{"id":1200,"date":"2025-02-20T14:31:31","date_gmt":"2025-02-20T13:31:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/?p=1200"},"modified":"2025-02-28T10:17:21","modified_gmt":"2025-02-28T09:17:21","slug":"katholischer-widerstand-im-saalachtal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/2025\/02\/20\/katholischer-widerstand-im-saalachtal\/","title":{"rendered":"Die letzten Kriegstage im Saalachtal"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Die Fluchtgeschichte der polnischen J\u00fcdin Leokadia Justman und die letzten Kriegstage im Salzburger Saalachtal. Religi\u00f6ser Widerstand im zweiten Welkrieg in den Salzburger Bergen.<\/strong><\/em><\/p>\n<h1><a name=\"_Toc190952929\"><\/a>Vorbemerkung<\/h1>\n<p>(c) Rudolf Leo: Grundlage f\u00fcr die nachstehende Arbeit ist das Buch der Innsbrucker Autoren Niko Hofinger und Dominik Markl (Hg.) \u00fcber das Schicksal der polnischen J\u00fcdin Leokadia Justman.<\/p>\n<p>Leokadia Justman: Brechen wir aus! Als polnische J\u00fcdin auf der Flucht in Tirol. Eine autobiografische \u00dcberlebensgeschichte. \u00dcbersetzt von Birgit Salzmann und Susanne Costa. Herausgegeben von Niko Hofinger und Dominik Markl. Innsbruck, Tyrolia 2025<\/p>\n<p>Die Fluchtgeschichte der Familie Justman hat das Augenmerk auch auf das Salzburger Saalachtal gelenkt, wo diese Odyssee f\u00fcr die junge Frau schlie\u00dflich ein Ende fand. Leokadia Justman floh aus dem damals antisemitischen Polen und landete schlie\u00dflich mitten im Deutschen Reich.<\/p>\n<p>N\u00e4here Infos zum Projekt:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/de\/projects\/leokadia-justman\/uber-das-projekt\/\">https:\/\/www.uibk.ac.at\/de\/projects\/leokadia-justman\/uber-das-projekt\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><a name=\"_Toc190952930\"><\/a>Die Region Lofer im Saalachtal<\/h1>\n<h2><a name=\"_Toc190952931\"><\/a>Region<\/h2>\n<p>Lofer ist eine Marktgemeinde mit 2103 Einwohnern im \u00f6sterreichischen Bundesland Salzburg, im Pinzgauer Saalachtal gelegen. Sankt Martin bei Lofer ist eine Gemeinde mit 1217 Einwohnern. Wei\u00dfbach bei Lofer ist eine Gemeinde mit 405 Einwohnern. Die Region liegt unweit der Grenze zu Bayern.<\/p>\n<p>Die Saalach entspringt in den Kitzb\u00fcheler Alpen und flie\u00dft zun\u00e4chst nach Osten. Bei Maishofen wendet sie sich nach Norden, flie\u00dft westlich des Stadtzentrums von Saalfelden am Steinernen Meer durch den n\u00f6rdlichen Mitterpinzgau nach Bad Reichenhall in Bayern und ist Grenzfluss zwischen Deutschland und \u00d6sterreich bis zu ihrer M\u00fcndung in die Salzach in Salzburg.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1202\" src=\"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/saalachtal_sarah_leo-300x169.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/saalachtal_sarah_leo-300x169.png 300w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/saalachtal_sarah_leo-1024x576.png 1024w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/saalachtal_sarah_leo-768x432.png 768w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/saalachtal_sarah_leo-1536x864.png 1536w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/saalachtal_sarah_leo-2048x1152.png 2048w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/saalachtal_sarah_leo-540x304.png 540w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/saalachtal_sarah_leo-1140x641.png 1140w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Grafik \u00a9 Sarah Leo<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><a name=\"_Toc190952932\"><\/a>Die Flucht<\/h1>\n<h3><a name=\"_Toc190952933\"><\/a>Leokadia Justman und Marysia Fuchs im Saalachtal<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1216\" src=\"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Leokadia_1943_wisnicki_markl_hofinger_S.176-226x300.jpg\" alt=\"\" width=\"226\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Leokadia_1943_wisnicki_markl_hofinger_S.176-226x300.jpg 226w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Leokadia_1943_wisnicki_markl_hofinger_S.176-772x1024.jpg 772w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Leokadia_1943_wisnicki_markl_hofinger_S.176-768x1018.jpg 768w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Leokadia_1943_wisnicki_markl_hofinger_S.176-1159x1536.jpg 1159w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Leokadia_1943_wisnicki_markl_hofinger_S.176.jpg 1240w\" sizes=\"auto, (max-width: 226px) 100vw, 226px\" \/><\/p>\n<p><em>Leokadia Justman, Innsbruck 1943 \u00a9 Jeffrey Wisnicki, In: Niko Hofinger\/Dominik Markl: Brechen wir aus S. 176<\/em><\/p>\n<p>Leokadia Justmann, 1922 in \u0141\u00f3d\u017a (Polen) geboren, war Tochter einer wohlhabenden polnisch-j\u00fcdischen Familie. Im Jahr 1939 lebte die Familie \u2013 der Vater war Vertreter eines Schokoladenherstellers \u2013 in Polen und wollte nach Australien auswandern. Der zunehmende polnische Antisemitismus war bereits zu dieser Zeit sp\u00fcrbar. Bis 1940 musste die Familie im Ghetto in \u0141\u00f3d\u017a verbringen. Ende 1940 \u00fcbersiedelte die Familie in das Ghetto in Warschau, anschlie\u00dfend in ein Arbeitslager in Gorzkowice. Die Mutter von Leokadia wurde von dort nach Treblinka deportiert. Die verbliebene Familie Justman entschloss sich, gemeinsam mit anderen polnischen Juden, zur Flucht aus Polen. Dank Unterst\u00fctzung polnischer Bauern schafften sie es sich bis nach Seefeld (Tirol) durchzuschlagen. Dort fanden sie in einem Gasthaus Arbeit, sp\u00e4ter in einer Textilfabrik. Von Seefeld kam die Gruppe ponischer Juden nach Innsbruck, wo sie im M\u00e4rz 1944 von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) verhaftet wurde. Herr Justman wurde in das Gestapolager Innsbruck-Reichenau verschleppt und dort ermordet. Leokadia Justman und ihre polnische Freundin Marysia Fuchs wurden im Polizeigefangenenhaus Innsbruck interniert.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<h3><a name=\"_Toc190952934\"><\/a>Der Weg aus dem Gef\u00e4ngnis in Innsbruck<\/h3>\n<p>Die damals 22-j\u00e4hrige Leokadia Justman wurde am 13. M\u00e4rz 1944 in das Polizeigefangenenhaus in Innsbruck eingeliefert. Die Monate in Haft waren gepr\u00e4gt von Folter, Terror und Angst. Dar\u00fcber hinaus schwebte f\u00fcr die j\u00fcdischen Frauen im Gef\u00e4ngnis st\u00e4ndig das Damoklesschwert, nach Auschwitz deportiert zu werden. Regelm\u00e4\u00dfig rollten Z\u00fcge aus Innsbruck in das Vernichtungslager nach Polen und immer bestand die Gefahr, auf einer der Transportlisten aufzuscheinen.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit ihrer Freundin, Marysia Fuchs, gelang im J\u00e4nner 1945 die Flucht aus dem Gef\u00e4ngnis in Innsbruck. Die Gefangenenkarte von Leokadia Justman dokumentierte die Zeit ihrer Haft: 13. M\u00e4rz 1944 um 17:15 zur Verf\u00fcgung der Gestapo Abteilung IIB eingebracht durch M\u00f6singer. 18. J\u00e4nner 1945, 18:30 <em>\u201ein der Polizeik\u00fcche entwichen\u201c<\/em>.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Unterst\u00fctzung und Unterkunft fanden die beiden J\u00fcdinnen in Innsbruck bei Rudl Moser und Marianne Stocker sowie der tief religi\u00f6sen Maria und ihrer Tochter Wandra Petrykiewicz. Die f\u00fcr die weitere Flucht notwendigen Identit\u00e4tszertifikate stellte der Innsbrucker Kriminalbeamte, Inspektor Anton Dietz, aus. Leokadia Justman wurde dadurch zu \u201eKrystyna Chruscik\u201c, eine weitere Best\u00e4tigung wurde auf den Namen \u201eWanda Stolarczyk\u201c ausgestellt. Kriminalobersekret\u00e4r Dietz begr\u00fcndete seine Amtsbest\u00e4tigung f\u00fcr die beiden Frauen folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Die poln. Angestellte Krystyna Chruscik, geb. 20.2.1926 in Czentochau, erstattete am 25.1.1945 die Anzeige, dass ihr w\u00e4hrend der Bahnfahrt von Schwaz bis Innsbruck Koffer mit Inhalt, Geld, Lebensmittel, W\u00e4sche, weiters Geburtsschein, Meldeschein und Arbeitszuweisungskarte, alle Ausweise auf ihren Namen lautend, entwendet wurden.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>I.A.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Kriminalstelle Innsbruck<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Dietz, K.O.S.<\/em><a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><em>[3]<\/em><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Arbeitspapiere erhielten die beiden Polinnen von Franz Rossmann vom Arbeitsamt in Innsbruck. Das Arbeitsamt Innsbruck \u00fcberstellte sie am 30. J\u00e4nner 1945 dem Arbeitsamt Zell am See.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Die ausl\u00e4ndische(n) Arbeitskraft(e) Krystyna Chruscik, 20.2.26, Stolarczyk Wanda, 1.2.23, poln. Nationalit\u00e4t wurde(n) f\u00fcr den Einsatz im Bezirk des Arbeitsamtes Zell am See zur Arbeits\u00fcbernahme am 30. Jan. 1945 in Marsch gesetzt. Alle milit\u00e4rischen und zivilen Dienststellen werden gebeten, die Obengenannten(n) ungehindert reisen zu lassen. Die Genannten wurden hier nicht untersucht und nicht entlaust.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Arbeitsamt Innsbruck &nbsp;&nbsp; Rossmann<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit dem Zug in der Pinzgauer Bezirkshauptstadt Zell am See angekommen, gingen die beiden Frauen direkt in das Arbeitsamt in der Bahnhofsstra\u00dfe 10, um eine Arbeit zu erhalten. Die zust\u00e4ndige Angestellte im Amt bot ihnen zwei Stellen als Dienstm\u00e4dchen in Lofer und in St. Martin an. Marysia erhielt eine Arbeitszuweisung als Dienstm\u00e4dchen in einer Familie in St. Martin bei Lofer. Leokadia als Haushaltshilfe des Schusters Niederer in Lofer. Das Vorstellungsgespr\u00e4ch bei der Schusterfamilie war ern\u00fcchternd und frustrierend. Leokadia erinnert sich:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Der Schuster Niederer musterte mich von oben bis unten und seine Frau schaute sich meine H\u00e4nde wie eine Kennerin an. \u201cNein\u201d, sagte sie entschieden mit einer rauen Stimme. \u201eSie eignen sich f\u00fcr mich nicht.\u201c Ihre Worte stachen mir wie eine Klinge direkt ins Herz. \u201eEigne ich mich nicht f\u00fcr Sie? Warum? Ich bin ja jung und arbeitswillig\u2026 Was soll ich jetzt machen, ich kann ja nicht nach Zell am See zur\u00fcck\u2026\u201c \u201eEs tut mir leid. Aber ich merkte ausdr\u00fccklich im Arbeitsamt an, dass ich keine Haushaltshilfe, sondern ein hitziges und kr\u00e4ftiges M\u00e4dchen brauche, das alles machen kann.\u201c Ich versuchte sie zu \u00fcberzeugen, dass ich nur den Anschein einer schwachen und zarten Person erwecke, da ich in Wirklichkeit f\u00fcr zwei arbeiten kann. Sie sch\u00fcttelte ungl\u00e4ubig den Kopf und beharrte hartn\u00e4ckig auf ihrer Meinung. \u201eNein und nein! Auf gar keinen Fall! Sie w\u00fcrden es nicht schaffen. Ich habe ein gutes Auge. Ich kann\u2019s sofort erkennen. Bei mir muss man sich um meine Kinder k\u00fcmmern, vier gibt\u2019s, und das J\u00fcngste ist noch ein S\u00e4ugling, die Wohnung putzen, den Haushalt f\u00fchren, da ich oft meinem Mann im Laden helfe, W\u00e4sche waschen, das Holz hacken, und Anfang Fr\u00fchling im Feld arbeiten. Nein, Sie sind daf\u00fcr nicht geeignet!\u201c, sie zuckte mit den Achseln, um zu signalisieren, dass das Gespr\u00e4ch vorbei ist und strich mit ihrem Blick mein besorgtes, ver\u00e4ngstigtes Gesicht.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a name=\"_Toc190952935\"><\/a>Dienstm\u00e4dchen bei Familie Machacek (Lofer)<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1217\" src=\"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/landhaus_eva_maria_heribert_hoerl-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/landhaus_eva_maria_heribert_hoerl-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/landhaus_eva_maria_heribert_hoerl-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/landhaus_eva_maria_heribert_hoerl.jpg 960w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p><em>Landhaus Eva Maria, Lofer, Foto Verein Historischer Pinzgau \u00a9 Heribert Hoerl<\/em><\/p>\n<p>Ihr n\u00e4chster Weg f\u00fchrte Leokadia zur Villa Eva Maria nach Lofer. Dr. Carl und seiner Frau Clementine Machacek<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>, nahm sie als Dienstm\u00e4dchen auf. Die Arbeit in der Villa war anstrengend und m\u00fchevoll. Kurz nach der Ankunft f\u00fchrt sie die Hausherrin durchs Haus und erkl\u00e4rte ihr die k\u00fcnftigen Aufgaben:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eJeden Morgen m\u00fcssen Sie bereits um sechs auf den Beinen sein.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eZu Ihren ersten Pflichten geh\u00f6rt die Zubereitung des Fr\u00fchst\u00fccks f\u00fcr Michajlo, unseren Knecht, und f\u00fcr Frau Foli, einer alten Dame aus Hamburg, die bei uns als N\u00e4herin arbeitet, ja und f\u00fcr Sie selbst. Das Fr\u00fchst\u00fcck besteht normalerweise aus einem wei\u00dfen Kaffee und zwei Scheiben Brot. Auf euren Karten ist so wenig Fett, dass ich es ausschlie\u00dflich f\u00fcr die K\u00fcche verwenden muss. Ja, das wird das erste sein\u2026 Danach muss schnell das Schlafzimmer und das Esszimmer aufger\u00e4umt, der Tisch f\u00fcr sechs Personen gedeckt und dann das Fr\u00fchst\u00fcck f\u00fcr uns vorbereitet werden. Jeden zweiten Tag m\u00fcssen Sie in der Fr\u00fch in die Stadt gehen und zehn Liter Milch abholen. Es wird f\u00fcr Sie nicht zu schwer sein, oder, Christa? Sie sind jung und gesund\u2026\u201c Sie fasste mich an den Arm und lautlos lachend fuhr sie fort: \u201eDanach bleibt nur \u00fcbrig, das Zimmer des Herren, meines Mannes, mein Schlafzimmer und dann die R\u00e4ume meiner Tochter Eva sauber zu machen. Zweimal in der Woche m\u00fcssen Sie alle Toiletten und Badezimmer, Vorzimmer, Flure und G\u00e4nge putzen\u2026 Sp\u00e4testens um zw\u00f6lf m\u00fcssen Sie in der K\u00fcche sein, Christa. Denn zu dieser Zeit stapeln sich die Teller in der K\u00fcche wie Pyramiden und m\u00fcssen abgewaschen werden. Ich m\u00f6chte darauf hinweisen, dass in unserer Villa etwa zwanzig Personen wohnen, daher ist es nicht verwunderlich, dass sich so viele Geschirrteile ansammeln. Ja, Christa\u2026 Weitere Anweisungen lasse ich f\u00fcr den Nachmittag \u00fcbrig, da Sie sonst gleich noch von all den neuen Anordnungen Kopfschmerzen bekommen\u2026 Einen Moment, Christina\u2026 Wir gehen jetzt nochmal hoch\u2026 zu Ihrem Raum. Es tut mir sehr leid, aber alle Zimmer sind besetzt. Die Familie ist von verschiedenen Orten angereist und wir m\u00fcssen uns eben auch zusammenquetschen. Es ist Krieg, was soll man machen\u2026 Hoffen wir er dauert nicht mehr lang und das Leben gestaltet sich bald anders\u2026 Gerade habe ich nichts Besseres f\u00fcr Sie als\u2026\u201c Sie \u00f6ffnete die T\u00fcr, die zu einem Bad f\u00fchrte und H\u00e4nde ringend fl\u00fcsterte sie mit einem dramatischen Ton in der Stimme: \u201eHier steht eine Liege. Wir bringen Ihnen Bettw\u00e4sche\u2026 Es tut mir sehr leid, das ist die einzige Unterkunft, die ich f\u00fcr Sie habe.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eIch bin vollkommen zufrieden.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eNur einen Schrank gibt es nicht&#8230;\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eEinen Schrank ben\u00f6tige ich nicht, werte Dame. Ich besitze lediglich zwei Kleider.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eChrista, das ist schrecklich!\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eEs ist sehr bequem, es spart M\u00fche&#8230;\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eHa\u2026 Und wo sind alle Ihre Sachen?\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eFl\u00fcchtlinge denken daran, ihr Leben zu retten, nicht ihren Besitz\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eEin grausames Schicksal\u2026 Gott sei Dank, dass wir uns in unserem Deutschland sicher f\u00fchlen k\u00f6nnen.\u201c<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 1945 wurde sie ohne n\u00e4here Begr\u00fcndung entlassen. Die genauen Hintergr\u00fcnde f\u00fcr diesen Schritt sind von der Hausherrin nicht genannt worden. Offen blieb, ob unter anderem, die Denunziation eines serbischen Kriegsgefangenen, der ebenfalls in der Villa arbeitete, daf\u00fcr verantwortlich war. Seine eindeutigen Ann\u00e4herungsversuche hatte Leokadia zur\u00fcckgewiesen.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a> Die K\u00fcndigung erfolgte aus heiterem Himmel und die Hausherrin kam schnell und unmissverst\u00e4ndlich zur Sache. Leokadia erinnerte sich an das K\u00fcndigungsgespr\u00e4ch:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eChrista, ich bin gezwungen, Sie zu entlassen\u2026 Es tut mir sehr leid, aber es hat sich so ergeben\u2026 Mein Mann und ich haben uns lange \u00fcberlegt, was wir mit Ihnen tun sollen, und wir sind beide zu dem Schluss gekommen, dass wir Sie leider nicht mehr bei uns behalten k\u00f6nnen\u2026 Ich war sehr zufrieden, Christa, sehr zufrieden\u2026 Sie haben ihre Pflichten genau und zuverl\u00e4ssig erf\u00fcllt\u2026 Ich bezweifle, dass ich wieder ein so gewissenhaftes und f\u00e4higes M\u00e4dchen bekomme\u2026 Meine Referenzen, meine Empfehlungsbriefe, die ich Ihnen ausstellen werde, k\u00f6nnen nur die besten sein\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eWarum entlassen Sie mich denn? Es ist doch\u2026\u201c Ich konnte keinen weiteren Ton aus meiner Kehle hervorbringen. Meine linke Hand glitt \u00fcber die gl\u00e4serne Tischplatte und fiel kraftlos an meinem zitternden K\u00f6rper herab, w\u00e4hrend die rechte Hand, die krampfhaft das Werkzeug meiner Arbeit, die Staubwedel, zwischen den Fingern hielt, sich in einer unbegreiflichen, unbewussten Bewegung erhob, die von einem inneren, den Verstand \u00fcbersteigenden Instinkt der Selbstverteidigung vorgegeben wurde. Clementine Machatschek stand unber\u00fchrt da, weiterhin gutm\u00fctig l\u00e4chelnd, und sprach ruhig weiter: \u201eChrista, weil Sie bei uns nach dem Krieg sowieso nicht bleiben werden. Wie Sie einmal erw\u00e4hnt haben, kehren Sie in Ihr Heimatland zur\u00fcck, um Ihr Studium fortzusetzen, und wir k\u00f6nnen in unserem gro\u00dfen Haushalt nicht ohne Bedienstete bleiben. Ich habe mich entschieden, die Gelegenheit zu nutzen, und eine junge Frau aus Lofer anzustellen, die ihre Dienste angeboten hat. Der Krieg kann zu Ende gehen und ich will dann nicht ohne Hilfe bleiben.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Christa, Sie werden f\u00fcr die kurze Zeit eine andere Besch\u00e4ftigung finden und im schlimmsten Fall fahren Sie zum Arbeitsamt in Zell am See\u2026 Ich muss Sie beim besten Willen leider jetzt schon entlassen&#8230;\u201c Meine ausgetrockneten Lippen bewegten sich in einem unverst\u00e4ndlichen Gestammel und erschrockene, weit ge\u00f6ffnete Augen wurden von einem durchsichtigen und feuchten Nebel benetzt, der sich zu sammeln und in Form von fetten, hei\u00dfen Tr\u00e4nen \u00fcber meine Wangen zu laufen begann\u2026<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eNa, Christa, dramatisieren Sie es nicht!\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eK\u00f6nnte ich bei Ihnen nicht noch ein paar Tage bleiben und in der Zwischenzeit\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eNein, nein! Mein Mann hat ausdr\u00fccklich angeordnet, dass Sie schon heute das Haus<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>verlassen m\u00fcssen.\u201c<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">&nbsp;<\/p>\n<h3><a name=\"_Toc190952936\"><\/a>Herberge bei Pfarrer Leopold Winterstelle (St. Martin)<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1218\" src=\"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Wintersteller_markl_hofinger_S.340-300x201.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"201\" srcset=\"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Wintersteller_markl_hofinger_S.340-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Wintersteller_markl_hofinger_S.340.jpg 735w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><em>Foto: \u00a9 Jeffrey Wisnicki, In: Niko Hofinger\/Dominik Markl: Brechen wir aus S. 340<\/em><\/p>\n<p>Pfarrer Leopold Wintersteller wurde am 18. November 1890 in W\u00f6rgl geboren. Am 12. Juli 1914 erfolgte die Priesterweihe in Kirchbichl i.T. Pfarrer in Zederhaus, 1923-1926; Pfarrer in Oberndorf\/Tirol, 1926 \u2013 1936; Pfarrer in St. Martin bei Lofer, 1936 \u2013 1953. Pfarrer in Ruhe (St. Martin bei Lofer). Wintersteller starb am 16. Oktober 1968 in Langkampfen (Bezirk Kufstein).<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Hilfe erhielt Leokadia schlie\u00dflich in der Kirche. Der Pfarrhof in St. Martin war ihre letzte Station bis zum Ende des Krieges. Pfarrer Leopold Wintersteller und seine Haush\u00e4lterin Maria Gruber k\u00fcmmerten sich f\u00fcrsorglich um die junge Frau. Das Pfarrhaus, so hatte sie sp\u00e4ter geschreiben <em>\u201ewurde f\u00fcr mich ein Hafen des Friedens. Ich war wieder ich selbst, ein menschliches Wesen, gesch\u00e4tzt und respektiert.\u201c<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\"><strong>[12]<\/strong><\/a><\/em> Pfarrer Wintersteller kannte die Hintergr\u00fcnde und das Schicksal der polnischen J\u00fcdin. Nat\u00fcrlich war ihm die Gefahr bekannt, eine J\u00fcdin unter seinem Dach zu beherbergen. Aber Solidarit\u00e4t und N\u00e4chstenliebe \u00fcber religi\u00f6se Grenzen hinweg waren st\u00e4rker. Leokadia f\u00fchrte eines der zahlreichen Gespr\u00e4che mit dem Seelsorger in ihren schriftlichen Erinnerungen an:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eChristl, mein Kind, du musst viel gelitten haben, du bist so verbittert\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eHerr Pfarrer\u2026 ich\u2026 ich\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eRede weiter, Christlchen, wenn es dir Erleichterung bringt\u2026 Im Namen des gequ\u00e4lten Christus\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Mit erstickter Stimme sagte ich: \u201eDass ich \u00fcberhaupt noch \u00fcber Liebe sprechen kann\u2026 das ist wirklich\u2026 ein Wunder\u2026 Sie haben alle ermordet\u2026 meine Mutter\u2026 meinen Vater\u2026 Familienangeh\u00f6rige\u2026 und wie einen Stofffetzen haben sie mich weggeworfen, mich tausendmal zum Tode verurteilt\u2026 Ich habe die Gr\u00e4ben gesehen\u2026 und das Blut\u2026 Ich habe die Fl\u00fcche geh\u00f6rt, ich habe geh\u00f6rt, wie Menschen geweint haben\u2026 Und dass ich f\u00e4hig bin, neben Hass\u2026 auch andere Gef\u00fchle zu sp\u00fcren\u2026 wenn ich immer noch \u00fcber das Gl\u00fcck spreche\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eChristl\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Mein Blick war sch\u00fcchtern, verschlossen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eDu verbirgst etwas vor mir\u2026\u201c Er hob meinen Kopf und blickte mir direkt in die Augen. \u201eHerr Pfarrer\u2026 ich\u2026 ich bin aus dem Gef\u00e4ngnis gefl\u00fcchtet\u2026 ich\u2026 bin eine Verbrecherin\u2026 ich bin\u2026 J\u00fcdin\u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Der Pfarrer schaute mich ruhig mit seinem gutm\u00fctigen Blick an und l\u00e4chelte warm, sonnig, und unter diesem L\u00e4cheln verschwanden meine Zweifel, die letzte Angst, dass auch er mich verachten, wegsto\u00dfen, forttreten wird\u2026<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eChristlchen, mein ungl\u00fcckseliges L\u00e4mmchen, wir sind alle Kinder des gleichen Gottes\u2026 Du bist keine Verbrecherin\u2026 Diese Bezeichnung konnten dir nur die echten Verbrecher geben\u2026 Du bist ein Mensch, und zwar ein tapferer Mensch\u2026 Deine Seele ist rein und dein Verstand klar. L\u00e4chle. Sp\u00fcre, dass du nicht alleine bist! Dieses kirchliche Haus ist dein Zuhause, und ich m\u00f6chte wie deine Familie f\u00fcr dich sein\u2026 Ich glaube fest daran, dass selbst wenn das Meer des B\u00f6sen die Welt \u00fcberflutet hat, das Gute nicht vollkommen erstorben ist. Das Gute wird den Schaum des Schmutzes wegsp\u00fclen und im Kampf mit dem B\u00f6sen siegen\u2026 Genauso wie Gott den Satan besiegen wird\u2026\u201c<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">&nbsp;<\/p>\n<p>Zum Abschied schenkte Pfarrer Wintersteller Leokadia (alias \u201eChrista\u201c) ein Foto des Pfarrhofes in St. Martin. Auf der R\u00fcckseite finden sich die Zeilen:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Der lieben Christa!<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Vergi\u00df nicht Deine letzte Heimat vor dem Tage der Freiheit.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Heimat ist Liebe!<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Mai 1945 &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Leopold Wintersteller<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Leokadia Justman beschrieb die letzten Stunden des Krieges im Saalachtal in ihren Erinnerungen:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Ich sprang von meinem Platz auf. Eine Freude\u2026 in meinem err\u00f6teten, lebhaften Gesicht. Ich verstand, dass ich befreit bin! Ich begann, an die Wahrhaftigkeit des sch\u00f6nsten aller M\u00e4rchen zu glauben\u2026 Die Sorgen, die unangebrachten Klagen verschwanden\u2026 Die sechsj\u00e4hrige Sehnsucht \u00e4u\u00dferte sich in einem Ruf, einem leidenschaftlichen Ruf der erf\u00fcllten Tr\u00e4ume, einem gro\u00dfen, triumphierenden Ruf, dem Ruf des unbegreiflichen Gl\u00fccks: \u201eDie Amerikaner! Die Amerikaner!\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Ich hole ein Batisttuch heraus und \u2013 auf zur Stra\u00dfe!<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">&nbsp;<\/p>\n<h3><a name=\"_Toc190952937\"><\/a>Zeugin gegen den Gestapobeamten Otto Eberle<\/h3>\n<p>Nach dem Krieg arbeitete Leokadia Justman f\u00fcr ein Hilfskomitee, das sich um j\u00fcdische \u00dcberlebende k\u00fcmmerte. Dort lernte sie J\u00f3sef Wisnicki kennen. Auch er war ein polnischer Jude, der mit falschen Papieren in \u00d6sterreich \u00fcberlebte. Im September 1946 heirateten die beiden und wanderten nach Amerika aus.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter holte Frau Justman die Vergangenheit in Innsbruck wieder ein. Im Jahr 1947 begannen Ermittlungen gegen einen der beteiligten Gestapobeamten im Polizeigefangenenhaus Innsbruck. SS-Hauptscharf\u00fchrer Otto Eberle, geb. 25.9.1909 in Pfronten\/Bayern, wurde das \u201eVerbrechen der Qu\u00e4lerei und Misshandlung\u201c vorgeworfen. Am 13.7.1948 verurteilte der Volksgerichtshof beim Landesgericht Innsbruck den Gestapobeamten. Das Gericht kommt zum Schluss:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Otto Eberle [\u2026] ist schuldig, er habe im Sommer 1944, sohin zur Zeit der ns. Gewaltherrschaft in Innsbruck aus polit. Geh\u00e4ssigkeit und unter Ausn\u00fctzung seiner dienstlichen Gewalt als Gestapobeamter die Juden Leokadia Justman-Wischnitzka durch die \u00c4usserung, sie werde ihren nicht mehr sehen und Ignaz Rosenthal durch Bedrohung mit einer Pistole, w\u00e4hrend dieser bei der Vernehmung mit dem Gesicht gegen die Wand stehen musste, in einen qualvollen Zustand versetzt. Er hat hiedurch das Verbrechen der Q\u00e4lerei und Misshandlung nach \u00a7 3 (1) KVG. begangen und wird nach dieser Gesetzesstelle unter Anwendung des \u00a7 265 a StPO. <u>zu 3 (drei) Jahren schweren Kerker<\/u>, versch\u00e4rft durch ein hartes Lager viertelj\u00e4hrlich und gem. \u00a7 389 StPO. zum Ersatz der Kosten des Strafverfahrens und Strafvollzuges verurteilt. Gem. \u00a7 9 KVG. wird das gesamte Verm\u00f6gen des Angeklagten eingezogen. Gem. \u00a7 25 StG wird der Angeklagte aus dem Gebiete der Republik \u00d6sterreich ausgewiesen.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><a name=\"_Toc190952938\"><\/a>Der religi\u00f6s \u2013 b\u00e4uerliche Widerstand 1938 \u2013 1945<\/h1>\n<p>Die Verhaftungswelle von Kritikern in der Region begann bereits kurz nach dem \u201eAnschluss\u201c im M\u00e4rz 1938. Sebastian Haselsberger, Kooperator in St. Martin bei Lofer, wurde am 2. August 1938 von der Gestapo festgenommen. \u00dcber seinen Leidensweg in den kommenden Jahren ist nicht viel bekannt. Am 4. April 1944 wurde er in Mauthausen \u201eauf der Flucht\u201c erschossen.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n<p>Aus dem Lagebericht des Landrats von Zell am See, November 1939:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Im Berichtsmonat sind 29 Religionsaustritte vermerkt, davon 26 aus der r\u00f6m.-kath. Kirche und 3 aus der evang. Kirche. In Wei\u00dfbach wurde in der Zeit zwischen 28. Okt. Und 5. Nov. 1939 eine Mission abgehalten, bei der 2 Jesuiten aus Wien anwesend waren. Die Veranstaltungen waren gut besucht, was auf die rege propagandistische T\u00e4tigkeit der dortigen Pfarrers Balthasar Linsinger zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Von nationalsozialistischer Seite wird behauptet, da\u00df die Gebefreudigkeit f\u00fcr NS-Sammlungen bei weitem nicht so gro\u00df w\u00e4re als f\u00fcr Kirchensammlungen, was dem Einflu\u00df des dortigen Pfarrers zugeschrieben wird, weshalb auch seine Ersetzung durch einen weniger fanatischen Geistlichen verlangt wird.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wegen \u201eVergehen gegen die Feiertags- und Gottesdienstordnung\u201c wurden Priester immer wieder von der Gestapo verhaftet. Im Sommer 1940 kam es zu einer dieser Verhaftungswellen, die auch Geistliche aus dem Saalachtal betraf. Auszug aus dem Schreiben des F\u00fcrsterzbisch\u00f6flichen Ordinariats Salzburg an den Leiter der Gestapo Salzburg, Kurt Christmann, vom 13. Juni 1940:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Ich bitte Sie, Herr Regierungsrat, mich zu den heutigen, mich tief ber\u00fchrenden Ereignissen offen ansprechen zu d\u00fcrfen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Nach den mir bis jetzt abends gemachten Mitteilungen sind heute verhaftet worden: Dechant Mair von St. Johann im Pongau, Dechant Hocher von Saalfelden, Pfarrer Gr\u00fcbl von Alm bei Saalfelden, Pfarrer Linsinger von Wei\u00dfbach bei Lofer, Pfarrer Auer von Unken und Pfarrer Angermann von Hinterthal. Wenn mich nicht alles t\u00e4uscht, h\u00e4ngen diese Verhaftungen mit dem von Ihnen hinsichtlich Peter-und-Paus-Tag in Aussicht gestellten strengen vorgehen zusammen.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/em><\/p>\n<p>Eduard Angermann, Franz Auer, Moritz Gr\u00fcbl, Franz Kocher, Balthasar Linsinger und Peter Mair wurden laut Haftaufstellung der Erzdi\u00f6zese Salzburg am 13.7.1940 festgenommen und waren rund ein Monat in Salzburg inhaftiert.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a><\/p>\n<h3><a name=\"_Toc190952939\"><\/a>Pfarrer Balthasar Linsinger (Pfarre Wei\u00dfbach bei Lofer)<\/h3>\n<p>Balthasar Linsinger Foto: \u00a9 Irmgard Leitinger<\/p>\n<p>Balthasar Linsinger wurde am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/15._Juli\">15. Juli<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/1902\">1902<\/a> in St. Veit im Pongau geboren. Der Bauernsohn besuchte das Priesterseminar in Salzburg und wurde 1925 zum Priester geweiht. 1937 \u00fcbernahm er die Pfarre Wei\u00dfbach bei Lofer im Pinzgau. W\u00e4hrend der NS-Zeit kam es mit den Machthabern zu Konflikten. Linsinger setzte sich f\u00fcr Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter ein. 1939 wurde von NS-Funktion\u00e4ren die Versetzung des \u201efanatischen Geistlichen\u201c gefordert. 1940 muss Linsinger ein Monat in Haft verbringen. 1943 versetzte man ihn nach Gro\u00dfarl<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a>. Im Sommer 1944 nahm Balthasar Linsinger als Pfarrer von Gro\u00dfarl den Maler Eduard B\u00e4umer und dessen j\u00fcdische Frau Valerie und deren Kinder, die damals dreij\u00e4hrige Bettina, der neunj\u00e4hrige Michael und die zw\u00f6lfj\u00e4hrige Angelica bei sich auf und versteckte sie bis Kriegsende im Pfarrhaus. Linsinger starb im 84. Lebensjahr 1986. Er wurde 2011 als &#8222;Gerechter unter den V\u00f6lkern&#8220; ausgezeichnet.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a name=\"_Toc190952940\"><\/a>Wallfahrtskirche Maria Kirchental in den Jahren 1938 \u2013 1945<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1219\" src=\"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/maria-kirchenthal_heribert_hoerl-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/maria-kirchenthal_heribert_hoerl-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/maria-kirchenthal_heribert_hoerl-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/maria-kirchenthal_heribert_hoerl-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/maria-kirchenthal_heribert_hoerl-120x90.jpg 120w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/maria-kirchenthal_heribert_hoerl.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><em>Maria Kirchental Foto: Verein Historischer Pinzgau \u00a9 Heribert H\u00f6rl<\/em><\/p>\n<p>Die 1701 geweihte r\u00f6misch-katholische Wallfahrtskirche Maria Kirchental steht im Kirchweiler Kirchental in der Gemeinde Sankt Martin bei Lofer. F\u00fcr den Bau der Kirche (1694 \u2013 1699) wurde niemand geringerer als der Baumeister Johann Bernhard Fischer von Erlach beauftragt. Die Region wurde damit zum geistigen Zentrum der katholischen Kirche im Saalachtal. F\u00fcr den Pinzgauer Chronisten Josef Lahnsteiner war <em>\u201eSt. Martin lange Zeit \u2013 bis 1955 \u2013 der kirchliche Mittelpunkt der Gegend.\u201c<\/em><a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p>Selbstbewusst wurde auch gegen\u00fcber den NS-Funktion\u00e4ren in der Region aufgetreten. Die Kirchenvertreter lie\u00dfen sich nicht einsch\u00fcchtern, leisteten Widerstand soweit es m\u00f6glich war. In einem Schreiben des F\u00fcrsterzbisch\u00f6flichen Ordinariats an den Landrat in Zell am See vom 3. J\u00e4nner 1942 hie\u00df es:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Die Regentie von Kirchental bei Lofer teilt uns mit, da\u00df der Gendarmerieposten von Lofer die 10-Uhr-Messe dortselbst beanstandet hat (auf Grund eines Erlasses des Landrat Zell a.S. wonach der Hauptgottesdienst ausnahmslos um 8 Uhr stattfinden m\u00fcsse).<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Dazu teilen wir mit, da\u00df seit alters her in Kirchental der Hauptgottesdienst um 6.30 Uhr stattfindet, die 10-Uhr-Messe \u00fcberhaupt nicht unter jenen Erla\u00df f\u00e4llt. Sollte jedoch der Versuch gemacht werden, jeden Gottesdienst an Sonntagen nach 8 Uhr zu verbieten, so w\u00e4re das ein Novum im ganzen Reichsgebiet und ein so einschneidender Eingriff in rein kirchliche Angelegenheiten, da\u00df wir dagegen bis zu den letzten Reichsbeh\u00f6rden Rekurs ergreifen m\u00fc\u00dften.<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">&nbsp;<\/p>\n<h3><a name=\"_Toc190952941\"><\/a>Priester Alban Prinz zu L\u00f6wenstein-Wertheim-Freudenberg<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1223\" src=\"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Alban-Prinz-zu-Loewestein-Wertheim-Freudenberg-1963-244x300.jpg\" alt=\"\" width=\"244\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Alban-Prinz-zu-Loewestein-Wertheim-Freudenberg-1963-244x300.jpg 244w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Alban-Prinz-zu-Loewestein-Wertheim-Freudenberg-1963.jpg 251w\" sizes=\"auto, (max-width: 244px) 100vw, 244px\" \/><\/p>\n<p><em>Das Foto zeigt L\u00f6wenstein 1963. Foto: \u00a9 Erinnerungen \u201eEine unverge\u00dfliche, gro\u00dfe Gnadenzeit (Dachau 1943\/1945)\u201c<\/em><\/p>\n<p>Alban Prinz zu L\u00f6wenstein-Wertheim-Freudenberg wurde am 14. August 1892 in Drehnow (Landkreis Spree-Nei\u00dfe, Brandenburg) geboren. L\u00f6wenstein wurde am 3. November 1942 in seiner damaligen Pfarre in Maria Kirchental von den Nationalsozialisten zur Vernehmung bei der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) vorgeladen. Grund war eine Predigt, die der Priester im tirolerischen Auffach-Wildsch\u00f6nau gehalten hat. Der unbedachte Satz in seiner Predigt lautete: <em>\u201eUnd der Mensch, der nicht einmal zwei Meter gro\u00df ist, will die Autorit\u00e4t Gottes in seinem Leben leugnen, und so die Gottesstimme des Gewissens nicht anerkennen, sie nicht h\u00f6ren und ihr nicht gehorchen.\u201c<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\"><strong>[26]<\/strong><\/a> <\/em>Bereits im Polizeigef\u00e4ngnis in Salzburg wird der Priester von Gestapobeamten schwer misshandelt.<\/p>\n<p>Laut Zugangsbuch des Lagers Dachau wurde L\u00f6wenstein Alban, Wohnort: Lofer-Kirchental, am 19. Dezember 1943 eingeliefert. Kategorie: \u201eSch.\u201c [Schutzhaft Anm. RL]<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a> \u201eDR.\u201c H\u00e4ftlingsnummer: 60601. L\u00f6wenstein war bis zur Befreiung im Fr\u00fchjahr 1945 im Konzentrationslager interniert.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a><\/p>\n<p>Seine Erinnerungen an das Martyrium im Konzentrationslager. Auszug:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Bald wurde ich auf den \u201eTotenblock\u201c 9 verlegt. Aber ich starb nicht. Die W\u00e4rter waren zumeist Polen oder Rotspanienk\u00e4mpfer (Kommunisten und ganz verrohte Kerle). Diese waren der SS gerade gut, auf die armen H\u00e4ftlinge loszulassen, wof\u00fcr sie von der SS verschiedentliche Vorteile hatten \u2013 je mehr sie roh waren und Menschen ins Jenseits bef\u00f6rderten. Ein Toter brachte ihnen 10-20 Zigaretten ein.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>[\u2026]<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em><u>Im Priesterblock 26:<\/u><\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Ich kam ins Paradies! Hier war es aus mit der furchtbaren Flucherei und all der Schweinerei, die tagt\u00e4glich mich bisher umgeben hatte. Mein ganzer Trost und Halt war ja bisher die hl. Kommunion gewesen, die ich in meinem \u201eTabernakel\u201c (Brillenfutteral) best\u00e4ndig bei mir gehabt hatte. Da ich bei den \u201eHerren Pflegern\u201c nicht gut angeschrieben war, kam ich auch noch in den Stehbunker (einem schwarzen Kasten von einem Quadratmeter Bodenfl\u00e4che). Drei Tage! [\u2026]<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a><\/em><\/p>\n<p>Der Priester L\u00f6wenstein \u00fcberlebte das Konzentrationslager und den folgenden Todesmarsch, der am 26. April 1945 begann. \u00dcber Umwege gelangte er schlie\u00dflich am Montagabend, 14. Mai 1945, nach Kirchental. <em>\u201eAm Abend war ich hier bei der lieben Gnadenmutter von Kirchental.\u201c<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\"><strong>[30]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p>L\u00f6wenstein-Wertheim-Freudenberg starb am 6. M\u00e4rz 1964 in Salzburg. Er war Priester in Maria Kirchental, Altenmarkt, Maria B\u00fchel und in zahlreichen anderen Pfarren in Salzburg.<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a name=\"_Toc190952942\"><\/a>Priester Martin Bormann jun.<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1224\" src=\"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Martin_Bormann_Irmgard_Leitinger-218x300.jpg\" alt=\"\" width=\"218\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Martin_Bormann_Irmgard_Leitinger-218x300.jpg 218w, https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Martin_Bormann_Irmgard_Leitinger.jpg 694w\" sizes=\"auto, (max-width: 218px) 100vw, 218px\" \/><\/p>\n<p><em>Das Foto zeigt Martin Bormann im Jahr 1958. Foto: Verein Historischer Pinzgau (c) Irmgard Leitinger<\/em><\/p>\n<p>Adolf Martin Bormann jun. wurde am 14. April 1930 in Gr\u00fcnwald bei M\u00fcnchen geboren. Sein Erbe wog besonders schwer. Sein Vater, Martin Bormann sen., war Leiter der Parteikanzlei der NSDAP im Rang eines Reichsministers. Adolf Hitlers Sekret\u00e4r. Bormann jun. verbrachte seine Kindheit abgeschirmt innerhalb des F\u00fchrergel\u00e4ndes am Obersalzberg.<\/p>\n<p>Noch vor Ende des Weltkrieges floh der damals F\u00fcnfzehnj\u00e4hrige in den Pinzgau und fand am 7. Mai 1945 beim Querleitbauern in Wei\u00dfbach bei Lofer Unterkunft. Durch den Bauern gelangte Bormann jun. zum katholischen Glauben. Er studierte nach dem Krieg in Deutschland Theologie und schloss sein Studium 1958 ab. Im Sommer 1958 wurde er zum Priester geweiht, seine Primiz feierte er in der Wallfahrtskirche Maria Kirchental. Bormann jun. verbrachte einige Jahre unter dem Namen \u201eMartin Bergmann\u201c im Pinzgau. Daneben wirkte er viele Jahre als Missionar im Kongo. Ende der 1960er Jahre lie\u00df er sich von seinem Gel\u00fcbte befreien und heiratete. Das dunkle Kapitel seines Vaters verarbeitete Bormann in zahlreichen Schulvortr\u00e4gen, in denen er \u00fcber die NS-Verbrechen erz\u00e4hlte. Bormann fuhr auch nach Israel, um sich dort mit Holocaust-\u00dcberlebenden auszutauschen. Im M\u00e4rz 2013 starb der damals 83-j\u00e4hrige in Herdecke (Deutschland).<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><a name=\"_Toc190952943\"><\/a>Die Lage der polnischen Zwangsarbeiter in der Region<\/h1>\n<p>Bereits im Jahr 1939 wurden die ersten polnischen Kriegsgefangenen in das Land Salzburg gebracht.<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a> Die Polen sind mit einem \u201eP&#8220; gekennzeichnet, die \u201eOstarbeiter&#8220;<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a> aus der Sowjetunion mit \u201eOST&#8220;. Im November 1939, zwei Monate nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Polen, ver\u00f6ffentlichte der Salzburger \u201eLeiter der Hauptstelle f\u00fcr aktive Propaganda&#8220;, Otto Kischel, einen Aufruf f\u00fcr den richtigen Umgang mit Kriegsgefangenen:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Wer ihnen [den Kriegsgefangenen] begegnet, soll sich nicht um sie k\u00fcmmern, weder Ha\u00df noch Mitleid sind am Platze. Es entspricht nicht dem deutschen Wesen, einen waffenlos gewordenen, in Gefangenschaft geratenen Soldaten zu beschimpfen, aber auch Mitleidsbezeugungen sind nicht am Platz&#8230; Man tut am besten, sich Kriegsgefangenen gegen\u00fcber schweigend zu verhalten; neugieriges Herandr\u00e4ngen ist unw\u00fcrdig.<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a><\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr das NS-Regime ergab sich schon bald ein ernsthaftes Problem: Zwischen einigen Zwangsarbeitern und der einheimischen Bev\u00f6lkerung entstanden freundschaftliche Verbundenheit. Im M\u00e4rz 1940 trat deshalb der so genannte \u201ePolen-Erlass&#8220; in Kraft. Damit sollte der unerw\u00fcnschte Kontakt zwischen Deutschen und Ausl\u00e4ndern verhindert werden. Polnischen Zwangsarbeitern wurde der Besuch von Theatern, Kinos, Gastst\u00e4tten und Tanzveranstaltungen verboten. Alkohol durften Polen nur in eigens zugewiesenen Gastst\u00e4tten zu sich nehmen. Der noch wesentlich restriktivere \u201eOstarbeiter-Erlass&#8220;, zwei Jahre sp\u00e4ter, richtete sich vor allem gegen die sowjetischen Arbeitskr\u00e4fte. Er sah ein grunds\u00e4tzliches Ausgehverbot rund um die Uhr vor. Dieser Erlass war in der Praxis allerdings nicht durchsetzbar. Einerseits fehlte f\u00fcr die \u00dcberpr\u00fcfung das notwendige Personal, andrerseits hielten sich die Dienstgeber, die Bauern und B\u00e4uerinnen, nicht an diese Anordnung und gaben den Arbeitern etwa zum Kirchgang frei. Das absolute Ausgehverbot wurde schlie\u00dflich wieder aufgehoben.<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im April 1940 bestellte der Landrat bereits 600 Formulare f\u00fcr \u201epolnische Zivilarbeiter&#8220;, die offenbar schon in der Region waren oder dort erwartet wurden.<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a> Die Bedingungen f\u00fcr die ausl\u00e4ndischen Arbeiter in der Landwirtschaft gestalteten sich unterschiedlich; sie waren den Launen der Bauern und Unternehmern ausgesetzt. Wer Gl\u00fcck hatte, kam bei einem Betrieb unter, in dem es gen\u00fcgend zu essen gab, erhielt eine menschenw\u00fcrdige Unterkunft und wurde gut behandelt. Andere waren der Willk\u00fcr der Arbeitgeber hilflos ausgeliefert. Als Beispiel sei hier das Schicksal der polnischen Landarbeiterin Karoline Wozniak in Lofer angef\u00fchrt:<\/p>\n<p>Anna Rieder, Mitbesitzerin des Landgutes \u201ePosthof\u201c in Lofer denunzierte die polnische Zwangsarbeiterin bei der Gendarmerie am 4.1.1942. Als Begr\u00fcndung warf sie der Frau Diebstahl vor. Frau Karoline Wozniak, so der Vorwurf, h\u00e4tte dem Posthof <em>\u201e1 neuen Tuchent\u00fcberzug, 1 Leintuch, 1 Geschirrtuch, 1 Stk, Leinwand f\u00fcr Flickzwecke, 3 alte Spitzenvorh\u00e4nge, \u00bd kg Butter und \u00bd kg Zucker\u201c<\/em> gestohlen. Die Chefin des \u201ePosthofes\u201c lieferte damit die Polin der Gestapo aus. Rieder: <em>\u201eAus all den angef\u00fchrten Gr\u00fcnden bin ich gezwungen, die Wozniak aus meinem Dienst zu entlassen und der Gendarmerie zur Verf\u00fcgung zu stellen.\u201c<\/em> Die polnische Zwangsarbeiterin wurde daf\u00fcr am 20.1.1943 vom Landesgericht Salzburg zu sechs Monaten Straflager verurteilt.<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a><\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 1941 waren insgesamt 399 Zwangsarbeiter im Pinzgau, aufgeteilt in verschiedene Gemeinden, in der Landwirtschaft eingesetzt.<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a> Der Einsatz polnischer Zwangsarbeiter wurde in den folgenden Monaten st\u00e4ndig ausgeweitet. Ein Jahr sp\u00e4ter, im M\u00e4rz 1942, wurden im Land Salzburg 600 Polen zur Zwangsarbeit gezwungen. Jeder Zwangsarbeitertransport sah rund 100 Arbeiter f\u00fcr den Pinzgau vor.<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a><\/p>\n<p>Jeder Verkehr, jeder Umgang mit Kriegsgefangenen und osteurop\u00e4ischen Zivilarbeitern war den \u201eVolksgenossen&#8220; verboten und stand unter Strafe. Die Durchsetzung dieser Regelung gelang nur durch die Mitarbeit der einheimischen Bev\u00f6lkerung. Denunziation und die Bereitschaft gegenseitiger \u00dcberwachung pr\u00e4gten den Alltag. Der Kontakt zwischen der einheimischen Bev\u00f6lkerung und Ausl\u00e4ndern war unerw\u00fcnscht. Das begann bereits beim Geben von Trinkgeldern, Zigaretten oder Getr\u00e4nken. Das Verbot des sexuellen Kontaktes zwischen Deutschen und Ausl\u00e4ndern betraf alle Nationen, wurde jedoch unterschiedlich geahndet. Bei Holl\u00e4ndern, Franzosen, Norwegern etc. gab es keine Strafverfolgung, sie galten als \u201egermanischen V\u00f6lkern&#8220;. \u201eWestlichen&#8220; Zivilarbeitern aus Italien, Frankreich, Ungarn, Spanien etc. war der sexuelle Kontakt prinzipiell erlaubt. F\u00fcr polnische und sowjetische Kriegsgefangene bedeutete der sexuelle Umgang mit einer deutschen Partnerin in der Regel die Todesstrafe.<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a> In den Jahren 1942 und 1943 sind im Pinzgau mehrere Zwangsarbeiter hingerichtet worden. Nachstehend zwei dieser Schicksale aus dem Saalachtal:<\/p>\n<p>Am 15. Oktober 1942 wurde Eugenius Wojtak, (geb. 27.4.1924) aus Racnawice, Ukraine, auf der W\u00fcrmbachwiese in Hallenstein nahe Lofer erh\u00e4ngt. Der Vorwurf: <em>\u201ein sittlicher Hinsicht gegen die T\u00f6chter des Bauern aufdringlich gewesen zu sein.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Am 20. September 1943 ereilte dieses Schicksal Valentin Pilch (auch Bilch geschrieben, geb. 21.10.1917), einen polnischen Zwangsarbeiter aus Ksiaznice, Bochine. Beamte der Gestapo erh\u00e4ngten ihn in einem W\u00e4ldchen bei Bsuch einem Ortsteil von Saalfelden. Auch ihm wurden geschlechtliche Beziehungen zu einer Einheimischen vorgeworfen. Pilch erhielt vor seiner Hinrichtung noch eine \u201eHenkersmahlzeit\u201c im Gasthaus Hirschenwirt.<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a name=\"_Toc190952944\"><\/a>Zwangsarbeitslager St. Martin bei Lofer<\/h3>\n<p>Die genaue Lage des Lagers in St. Martin ist unklar. Laut Bundesdenkmalamt wurden im Arbeitslager Zwangsarbeiter zu Bauarbeiten herangezogen.<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a name=\"_Toc190952945\"><\/a>Zwangsarbeitslager Zell am See<\/h3>\n<p>Laut Angaben des Bundesdenkmalamtes existierten in Zell am See f\u00fcnf Zwangsarbeitslager. Die genauen geografische Lagen aller Bracken f\u00fcr die Arbeiter sind dem Denkmalamt nicht bekannt. Bekannt sind Bruckberg f\u00fcr die Entw\u00e4sserungsgemeinschaft Zeller Moos, das Auffanglager Zeller Moos, das Auffanglager Landwirtschaft und das Reichsbahnlager. 1942 wurde ein Auffanglager f\u00fcr 50 Kriegsgefangene errichtet. Zweck dieses Lagers war die Errichtung einer Segelflugschule. Ein weiteres Lager f\u00fcr franz\u00f6sische Kriegsgefangene wurde ebenso errichtet. F\u00fcr Infrastrukturma\u00dfnahmen in der Landwirtschaft wurden zwischen 1940 und 1945 ca. 60 Kriegsgefangene aus Russland und Polen in einem Lager festgehalten. Im Juli 1941 kamen 70 kroatische Gefangene hinzu. Ein weiteres Lager f\u00fcr 180 Zwangsarbeiter in der Landwirtschaft war ebenfalls in Zell am See eingerichtet.<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a><\/p>\n<p>Zur Errichtung einer Segelflugschule f\u00fcr das Nationalsozialistische Fliegerkorps (NSFK) mussten ab 1939 Baracken errichtet und Entw\u00e4sserungsgr\u00e4ben ausgehoben werden. Im Zuge des Krieges wurde seitens der Gauleitung auch die Erbauung von Behelfsheimen f\u00fcr Bombengesch\u00e4digte in Zell am See angeordnet.<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\">[45]<\/a><\/p>\n<h1><a name=\"_Toc190952946\"><\/a>Die letzten Tage im Saalachtal<\/h1>\n<p>Die letzten Tage verliefen im Raum Zell am See turbulent und chaotisch. Fl\u00fcchtlinge aus dem Osten und aus Deutschland, Heimkehrer aus der Front, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter in Freiheit, fl\u00fcchtende Mitglieder der Waffen-SS (Schutzstaffel Hitlers), verlassene deutsche Autos pr\u00e4gten das Stra\u00dfenbild nach dem Zusammenbruch der NS-Herrschaft im Mai 1945. SS-Einheiten aus Berchtesgaden und dem Schloss Fischhorn sorgten in der Region f\u00fcr Unsicherheit. Die Soldaten mussten noch schnell, vor dem Anr\u00fccken der Alliierten, Raubg\u00fcter, Waffen und Munition in Sicherheit bringen. Der Chronist Josef Lahnsteiner erinnert sich an die letzten Tage in Wei\u00dfbach bei Lofer:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Beim Zusammenbruch der deutschen Heeresmacht im April-Mai 1945 sind zuerst die deutschen Milit\u00e4rformationen der SS (Schutzstaffel Hitlers) auf den Hirschb\u00fchel und ins Wei\u00dfenbachtal gekommen, haben gro\u00dfe Mengen Munition, Z\u00fcndkapseln, Panzerf\u00e4uste, Handgranaten und anderes Sprengzeug hier versteckt und verstreut, so da\u00df auf den Wegen und im Wald immer wieder Explosivk\u00f6rper gefunden wurden.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Unsere Soldaten mu\u00dften den \u00dcbergang des Hirschb\u00fchels noch verteidigen, obwohl alles verloren war. Lauter blutjunge Burschen wurden hier eingesetzt. Die Stra\u00dfe wurde vom deutschen Volkssturm mit Baumst\u00e4mmen verbarrikadiert und teilweise abgetragen, um den Feinden den Einmarsch zu erschweren. Hier auf dem Hirschb\u00fchel ist auch am 5. Mai der letzte deutsche Soldat gefallen.<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a><\/em><\/p>\n<p>In Lofer errichtete die deutsche SS am 1. Mai 1945 ihr Hauptquartier im Cafe Schopper. Die S\u00fcdfrontarmee quartierte sich im Ort bei Lintner und beim Br\u00e4u ein. Tage sp\u00e4ter wurden von ihnen Sprengladungen an den Br\u00fccken angebracht, die allerdings bald wieder entfernt wurden. Lahnsteiner zu den letzten Stunden in Lofer:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>In den letzten Apriltagen 1945 trafen 4.000 Mann deutscher Truppen in Lofer ein, um das Alpenland gegen den Einfall von amerikanischen Truppen von Norden her zu sch\u00fctzen. Es waren alle Waffengattungen hier konzentriert und alles f\u00fcr die \u00e4u\u00dferste Gegenwehr vorbereitet. Aber die Amerikaner drangen von Westen her und nahmen den General Tollstorf \u00fcberraschend gefangen, so da\u00df jede Kampfhandlung unterblieb und das Tal vor Zerst\u00f6rung bewahrt wurde. Dann erfolgte von Alm aus die allgemeine Kapitulation und der Krieg war zu Ende.<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\">[48]<\/a><\/em><\/p>\n<p>Am 8. Mai 1945 kamen die ersten amerikanischen Truppen in Lofer an. Kriegsgefangene aus Russland, Polen und Serbien wurden am 13. Juni 1945 aus dem Ort gebracht und konnten den Weg in ihre Heimat antreten.<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><a name=\"_Toc190952947\"><\/a>Die letzten Toten im Saalachtal<\/h1>\n<p>\u00a9 Gernod Fuchs, Vizeleutnant i.R., Professor|Mitarbeiter am SWGM (Salzburger Wehrgeschichtliches Museum)<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>05.05.1945 \u2013 <strong>WEISSBACH<\/strong> \u2013 \u201eAuf der Mooswacht wurde auch noch gek\u00e4mpft; dabei fielen noch ein junger \u00f6sterreichischer Soldat und ein Franzose. &#8230;. &#8230;. Kapitulation. Da kamen die Amerikaner vom Hirschbichl herab, voran einige Panzer. Sie waren bis auf die Z\u00e4hne bewaffnet; wir hatten gro\u00dfe Angst, vor allem vor den Negern.\u201c (Ortschronik Weissbach)<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eEs kam zu erbitterten K\u00e4mpfen, wobei es zahlreiche Verwundete und auch einige Todesopfer gab. Bei den letzten K\u00e4mpfen auf der \u201eMooswacht\u201c, so wurde der Pass fr\u00fcher genannt, wurde ein \u00f6sterreichischer und ein franz\u00f6sischer Soldat get\u00f6tet. Ein deutscher Soldat wurde sogar wegen eines gef\u00e4lschten Soldatenbuches erschossen und hinter der Kapelle beigesetzt. 1957 wurde er exhumiert und in Berchtesgaden beigesetzt.\u201c (Alpengasthof Hirschbichl)<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Es gibt auch unbest\u00e4tigte Berichte \u00fcber weitere gefallene franz\u00f6sische Soldaten am Hirschbichl.&nbsp; Die franz\u00f6sische Division Leclerc soll danach den Versuch, als erste alliierte Truppe in den Pinzgau vorzudringen, abgebrochen haben. (Fuchs)<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>05.05.1945 \u2013 <strong>UNKEN<\/strong> \u2013 \u201eAb 5. Mai 1200 Uhr war die Kapitulation rechtskr\u00e4ftig. (richtig 6. Mai, Kapitulation von M\u00fcnchen\/Haar, Fuchs) Bereits am Nachmittag sind US-Truppen in unser Dorf einmarschiert. Schloss Oberrain usw. wurde beschlagnahmt. Mehrere t\u00f6dliche Vorf\u00e4lle durch US-Milit\u00e4r u.a. auch Festnahme der SODER-Br\u00fcder. Am 8. Mai haben dann die ersten US- Soldaten im Schloss Quartier bezogen.\u201c (Ortschronik Unken)<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Einer der Br\u00fcder soll bei der Totenkopf-SS gewesen sein. Irrt\u00fcmlich wurde sein von der Wehrmacht zur\u00fcckgekommener Bruder festgenommen und danach auch der gesuchte Bruder.&nbsp; Seit damals fehlt von beiden jede Nachricht. (Fuchs)&nbsp;&nbsp;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>20.05.1945 &#8211; <strong>UNKEN<\/strong> \u2013 Ein US-Soldat hat in REITH den Jakob DAX, der gerade als Soldat aus dem Krieg zur\u00fcckgekehrt war, erschossen. Der US-Soldat war beim Nachbarbauern einquartiert und hatte vermutlich im alkoholisierten Zustand auf der Suche nach einem M\u00e4dchen, aus Entt\u00e4uschung, den Nachbarn Dax erschossen. Dax war der dortige Ziehsohn und sollte den Hof \u00fcbernehmen. Laut Hohenwarter waren die Kameraden des US-Soldaten, C-Battery \/ 377th Field Artillery Battalion \/ 101th Airborne Division, vom Vorfall sehr betroffen und sollen die Ziehmutter l\u00e4ngere Zeit stark unterst\u00fctzt haben. Der US-Soldat soll durch ein US-Milit\u00e4rgericht in Bayern verurteilt worden sein. (Auskunft Hohenwarter)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>QUELLEN:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 19.01.2025, Nr. 3 S 9<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Niko Hofinger\/Dominik Markl (Hg.): Leokadia Justman, Brechen wir aus! Als J\u00fcdin auf der Flucht in Tirol, Tyrolia Verlag Innsbruck-Wien, 2025 page 306<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Niko Hofinger\/Dominik Markl (Hg.): Leokadia Justman, Brechen wir aus! Als J\u00fcdin auf der Flucht in Tirol, Tyrolia Verlag Innsbruck-Wien, 2025 page 321<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Niko Hofinger\/Dominik Markl (Hg.): Leokadia Justman, Brechen wir aus! Als J\u00fcdin auf der Flucht in Tirol, Tyrolia Verlag Innsbruck-Wien, 2025 page 325<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Leokadia Justman: Ave Pax, Spuren meiner Flucht, Kurzfassung, 1946, page 291 [im Original 441]<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> In den Erinnerungen Leokadias \u201eMachatschek\u201c genannt<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Dr. Carl [auch Karl] Machacek galt 1943 als wohlhabender Unternehmer. Er sa\u00df im Vorstand der K\u00f6lsch-F\u00f6lzer-Werke AG (Kraft und Dampfmaschinen) in Siegen (Westfalen). Die Hausherrin: Clementine [Minka Macha\u010dek] Machatschek, geb. Kotzmann (* 10.7.1881 in Brand\u00fdsek \/ Brandeisl; \u2020 9.4.1966 in Salzburg). In erster Ehe verheiratet mit Eduard Czeike-\u017dentzytzki (* 12.9.1877 in Opava \/ Troppau), Oberdirektor der Prager Eisen-Industrie-Gesellschaft. Mit ihm hatte sie zwei T\u00f6chter: Eva Maria und Elisabeth. In zweiter Ehe verheiratet mit Dr. Carl Macha\u010dek \/ Machatschek (\u2020 1952 in Lofer). [Vgl. Hofinger\/Markl page 397]<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Leokadia Justman: Ave Pax, Spuren meiner Flucht, Kurzfassung, 1946, page 303 [im Original 460]<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Vgl. Niko Hofinger\/Dominik Markl (Hg.): Leokadia Justman, Brechen wir aus! Als J\u00fcdin auf der Flucht in Tirol, Tyrolia Verlag Innsbruck-Wien, 2025 page 337 ff<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Leokadia Justman: Ave Pax, Spuren meiner Flucht, Kurzfassung, 1946, page 309 [im Original 469 f]<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> <a href=\"https:\/\/res.icar-us.eu\/index.php\/Wintersteller,_Leopold_(1890-1968)\">https:\/\/res.icar-us.eu\/index.php\/Wintersteller,_Leopold_(1890-1968)<\/a> (geladen 13.01.2025)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Niko Hofinger\/Dominik Markl (Hg.): Leokadia Justman, Brechen wir aus! Als J\u00fcdin auf der Flucht in Tirol, Tyrolia Verlag Innsbruck-Wien, 2025 page 340<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Leokadia Justman: Ave Pax, Spuren meiner Flucht, Kurzfassung, 1946, page 316 [im Original 480]<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Niko Hofinger\/Dominik Markl (Hg.): Leokadia Justman, Brechen wir aus! Als J\u00fcdin auf der Flucht in Tirol, Tyrolia Verlag Innsbruck-Wien, 2025 page 345<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Leokadia Justman: Ave Pax, Spuren meiner Flucht, Kurzfassung, 1946, page 322 [im Original 488]<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Vgl. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 19.01.2025, Nr. 3, S 9<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Urteil Volksgericht Innsbruck, 13.7.1948, 10 Vr. 4035\/47, Kopie im D\u00d6W 11.406<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> D\u00d6W 12.049 und Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934 &#8211; 1945, Band 2, S 322<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> D\u00d6W E 18.337, Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934 \u2013 1945, Band 2 S 109<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> D\u00d6W E 19.188\/b, Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934 \u2013 1945, Band 2 S 285 f<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> KAS 19\/3 = D\u00d6W E 19.011<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Gro\u00dfarl ist eine Marktgemeinde im Bezirk St. Johann im Pongau im S\u00fcden des Bundeslandes Salzburg mit 3826 Einwohnern.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Vgl. <a href=\"https:\/\/www.lettertothestars.at\/righteous_pers4365.html?ctype=&amp;uid=116\">https:\/\/www.lettertothestars.at\/righteous_pers4365.html?ctype=&amp;uid=116<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Josef Lahnsteiner: Mitterpinzgau, Selbstverlag 1962, S 382<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> D\u00d6W E 19.0011, Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934 \u2013 1945, Bd. 2 S 270<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Alban Prinz zu L\u00f6wenstein-Wertheim-Freudenberg: \u201eEine unverge\u00dfliche gro\u00dfe Gnadenzeit (Dachau 1943\/1945)\u201c. Seine Erinnerungen wurden von Kurt Arrer mit Schreibmaschine niedergeschrieben, Kopie der Brosch\u00fcre beim Autor, S 3<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Generell unterschied man in den Konzentrationslagern zwischen Schutzhaft und Vorbeugehaft \u2013 zwei sehr verharmlosend wirkende Begriffe. Ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Kategorie war die einliefernde Beh\u00f6rde. Als \u201eSchutzh\u00e4ftlinge\u201c verbrachte die Gestapo ab Februar 1933 Menschen in Konzentrationslager, von denen aus Sicht der Nationalsozialisten eine vermeintliche Gefahr f\u00fcr \u201eVolk und Staat\u201c ausging.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Zugangsbuch Dachau, L\u00f6wenstein Alban, Wohnort Lofer-Kirchental<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Alban Prinz zu L\u00f6wenstein-Wertheim-Freudenberg: \u201eEine unverge\u00dfliche gro\u00dfe Gnadenzeit (Dachau 1943\/1945)\u201c. Seine Erinnerungen wurden von Kurt Arrer mit Schreibmaschine niedergeschrieben, Kopie der Brosch\u00fcre beim Autor, S 10 f<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Alban Prinz zu L\u00f6wenstein-Wertheim-Freudenberg: \u201eEine unverge\u00dfliche gro\u00dfe Gnadenzeit (Dachau 1943\/1945)\u201c. Seine Erinnerungen wurden von Kurt Arrer mit Schreibmaschine niedergeschrieben, Kopie der Brosch\u00fcre beim Autor, S 18<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/2021\/04\/12\/alban-prinz-zu-loewenstein-wertheim-freudenberg\/\">https:\/\/www.zeit-geschichte.com\/rlwp\/2021\/04\/12\/alban-prinz-zu-loewenstein-wertheim-freudenberg\/<\/a> (geladen 16.01.2025)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Vgl. <a href=\"https:\/\/archiv.tag-des-herrn.de\/archiv_1996_bis_2007\/artikel\/1123.php#gsc.tab=0\">https:\/\/archiv.tag-des-herrn.de\/archiv_1996_bis_2007\/artikel\/1123.php#gsc.tab=0<\/a> (geladen 24.01.2015) und <a href=\"https:\/\/www.traunsteiner-tagblatt.de\/das-traunsteiner-tagblatt\/chiemgau-blaetter\/chiemgau-blaetter-2024_ausgabe,-in-hinterthal-war-bormanns-flucht-zu-ende-_chid,866.html\">https:\/\/www.traunsteiner-tagblatt.de\/das-traunsteiner-tagblatt\/chiemgau-blaetter\/chiemgau-blaetter-2024_ausgabe,-in-hinterthal-war-bormanns-flucht-zu-ende-_chid,866.html<\/a> (geladen 24.01.2025)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Peter Ruggenthaler: Zwangsarbeit in der Landwirtschaft im Reichsgau Salzburg, In: Zwangsarbeit in der Landwirtschaft (Hg.): Historikerkommission, Wien 2002, S. 335<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> M\u00e4nner und Frauen aus der Sowjetunion werden ab 1942 zur Zwangsarbeit ins \u201eDeutsche Reich&#8220; gebracht.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Oskar Dohle\/Nicole Slupetzky: Arbeiter f\u00fcr den Endsieg. Zwangsarbeit im Reichsgau Salzburg, B\u00f6hlau Verlag, Wien 2004, S. 56<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Vgl. Alois Nu\u00dfbaumer: \u201eFremdarbeiter&#8220; im Pinzgau, Edition Tandem, Salzburg\/Wien 2011, S. 65ff<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Vgl. Peter Ruggenthaler: Zwangsarbeit in der Landwirtschaft im Reichsgau Salzburg, In: Zwangsarbeit in der Landwirtschaft (Hg.): Historikerkommission, Wien 2002, S. 335<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> D\u00d6W E 19.189\/2 und Widerstand und Verfolgung in Salzburg 1934 \u2013 1945 Bd 1 S 516f, 624<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Vgl. Oskar Dohle\/Nicole Slupetzky: Arbeiter f\u00fcr den Endsieg. Zwangsarbeit im Reichsgau Salzburg, B\u00f6hlau Verlag, Wien 2004, S. 71<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Vgl. Peter Ruggenthaler: Zwangsarbeit in der Landwirtschaft im Reichsgau Salzburg, In: Zwangsarbeit in der Landwirtschaft (Hg.): Historikerkommission, Wien 2002, S. 336<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Vgl. Alois Nu\u00dfbaumer: \u201eFremdarbeiter&#8220; im Pinzgau, Edition Tandem, Salzburg\/Wien 2011, S. 108<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Vgl. Eduard Schuster: Chronik Saalfelden, Bd. II, S. 754; Alois Nu\u00dfbaumer: \u201eFremdarbeiter&#8220; im Pinzgau, Edition Tandem, Salzburg\/Wien 2011, S. 120 und Pinzgauer Bezirksarchiv (SLA, SiD, 15184\/47)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Verzeichnis der Zwangsarbeitslager in \u00d6sterreich, Bundesdenkmalamt<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> Verzeichnis der Zwangsarbeitslager in \u00d6sterreich, Bundesdenkmalamt<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> Vgl. Rainer Hochhold: Chronik Zell am See, Eine historische Zeitreise, Stadtgemeinde Zell am See 2013 <a href=\"https:\/\/www.zellamsee.eu\/Stadtleben\/Wissenswertes\/Historische_Entwicklung\">https:\/\/www.zellamsee.eu\/Stadtleben\/Wissenswertes\/Historische_Entwicklung<\/a> (geladen 06.01.2025)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> <a href=\"https:\/\/www.zellamsee.eu\/Stadtleben\/Wissenswertes\/Historische_Entwicklung\">https:\/\/www.zellamsee.eu\/Stadtleben\/Wissenswertes\/Historische_Entwicklung<\/a> (geladen 06.01.2025)<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> Josef Lahnsteiner: Mitterpinzgau, Selbstverlag 1962, S 347<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> Josef Lahnsteiner: Mitterpinzgau, Selbstverlag 1962, S 439<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> Vgl. Lahnsteiner S 439<\/p>\n<h4>Anmerkung RL: Verwendung von Bildern und Texten nur mit ausdr\u00fccklicher Genehmigung des Autors.<\/h4>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fluchtgeschichte der polnischen J\u00fcdin Leokadia Justman und die letzten Kriegstage im Salzburger Saalachtal. 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