bei den Einj\u00e4hrigen der \u2026..<\/p>\n<p>.. ist wenn es Zeit ist, sondern als Belohnung f\u00fcr meine Arbeiten. Sondern Fereberger, dieses junge W\u00fcrstel, der noch nichts mitgemacht wie sch\u00f6ne Stellungen, der bekommt den Zug und ich soll bei ihm sein und vielleicht f\u00fcr ihn noch arbeiten. Oblt. Gregor\u2026\u2026. Ist wie ich jetzt erfahren habe, nicht gut zu sprechen auf mich, warum wei\u00df ich nicht. Das st\u00f6rt es mich gewaltig. Keine Anerkennung, keine Bef\u00f6rderung, kein Urlaub, kein Austausch. Ich bin die reinste Null, wenn sie aber wen brauchen f\u00fcr irgendeine Sache, dann bin ich gut genug. \u2026 Holzinger, 2. Zug,&nbsp; mit dem ich mich tut vertragen habe, kommt auch wieder weg. Aber da kann an halt nichts machen, wer wei\u00df, f\u00fcr was es gut ist, Gott wird es wieder recht machen. Heute hat \u2026 Geritzen mit Oblt. Gregor\u2026. Einen Krach gehabt, da sind zwei rechte zusammengekracht. Ein jeder noch der gr\u00f6\u00dfere Dicksch\u00e4del.<\/p>\n<ol start=\"21\">\n<li><strong>November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Starker Regen. Wir haben in unserer Deckung 13 Konservenb\u00fcchsen aufgeh\u00e4ngt und bei Nacht ist mir eine ganz voll auf den Kopf gefallen, das war eine weniger angenehme Ruhest\u00f6rung. Da es hinter den Tonezza (?) fortw\u00e4hrend schneite konnte heute die Post nicht kommen, auch Zuschubsschwierigkeiten sind zu f\u00fcrchten. Mit Mit Gregorneuch (?) hat es wieder&nbsp; etwas gegeben, n welche Sache ich haupts\u00e4chlich verwickelt war. Gestern<\/p>\n<p>Abend lie\u00df Oblt. Alle Zugskmdt zu ihm rufen und teilte ihnen mit, das Lt.Vogl mir eine Karte schrieb, was den \u2026\u2026. Macht und auch meine Karte, dass ich ihm geschrieben habe. \u2026.ist mir grimmig. Die Sache h\u00e4tte f\u00fcr mich und Vogl schlimm ausgehen k\u00f6nnen, aber die Herren halfen mir alle und so zeigte er nichts an. Auch sagte er, dass er mit meinem Dienst sehr zufrieden sei und sonst gehe ich ihm nichts an, da ich nicht Off. Aspir. sei. Das alles sagte mit heute Lt. Neuner ganz geheim, damit ich wusste, wie ich dran bin mit ihm. Die Karte von Vogl bekam ich nicht. Dass ich&nbsp; mit Lt. Vogl korrespondierte war auch der Grund, dass ich den Zug nicht bekam. Er schaute meine eintreffende und abgehende Post schon lange immer an, sie ging mit der Off.Post, aber Lt. Neuner zensurierte sie allerdings, sp\u00e4ter machte ich es selber, als ich die ganze Zugspost hatte. Wegen seiner Misstraurigkeit und Eifersucht, er hatte n\u00e4mlich eine furchtbare Hur, die alle Herrn kannten in Salzburg als Geliebte, schaute er sich auch die Off.Post durch, das haben ihm aber Lt. Neuner und Schmiedt ausgetrieben. Sie gaben die Post immer dem Rechnungsoffizier, nicht&nbsp; mehr dem Dienstf\u00fchrenden, der bei Oblt recht gut stand und immer gegen die Zugskmdt und Einj\u00e4hrigen klagte bei Oblt. Aber die Herrn werden diesen Feldwebel jetzt auf die Kappen steigen, besonders auch Geritzen, dem gegen\u00fcber er sich eine Frechheit schon erlaubt hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"22\">\n<li><strong> November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Bei Nacht starker Hagel. Fr\u00fch und den ganzen Tag Schneefall. Um 9 Uhr war Vergatterung, alles war gespannt, was etwa jetzt wieder kommen wird. Da verk\u00fcndete Oblt, dass seine Majest\u00e4t Franz Josef gestorben sei, alles war ganz paff und nach dem Kommandoabtreten blieb alles stehen, so gro\u00df war die \u00dcberraschung. Nachdem man sich gefasst hatte, entspann sich \u00fcberall eine lebhafte Debatte \u00fcber das Gute und Schlechte, was dies nach sich ziehen wird. Alles bedauerte den guten alten Franz. Sonst nichts los. Gegen Abend Wetter gut. Arbeit keine.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"23\">\n<li><strong> November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Kaltes trockenes Wetter. Prachtvolles Panorama auf die r\u00fcckw\u00e4rtigen Berge. Ganz hinten schauen die Gletscherberge hervor. Abends und fr\u00fch immer alles in herrliches Rot getaucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"24\">\n<li><strong> November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Herrlicher Tag. Rege Fliegert\u00e4tigkeit. Wie wir alle vergattert waren zur Eidesleistung auf Kaiser Karl waren sie gerade ober uns, wir f\u00fcrchteten schon, es kommen Bomben oder Artillerie, da kamen unsere Flieger und vertrieben sie, ein Fall wurde abgeschossen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"25\">\n<li><strong> November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wetter etwas w\u00e4rmer. Es gef\u00e4llt mir ganz gut hier, es k\u00f6nnte nat\u00fcrlich schon besser sein. Um halb acht steh ich auf und schon zu meinen Leuten. Habe gute Chargen dabei, auf welche ich mich verlassen kann. Hie und da nat\u00fcrlich wei\u00df f\u00fcr mich Oblt Greg einen ganz besonderen Schwindel. Abends kommen wir Einj\u00e4hrigen&nbsp; immer zusammen und unterhalten uns in dieser \u2026 Deckung so gut es eben geht, oft recht gut. Nur gro\u00dfen Lichtmangel haben wir.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"26\">\n<li><strong> November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Starker Regen. Hptm \u2026. Ist wieder zum Regiment gekommen. Anfangs Mai ist er zum 4. Armeekommando nach Russland gekommen. Oblt Mildner, der nach Tschauder das Batallion \u00fcbernommen hat, ist ein rechter Trottel, man sieht ihm an, dass er sich immer hinten herumgedruckt hat, keine Idee von einem Feldbattalion. Stellung \u2026..<\/p>\n<p>Abend ist meist Gesang, der ja sehr geeignet ist zur Vertreibung von tr\u00fcben Stunden. Das heitert das Gem\u00fct auf. Gibt frischen Mut. Sonst kalt, die gew\u00f6hnliche Arbeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"27\">\n<li><strong> November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nacht sch\u00f6n. Tags\u00fcber starker Schneefall. Vormittag ging ich nicht in die Arbeit. Nachmittag lie\u00df uns Oblt rufen und las uns einen Batallions-Reservatbefehl vor. Da waren allerhand bl\u00f6de Sachen darin, die mir zwar nichts machten bis auf das letzte, wo es hie\u00df, da\u00df Raschhofer, Mairinger , Hartlieb, Hattinger transferiert sind. Somit ist unsere kleine Abendunterhaltung hin. Allein wei\u00df man nicht, was ohne Licht anfangen soll. Fereberger war so selten da, sondern meist bei Schmiedt und Goritzen, da sagte Oblt nichts, bei uns gleich. Nat\u00fcrlich habe ich jetzt wieder viel mehr Arbeit, da ich wieder allein bin beim Zug und auch bei der Kompanie f\u00fcr so besondere Offiziersdienste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"28\">\n<li><strong> November<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Schneefall. Viel Arbeit. Heute ist der Befehl herausgekommen, dass man um \u2026\u2026.. werden zu k\u00f6nnen, 5 Monate Felddienst haben muss, das ist f\u00fcr meine &#8218;Kollegen \u2026. Heute wieder einmal ganz durch na\u00df geworden, weil keine Abl\u00f6sung. Der \u2026 das Luder schie\u00dft heute auch zu uns her.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>29.November<\/strong><\/p>\n<p>Sch\u00f6nes Wetter, kalt. Rege Fliegert\u00e4tigkeit. Mairinger und Raschhofer kamen abends und sagten, ihre Verh\u00e4ltnisse sind nicht besonders fein. Die Kompaniekommandanten sind besser. Oblt. \u2026\u2026\u2026\u2026 ist ein Schwein, nichts als Leute schinden kann er.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>30.November<\/strong><\/p>\n<p>Wetter gut, Sonntag. Feldmesser f\u00fcr Kaiser Franz Josef. Zuerst mussten wir aber noch fest arbeiten. Abends muss ich jetzt oft mit der Kompanie nach Campana gehen, obwohl den ganzen Tag gearbeitet. Ist auch ein Weg von drei Stunden, dann wird man immer beschossen und hat auch die Verantwortung noch dazu. Fr\u00fcher konnten wir abwechseln, jetzt bin ich allein mit Fereberger, der meist nichts macht. Dann ist der Weg jetzt recht schlecht, schmutzig. Ich habe oft so&nbsp; sture Tage hin, dass es mir in der Stellung lieber war. Wenn ich Ltn. Neuner nicht h\u00e4tte, m\u00fcsste ich oft verzweifeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Nicht viel los heute. Wetter sch\u00f6n, Abends bin ich jetzt meist allein. \u2026\u2026 auch nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wetter sch\u00f6n. Immer das alte. In Campana wurden drei italienische 15 aufgestellt. Der \u2026\u2026\u2026 wird schauen, wenn er seine eigenen 15 zu versp\u00fcren bekommt. Abends musste ich wieder nach Campana gehen, da wir aber sehr stark beschossen wurden, musste ich einzeln marschieren und vielfach Laufschritt machen durch gef\u00e4hrliche Zonen, nat\u00fcrlich haben diese Situation viele benutzt und haben sich zur\u00fcckgedr\u00fcckt du so nat\u00fcrlich nicht alles Material heraufbringen und musste noch einmal hinuntergehen, habe mir aber dann die zur\u00fcck geblieben schon ausgeliehen. Um 4 Uhr fr\u00fch kam ich zur Ruhe. Hatte nat\u00fcrlich eine gro\u00dfe Wut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wetter sch\u00f6n. Hatte freien Vormittag, ordentlich gereinigt, geschrieben und gelesen. Heute ist die \u2026.. Bef\u00f6rderung herauskommen von Fereberger Ludwig. Hattinger, Amarello Raschhofer kommt wieder zu uns. Ihm st\u00f6rt es, dass er nicht \u2026\u2026\u2026. Wurde, mir auch. Kofler kommt zum \u2026 1. Zug. Neuner ist auf kurze Zeit noch \u2026..<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4. Dezember<\/strong><\/p>\n<p>Sch\u00f6nes Wetter, aber kalt. Heute ziemlich ruhiger Tag. Sonst gar nichts von Bedeutung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Starker Schneefall. Sonst halt t\u00e4gliche Arbeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Tr\u00fcbes Wetter. Freudige Nachricht von Bukarests Fall.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Starker Schneefall. Heute wurde die freudenreiche Nachricht verbreitet, dass Gregorn. Wegkommt. Da k\u00f6nnte vielleicht noch ein Urlaub herausschauen. Am 4. Dezember&nbsp; ging die Schanzzeugkolonne in die Luft durch eine Unvorsichtigkeit. 12 Tote , 14. Verwundete. Die letzen Tage waren f\u00fcr mich \u2026.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wetter sch\u00f6n, kalt, viel Schnee. Heute war das sch\u00f6ne Fest Unbefleckte Empf\u00e4ngnis. Herau\u00dfen merkt man nichts, aber mit den Gedanken war ich bei meinen Mitsoldaten im trauten Kongregationsheiligtum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"9\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Etwas Schneefall. Nicht viel los. Seit Raschhofer wieder da ist, geht es wieder besser mit der Arbeit. Abends nette Unterhaltung bei Gesang und \u2026.. Lt. Neuner, \u2026 Geritzen, Fereberger,&nbsp; \u2026 Raschhofer waren beisammen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"10\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wieder etwas Schneefall, Hatten auch heute eine Feldmesse, war ganz sch\u00f6n. Der Tag war f\u00fcr mich frei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"11\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Nachts starker Schneefall. Wir haben jetzt 1,25. Viel Arbeit, alles mu\u00df ausgeschaufelt werden. Tragtierweg. Gr\u00e4ben, Deckungen. Bei Tag herrlich. Daf\u00fcr hatten wir starkes Artilleriefeuer, auch einige Verluste. Es gab auch einen Volltreffer in die Batallionsdeckung vom 1. Battallion Spitz. Telefon ist g\u00e4nzlich zerst\u00f6rt. Unsere Kompanie musste Relaisposten aufstellen. 20 Mann unter meiner Leitung, war auch nicht fein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"12\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Sehr kalt aber sch\u00f6n. Schneeschaufeln gehen nat\u00fcrlich. Nachmittag wieder etwas geschneit. Gefechtstrain \u2026 R 50 hat eine Lawine weggerissen. Viele Tote.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"13\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Nacht noch Schnee. Tags\u00fcber str\u00f6mender Regen. Die Zugangswege furchtbar schlecht. Am Tonezza sind 6 Lawinen abgegangen, die ganze Stra\u00dfe ist versch\u00fcttet. Keine Fassung daher. Aus den Wintervorr\u00e4ten in Campana 1 Konserve und halbe Portion Brot. \u00dcberall gehen Lawinen nieder. Der \u2026. Tschechert heute gemein. Sonst nichts los.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"14\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Regen etwas nachgelassen. In meiner Deckung ist es wie in einem Brausebad.&nbsp; Dieselbe magere Fassung, aber Arbeit viel. Wieder zwei gro\u00dfe Lawinen um Tonezza abgegangen. Am Pasubio eine ganze Kompanie versch\u00fcttet. \u2026 30 Leute von meiner Kompanie mit \u2026 Raschhofer mussten \u00fcver den Tonezza zur\u00fcck Brotfassen. Das war auch ein gro\u00dfer Tschoch. Ganz durchna\u00df bis zum Bauch hinauf kamen sie wieder an. Der n\u00e4chste \u00e4hnliche Schwindel wird wieder mir bl\u00fchen. Heute ist Jahrestag meines Abganges in Salzburg. 1 Jahr im Feld. H\u00e4tte nicht geglaubt, dass ich solange aushalten werde.<\/p>\n<p>Ich ging abends mit 40 Mann nach Campana, wieder Material tragen. \u2026 Geritzen musste nachts mit 30 Mann wieder zum Gefechtstrain Fassung tragen. Bis dorthin hatten es Russen gebracht und dabei fest gestohlen. Bei Regimentskommando 14 auch eine Lawine heruntergegangen. 7 Tote und mehrere Verletzte.<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<ol start=\"15\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wieder etwas Schneefall. Die Wege sind schauerlich schlecht. Der \u2026. Musste sich wegen Lawinengefahr sich ganz in fas Tal hinunter zur\u00fcck ziehen. \u2026 Abhang soll eine ganze Kompanie versch\u00fcttet worden sein. Witterung mies, daf\u00fcr aber wenig Artilleriet\u00e4tigkeit. Heute abend sehr lustig. \u2026 Frauenreiter, ein pr\u00e4chtiger S\u00e4nger war mit seiner Gitarre hier. Nur ist sie fast nie recht Zimmerrein, wenn sie l\u00e4nger dauert. Dann&nbsp; kommt halt immer der Gegensatz zwischen Klerikal und Freisinn zum Vorschein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u2026 Geritzen ist auf deutsch gesagt, eine gro\u00dfe Sau. \u2026 Frauenreiter und Fereberger nicht viel besser, schlechter und emp\u00f6render hab ich nich keinen reden geh\u00f6rt wie die 3. Ich sage zwar nicht viel, weil es doch nichts n\u00fctzt. Aber wenn sie es gar zu bunt treiben, dann wird ich wild und spreche stark dagegen oder wenn das nichts n\u00fctzt, gehe ich einfach davon. Klerikalfreundliche findet man wenig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"16\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Prachtvolles Wetter. Der Schnee ist gefroren, er tr\u00e4gt prachtvoll. Der Schnee ist nat\u00fcrlich wieder stark zusammengeschmolzen. Abends hatte ich wieder eine hitzige Debatte mit 2 Kollegen \u00fcber die Priester. Man warf ihnen haupts\u00e4chlich vor, dass sie Schuld seien an der Volksverbl\u00f6dung. Sie hindern die Bildung, Aufkl\u00e4rung des Volkes, damit sie \u00fcber dasselbe wir Tyrannen herrschen k\u00f6nnen. Ist ja immer derselbe Angriffspunkt. Ein 2. Angriffspunkt war das Nationalgef\u00fchl der Pfaffen. Sie tun gar nichts f\u00fcr das Deutschtum. Sie sind die geborenen Feinde aller deutschen Schutzvereine. S\u00fcdmark, Ostmark, Schulverein. Dann kamen sie auch zu sprechen \u00fcber die gro\u00dfe Gewalt und Macht, die ihnen der Staat einr\u00e4umt. Wahlrechte in der ersten Klasse. \u00dcberhaupt die ganze Tyrannenherrschaft der Geistlichen, sie tragen unberechtigter Weise die geistliche Gewalt auf die weltliche \u00fcber. Die P\u00e4pste. Kriege 66\u2026. Gegen Italien, der Papst hat unsere Truppen vom Eide enthoben. Galileo ist auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden wegen dem Kugelsystem der Erde, weil es gegen die G\u00f6ttlichen ging. Die Protektion der Geistlichen, sie ziehen nicht ins Feld\u2026. Das alles um mich vom idealen Beruf als Zubringer. Aber je mehr man versucht, mir meinen Glauben zu rauben, desto fester halte ich an ihm und desto sch\u00f6ner, erhabener kommt mir mein erw\u00e4hlter Beruf vor.<\/p>\n<p>Viel geschimpft wird auch \u00fcber die klerikalen Bl\u00e4tter, die keine Volksaufkl\u00e4rung, sondern nur Altweiber-Geklatsche bringen. Auch die Glaubw\u00fcrdigkeit der heiligen Schrift wurde angegriffen. Ich konnte nat\u00fcrlich nicht alles widerlegen, weil ich zu wenig bewandert bin in derlei Sachen, aber so gut es ging, habe ich meinen Mann gestellt, und den R\u00fcckzug nicht angetreten. Bekehren w\u00fcrde ich diese auch dann nicht, wenn ich ihnen auch alles klipp und klar widerlegen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"17\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Nacht herrlich. Tags\u00fcber etwas Schneefall. Heute Nacht musste ich f\u00fcr die 16. Kompanie in die Stellung einen Tragtierweg machen im Schnee mit 40 Mann. Die W\u00e4nde so hoch machen, da\u00df man gedeckt darin gehen kann. Wurden dabei mit schweren Schrappnellen befetzt, hatten ein Verwundetetn. \u2026 \u2026 Fereberger&nbsp; und Amarello gingen heute auf Urlaub. 1. Zug Lt. Janko, 2.Zug\u2026. 3. Zug Neuner, 4. Zug Schmied, Fereberger.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>18.\/19. Dezember<\/strong><\/p>\n<p>Sehr kalt und tr\u00fcb. Holzarbeit, Wegmachen u.s.w. wie halt alle Tage wenn nicht ein besonders sch\u00f6ner Schwindel meiner wartet. Abends \u2026Wagen&nbsp; hierher gekommen, unterhalten uns lange recht gut. Heftig wurde debattiert \u00fcber die Offensive. Gestern Nacht hatte eine Ratte einen Infanteristen blutig durch den Schuh gebissen. Solche Luder sind sehr eile, auch in meiner Deckung. Bei Nacht spazieren sie \u00fcber dich hinweg und was erreichbar ist, geh\u00f6rt schonungslos ihnen. Man darf nichts liegen lassen. Den Rucksack muss man von Esswaren entleeren, selbst im Mantel in der Bluse darf man nichts essbares lassen, sonst ist beides hin. Gerade hier sind schmerzlich viel, auch bei Tag wenn es ruhig ist, kommen sie. Ich hab schon mehrere erschossen. Patrone herausgeben und einen starken Papierpropfen hinein.<\/p>\n<ol start=\"19\">\n<li>Dezember: Halb Schnee halb sch\u00f6n, sonst alles das alte. Man muss alles aufh\u00e4ngen ganz frei\u2026<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"20\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wetter halb, halb. Ziemlich kalt. Mit Geritzen schaute ich mir die Stellung an, in welche ich mit ihm mit dem 3. Zug in ein paar Tagen gehen soll. Gef\u00e4llt mir recht gut. Sch\u00f6ne Deckungen. Gruben ziemlich gut ausgebaut. Wenig Artilleriet\u00e4tigkeit. Froh, dass ich aus unmittelbarer N\u00e4he vom Greg. Komme. Wir unterstehen taktisch ganz dem Batallion&nbsp; S\u00fcd selbstst\u00e4ndiger Zug. Administrativ geh\u00f6ren wir zur 15. Kompanie. Am 5. J\u00e4nner werden wir auf den Spitz gehen, nachmittags ist es ziemlich warm geworden.<\/p>\n<p>Abends gab es wieder hitzige Debatten.<\/p>\n<p>Es wurde wieder fest \u00fcber die Pfaffen geschimpft. Der Grund zu dieser Unterhaltung war meine Antwort auf die Frage, wo ich studiert hatte. Ich sagte fganz offen im Borrom\u00e4um. Wagenbichler sagte. Er habe auch zuerst im Borrom\u00e4um studiert, sei aber dann herausgegangen, weil ihn einer busseriert hatte, das war ihm zu schlecht und er sei nach Bozen gegangen, da war er aber noch durch und durch schwarz.<\/p>\n<p>Aber wie er dann die Geschichte Salzburg kennen gelernt hat, wie sich die Erzbisch\u00f6fe ausgef\u00fchrt haben und ihn die Bozener Professoren so gemein behandelt h\u00e4tten, da w\u00e4re er&nbsp; dann ganz deutschnational geworden. Es mag ja manches wahr daran sein, aber das war eben eine traurige Periode, viel davon ist aber Verleumdung und schlechtes Vorurteil. Hauptgespr\u00e4chsthema: Warum r\u00fccken die Geistlichen ein. Warum f\u00fchlen sie sich nicht als Deutsche und unterst\u00fctzen ihre bedr\u00e4ngten Br\u00fcder. Die Pfaffen sind die Blutsauger des Volkes.<\/p>\n<p>Stark wurde auch \u00fcber den Bettelorden geschimpft. Die d\u00fcrfen \u00f6ffentlich betteln, das ist die Kultur des 20. Jahrhunderts. Volkswirtschaftlich tun sie auch gar nichts, wenn auch geistliche sein m\u00fcssen, weil es das dumme Volk verlangt, so sollen sie anderer Art sein. Aber leicht k\u00f6nnten das solche Geistliche werden, die zu einem anderen Beruf auch nicht taugen, die nicht im Stande sind, gesunde Kinder zu erzeugen\u2026. Dann sind auch viel zu viele Priester. Die Kl\u00f6ster soll man alle aufheben. Ich wehrte mich nat\u00fcrlich fest dagegen, alles konnte ich leider nicht widerlege und bekehrt habe ich nat\u00fcrlich auch keinen, Sagt man ihnen was die Priester auf allen Gebieten leisten, so ist das einfach nicht wahr oder vielleicht eine r\u00fchmliche Ausnahme. Ganz Radikale behaupteten, wir brauchen \u00fcberhaupt gar keine Priester und wenn das Volk aufgekl\u00e4rt sein wird, so werden sie von selber verschwinden.<\/p>\n<p>Wir Deutschnationale k\u00e4mpfen nicht gegen die Religion, auch nicht eigentlich gegen die Priester, sondern nur gegen die Religi\u00f6sen und priesterlichen \u00dcbergriffe, gegen Missst\u00e4nde. Das w\u00e4ren mit saubere Reformatoren. Dann ging es gegen kirchlichen Einrichtungen los. Wir haben ein \u2026.. worauf steht,&nbsp; wer bei dieser ist, kommt in den Himmel am Samstag nach seinem Tod. Wer bei der Herz Jesu Bruderschaft stirbt nicht ohne Priester wie viele sind aber schon gestorben ohne einen Pfaffen, im Feld zum Beispiel.<\/p>\n<p>Dann hie\u00df es wieder nur die Geistlichen sind schuld, dass die Alpenl\u00e4nder so r\u00fcckst\u00e4ndig sind. Der Pfarrer ist der einzige Gebildete in einem Dorf und will es bleiben und hindert so die Leute, dass sie fortkommen etwas anderes sehen, dass er studiert, oder wenn er studiert, darf er nur Geistlicher werden. Kommen nat\u00fcrlich in ein Institut und werden dort einseitig erzogen. Diese Leute erbarmen ihnen auch ich, denn da werden uns diese bl\u00f6den Sachen langsam gleichsam eingeimpft. Wie gemein sich die Pfaffen bei den Wahlen auff\u00fchren, daf\u00fcr hat \u2026. Wagenbichler einen Beweis in Winkler, Buchsteiner und Lackner in seiner Heimat Altenmarkt. So wurde geschimpft und gel\u00e4stert, wenn ich nicht direkt angegriffen wurde, sagte ich meist nichts, denn was soll ich machen gegen 3, die ganz anderer Gesinnung und dabei bl\u00f6de Sachen eingelernt haben, noch dazu ich viel zu wenig bewandert bin. Zuletzt redeten sie mir im Guten zu, ich soll ablassen von meinem Beruf. Aber da kamen sie schlecht an. Gewi\u00df Landwirt oder Forstmann sein ist ein guter Beruf. Herrlich ist es, den Garten Gottes zu durchstreifen. Das Werk Gottes zu pflegen. Aber H\u00f6heres, als .. Freund nicht als Deinen Gott zu dienen, ihn in seine H\u00e4nde zu ringen, gibt es nicht. Aber um das zu verstehen, fehlt ihnen eben der kindliche Glaube, das Verst\u00e4ndnis. Ich danke Gott, dass er mich diesen Krieg hat mitmachen lassen. Ich hab viel gelernt. Fehler der geistlichen kennen gelernt. Hab die Anschauung der gew\u00f6hnlichen Leute und der Gebildeten oder wenigstens gebildet sein wollenden kennen gelernt.<\/p>\n<p>Wenn es auch unter den Geistlichen in der Kirche Missst\u00e4nde sind, das kann mich nicht abbringen. Wir sind eben leider auch Menschen. Der Krieg wird l\u00e4uternd wirken. Alles Unkraut wird hinausgeworfen werden. Viele haben Gott verloren, viele haben ihn gefunden. Der Krieg wird hoffentlich auch vieles Gute hervorbringen in Staat und Kirche. Das ist eben die einzige Hoffnung, dass selbst das gr\u00f6\u00dfte Unheil auch gute Seiten hat. Ich gib gerne zu, dass es ein Fehler, dass sich die Priester so wenig um ihre Nation k\u00fcmmern, was \u00fcberhaupt nicht immer wahr ist. Ich sah jetzt klar, was die Deutschen und was andere Nationen geleistet haben.<\/p>\n<p>Auch vom Schulverein h\u00f6rte ich viel Sch\u00f6nes. Ich finde es ganz gut vereinbar, ein braver Priester sein und doch sich als Deutscher zu f\u00fchlen. Man kann doch die deutsche Sache f\u00f6rdern, ohne die Kirche zu verachten, den Glauben zu verlieren. Die Ostmark ist ein guter katholischer Verein. Die S\u00fcdmark kann ein Priester nicht f\u00f6rdern, denn der raubt auch den Glauben. Ich werde auch als Priester ein guter bleiben, aber nicht nur den Namen nach. Man wird doch nicht behaupten, da\u00df die italienischen Priester in S\u00fcdtirol schlechte Priester sind, weil sie \u2026\u2026\u2026 arbeiten, nur halt mit ehrlichen Mitteln. Hier waren vielleicht schon vielfach unsere deutschen Priester zu \u2026.<\/p>\n<p>Aber um Mut. Gott hat uns diesen Beruf gegeben, nicht mein Recht ist es, einen anderen zu ergreifen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"21\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sch\u00f6ner Tag, aber kalt. Starke Artilleriet\u00e4tigkeit . Heute f\u00fcr unseren Zug Rasttag, weil wir morgen in Stellung gehen. Die Ratten waren heute wieder recht gemein. Fast nichts geschlafen. Mu\u00dfte heute in die Deckung von Raschhofer. Jahn hat meine besiedelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"22\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Herrlicher warmer Wintertag. Heute hab ich mir auf den Weihnachtstag vom Gefechtstrain um 20 Kanonen Zubu\u00dfe gekauft. Schokolade, Wein, B\u00e4ckerei, Kerzen, Z\u00fcnder, Schuhfett. Ist alles furchtbar teuer. F\u00fcr einen Christbaum f\u00fcr die Verwundeten und Kranken gab ich auch 2 Kronen. Abends gingen wir in Stellung. Die Diensteinteilung ist ganz nett. Arbeit w\u00e4re viel, aber wir werden uns nicht gar so arg wehtun. Ich bin froh, da\u00df ich weg bin. Hier bin ich doch ein anderer Mann. Nur die Nachtruhe ist alle Tage nat\u00fcrlich gest\u00f6rt.<\/p>\n<p>Heute war ich auch bei Hptm Zeller wegen eines Studienurlaubs. Obstlt. Mildner hat mir auch ein 2. Gesuch zur\u00fcck geworfen. Lt. Neuner hat mir den Rat gegeben, ich soll direkt zu Hptm Zeller gehen. Hptm. Zeller war sehr freundlich und hat mir f\u00fcr Anfang J\u00e4nner einen versprochen. Ich soll nur noch vor den Feiertagen ein Gesuch machen. Also wieder Hoffnung. Sonst nichts los.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"23\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Prachtvoller, warmer Wintertag. Es ist gar nichts los. Zeitweise m\u00f6chte man glauben, es w\u00e4re tiefster Friede. Inf.Angriffe sind fast ausgeschlossen. Nue eine breitere Anstiegsrinne. Die Stellung ist noch feiner wie \u2026\u2026\u2026\u2026.Ost, weil Artilleriet\u00e4tigkeit auch nicht stark ist. Dann sind wir noch ganz selbst\u00e4ndig. Heute mein Gesuch abgegeben. Heute ist schon Weihnachtsfassung gekommen. \u2026 Geritzen hat f\u00fcr die Mannschaft um 80 Kronen gekauft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"24\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Prachtvoller Wintertag. Nichts los. Wir \u2026\u2026 richteten einen sch\u00f6nen Christbaum her. Gearbeitet wurde heute nat\u00fcrlich nichts mehr. Aussen den Posten war alles frei heute. Um 7 Uhr versammelten wir dann unseren Zug vor unserer Deckun. Der Baum wurde ange\u2026\u2026.. Stille, heilige Nacht gesungen, dann die Weihnachtsgaben ausgeteilt vom Hinterland. \u2026\u2026 und \u2026\u2026\u2026.. Dann noch zeitlange Plauderei mit den Leuten, bis 9 Uhr. War recht sch\u00f6n. Es waren sch\u00f6ne Weihnachten im Felde.<\/p>\n<p>Dann gingen wir mit ein paar S\u00e4ngern auf den Inf. Beobachtungsstand. G\u00fcnstig f\u00fcr Angriffsunterst\u00fctzung auf Sektion 57. Wir hatten hier Nr. 61 und sangen den Italienern viele sch\u00f6ne Lieder hin\u00fcber. Auch gegen 50 Leuchtraketen hatten wir verschossen. Es war herrlich. Sowohl Inf. Als auch Art. auf beiden Seiten war ganz ruhig. \u00dcberall stieg pl\u00f6tzlich Gesang in die L\u00fcfte und erleuchteten viele, viele Leuchtraketen die mondhelle Nach noch mehr. Auch von Italien herauf stieg Gesang und Musik. Alles feierte Weihnachten, es war wundersch\u00f6n.<\/p>\n<p>H\u00e4tte nicht geglaubt, dass im Feld solche Weihnachten m\u00f6glich w\u00e4ren. Welcher Gegensatz zu Wladimir Wolinsky. Wir unterhielten uns dann bis 11 Uhr. Nach Mitternacht hatte ich Dienst. Vorm. Hatte ihn K\u2026.. Sloyer. Besondere Freude machte mir auch, dass Geritzen heute das \u2026.glockenl\u00e4uten unterlie\u00df. In die Christmette nach \u2026.. und Amt am 25. Konnte ich leider nicht gehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"25\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Prachtvoller Weihnachtstag. Vorm. Nat\u00fcrlich etwas geruht. Auch heute ganz ruhig. Heute Abend feierten wie nochmals heiligen Abend, war recht lustig, aber nicht mehr so stimmungsvoll. Raschhofer, Mairinger waren bei uns. Wir hatten schon noch ziemliche Vorr\u00e4te an Wein, Schnaps von sonstigen von Geritzen seiner Offiziersfassung. Ich bekam von der Offiziersfassung eine nette Zigarettendose, welche mich sehr freute. Der Christbaum stand in herrlichem Lichterschmuck. Noch einmal ert\u00f6nte das Stille Nach. O Tannenbaum und viele andere sch\u00f6ne Lieder wurden gesungen. Unsere Art. schoss heute abend wieder etwas. Der \u2026. war braver, er hat noch gar nichts.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"26\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Etwas tr\u00fcb, aber warm. Am 25. ging Gregor auf Urlaub. Alles jubelt auf. Gestern war auch Lt. Neuner da und sagte mir, dass ich in den n\u00e4chsten Tagen zum \u2026. Gehe zur Offizierspr\u00fcfungsablegung, da bekam ich dann auch Urlaub.<\/p>\n<p>Das trug nur noch mehr bei zu einer sch\u00f6nen Weihnachtsstimmung. Gott sei Dank. Vielleicht Neujahr schon im warmen Salzburg. Bald bei meiner lieben Mutter seid einem guten Jahr. Bald im trauten Borrom\u00e4um. Bald Matura mit Offizierspr\u00fcfung. Bald (Th?) und dann los von der Fuchserei. Nicht auf \u2026spitz steigen. O welche Freude. Jetzt scheinen f\u00fcr mich bessere Zeiten zu kommen. Das Christkind hat sie gebracht. Oblt. Greg. Wollte mir noch diesen Austausch hinunterschlagen, dieser falsche Kerl. Lt. Neuner hat sich aber stark eingesetzt f\u00fcr mich. Ihm verdanke ich den Austausch. Er ist ein lieber Kerl. Um mir diese Freude zu bereiten, ist her\u00fcbergegangen. Dass er sich so eingesetzt hat f\u00fcr mich erz\u00e4hlte mit Lt. Janko. Oblt. Bittmannsberger \u00fcbernahm das Kompaniekommando. In dem mu\u00dfte ich heute gehen zwecks Aufnahme meiner Daten f\u00fcr den Austausch. Die Sache ist sicher am 29. Oder 30.<\/p>\n<p>Oblt Bittmannsberger ist ein netter Herr. Etwas Artilleriefeuer, sonst nichts los. W\u00e4re nur der 30. Dezember schon da.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"27\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Sch\u00f6ner warmer Tag. Rege Artilleriet\u00e4tigkeit auf unserer Seite. Die neu aufgestellte \u2026 Batterie in Freghi wurde beschossen. Am 2. Gehen wir auf den Spitz.<\/p>\n<ol start=\"28\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Sch\u00f6ner kalter Tag. Rege Artilleriet\u00e4tigkeit auf beiden Seiten. Prachtvolle Aussicht. Das Gr\u00fcne Tal und die schneebedeckten Berge.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"29\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Prachtvolles Wetter. O Freudentag. Abends verlie\u00df ich die Stellung, ging in unsre Reservestellung, nahm von allen Lieben Abschied, besonders halt von Neuner und legte mich zum letzten Mal mit gewisser Angst zur Ruhe. Denn sicher ist man ja keine Minute und sollte einem grad vor dem Abgang noch etwas passieren, das w\u00e4re doch \u00e4rgerlich. Aber der ?Ldagg? war brav.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"30\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Herrlicher Tag. Um 4 Uhr brach ich mit einem Korporal vom Battalion, den ich abholte, auf. Oft bin ich schon den Weg \u00fcber Campano nach Tonezza gewandert, aber noch nie hatte ich solche Angst wie heute. Aber Gott sei dank der ?Ldagg? war ziemlich brav heute, nur hie und da gr\u00fc\u00dfte er uns stille Wanderer mit seinen Liebesgaben. Da\u00df wir eiligen Fu\u00dfes waren, ist klar. Um 7 Uhr hatten wir bereits den Pass di la V\u2026.&nbsp;&nbsp; erreicht. Ein Gott sei Dank kam \u00fcber meine Lippen. Dann nahmen wir die Kappe vom Kopfe und wendeten uns zum \u2026\u2026 hin\u00fcber und riefen ihm ein lautes Abschieds-Hurra zu. Nun war die gr\u00f6\u00dfte Gefahr vor\u00fcber. Um 11 Uhr waren wir beim Prov. Train I.R. 5 G. Mittagspause. Ausstellung der Dokumente. Wegen eines Kollegen mu\u00dften wir bis 3 Uhr warten Bekamen aber dann auf Bem\u00fchen Hptm Tillichs zwei Schlitten und waren um 0 Uhr in Folgaria, Ohne Aufenthalt ging es weiter nach \u2026.. und erreichten noch den Zug um 10 Uhr. Hurra, o welche Freude.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"31\">\n<li><strong> Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Durch die G\u00fcte eines Kondukteurs bekamen wir in Trient ein Couppee 2. Klasse. Das war fein. Um 0 Uhr abends in Salzburg. Silvester bei Speckmichl mit Lt. Farner, wo ich logierte. War recht lustig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Tagebuch<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1.J\u00e4nner 1917 bis 19. M\u00e4rz 1917 Salzburg<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus kurzen m\u00fcndlichen Erinnerungen zusammengestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong> J\u00e4nner <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wetter gut. Kalt. Der Silvester Abend war recht angenehm verlaufen.&nbsp; Um 11 Uhr ins Bett gelegt. O, welch Genu\u00df nach 12 Monaten wieder einmal ein gutes reines Bett. In meinem schauderhaften Aufzug traute ich mir bei Tag nirgends recht hin. Um 9 Uhr waren alle Einj\u00e4hrigen beim Kaderst\u00f6ckl versammelt, wir wieder aber wieder weiter geschickt und auf 2. J\u00e4nner 10 Uhr bestellt. Die Gef\u00fchle, die ich heute hatte, kann ich nicht beschreiben. Wir herrlich war es auch in der sch\u00f6n geschm\u00fcckten Franziskanerkirche.&nbsp; Nachmittags suchte ich Frau Strasser auf, wo es mir gut ging. Abends spazierte ich in das Borrom\u00e4um hinaus, wo es auch ganz lustig war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> J\u00e4nner <\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir wurden in die Einj\u00e4hrigen-Abteilung gesammelt, dort traf ich mehrere Bekannte, besonders mit Heller schlo\u00df ich bald innige Freundschaft, ein netter Bursche. Hier ging es uns ganz gut. Wir hatten nichts zu tun. Es waren ganz wenige Einj\u00e4hrige da und noch dazu ganz junge. So fingen wir an etwas zu studieren auf die Pr\u00fcfung. Meine t\u00e4gliche Unterhaltung war Borrom\u00e4um Bekannte und abends \u2026 und Kaffeehaus Koller, wo ich mit Bekannten Karten spielte. Dann kamen wir auf die Festung, wo wir aber auch nicht ausr\u00fcckten. In einigen Tagen kam pl\u00f6tzlich Kathi und Lois, freut mich sehr, sie haben mich in m einen Aufzug gar nicht gekannt. Jetzt schaute ich mir um eine ordentliche Montur, etwas Geld hatte ich noch. Meine teure Bude beim Speckmichl hatte ich auch aufgegeben und auf der Festung im Einj\u00e4hrigenzimmer geschlafen. Mit dem Studium f\u00fcr die Pr\u00fcfung in \u2026.. ging nicht viel vorw\u00e4rts. Da kam ganz unerwartet mein&nbsp; 4w\u00f6chentlicher Urlaub heraus. War mir angenehm und auch nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich wollte nach der Off.Pr\u00fcfung zuerst einen 14t\u00e4tigen Geb\u00fchrenurlaub haben nach 12 Monaten Feld und dann \u00fcber 14 Tagen meinen 4w\u00f6chigen Schulurlaub. Denn auf diese Weise geht mir der erstere fl\u00f6ten, weil er auch als Geb\u00fchrenurlaub eingerechnet wird. Die Geschichte war n\u00e4mlich die. Mein im Felde abgegebenes Gesuch ist jetzt hierher zum Kader gekommen. Und ohne mich zu fragen, kam die Geschichte in den Befehl. Unangenehm war auch, dass ich alle Tage f\u00fcrchten&nbsp; mu\u00df einberufen zu werden nach Steyr zur Offizierspr\u00fcfung und jetzt aber&nbsp; doch keine Zeit mehr haben zum studieren. Denn die 7. Klasse wird mir auch Arbeit machen.<\/p>\n<p>Ende J\u00e4nner trat ich meinen Urlaub an, zuerst auf 2 Tage nach Hause und dann ins Borrom\u00e4um, wo es mir ganz gut ging. Es wurde stark studiert, aber nicht lustig. Im Krankenzimmer waren einlogiert. Als ich so in das Borrom\u00e4um hinaus wandere, sah ich vor meinen einen Bekannten gegen und als ich genauer zusah, erkannte ich darin Reiter. Mein Freund war gro\u00df, als er mir erz\u00e4hlte, dass er auch ins Borrom\u00e4um gehe, Pr\u00fcfungen also schon nicht allein, er erz\u00e4hlte mir auch, das morgen Brunner komme und in einigen Tagen Stampfl, also war eine ganz lustige Gesellschaft beisammen.<\/p>\n<p>Vormittag studierten wir fest, gingen auch in manche Stunden in die Schule. Nach dem Mittagsessen gingen wir meist auf einen kleinen Tarocker ins Kaffee Geisler. Abends gingen wir auch hie und da fort. Aber was ich gef\u00fcrchtet, ist eingetreten. Nach 3 Tagen holte mich das Telefon auf die Festung, wo mir mitgeteilt wurde, dass ich morgen nach Steyr fahren mu\u00df zur Pr\u00fcfung mit anderen einj\u00e4hrigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Schaute mir schnell das wichtigste an und so fuhr ich nach Steyr und zwar mit ziemlich gro\u00dfer Angst.<\/p>\n<p>Gegen abends kamen wir an. Wir mussten hinaus in die Gewerbeschule. Weder Nachtlager bekamen wir noch Verpflegung. Ich schlief in der Schwechater Bierhalle mit Heller und zwei anderen und lie\u00dfen uns abend gut gehen. Um 8 Uhr begann die Pr\u00fcfung, es waren im ganzen 80 \u2013 90.<\/p>\n<p>Wir kamen Gott sei Dank als 2 dran, soda\u00df wir hoffen konnten, den Zug um 1 Uhr noch zu erreichen. Ich war mir Heller und Blum der letzte, um 11 Uhr kam ich dran. Ich hatte furchtbar Gl\u00fcck, aber schon auch viel gewusst. Ich bekam aus jedem Hauptgegenstand eine Frage und half den zwei anderen aus. Ich blieb keine Frage schuldig, soda\u00df Major B\u00f6hm, der Vorsitzende, den Kopf sch\u00fcttelte, ist das m\u00f6glich so eine Ver\u00e4nderung. Wenn er wirklich so faul gewesen w\u00e4re und dann w\u00e4re er nicht Feldwebel geworden in so kurzer Zeit und h\u00e4tte er die Pr\u00fcfung nicht so gut machen k\u00f6nnen. Ich strahlte vor Gl\u00fcck und Freude. Bald wird mir also der Weg zum Th. (Theologen ?) offen sein.<\/p>\n<p>Meine Beschreibung von Oblt. \u2026\u2026. war eine gro\u00dfe Gemeinheit und Ungerechtigkeit. So schlecht h\u00e4tte ich dieselbe mir nicht vorgestellt. Nur schade, dass er nicht mehr in der Offizierschule war, sonst h\u00e4tte ich mich ihm gezeigt. Was w\u00fcrde er wohl gesagt haben?<\/p>\n<p>Um dreiviertel Zwei wurden wir 59 alle in den Pr\u00fcfungssaal gerufne und Major B\u00f6hm verlas das Resultat und machte einige Bemerkungen, (4 waren wieder durchgefallen, darunter auch Heller. Major B\u00f6hm erbarmte er auch, aber er konnte nichts machen. Auf meine Frage, welchen Rang wir bek\u00e4men, sagte Majro 8.Turnus. Also waren wir entlassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da\u00df mir das Bier und Essen besser schmeckte als gestern, l\u00e4sst sich denken. Um 1 Uhr ging es nach Linz, wo wir bis 9 Uhr abends blieben. Es war recht lustig. Heller machte sich Gott sei Dank nicht viel daraus. Ich h\u00e4tte nicht lustig sein k\u00f6nnen. Um 2 Uhr waren in Salzburg. O welche s\u00fc\u00dfe Ruhe. Um 8 Uhr trafen wir uns auf der Festung. Wo wir die Geb\u00fchren bekamen und mein Urlaub um drei Tage verl\u00e4ngert wurde., also wieder ein Profit. In f\u00fcnf Tagen machten wir dann die Pr\u00fcfung \u00fcber die 7. mit gutem Erfolg. In 3 Tagen dann kam bald wieder in 3 Tagen die Kriegsmatura.&nbsp; In Latein schriftlich und m\u00fcndlich, griechisch m\u00fcndlich und Deutsch auch m\u00fcndlich. Die zwei anderen Gegenst\u00e4nde wurden mir von Loos geschenkt. Es ist gut gegangen. In Griechisch war es geradezu gl\u00e4nzende. Heute noch freut sich Prof. Brandst\u00e4tter \u00fcber meine Griechisch-Matura.<\/p>\n<p>Freudigen Scherz mit einem Dankesgebet auf den Lippen ging es nun zur lieben Mutter.&nbsp; Jedes Hindernis zum Th. War aus dem Weg ger\u00e4umt. Das war einmal ein Urlaub voller Gl\u00fcck, Freude und Zufriedenheit. Pr\u00fcfungen auf einen Schlag hinter mir.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ganz Besonderes w\u00fcsste ich nichts in diesen arbeitsreichen, aber doch lustigen Tagen. Ja, eines vielleicht noch: Nach der Matura machten wir mit Herzog, Achorner (?) einen Pr\u00fcfungsausflug nach Plainbr\u00fccke, wo wir ziemlich viel Gl\u00fchwein vertilgten, es war recht lustig. Beim nach Hause gehen hab ich mir aber vor lauter Lachen und nicht aufpassen den neuen S\u00e4bel gebrochen. Da ich meine Urlaubsgb\u00fchren soll und ganz ausbezahlt bekam, auch von Feld noch etwas hatte und von \u2026. Auf meinen Th. 50 Kronen entlieh f\u00fcr den S\u00e4bel, war ich finanziell auch nicht so schlecht bestellt. Das war eine lustige Zeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch Ende Februar war die sch\u00f6ne Zeit wieder aus. Ich r\u00fcckte wieder zur 4. Ersatzkompanie auf die Festung ein. Beim Rapport, wo ich mein Einr\u00fccken meldete, bat ich auch zugleich um Bef\u00f6rderung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich wurde in die Kanzlei gesandt, wo alles aufgenommen wurde und f\u00fcr mich am n\u00e4chsten Tag mit einer guten Beschreibung von Hptm. Weinhengst &#8211; das eine Seltenheit war f\u00fcr Einj\u00e4hrige \u2013 bei mir mag der Grund gewesen sein der Felddienst, wo ich mit ihm beisammen war \u2026 Eingabe zum Ersatzbatallion geschickt. Ich hoffte, in 14 Tagen werde ich Th. (?) sein. Mir ging es nun in dieser Zeit auf der Festung ganz gut hatte es eigentlich sch\u00f6ner wie diese, weil ich doch Offiziersdienst hatte und doch nur Festungsinspektion machen brauchte. Beim Ausr\u00fccken gingen wir uneingeteilt und schauten drau\u00dfen nur zu. Nachmittags war ich gew\u00f6hnlich nicht hier. Schlafen und Essen tat ich ausw\u00e4rts. Auf die Festung kam ich nur abends zur Befehlsausgabe. Abends hatten \u2026\u2026\u2026.., Schwabl und oft auch andere und ich eine st\u00e4ndige Tarockpartie. War oft recht lustig. Hatte ich auch keinen \u00dcberzeitschein, denn einen permanenten gab er mir nicht und alle Tage zu fragen, war mir zu fad, so ging ich doch nicht nach Hause vor 12 Uhr. Sperrstunde meist halt. S\u00e4bel und Rossette trug ich. Kein Mensch wusste, dass ich nich nicht Offizier sei, oft sind uns Patrouillen begegnet, die immer stramm gr\u00fc\u00dften, ich lachte dann grimmig nat\u00fcrlich. Wenn ich dann so durch den Kai hinuntermarschierte um Mitternacht, st\u00f6rte ich ein paar Mal Liebenp\u00e4rchen auf den B\u00e4nken. Wir hatten ein prachtvolle warme Zeit schon. Hie und da machte ich auch Besuche bei Strasser, Stockhammer, Borrom\u00e4um Hallein, Obertrum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das war eine angenehme Erholungszeit f\u00fcr mich. Nur der (Th) lie\u00df lange auch sich warten.<\/p>\n<p>Am 8. M\u00e4rz wurde ich leider dem Marschbatallion zugeteilt. Dieser Befehl nat\u00fcrlich war wie Blitz aus heiterem Himmel. Aber auch darein hab ich mich gefunden. Das Leben blieb sonst das gleiche. Unter Oblt. Kudielka war es gemeiner, aber ist bald wieder fort gekommen. Oblt Tichy war unser Kompaniekommandant, ich kam mit ihm recht gut aus. Bei kleinen Nachmittags\u00fcbungen gegen Morzg, Hellbrunn, wo wir auch einkehrten, war es recht nett und da lernten wir uns kennen. Ich hatte bis zum Abmarsch dasselbe angenehme Leben. Nur der Th. Sollte schneller kommen. Am 12. M\u00e4rz bin ichnoch einmal nach Hause gefahren. Schnell waren die notwendigsten Sachen beisammen und ich war reisefertig und die \u00fcbrigen Sachen wurden nach Hause gesandt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und so ging es mit frischem Mut das 2. Mal ins Feld am 19. M\u00e4rz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u2026 Heller und Koller waren noch bei der \u2026\u2026. Wir hatten ein Koupee 3. Klasse, war recht nette.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>TAGEBUCH 1. Oktober \u2013 1. Dezember<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>R\u00fcckzug, Umsturz<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da ich die schriftlichen Aufzeichnungen verloren habe, ist folgendes nur ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber die letzen schweren Tage.<\/p>\n<p>Ich w\u00e4re nicht im Stande, dasselbe \u2026 wiederzugeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Oktober bis 18. Oktober ungef\u00e4hr<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Im gro\u00dfen und ganzen dasselbe wie im September. Zeitweise recht viel Arbeit. Oblt Petkovic war oft weg. Lt. \u2026 ist auf Urlaub und ist dort an Grippe erkrankt. Ungef\u00e4hr von 10 bis 12. Oktober ist Oblt Rainer weggefahren, \u2026 2 Tage nach \u2026 und ist dann erkrankt und kam nach Bozen in den Sonnehof ins Spital. Oblt Petkovic ist auch erkrankt und so hatte ich alle 3 Dienste. Besonders viel Arbeit machte mir die Kanzlei, weil keinen verl\u00e4\u00dflichen Gehilfen und ich bei den t\u00e4glichen verschiedenen Befehlen auch noch zu wenig eingearbeitet war. \u2026 von der Stabsabteilung war auch eine Zeit fort. \u2026. Macht mir auch Schwierigkeiten. Meine \u2026leute die 3 besten mit den Stabsf\u00fchrer und auch an der Grippe erkrankt, so hatte ich auch diese Arbeit, bis der Neue gut eingef\u00fchrt war. Alle drei sind dann in Brixen gestorben. Die armen Kerle.. Ist mir sehr leid darum. Oft war ich bis 11 \u2013 12 Stunden in der Kanzlei, denn bei Tag hatte ich oft keine Zeit.<\/p>\n<p>Wenn man noch bedenkt, wie schwierig damals die Verpflegung aufzutreiben war, so l\u00e4\u00dft sich denken, da\u00df ich sehr nerv\u00f6s wurde und auch anfing zu kr\u00e4nkeln.<\/p>\n<p>Ich hatte keinen Appetit, wie immer, wenn ich \u00fcberanstrengt bin. Dann noch die Unzufriedenheiten der Offiziere \u2026.. Wohl arbeitete noch Petkovic, aber viel konnte er nicht machen, weil er immer krank war und er hat um Urlaub angesucht. Sollte er Urlaub nicht bekommen, so wird er ins Spital gehen. F\u00fcr ausw\u00e4rtige Fassungen bekam ich nat\u00fcrlich schon immer einen Offizier von den Batallionen.&nbsp; Diese h\u00e4tte ich unm\u00f6glich mehr bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sehns\u00fcchtig wartete ich immer auf Oblt Rainer und Lt. \u2026..<\/p>\n<p>Denn am meisten f\u00fcrchtete ich, dass mir mein Urlaub auch fl\u00f6ten geht, den ich sonst am 28. Oktober angetreten h\u00e4tte. Das es gar keine vergn\u00fcgten Stunden gegeben h\u00e4tte ist nat\u00fcrlich auch nicht der Fall gewesen. Aber auch die ganze innere politische Lage und milit\u00e4rische Lage lie\u00df Schlimmes erwarten und \u00fcberall herrschte gedr\u00fcckte Stimmung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"18\">\n<li><strong> Oktober bis 1. Dezember<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Waren die letzten Tage f\u00fcr mich schon anstrengend, so sollten diese kommenden Tage noch aufregender und arbeitsreicher werden. Obwohl die Zeit, die inzwischen verflossen ist, nicht gar so lang ist, so habe ich merkw\u00fcrdiger Weise die letzten sich sto\u00dfenden Vorg\u00e4nge nicht mehr so gut in Erinnerung, als wie zum Beispiel die Zeit vom Dezember 15 &#8211; \u202616, wo ich auch keine Aufzeichnungen hatte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Grund hief\u00fcr mag wohl sein, da\u00df ich viel zu angestrengt und aufgeregt war, in diesen letzten Tagen bis zu unserem traurigen Einzug in Salzburg Ende November, bis mich dann die teure Heimat aufnahm und wo es mit meinen Br\u00fcdern bei der Mutter zu Hause ein fr\u00f6hliches Wiedersehen gab.<\/p>\n<p>Am 17. abends kam auf einmal der Befehl, das Regiment mu\u00df am 19. Fr\u00fch marschierbereit sein. Die Arbeiten, die von mir noch zu erledigen gewesen w\u00e4ren, w\u00e4ren so gro\u00dfe gewesen, da\u00df sie unm\u00f6glich ausgef\u00fchrt h\u00e4tten werden k\u00f6nnen. Wir sollten ausger\u00fcstet sein mit Reserveportionen und Winterausr\u00fcstung, hatten aber gar nichts und keine Hoffnung bis in dieser Zeit alles zu bekommen. Auch noch andere Arbeiten gab es in Menge.<\/p>\n<p>Mit der ganzen Kraftaufwendung ist es Oberst Peter gelungen, den Abmarsch auf 22. zu verschieben. Doch sollte die 1. Staffel am 20. Abgehen (2. Battalion), 3. Staffel, 1. Battalion und Stab am 22.<\/p>\n<p>Am 18. War ich den ganzen Vormittag bei Oberst um die ganze Lage zu besprechen und besonders auch um Vorsorge zu treffen, f\u00fcr die Verpflegung auf der Reise. In den Fassungsstellen werden wir n\u00e4mlich nirgends Fleisch bekommen. Um 12 Uhr mittags hatte ich einen ganzen Konzeptbogen voll Befehle und Vorschriften. Lt. Mayer war mir als St\u00fctze beigegeben, obwohl er viel \u00e4lter war als ich. Wir kamen aber recht gut aus. Nachmittag hatte ich noch mit den Battalionsproviantoffizieren eine Besprechung. Sie sollten ja bis Beluno selbst\u00e4ndig sein.<\/p>\n<ol start=\"18\">\n<li>Abends bis um 12 Uhr war ich in der Kanzlei um \u2026 abzuschlie\u00dfen und andere Kleinigkeiten. Auch rechnete ich mir noch die morgige Fassung aus. Die Mehlfassung machte mir gro\u00dfe Schwierigkeiten, da mir ja nirgends Zwieback bekommen werden, lie\u00df ich mir selbst inder B\u00e4ckerei pro Kopf 500 Gramm Dauerbrot backen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Am 19. Sa\u00df ich vormittags fast nur beim Telephon wegen Fleischkonserven. Endlich wurden mir durch das Armeekommando Trient in Tarvis 3000 Konserven zugesagt.<\/p>\n<p>Ebenso gelang es mir f\u00fcr die Reise 9 St\u00fcck lebende K\u00e4lber zu bekommen.<\/p>\n<p>Nicht weniger Arbeit machte die Offiziersmesse. Ich bin nicht imstande, diesen Wirbel, aber wir hatten zu schildern.<\/p>\n<p>Diese Erinnerungen seien nur kleine Momente um diese letzten aufreibenden Tagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 20. Fr\u00fch marschierte das 3. Bataillon ab. Gott sei Dank wenigstens ein Bataillon fort. Brot bekamen sie mit auf drei Tage. Dauerbrot hatten sie auch. Fleisch hatten sie auch f\u00fcr 2 Tage in den K\u00e4lbern. Fleischkonserven werde ich ihnen nachf\u00fchren.<\/p>\n<p>Die Winterausr\u00fcstung wird nach Bruneck kommen und dort mit der Bahn nach Beluno. Am 21. Ging das 2. Bataillon, das auch f\u00fcr drei Tage Fassung hatte, auch. Reserveportion volle. Um das andere m\u00fcssen sich die Bataillone selbst k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Am 22. ging das 1 Bataillon und der Stab unter Kommando von Lt. Meyer in Proviantursachen, der auch den Stab zu versorgen hatte. Es war auch auf 3 Tage verpflegt.<\/p>\n<p>Ich wollte auch gerne mit Lt. Meyer mit dem Stabe gehen, mu\u00dfte aber bei Oberst bleiben, der mit seine 2 Adjudanten Postoffizier und Telephonoffizier separat mit der Bahn fuhr. Trotzdem, da\u00df ich hier mit der Bahn fuhr, w\u00e4re ich doch lieber mit dem Stabe und meinen Prov. Gegangen, erstens damit ich bei meinen neuen Leuten gewesen w\u00e4re und bei meinen Sachen und los von Oberst Peter, der zwar meine Arbeit hoch einsch\u00e4tzte und anerkannte. Aber auch sah, da\u00df er mir zu viel Arbeit auferlegte und mir daher die Meyer gab und w\u00e4hrend der Reise ihm die Verpflegung \u00fcbergab. Ich sollte bei ihm bleiben wegen seiner und Offiziere Verpflegung und voraus fahren, um die einzelnen Bataillone immer anmelden und f\u00fcr sie Fassung vorbereiten.<\/p>\n<p>Froh war ich, wie einmal alles auf dem Marsche war. Konnte ich doch hoffen, mich ein wenig ausschnaufen zu k\u00f6nnen w\u00e4hrend der Reise nach Beluno.<\/p>\n<p>Oblt Petkovic war bereits nach Niederndorf auf Urlaub, wo er die Bataillone Fassung vorbereitete und auch f\u00fcr die Offiziersmessen. In Niederndorf blieb auch Peter mit dem engeren Stab eine Nacht und Tag. Das war wieder einmal eine Ruhe Tag f\u00fcr mich. Wir haben nat\u00fcrlich nur die allernotwendigsten Sachen mitgenommen, das andere blieb in M\u00fchlbach. Auch Privatsachen, die ich viele hatte auf den Urlaub vorbereitet. Nur den Koffer gab ich nach Niederndorf. Der Train war klein und konnte nicht so schnell hineinkommen wie das Regiment, das in der Bahnstation Pieve Cadore einwaggoniert wurde. Wir waren als die ersten dort und erwarteten dort das Regiment.<\/p>\n<p>Diese 3 Reisetage waren ganz sch\u00f6n. Prachtvolle Gegend. Die Dolomitenstra\u00dfe ist einzig. Cortina Ampezzo liegt in prachtvoller Alpengegend. Sch\u00f6nste Dolomitengebiet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das folgende in Beluno kann ich nicht so schildern wie es ist, daher nur ganz kurze Punkte. In Pieve schickten wir ein Boten zum Train zur\u00fcck, er m\u00f6ge in Niederdorf bleiben und uns dort erwarten, denn der R\u00fcckzug war schon im Gange.<\/p>\n<p>Die Tage in Beluno und der R\u00fcckzug waren furchtbar wie eine Offfensive, das m\u00f6ge gen\u00fcgen.<\/p>\n<p>3 Tage waren wir in Beluno. Wir requirierten uns einen Train und laden Mehl, Zucker und alles auf, was wir wegbringen konnten. Auch 50 St\u00fcck Rindvieh nehmen wir mit. Unser Regiment war das letzte aus Beluno. Das wir nicht mitnehmen konnten, wurde von der Zivilbev\u00f6lkerung gepl\u00fcndert und von uns am letzten Tage angez\u00fcndet. Beim Ausmarsch wurde die sch\u00f6ne Eisenbahnbr\u00fccke gesprengt, wo ich noch bald erschlagen wurde. In Beluno gab es nat\u00fcrlich t\u00e4glich Schie\u00dfereien. Schnapsleichen Zivil und Milit\u00e4r lagen in allen Ecken. Die Spit\u00e4ler konnten nicht mehr ger\u00e4umt.<\/p>\n<p>Alle zusammen&nbsp; \u2026 Waren blieben zur\u00fcck. Unsere bl\u00f6de Heerf\u00fchrung. Bei Polpet kam das Regiment in Gefecht und bezog mit Deutschmeister 3 Aufschanzstellungen zum Schutze des Trains.<\/p>\n<p>Dieser 6-t\u00e4gige Marsch nach Innichen \u00fcber den Lienzerpa\u00df war furchtbar, ohne Revolver in der Hand war kein Vorw\u00e4rtskommen. Erw\u00e4hnt sei nur, da\u00df ich meine Zahnprothese verloren habe. Dies reut mich am meisten von all den Sachen, die ich verloren habe. Erw\u00e4hnt sei noch, da\u00df es uns in Beluno noch gelungen ist unter Kommando \u2026. Flesch (?) 2 Waggon mit Lebensmittel und andere Sachen nach Salzburg abzusenden. Wie es sich aber sp\u00e4ter herausstellte, ist uns Rittm. Mit diesen Sachen nach B\u00f6hmen durchgegangen. In Pieve Cadore sammelte sich das ganze Regiment und von da an hatten wir einen mehr geordneten Marsch, die Stra\u00dfe war hier, weil alles \u00fcber Schluderbach ging, freier. Bei den letzten K\u00e4mpfen hatten wir gro\u00dfe Verluste.<\/p>\n<p>Hier wurde auch der Waffenstillstand abgeschlossen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alles war froh, in Innichen zu sein. Hier hoffte man sich ausrasten zu k\u00f6nnen, sich ordentlich reinigen zu k\u00f6nnen und wieder ein bisschen wenigstens zivilm\u00e4\u00dfig zu leben. Quartiermacher empfingen uns aber mit Schauderm\u00e4ren \u00fcber unseren Train, \u00fcber das Pustertal, besonders auch Innichen und das ganze Hinterland.<\/p>\n<p>Man glaubte es zuerst nicht, aber es war alles pure Wahrheit. \u00dcberall noch Schie\u00dfereien von den durchziehenden Truppen. Ja, man kann sagen, die Ungarn durchzogen pl\u00fcndernd das ganze Land. Obwohl Innichen schon ziemlich besetzt war, bekamen wir doch leidliche Quartiere, denn sie waren herrlich froh, Deutsche zu haben.<\/p>\n<p>Und sch\u00e4tzten mit den Deutschkenntnissen auch wirklich die Bev\u00f6lkerung von den durchziehenden Ungarn. Die Magazine mu\u00dften gut bewacht sein nat\u00fcrlich.<\/p>\n<p>Mit der Ruhe war es nat\u00fcrlich nichts. Alles st\u00fcrzte auf die Zeitungen und war entsetzt und erstaunt, \u00fcber diesen gewaltigen Umsturz. Jetzt erfuhr man auch erst den harten Waffenstillstand genau. Lange m\u00e4chtige Debatten haben sich entsponnen. Der Train ist wirklich schon abgefahren, viele sind mit Ro\u00df und Wagen wie Oblt Petkovic erz\u00e4hlt hat, durchgegangen. Oblt. Liebisch und \u2026 hatten einen schweren Standpunkt. Lederer ist mit der Stabskasse durch. Das kann unangenehm werden f\u00fcr mich, da ich bei ihm Geld von der Handkasse hatte.<\/p>\n<p>Finanzielle Lage war auch nicht mehr die beste. F\u00fcr November hatten wir noch keine Geb\u00fchren. Ich M\u00fchlbach war auch alles gepl\u00fcndert, nur einiges Offiziersgep\u00e4ck wurde von Lt. Wigele gerettet in das Privathaus seiner Braut. Meine drei Urlaubskisten mit Stoff, Schuhe, Leder, \u00d6l, Schokolade, W\u00e4sche und andere Kleinigkeiten waren hin. \u2026 Schade. War nur froh, da\u00df ich meinen Handkoffer&nbsp; nach Niederndorf hatte, diesen bekam ich. Wie leicht h\u00e4tte ich alles dorthin bringen k\u00f6nnen. Also waren viele von unsrer Hoffnungen zunichte geworden. Mit Oblt Petkovic habe ich ein recht nettes Plauderst\u00fcndchen noch verbracht. Er ist auch in kritischer Lage, kann mit seiner Familie jetzt bei den Verkehrsverh\u00e4ltnissen nicht fort. Laut Befehl wurden die Truppen enteidet. Als man ihnen aber sagte, wie die Sache stehe, da\u00df in der Heimat Pl\u00fcnderer seien blieb man gern beisammen unter demselben Kommando, bis auf einige wenige. Nach 3-4 Tagen marschierten wir gegen Lienz und blieben dort in der N\u00e4he, aber ganz versteckt in einem Ausflugsort. Gro\u00dfer Gasthof mit Schlo\u00df. Da haben wir ein paar Tage der Ruhe genossen. Mann und Offizier. War die Verpflegung immer reichlich, so doch nicht recht gut und unregelm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n<p>Hier hatten wir feine Betten und 2 Offiziersmessen. Es war einfach herrlich. Bei Tag nichts zu tun nat\u00fcrlich. Das 3. Battallion ist schon zu Fu\u00df nach Klagenfurt gewandert. Hier verpackte ich mir von den Vorr\u00e4ten etwas Mehl, Zucker, Kaffee, Fleischkonserven und auch ziemlich viel Rauchsorten, da ich meine Sachen alle verloren hatte. Und es geb\u00fchrte mir auch, denn niemand hat sich geplagt um diese Sachen wie Lt. Mayer und ich. Das waren Tage der Erholung. Es dauerte ziemlich lange, mir machte es nichts, denn es wollte uns niemand Waggons geben.<\/p>\n<p>Ein Fall sei auch erw\u00e4hnt. Als ich nach Lienz war mit meinem Feldwebel, um Brot, war die Stra\u00dfe nat\u00fcrlich noch immer voll. Ich hatte nur 2 Wagen. Ich bat den ungarischen Transportkommandanten dieser Kolonne, ob ich nicht hineinfahren k\u00f6nnte bis Lienz mit meinen 2&nbsp; Wagen. Aber er sagte nein. Also mu\u00df es mit Gewalt gehen. Ich sagte meinem Feldwebel, ich werde so einen Krampen aufhalten und er soll schnell hineinfahren. Das ging ganz leicht, aber ein Fuhrmann hat so fast geschlafen.<\/p>\n<p>Aber schnell war der weg. Lt da mit dem Revolver, als er aber sah, da\u00df wir beide dasselbe taten zog er ab. Endlich wurden wir einwaggoniert. Nur 2 (4) geschlossene Wagen, sonst lauter offene Loris. Unser Vieh und wichtigste \u2026.. Proviant brachten wir unter. Pferde konnten wir nur die sch\u00f6nsten mitnehmen.<\/p>\n<p>Ich habe mir zwar zwei Pferde gekauft und schickte sie mit einem Feldwebel. 2 Mann versorgt mit Lebensmittel und \u2026\u2026\u2026.. \u00fcber den Katschberg, aber leider kamen sie ohne Pferde an. Sie wurden ihnen gestohlen, sagten sie.<\/p>\n<p>Endlich war die lang ersehnte Abfahrt nach Salzburg.&nbsp; Die Fahrt war ganz lustig. Auf Salzburger Gebiet wurden immer weniger. In Malnitz wollte man uns die Gewehre wegnehmen, da ist nat\u00fcrlich nichts gegangen. Die Verh\u00e4ltnisse in Salzburg waren nicht gerade die besten, aber wir finden uns schon mit der Zeit hinein. Lt. Meyer waren in den letzten schweren Tagen immer beisammen, so auch in Salzburg, schliefen sogar beisammen bei Stiegl-Braugasthaus. Die Auswaggonierung war nicht so einfach an der Notrampe in Gnigl. In Salzburg war es zu unsicher.&nbsp; Um 12 Uhr kamen wir an, um 4 Uhr kam ich erst ins Bett. Oblt. Liebisch hatte die Pferde verliefert. Lt. Mayer unser Proviant. Ich trieb allein mit einem Oblt. Vom 2. Battallion und seinem Diener das Vieh \u00fcber die Stadtbr\u00fccke in die Hofstallkaserne. Das hatte ich mir nie gedacht. Einerseits \u00e4rgerte es mich und andererseits mu\u00dfte ich lachen. Verloren haben wir viel, aber verkauft nichts, die Versuchung war zwar hie und da sehr gro\u00df. Von den zwei Lebensmittelautos ist uns mit einem der \u2026feuer durchgebrannt. Das andere haben wir verteilt. Das ich und Meyer nicht zu kurz kamen, ist klar. Wir wollen uns f\u00fcr die M\u00fche auch entsch\u00e4digen. Jeder verpflegte sich mit Ausnahme des ersten Tages selber. Nachdem ich abgerechnet hatte und meine Geb\u00fchren hatte, fuhr ich nach Hause zur kurzen Erholung, denn am 6. Dezember begann ich bereits das Studium.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Kreise der Offiziere, besonders als Lipp, \u2026., Prokop und Liebisch mit dem Train da waren, gab es noch paar recht lustige Stunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Freude des Wiedersehens war gro\u00df und innig. Zuerst kam \u2026, dann ich und \u2026 Leider kamen Hubert und Hiesl nicht mehr.<\/p>\n<p>Meine mitgebrachten Vorr\u00e4te halfen \u00fcber die schwerste Zeit&nbsp; hinweg. Meine Rauchwaren riefen gro\u00dfen Jubel hervor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tagebuch<\/strong><\/p>\n<p>Angefangen vom Abmarsch des XXVIII. Marschbataillons<\/p>\n<ol start=\"19\">\n<li>M\u00e4rz 1917<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zum zweiten Mal ins Feld.&nbsp; Heil und Sieg.<\/p>\n<ol start=\"19\">\n<li>M\u00e4rz<\/li>\n<\/ol>\n<p>Abgegangen in Salzburg. Wundersch\u00f6ne Fahrt, 3. Klasse allerdings.<\/p>\n<p>20.M\u00e4rz<\/p>\n<p>4:30 nun in Trient angekommen. Dort \u00fcbernachtet noch in einem Bett. Noch gut gehen lassen.<\/p>\n<ol start=\"21\">\n<li>M\u00e4rz<\/li>\n<\/ol>\n<p>Abmarsch nach Terlago. Wundersch\u00f6nes Wetter, gut marschieren. Quartier nicht schlecht, aber teuer. 40 .. pro Tag und Person. Die Aborte sind zeichnungsw\u00fcrdig.<\/p>\n<ol start=\"22\">\n<li>M\u00e4rz<\/li>\n<\/ol>\n<p>Rasttag. Reinigung und erste Eindruck von Terlago nicht gut. Schreckliches Nest. Rasttag war nat\u00fcrlich unterbrochen, 2 Inspizierungen vom Feldm.Lt. und Gruppenkommandanten.<\/p>\n<p>Vorl\u00e4ufig r\u00fcck ich ohne R\u00fcstung aus. Soweit geht es mir noch ganz gut. Nichts zu tun.<\/p>\n<ol start=\"23\">\n<li>M\u00e4rz<\/li>\n<\/ol>\n<p>Neue Einteilungsliste. Langer und \u2026 kommen weg, schade. Tummler und \u2026 kommen. Kleine \u00dcbung gegen Lohn (Vezzano), nm (nachmittags?) Gewehrgriffe und \u00e4rztliche Visite. Unsere 3 Kommandantenaspiranten haben ein ganz nettes Zimmer,&nbsp; mu\u00df ich t\u00e4glich 40 .. zahlen.<\/p>\n<ol start=\"24\">\n<li>M\u00e4rz<\/li>\n<\/ol>\n<p>Kompanie\u00fcbung. Monte Codonia. Schwarm Ausbildung, Heranziehen des Pl\u00e4nklers zur Selbst\u00e4ndigkeit.<\/p>\n<p>Nachmittags dasselbe. Ganz sch\u00f6nes Wetter.<\/p>\n<ol start=\"25\">\n<li>M\u00e4rz Sonntag.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Kirchgang. \u2026 Visite. Nachmittags gar nichts. Kleiner Sparziergang it 3 Kollegen und Kovelo, Hasenbichler und Hochleitner etc. aufgesucht. Abends Tarock gespielt. Bis jetzt gef\u00e4llt es mir ganz gut, Menage ist auch gut. Offiziersmesse n\u00e4mlich.<\/p>\n<p>Die Gegend ist nicht sch\u00f6n. Sehr gebirgig und ganz kahl alles. Wenig B\u00e4ume. Der einzige See. Der hat aber auch keine besonderen Reize. Bei Vezzano wird es schon bedeutend sch\u00f6ner. Bereiteres Tal, mehr bebaut. B\u00e4ume. Im Tal, wenn man es&nbsp; \u00fcberhaupt Tal nennen darf, es ist eigentlich kein Tal. Der See hat keinen Ausflu\u00df, es ist eigentlich nur eine Senke. (Wasserscheide vielleicht auch).<\/p>\n<p>Bei Cadine geht das eine Tal an, das andere bei Vezzano. Im Tal w\u00e4chst etwas Wein, Mais und Maulbeerb\u00e4ume, aber absolut nicht mehr, auch nicht an den Bergr\u00fccken findet man hie und da in kleinen Mulden ganz verborgen, ganz umgeben von hohen Steinziegeln ein bebautes Fleckchen. Auch in der Senke sind alle Felder mit gro\u00dfen Steinziegeln umgeben (lose Steinmauern). Mag auch Schutz gegen Wind sein. Die H\u00e4user sind schlampig. Die Leute gen\u00fcgsam. Vieh wenig.<\/p>\n<ol start=\"26\">\n<li>M\u00e4rz<\/li>\n<\/ol>\n<p>Eine \u00dcbung gen M. Codoma. Schwarmausbildung. Oblt. Naggy hat meinen Zug visitiert, nat\u00fcrlich war gar nichts recht. Nachmittags frei, abends Schorfschie\u00dfen und Nacht\u00fcbung bis 11 Uhr. Herrliches Wetter. Gew\u00f6hnlich beginnt die Besch\u00e4ftigung um 7 Uhr fr\u00fch bis 11 Uhr, nachmittags 2 bis 5 Uhr abends.<\/p>\n<ol start=\"27\">\n<li>M\u00e4rz<\/li>\n<\/ol>\n<p>Grabenbau auf dem Masso Merti (Schie\u00dfplatz). Mittags einen Krach mit dem Rechnungsunteroffizier. Der hat geglaubt, er kann sich mit mir spielen. Es hat sich wegen der Fassung gehandelt. Ich la\u00df mir aber nichts mehr gefallen. Ich habe ihn sch\u00f6n niedergeb\u00fcgelt. Nachmittags \u00f6rtliche Visite von einem Oberstabsarzt und dann Kletter- und Steig\u00fcbungen.<\/p>\n<ol start=\"28\">\n<li>M\u00e4rz<\/li>\n<li>Mezzano. Feldwachen Aufstellung. Wetter gut. Nachmittags Aspirantenschule unter Lt. \u2026. Ganz sch\u00f6n. Freie Zeit wird tarockiert.<\/li>\n<li>M\u00e4rz<\/li>\n<\/ol>\n<p>Monte Terlago. Gesicherter Marsch und Halt. War ganz sch\u00f6n. \u2026 nicht viel los, Nachmittags auf&nbsp; einer kleinen \u2026 n\u00f6rdlich von Terlago.<\/p>\n<ol start=\"30\">\n<li>M\u00e4rz<\/li>\n<\/ol>\n<p>Monte Mezzano. \u00dcbung mit Gegenseite. War gar nicht \u00fcbel ausgelegt.<\/p>\n<p>Nahmittags schlechte Witterung. Distanz sch\u00e4tzen, Turnen und Kapselschie\u00dfen. Abends Regen. Einen Streit mit Koller wegen der Offiziersmenage. Abend fest tarockiert.<\/p>\n<ol start=\"31\">\n<li>M\u00e4rz<\/li>\n<\/ol>\n<p>Monte \u2026.. Inspektion \u2026 Naggi und Gruppenkommandanten. Als die beiden weg waren, ging es ganz gem\u00fctlich zu. Nachmittags wieder Schule \u2026.Weil aber heute nur unser drei waren, hatte Herr Lt. \u2026 keine abgehalten. Wir sind nach Hause gegangen und haben Tarock gespielt.<\/p>\n<ol>\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Starker Regen. Sonntag frei.&nbsp; Aus ganz Brescia-Feier ist wegen der schlechten Witterung nichts geworden. Bei der Menage haben wirs gut \u2026 Vorspeise Suppe. Nierenbraten mit Kartoffel und Kompott, Sachertorte und schwarzen Kaffee.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Prachtvolles Wetter. Die Berge waren wie verkl\u00e4rt nach dem gestrigen Fr\u00fchlingsregen. Der Pondoni in der Monte Gazza und der Paganello gaben einen prachtvollen Anblick. Die Luft war unheimlich rein. Die Berge sehr nahe. Noch nie habe ich diese Witterung so gesehen. Die Wiesen waren auf einmal mit prachtvollem Gr\u00fcn bedeckt. Sonst nicht viel los. Vormittag wegen Regen Schule, nachmittags am M. Cadonia. Prachtvolles Wetter eben.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Zuerst sch\u00f6n. Dann Regen. Wir waren am Mt. Terlago, sind dann aber nach Hause gegangen und es wr Schule. Weil Lt. \u2026. Nicht da war, war ich Zugskommandant. Wo Oblt Tichy etwas zum Aussetzen hat,&nbsp; hat er auch schon geschrien. In Salzburg war er sehr fein aber jetzt wird er sekant. Nachmittags habe ich Batallions Insp. Unteroffizier<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Bei Nacht kleines Gewitter. Dann starker Schneefall. In der Fr\u00fch prachtvolles Wetter. Der Schnee ging rasch weg wieder. Nachmittags hatten wir unser Kurs Batallions Insp. Unteroffizier ist ganz ein sch\u00f6ner Schwindel.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wetter vormittag g\u00fcnstig. Mont. \u2026..Inspektion von Naggy. Nachmittags Regen und abends. Nachmittag war frei. Abends bei der Befehlsausgabe stand drin, dass wir mit Gewehren ausr\u00fccken m\u00fcssen, aber nur Vormittag und bei Schie\u00df\u00fcbungen.<\/p>\n<p>Die Almen sind jetzt auf den Regen, wie wenn sie mit einem gr\u00fcnen Teppich bedeckt worden w\u00e4ren. Prachtvoll einfach. Die B\u00e4ume beginnen auch zu bl\u00fchen.<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Vormittag Regen, daher Schule. Inspektion vom Major und Naggy. Nachmittag ist frei, morgen nachmittags auch. Kann aber wegen Geldmangel nicht viel anfangen. Von wem das Gewehrtragen ausgegangen ist, ist nicht ganz sicher ??!!. Wahrscheinlich sind 3 bis 4 Personen schuldig.<\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Vormittag Grubenbau und Handgranatenwerfen am Mano Merti. Das erste Mal mit Gewehr ausger\u00fcckt. Nachmittags frei. Fest Tarock gespielt. Wetter halbsch\u00f6n.<\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ostersonntag. Frei. Sch\u00f6nes Wetter. Vormittag geschlafen bis 8.30 Uhr. Dann in die Kirche gegangen. Freier Kirchgang. Es war ein levitiertes Amt. War ganz sch\u00f6n. Offiziere waren wenige. Orgel war keine. Die Leute sangen nur so.<\/p>\n<p>Nachmittags fest Tarock gespielt. Prachtvolle Menage heute: Hering-Aspik, Grie\u00dfsuppe, Kalbsbraten mit Karfiol abgeschmalzen, Zwetschenkompott, Nu\u00dftorte und schwarzer Kaffee. Sonst nichts los. Heute \u2026\u2026\u2026\u2026.beendet. Nicht \u00fcbel. Lady Ashton ist prachtvoll geschildert. .Ludwig bis Otto schon fr\u00fcher gelesen, gut gefallen. \u2026 gut gezeichnet.<\/p>\n<ol start=\"9\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Ostermontag. Frei. Vormittag geschlafen bis 9 Uhr. Dann in die Kirche gegangen. Die Leute hier arbeiteten alle hier. Nachmittags einen kleinen Spaziergang gemacht mit Koller, Stark und Heller und dann Tarock gespielt.<\/p>\n<ol start=\"10\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Heute wieder ausger\u00fcckt. Mt. \u2026 Ich war Nachrichtenpatrouille, gl\u00e4nzend durchgef\u00fchrt mit 6 Mann. Nachmittag \u2026schie\u00dfen und Handgranatenwerfen. Gut geschossen. Interessant ist es anzusehen, wie die Leute ihre Ziegen auf die Weide treiben. In der Fr\u00fch geht ein Gaisbub mit einem Horn durch das ganze Dorf, geht zu jedem Haus hin und bl\u00e4st mit dem Horn. Die Leute hierauf \u00f6ffnen die Stallt\u00fcr und die Ziegen gehen den Gaisbuben, der nat\u00fcrlich schon 1-2 Ziegen bei sich hat. Die Zahl der Ziegen wird immer gr\u00f6\u00dfer, wenn er \u00fcberall war, so geht es hinaus auf die Weidpl\u00e4tze. K\u00fche findet man wenige, aber viele Ziegen. Die Bodenbeschaffenheit verlangt es. Steiniger Boden, karstartig, wenig bewachsen, mit Gestr\u00e4uch und teilweise Rasen. Gerade recht f\u00fcr Ziegen. Beim Heimtreiben ist es dasselbe. Der Gaisbub bl\u00e4st mit seinem Horn, wenn er heimkommt. Die Leute kommen auf die Stra\u00dfe und die Ziegen sind so zahm, dass sie sofort ihren Leuten zulaufen und sich an diesen lehnen. Vielfach gehen die Ziegen zu den St\u00e4llen und warten dort vor den T\u00fcren, bis sie aufgemacht werden. Jede Familie hat ein bis zwei und oft mehr Ziegen.<\/p>\n<ol start=\"11\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Mittwoch, \u00dcbung am Monte Terlago ist ganz gut gegangen. Oblt. Naggy war hier, um zehn Uhr schon einger\u00fcckt. Nachmittags hatten wir Schule, sonst nichts.<\/p>\n<ol start=\"12\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Herrliches Wetter. \u00dcbung mit Gegenseitigkeit ganz gut gegangen, aber unser Zug hat wenig zu tun gehabt. Nachmittags Steig- und Kletter\u00fcbung am Mt\u2026.. Heute Namenstag, aber&nbsp; keine Karte, nur von Pepi eine Karte erhalten. Heute bin \u2026 mir eigentlich erst das unbedingt \u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026<\/p>\n<ol start=\"13\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Aufgaben schreiben. \u2026\u2026\u2026\u2026 Nicht besonderes Wetter. Nachmittag frei. Abends Nacht\u00fcbung. Nachmittags Tarock gespielt, sonst nichts. Namenstag Post gekriegt.<\/p>\n<ol start=\"14\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Nacht\u00fcbung ist wegen Regen ausgefallen. Nachtschu\u00df war schon ziemlich finster beim Heimgehen. Nicht zwei Schritte weit gesehen. Vormittag ausgeruht um 7 Uhr, um halbelf Uhr heim. Grabenbau. Nachmittag bei Herrn Lt. \u2026. Abends Tarock gespielt. Sonst nichts los. 15 Kronen heute erhalten, notwendig gebraucht. Vor lauter Schulden nicht viel \u00fcbrig geblieben.<\/p>\n<p>Am 11. Ist die Frau von Oblt Naggy gekommen, sie ist in der Offiziersmesse. Ist manchen Herren, berechtigt, nicht ganz recht. Man ist nicht so ungeniert. Noch dazu hat er nicht gefragt die anderen Herren. Oblt. Naggy l\u00e4\u00dft deutlich&nbsp; \u2026.., da\u00df er Batallionskommandant ist, auch den Oblt. gegen\u00fcber.<\/p>\n<ol start=\"15\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Wei\u00dfer Sonntag. Ich war bei der Messe. Schlechtes Wetter. Meiste Zeit Tarock gespielt.<\/p>\n<ol start=\"16\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Montag, prachtvoller Morgen. Tiefblauer wolkenloser Himmel. Die h\u00f6chsten Bergspitzen waren bedeckt mit blendend wei\u00dfen Neuschnee. Dann die tiefgr\u00fcnen Matten und rotbraunen Latschen und B\u00e4ume. Das alles gab ein pr\u00e4chtiges Farbenbild. Gesicherter Marsch gegen \u2026 und \u2026\u2026\u2026. Vorposten..stellung. Nachmittag Handgranatenwerfen am Masso \u2026, nicht viel los. Abends um halbsechs pl\u00f6tzlich Alarm. Niemand wu\u00dfte warum. Die ganze Garnison war gestelt auf dem Turnplatz. Es war vom Gruppenkommandanten angeordnet, weil am Sonntag mit Handgranaten am See gefischt worden. Es ist nat\u00fcrlich nicht herausgebracht worden, wer das war. Dazu mu\u00dfte in voller Marschadjustierung anger\u00fcckt werden. Das hatte man besser anpacken k\u00f6nnen. Nachmittag schon wieder bew\u00f6lkt und Wind, wie halt gew\u00f6hnlich. Nachmittag wird man hier nie oder selten einen wolkenlosen Himmel und Windstille haben.<\/p>\n<ol start=\"17\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Dienstag. Ziemlich frisch heute. Sehr bew\u00f6lkt. \u00dcbung am Monte Br\u2026 Zugskommandant heute. Lt. Ru\u00dfegger nicht hier. Prachtvoller Ausblick gen Vezano. Dublino See und Dublino Kastell. Von da an wird die Gegend wieder sch\u00f6n und fruchtbar. Ringsum hoch aufsteigende Berge umschlie\u00dfen ein sch\u00f6ne, weite, fruchtbare Ebene mit dem See der ringsum Schl\u00f6sser hat (Castelle hier genannt). Neue und alte. Gestern und heute haben wir auch mehrere Lawinen abgehen sehen, aber keine recht gro\u00dfen. Gro\u00dfes Gepolter nat\u00fcrlich. Nachmittag Steig- und Kletter\u00fcbung am M. Cadona. Sonst nicht viel los. Abends ein bisschen Tarock gespielt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol start=\"18\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Mittwoch. Batallions\u00fcbung bis zwei Uhr. Da ich heute nachmittag Deinst bekomme und das Wachabteilen machen muss, bin ich zu Hause geblieben. Geschlafen bis 9 Uhr. Wetter sch\u00f6n aber etwas windig. Garnison Insp. Unt. Off. ist ein sch\u00f6ner Schwindel, es ist nichts zum Tun fast.<\/p>\n<ol start=\"19\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Donnerstag. Batallionsinspektor. Geschlafen bis 9 Uhr. Etwas inspizieren gegangen. Nachmittag auch frei gehabt nat\u00fcrlich. Am 18. abends war ein unangenehmer Fall. Ein Gefreiter schlug gro\u00dfen Krawall. Es war nat\u00fcrlich stark besoffen. Er war mir pers\u00f6nlich gut bekannt vom Feld. Als ich ihn mit Gutem nicht bewegen konnte, ruhig zu sein und nach Hause zu gehen, mu\u00dften wir ihn in den Arrest abf\u00fchren. Heute wurden \u2026 Heller bewilligt, dass er \u2026.&nbsp; \u2026 geht. Schade um ihn,. Es w\u00e4re gscheiter gewesen, wenn Koller gegangen w\u00e4re.<\/p>\n<ol start=\"20\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Sch\u00f6nes Wetter. \u00dcbung am Monte Terlago. Nachmittag war Punkt-Schie\u00dfen. Scharfe Handgranaten-Werfen.<\/p>\n<ol start=\"21\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Samstag. \u2026 Nachmittag Schule. Heute geht wieder ein sehr kalter Wind, der ist eben, welcher das Bl\u00fchen und Waschen so stark hindert. Seit 16. Haben wir wieder die Sommerzeit. Die \u2026. Stunde wurde deshalb nicht verschoben. Abends f\u00fcr uns nicht recht praktisch. Besonderes gibt es nicht. Der See war gestern prachtvoll. So glatt wie ein Spiegel und ganz tiefgr\u00fcn. Herrlich spiegelten sich darin das \u2026 und umliegende H\u00fcgel.<\/p>\n<p>Die Leute sind hier wie man oft glaubt, nicht eigentlich faul. Sie arbeiten von Fr\u00fch morgens bis abends, aber sie arbeiten sehr nachl\u00e4ssig und was einmal gemacht ist wird nicht repariert, wenn es auch noch so notwendig w\u00e4re. (H\u00e4user, Bestandteile davon, Stiegen).<\/p>\n<p>Sie leben so von einem Tag auf den anderen. Heute haben sie was, morgen das wird auch wieder was bringen. Sie sind aber sehr gen\u00fcgsam und sehr \u2026. Die Bildung ist gering.<\/p>\n<ol start=\"22\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Sonntag. Herrlicher Tag. Kirchgang um zehn Uhr. Solange man betet, steht es noch immer gut um einen, er geht nicht verloren. Das hab ich schon oft gefunden. Der Sonntagsgottesdienst st\u00e4rkt mich ganz auffallend. Gegen die Versuchung, besonders gegen Unkeuschheit. Gerade dem Laster ist man so ausgesetzt. Noch nie so stark gelitten wie jetzt. Nachmittag Tarock gespielt.<\/p>\n<ol start=\"23\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>4 Uhr Tagwache. Marsch nach Trient zum Baden. Das Marschieren war wegen der gro\u00dfen Staubentwicklung gemein, noch dazu hatten wir starken Wind. Das Bad war herrlich, Nachmittag hab ich meine letzten Kreuzer in Trient angebracht.<\/p>\n<ol start=\"24\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Dienstag. \u00dcbung gegen \u2026 Nach\u00fcbung mit Nachtschie\u00dfen mit Zuhilfenahme von Leuchtpatronen. Nichts besonderes. Heute der erste windstille hei\u00dfe Tag. In Trient bl\u00fcht alles schon sehr sch\u00f6n. Es bestehen wirklich Unterhandlungen mit Russland. Es steht g\u00fcnstig f\u00fcr uns. Oblt. R\u2026. hat die Nachricht von Spitzm\u00fcller gebracht. Die Meldung, dass die Kl\u00f6ster \u2026 werden, glaub ich noch nicht. Heute war eine prachtvolle milde Nacht.<\/p>\n<ol start=\"25\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Bataillons\u00fcbung. Mittwoch. Richtung Monte Terlago, Lago Santo. Die \u00dcbung war ein gro\u00dfer \u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026<\/p>\n<ol start=\"26\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Prachtvolles Wetter. Donnerstag. Monte Terlago. Heut hatte ich eine Zeit probeweise den Zug. Einmalhatte ich Pech. Statt rechts rum sagte ich links rum, das stierte es mir sehr. Um 11.50 Uhr war Offiziersversammlung. Wahrscheinlich hat es sich auch wegen meiner Bef\u00f6rderung gehandelt. Heute bin ich sehr melancholisch veranlagt. Bei jeder Gelegenheit glaube ich, es wird \u00fcber mich gesprochen. M. Metana, nachmittag war weitere nichts los. Auch in der Versammlung ist nicht \u00fcber mich gesprochen worden. Sondern \u00fcber Fritz wegen der Bef\u00f6rderung \u2026\u2026<\/p>\n<ol start=\"27\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Freitag. Zitta, Namenstag der Kaiserin. Wir hatten aber nicht einmal frei. Donnerstag abends war Festessen. Wegen Platzmangel, es war n\u00e4mlich der Herr Major und noch andere eingeladen, mu\u00dfte ich mir die Menage holen lassen. Die Sitzung dauerte bis 2 Uhr, vielfach bis 3 Uhr. Deswegen wurde am Freitag nicht viel gemacht. Tichi r\u00fcckte erst sp\u00e4ter an. Wir waren am Priol, er suchte uns am \u2026. Zum Kirchgang schickte jede Kompanie 1 Offizier und e0 Mann. Der Ort war beflaggt Nachmittag Turnen und Distanzschie\u00dfen.<\/p>\n<ol start=\"28\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Samstag, auch nichts Besonderes. \u2026. War heute hier. Mit Koller einen Konflikt wegen dem Spiel beim Schnapsen.<\/p>\n<ol start=\"29\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Sonntag. Wieder einmal ausgeschlafen. Wetter gut. 10 Uhr Messe. Stark geht nach \u2026 leider, tut mir sehr leid. Jetzt habe ich bald niemand mehr. Nachmittag haben wir unseren Abschiedstarock gespielt. Abends auf seiner Bude noch einen kleinen Abschiedstrunk gemacht.<\/p>\n<ol start=\"30\">\n<li>April<\/li>\n<\/ol>\n<p>Bataillons\u00fcbung Richtung Vigolo. St. Anna, Pondone. War f\u00fcr mich ein gro\u00dfer \u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026\u2026..<\/p>\n<p>01.Mai<\/p>\n<p>Dienstag. Ein prachtvoller Tag heute. Kein W\u00f6lkchen am Himmel. Aber nachmittags wird es schon furchtbar hei\u00df. Heute war nicht viel los. Schie\u00dfen und Handgranatenwerfen, scharf. Schon l\u00e4nger wie 14 Tage immer sch\u00f6n.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Mai<\/li>\n<\/ol>\n<p>Mittwoch. Heute war es schon furchtbar hei\u00df. M. Terlago \u00dcbung. Nachmittag war Kurs. Obligatorisch, war eine gro\u00dfe Anstrengung. Es war ein \u00dcbungszug hier, der hatte auch gro\u00dfe Anstrengung. Viel lieber mit der Kompanie ausr\u00fccken als dieser Kurs. Sonst nichts los.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Mai<\/li>\n<\/ol>\n<p>\u00dcbung am \u2026 Mezano, Priol \u2026 Ich war mit&nbsp; meinem Zug Nachrichten-detachement. Ich schwitzte furchtbar. Nachmittag habe ich mich wieder ausgerastet, ich hatte n\u00e4mlich Bataillonsinspektion. Das Wetter ist prachtvoll. Die Fluren herrlich, Kaum waren die ersten Fr\u00fchlingsblumen verschwunden, Veilchen, Schneegl\u00f6ckchen, Leberbl\u00fcmchen, kamen schon die Schl\u00fcsselblumen. Jetzt findet man schon die sch\u00f6nsten Vergissmeinnicht. Bergenzian auf den H\u00f6hen bl\u00fcht in gro\u00dfer Anzahl. Und noch viele andere. Die B\u00e4ume sind mit Bl\u00fcten und Bl\u00e4ttern geschm\u00fcckt. Da viele Grundst\u00fccke wegen Mangel an Civil-Bev\u00f6lkerung nicht bebaut werden, wurden sie beschlagnahmt und von 26. M.B. bebaut.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>Mai<\/li>\n<\/ol>\n<p>Freitag. Heute etwas tr\u00fcb, aber kein Regen noch. Bei Nacht etwas geregnet. Jetzt ist es auch schon bei Nacht sehr warm. Bei Offenem Fenster mit einer ganz leichten Decke schl\u00e4ft man. Dieser Dienst ist ein gro\u00dfer Schwindel.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li>Mai<\/li>\n<\/ol>\n<p>Vormittag noch sch\u00f6n, Nachmittag nach langer Zeit wieder einmal wieder schlecht. Heute habe ich wieder einmal viel liebe Post bekommen von Herzog \u2026, Spitzer. Heute ist \u2026 zum Fr\u00fchst\u00fcck \u2026 worden. Hoffentlich dauert es bei mir auch nicht mehr lange. Nachmittag wieder ausgeschlafen.<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li>Mai<\/li>\n<\/ol>\n<p>Sonntag. Samstag abend war es sehr fidel zugegangen, sogar getanzt ist geworden. Alle m\u00f6glichen Schaust\u00fccke wurden aufgef\u00fchrt, Unter-Seeboot. Ein \u2026 war hier. Lt. \u2026\u2026 Da\u00df Krieg ist und da\u00df wir im Feld sind, wurde ganz vergessen.<\/p>\n<p>Vormittag Regen und Kirchgang. Nachmittag war es ganz sch\u00f6n. Fest Tarock gespielt worden.<\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li>Mai<\/li>\n<\/ol>\n<p>Montag. Wetter nicht recht g\u00fcnstig. Am Schie\u00dfplatz in Covelo. Der gestrige Regen hat alles wieder aufgefrischt. Es ist jetzt wirklich wundersch\u00f6n. Diese Bl\u00fctenpracht. Apfel, Mandel, Birnen, Pfirsiche, Flieder und noch viele Str\u00e4ucher. Das \u2026 Gras, Getreide. Dazu die vielen Blumen an den Bergh\u00e4ngen. Das Terlago schaut jetzt ganz anders aus. Der Wein treibt auch. Die kahlen Bergr\u00fccken sind bedeckt von gr\u00fcnen Latschen und Matten. Gestern \u00dcbersiedlung der Messe ins sch\u00f6ne Schloss. Es ist ein prachtvoller alter \u2026., mit sch\u00f6nen alten M\u00f6beln. Dieser Platz ist viel netter und geeigneter als die fr\u00fchere Messe. Das Schloss ist ein sch\u00f6nes Bauwerk, hat auch einen sch\u00f6nen Garten. Gestern haben wir einen gro\u00dfen Bussard gefangen, der sich am Telegraphendraht verletzt hat und dann zu Boden gefallen ist.<\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li>Mai<\/li>\n<\/ol>\n<p>Dienstag. Regen. Nachmittag sch\u00f6n und nicht viel los. Gestern ist auch ein Marschbataillon von 14 angekommen. Das 29. \u2026 ist noch in Salzburg.<\/p>\n<ol start=\"9\">\n<li>Mai<\/li>\n<\/ol>\n<p>Mittwoch. Zittas Geburtstag. Vormittag Kirchgang und Regen. Nachmittag \u2026, war aber nicht viel los. \u2026\u2026 schon ganz frisch.<\/p>\n<ol start=\"10\">\n<li>Mai<\/li>\n<\/ol>\n<p>Heute wieder prachtvoller hei\u00dfer Tag. Ein feindlicher Flieger \u00fcber Masso \u2026 Nachmittag brauchte ich heute nicht \u2026 Alle Tage dasselbe.<\/p>\n<ol start=\"11\">\n<li>Mai<\/li>\n<\/ol>\n<p>Freitag. Wetter gut. Feldm\u00e4\u00dfiges Schie\u00dfen am Masso Merti (?), gro\u00dfer Tschoch. Wir haben etwas nach 7 Uhr angefangen, hat der Major schon geschimpft. Keine Annahme war ihm recht. Zuletzt mu\u00dften wir noch, die Kompanie die markierte feindliche Stellung st\u00fcrmen. Heute hat er sich wieder \u00fcber die Res.Offiziere ausgelassen. Nacht\u00fcbung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kriegstagebuch 1. Weltkrieg: Julius Weickl wird am 7. 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